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DKM-Diskussion: Mit fundamentalem Wandel überleben
26. Oktober 2017

DKM-Diskussion: Mit fundamentalem Wandel überleben

Niedrigzinsen, Run-off, Digitalisierung und Vergütung waren die Kernthemen der großen Podiumsdiskussion zur Zukunft der Versicherungswirtschaft am Mittwoch auf der DKM. Die zentrale Botschaft lautete, dass ohne fundamentalen Wandel kein Überleben möglich sei. Dies gelte insbesondere für die Lebensversicherung.


Drei Anträge in zwei Jahren habe die BaFin zu Run-offs und Bestandsverkäufen in der Lebensversicherung bearbeitet. Neue Anträge seien weder gestellt worden, noch seien weitere angekündigt. Mit diesen Worten nahm Dr. Frank Grund einem der medienwirksamsten Themen der vergangenen Wochen am Mittwoch auf der DKM 2017 den Wind aus den Segeln. Der Exekutivdirektor Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht der BaFin verdeutlichte zudem, dass ein Bestandsverkauf ein langwieriger Aufsichtsprozess sei und die Aufsicht vor Zustimmung auch in Zukunft sehr sorgfältig prüfen werde.

In der Podiumsdiskussion zur Zukunft der Versicherungswirtschaft erklärte dann auch Dr. Achim Kassow, Vorstandsvorsitzender der ERGO Deutschland AG, das Vorgehen seines Hauses, das Mitauslöser der öffentlichen Run-off-Diskussion ist. Man kapsle bestehende Verträge ab, investiere in eine LV-Plattform mit neuen Produkten und sondiere zunächst, welches weitere Vorgehen mit Blick auf die Altbestände die beste Lösung sei. Er konstatierte allerdings, dass unternehmerische Abwägungen mit der Wahrnehmung der Öffentlichkeit nicht immer kompatibel seien. Die drei Mitdiskutanten, Dr. Jan Wicke, Vorstandsvorsitzender der Talanx Deutschland AG, Jürgen A. Junker, Vorstandsvorsitzender der Wüstenrot & Württembergische AG und Dr. Markus Faulhaber, Vorstandsvorsitzender der Allianz Lebensversicherungs-AG, schlossen dagegen einen Bestandsverkauf für ihr Unternehmen aus. Der Branche im Ganzen müsse es aber nun darum gehen, verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen.

Ohne fundamentalen Wandel kein Überleben

Ob nun Run-off oder nicht, dass die Lebensversicherer im ökonomischen Umfeld mit Niedrigzinsen ohne Veränderungen nicht überleben könnten, fand den Konsens der Runde. Deshalb sei es ein wichtiger Schritt gewesen, die Altersvorsorgeprodukte umzustellen, um die richtige Balance zwischen Garantien und Rendite zu finden. Mit diesen Veränderungen bleibe die Altersvorsorge aber auf jeden Fall ein Wachstumsfeld, so Faulhaber.

Zwang zum Kostensparen

Um weiter im Umfeld der Niedrigzinsen zu bestehen und Altverträge weiter zu bedienen seien, zudem Kosteneinsparungen notwendig. Und die würden nur durch die Fortführung der Digitalisierungsmaßnahmen möglich sein.

In der Waagschale liegt bei Einsparungen allerdings auch noch die Vergütung für Vermittler, wie Moderator und Fachjournalist Dr. Marc Surminski in den Raum stellte. Vermittlerverbände seien der Ansicht, dass sie ihren Teil bereits beigetragen hätten und geringere Provisionen und Courtagen erhalten würden; Versicherer meinten, dass sie mit bilanziellen Änderungen hinsichtlich der Zillmerung ebenfalls einen Beitrag geleistet hätten. Dr. Frank Grund warf dagegen kritisch ein, dass von den Stakeholdern bisher vor allem die Kunden verzichten mussten. So hätten sich Abschlusskosten im Vergleich zu Renditen nur in homöopathischen Maßen bewegt. (bh).





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