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Die fünf größten Herausforderungen für Finanzberater
30. September 2015

Die fünf größten Herausforderungen für Finanzberater

Finanzberater müssen sich zunehmend gegen digitale Konkurrenz wehren. Sie selbst fürchten sich davor allerdings kaum. Vielmehr konzentrieren sie sich auf die Bedürfnisse ihrer Kunden. Privatanleger machen den Finanzexperten zufolge vor allem fünf Fehler. Den traditionellen Anlagemix halten die deutschen Berater zudem für überholt.


Privatanleger machen laut einer Umfrage von Natixis Global Asset Management unter Finanzberatern vor allem fünf Fehler. 77% bezeichnen die Emotionalität vieler Privatanleger als größten Fehler. Die wichtigste Aufgabe sehen sie daher darin, die Emotionen der Anleger zu zügeln. Zwei Drittel sind zudem der Ansicht, dass ihre Kunden oft zu stark auf kurzfristige Marktbewegungen reagieren und 57% bemängeln fehlende konkrete Finanzpläne. Drei von vier deutschen Finanzberatern halten es daher für entscheidend, irrationale Anlageentscheidungen ihrer Kunden durch Beratung zu verhindern.

Die 5 größten Anlagefehler im Überblick:
  • 1. Emotionale Investment-Entscheidungen
  • 2. Fokus auf kurzfristige Marktschwankungen
  • 3. Fehlende Finanzpläne
  • 4. Zu hohe Cash-Positionen
  • 5. Fehlende konkrete Ertragsziele
Neue Strategien für komplexe Märkte

Den traditionellen Anlagemix von 60% Aktien und 40% Anleihen halten zwei Drittel der Berater für überholt. Drei Viertel der Experten sehen große Vorteile bei aktiven Strategien, weil damit besser auf kurzfristige Marktbewegungen reagiert werden und so Alpha für die Kundenportfolios zu generiert werden könne. Angesichts der zunehmend volatilen Märkte erwägen Berater zudem zunehmend, ihren Kundenportfolios alternative Investmentansätze beizumischen, um den langfristig erforderlichen Kapitalzuwachs zu erhalten, gleichzeitig aber auch das Portfolio besser zu diversifizieren und einen Schutz vor künftigen Schocks zu gewährleisten. 59% der deutschen Berater nutzen solche Strategien bereits.

Jüngere und Frauen im Fokus

Insgesamt ist die Stimmung unter den deutschen Finanzberatern positiv. Für 2016 rechnen sie laut der Natixis-Studie mit einem Geschäftswachstum von 5,8%. Allerdings wurde die Umfrage im Juni und Juli 2015 durchgeführt, und damit noch vor der großen Korrektur der Finanzmärkte. Hohes Potenzial sehen Berater vor allem bei jüngeren Kunden. Für vier von fünf deutschen Finanzberatern haben Gespräche mit dieser Gruppe oberste Priorität. Auch Frauen stehen besonders im Fokus. Ihr Anteil am Gesamtgeschäft soll bis 2018 von 42 auf 50% steigen.

Keine Angst vor digitaler Konkurrenz

Die neue elektronische Konkurrenz, wie etwa automatisierte Beratungstools, fürchten Finanzexperten kaum. Vielmehr sehen sie darin einen Ansporn, die persönliche Beratung zu verbessern. „Obwohl die automatisierte Anlageberatung in Zukunft zunehmen wird, wird sie die persönliche Beratung […] nicht ersetzen können. Das ist die perfekte Möglichkeit, das gesamte Spektrum an unterstützender und hochqualitativer persönlicher Beratung aufzuzeigen, die Anlegern dabei hilft, emotionale Entscheidungen zu vermeiden“, erläutert Jörg Knaf, Executive Managing Director für die DACH-Länder bei Natixis Global Asset Management. Es gebe zudem gute Gründe, warum deutsche Anleger noch mehr als im vergangenen Jahr über die Marktrisiken mit ihren Beratern sprechen wollen. Für eine erhöhte Risikobereitschaft bedarf es schließlich einer ausführlichen Beratung bei der Asset Allocation. (mh)



Kommentare

von Steffen Wildt am 02.10.2015 um 09:14 Uhr
... habe ich, als ich gelesen habe, dass die Berater unter Punkt 2 den "Fokus auf kurzfristige Marktschwankungen" bei hren Kunden kritisieren und dann "große Vorteile bei aktiven Strategien" sehen, weil damit besser auf kurzfristige Marktbewegungen reagiert werden kann. Sind schon lustig, diese Berater, die in der Masse genauso falsch liegen wie die Masse ihrer Kunden. Sind eben auch nur Menschen, die Fehler machen und keine Götter, die alles wissen.



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