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Das sagen Finanzexperten nach dem Blitz-Crash bei Dax, Dow & Co.
12. Februar 2018

Das sagen Finanzexperten nach dem Blitz-Crash bei Dax, Dow & Co.

So ruhig das Börsenjahr 2017 war, so turbulent zeigten sich die Aktienmärkte in den vergangenen Tagen. Und schon geht die Angst vor dem großen Crash um. Geht die jahrelange Rallye tatsächlich zu Ende? AssCompact hat Expertenstimmen hierzu zusammengetragen.


Nach einem guten Jahresauftakt wurden die Aktienmärkte in den vergangenen Tagen jäh ausgebremst. Der Dow Jones verbuchte in absoluten Zahlen sogar das größte Tagesminus aller Zeiten. Doch auch der Dax büßte auf Wochensicht kräftig ein. Am Ende stand beim deutschen Leitindex der größte Wochenverlust seit dem China-Crash vor zwei Jahren zu Buche. Hintergrund sind Ängste vor einem Ende des Niedrigzinszeitalters, verbunden mit technischen Reaktionen. Dennoch greift bei einigen Anlegern auch die Angst vor einem großen Crash um sich. Die meisten Investmentexperten teilen diese Angst allerdings nicht.

Basis für neuen Aufschwung

„Fundamental hat sich die Welt in den vergangenen Tagen nicht verändert. Höhere Kursschwankungen wurden erwartet, nun haben wir sie“, kommentiert zum Beispiel Carsten Gerlinger, Director Asset Management bei Moventum, die aktuellen Entwicklungen. Er sieht keinerlei Anlass zu Panik oder Kurzschlussreaktionen. Im Gegenteil. „Die jüngsten Kursrückgänge steigern wieder die Attraktivität der Aktienmärkte und bilden die Basis für einen neuen Aufschwung“, so Gerlinger. Das fundamentale Umfeld bleibe schließlich aussichtsreich.

Zeichen gesunder Märkte

Auch bei Fidelity bleibt man gelassen. Die leichten Rückschläge der vergangenen Tage seien der beste Beweis dafür, dass die Märkte gesund sind. Die harte Korrektur der US-Börse komme wenig überraschend. „Der von Technologieaktien befeuerten Rallye in den USA war schon lange jeder Sinn für Realität verloren gegangen. Die Aussicht auf ewig niedrige Inflation konnte nicht von Dauer sein, und die US-Notenbank hat einen neuen Chef, der sich erst noch bewähren muss. Besorgniserregender wäre es, wenn die Märkte auf all das mit einem Achselzucken reagiert hätten“, meint James Bateman, Chefanleger für Multi Asset bei Fidelity International. Selbst nach den jüngsten Kursbewegungen würden US-Aktien immer noch um rund 50% über ihrem Stand von Anfang 2016 notieren. Mit einem allgemeinen Markteinbruch sei aber nicht zu rechnen.

Korrektur nach langer Aufwärtsphase

Auch John Stopford von Investec Asset Management ist von Panik weit entfernt, vor allem in Bezug auf den deutschen Aktienmarkt: „Der Fall des Dax scheint eine Korrektur nach einer ungewöhnlich langen Phase stetiger Aktienmarktaufwertung zu sein.“ Angesichts eines angemessenen Gewinnwachstums und einer begrenzten Straffung der Geldpolitik sei es zu früh für einen vollständigen Bärenmarkt. Allerdings könne die Korrektur weitergehen, bis der Überschwang der exzessiv positiven Stimmung sich aufgelöst habe. Aktien dürften im aktuellen Umfeld immer noch gut abschneiden können – zumindest solange Wachstum und Gewinne hielten. Die Kursbewegungen dürften allerdings unvorhersehbarer werden. „Bei Aktien scheint es keine Blase zu geben, die Bewertungen sind nur ausgedehnt“, so Stopford.

Technische Faktoren statt Fundamentaldaten

Für Erin Browne, Head of Asset Allocation bei UBS Asset Management, ist die Korrektur auch Ausdruck einer neuen Gewichtung zwischen systematischen Handelsstrategien, Fonds mit Risikoprämien und in kurzfristigen VIX-Futures investierten ETFs: „Ursprünglich war der Katalysator des Abverkaufs die Angst vor einer deutlichen Änderung der globalen Inflation und der Wechselkurse. Aber dieser Kontrast zwischen den Indizes verstärkt unsere Überzeugung, dass dieses risikolose Momentum größtenteils mehr an technischen Faktoren lag als an den Fundamentaldaten.“ Bisher sei der technische Abverkauf vor allem durch Futures, Hedgefonds und ETF-Produkte getrieben. UBS AM sieht daher keinen Grund, warum das hohe Gewinn-Momentum aus dem Vorjahr durch die jüngsten Ereignisse ins Stocken geraten sein sollte. (mh)





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