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Deutsche Firmen in Sachen Cyberschutz überfordert
09. Februar 2018

Deutsche Firmen in Sachen Cyberschutz überfordert

Was die Absicherung gegen Cybergefahren angeht, erweisen sich die meisten deutschen Unternehmen als Anfänger. Das zeigt der „Cyber Readiness Report 2018“ des Spezialversicherers Hiscox. Fast die Hälfte der Firmen hat nach einer Attacke nichts an ihrem Schutz geändert.


Die Unternehmen hierzulande weisen im internationalen Vergleich mehrheitlich nur mangelhafte Cyberstrategien vor und sind mit einer umfassenden Cyberstrategie überfordert. Zu diesem Schluss kommt der Spezialversicher Hiscox in der zweiten Auflage des „Cyber Readiness Report“. Im Rahmen der Studie ermittelte das Marktforschungsinstitut Forrester Consulting im Auftrag des Versicherers die „Cyber Readiness“ von insgesamt über 4.000 Unternehmen aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Spanien und den Niederlanden. Die Firmen wurden in „Cyberanfänger“, „Cyberfortgeschrittene“ und „Cyberexperten“ eingeteilt. In Deutschland macht der Anteil der „Cyberanfänger“ 77% aus, lediglich 10% der Unternehmen gelten als „Cyberexperten“. Im internationalen Vergleich haben die USA und Großbritannien die Nase vorn. „Die hohen Anfänger-Quoten sind alarmierend, nachdem das Thema Cybersicherheit in der öffentlichen Wahrnehmung immer präsenter wird,“ meint Robert Dietrich, Hauptbevollmächtigter von Hiscox Deutschland.

Unternehmen sind ratlos und untätig

Die Verunsicherung in den Unternehmen sei groß, wie Dietrich ergänzt. Dies führe in vielen Fällen dazu, lieber nichts zu tun als eine falsche Entscheidung zu riskieren. 48% der über 1.000 befragten Unternehmen in Deutschland berichteten von mindestens einem Cyberzwischenfall in den vergangenen zwölf Monaten. 45% der Firmen gaben an, nach einer Attacke an ihrem Schutz nichts geändert zu haben.

Laut Hiscox beträgt der Gesamtschaden für alle erlittenen Angriffe in den zurückliegenden zwölf Monaten bei großen deutschen Unternehmen im Schnitt rund 342.000 Euro und bei deutschen KMU durchschnittlich rund 46.000 Euro. Am häufigsten erlebten die Befragten hierzulande mit 24% eine externe Attacke direkt auf die eigene Firma, bei 14% war es ein Angriff auf einen Geschäftspartner.

25% der Firmen wollen eine Cyberpolice abschließen

Ein Drittel der befragten deutschen Firmen hat eine Cyberversicherung. Als Gründe für den Abschluss nannten die Unternehmen die Abdeckung der hohen Kosten einer Attacke durch die Police sowie das Gefühl, dadurch geschützt zu sein. Für ein Drittel spielt laut Hiscox dabei auch die Cyberexpertise des Versicherers eine Rolle. Wie die Studie weiter zeigt, wollen 25% der Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten eine Cyberpolice abschließen. „Mit Blick auf die Gefahrenlage und immer größere Abhängigkeit der Unternehmen von digitalen Technologien gehen wir bei Hiscox davon aus, dass sich bis 2025 zwei Drittel der deutschen Unternehmen für eine Cyberpolice entschließen werden,“ betont Dietrich. (tk)





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