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DOMCURA: „Wir befinden uns im Flow“
09. November 2018

DOMCURA: „Wir befinden uns im Flow“

Der Assekuradeur DOMCURA will den Zeitenwandel mitgestalten und sich nicht von ihm überrollen lassen. Deshalb sind Erfolge in der Wohngebäudeversicherung und engere Kooperationen mit Vertriebspartnern nur ein Teil in der Unternehmensstrategie. Ein anderer ist das Ausprobieren neuer Technologien wie Blockchain. Interview mit Uwe Schumacher, Vorstandsvorsitzender der DOMCURA AG.


Herr Schumacher, DOMCURA ließ mit einigen Bekanntmachungen aufhorchen. Darunter ist auch eine Kooperation mit der TELIS Gruppe. Wie sieht diese aus?

Mit der TELIS Gruppe bzw. mit der DEMA, einem TELIS-Unternehmen, arbeiten wir seit Jahrzehnten eng und gut zusammen. Produkte, die wir als Assekuradeur bereitstellen, haben wir also schon bisher an TELIS-Anforderungen angepasst und über diesen Kanal vertrieben. Auch aufgrund dieser positiven Erfahrungen haben wir uns jetzt entschieden, aus einer gemeinsamen Gesellschaft heraus Produkte zu designen. So kam es zur Gründung des Assekuradeurs innoAssekuranz GmbH.

Diese Produkte sind dann aber nur für die TELIS Gruppe?

Ja, für TELIS und für DEMA. Insgesamt hat die DOMCURA ja aber drei große Vertriebswege – freie Vermittler, Pools und Vertriebe. Mit allen versuchen wir so individuell und konstruktiv wie möglich zusammenzuarbeiten. Jeder potenzielle Partner ab einem gewissen Geschäftsvolumen hat also grundsätzlich die Möglichkeit, maßgeschneiderte Lösungen von uns zu erhalten.

An der Zusammenarbeit mit Maklern im Allgemeinen ändert dies aber nichts?

Absolut nichts. Ich verweise in diesem Zusammenhang beispielsweise gerne auf unser noch junges Einfamilienhauskonzept, das laut Vergleichsportalen das beste Wohngebäudeprodukt am Markt ist. Das werden wir selbstverständlich weiterhin freien Vermittlern anbieten.

DOMCURA und Wohngebäude gehören irgendwie zusammen. Aber ist es nicht auch eine heikle Sparte?

Ich glaube, dass wir in den letzten zehn Jahren gezeigt haben, dass wir mit dieser Sparte umgehen können. Als ich vor fünf Jahren zur DOMCURA kam, war man gerade dabei, die Sparte zu sanieren. Unterdessen können wir den Versicherern eine Schadenquote präsentieren, die oftmals um 10 bis 15% besser ist als ihre eigene.

Trotzdem sind die Schäden der vergangenen Monate herausfordernd. Wie komfortabel ist die Situation für Sie?

Herausforderungen gibt es ja überall. Ich behaupte aber mal, dass sich die DOMCURA im Moment im Flow befindet. Nach dem Kauf durch MLP und nach dem Ausscheiden des Gründers aus dem operativen Tagesgeschäft haben wir einiges im Unternehmen weiterentwickelt und zudem Kunden und Vermittler mehr in unsere Entwicklungen eingebunden. Und das schon angesprochene Einfamilienhauskonzept wird im Markt sehr gut angenommen.

Wo wollen Sie dann das Unternehmen in Zukunft hinführen?

Bei der DOMCURA ist es mir wichtig, die traditionellen Beziehungen zu Vermittlern und die Reputation etwa im Bereich Wohngebäude zu erhalten, zugleich möchte ich dem Unternehmen durch Digitalisierung einen zusätzlichen Impuls geben. Dabei haben wir den einen Aspekt, das Effizienzthema, gut im Griff. Der andere Aspekt ist der, dass man die Digitalisierung dazu nutzt, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Und da probieren Sie sich gerade aus – mit einer Reisegepäckversicherung, basierend auf Blockchain-Technologie.

Ja, wir wollen natürlich auch nach außen darstellen, dass wir hier eine entsprechende Kompetenz haben. Ich will auch nicht verhehlen, dass ich mich persönlich diesen Themen sehr nahe fühle – ich habe schon meine Diplomarbeit über künstliche Intelligenz geschrieben, selbst wenn das ein paar Jahrzehnte her ist. Wir glauben, dass wir hier einen Akzent im Markt setzen können. Es gibt ja die B3i-Initiative der Versicherer, die können das Thema Blockchain sicherlich im größeren Stil vorantreiben, aber so richtig gibt es im Markt noch keine vertriebsfähigen Produkte. Wir wollen einfach zeigen: Nicht nur in Wohngebäude, sondern auch in der Digitalisierung muss und kann man mit der DOMCURA rechnen.

Wohin soll das letztlich führen?

Zunächst werden wir die Entwicklung zusammen mit der Basler Versicherung, die hier unser Partner ist, beobachten. Wir überlegen auch, wie wir diese Reisegepäckversicherung noch aufwerten können. Alles Weitere muss man dann sehen.

Dennoch dürfte dies bei Vertriebspartnern nicht überall positiv aufgegriffen werden.

Um es ganz deutlich zu sagen: Für uns ist und bleibt die enge Zusammenarbeit mit unseren Vertriebspartnern das Wichtigste! Bei unserer Reisegepäckversicherung muss ich noch einmal etwas ausholen. Wir können hier ja auf keinerlei Markterfahrungen aufbauen. Deshalb müssen wir natürlich ein gewisses Risikomanagement betreiben und bieten die Reisegepäckversicherung nur bestehenden Kunden an. Der Vermittler, über den wir den bestehenden Vertrag bekommen haben, der bekommt auch eine Courtage, wenn der Kunde die Reisegepäckversicherung abschließt. Er profitiert also sogar an dieser Stelle.

Wissen Sie, die DOMCURA könnte es sich im Warmen bequem machen – mit den Wohngebäudeprodukten und den gewachsenen Beziehungen. Aber ich glaube, das macht einen träge. Und wenn sich Pools oder auch neue Versicherer in Bereichen niederlassen, in denen man sich selbst heimisch fühlt und ein paar Jahre versäumt, dann ist es schwierig, hier wieder aufzuholen.

Hilft es auf Investitionsseite, dabei die MLP im Rücken zu haben?

Bisher haben wir dies noch nicht in Anspruch genommen, weil wir unser Geschäft selbst gut steuern können. Aber es macht einen freier in den Entscheidungen. Die Zusammenarbeit mit MLP empfinde ich als ausgesprochen positiv, wobei sich MLP aus unseren Entscheidungen heraushält. MLP ist zugleich auch schon lange einer unserer Kunden.

In der Cash-Hitliste sind Sie die Nummer 3. Wollen Sie weiter nach vorne?

Die richtige Antwort an dieser Stelle ist, dass wir nicht auf Rankings schauen. Aber natürlich sind sie ein Thema in der Branche. Wir für uns wollen zunächst die ertragsorientierten Ziele der Eigentümer erfüllen. Wir halten aber auch, und daraus mache ich keinen Hehl, Ausschau nach anderen Unternehmen.

Zuwächse gibt es dann also doch eher über Zukäufe?

Das habe ich nicht gesagt. Nehmen Sie unser Einfamilienhauskonzept: Da haben wir schon in bester Manier organisch zugelegt. Jetzt starten wir mit dem Mehrfamilienhauskonzept. Bis zu einem gewissen Grad kann man organisch wachsen, wenn sich aber Gelegenheiten für einen sogenannten „Step Change“ geben, würde das gut reinpassen.

Dann lassen Sie uns doch noch einmal über das Mehrfamilienhauskonzept sprechen.

Gerne. Wir gehen hier einen ähnlichen Weg wie bei dem Einfamilienhauskonzept. Dort gibt es die Deckungsvarianten Basis-, Komfort- und Top-Schutz. Beim Einfamilienhauskonzept können wir so eines der günstigsten Angebote darstellen und gleichermaßen mit „Top“ auch das beste. Beim Mehrfamilienhauskonzept haben wir auf die günstige Variante verzichtet, weil die Versicherungsprämie in der Regel durch die Mieter getragen wird. Deckungslücken durch ein preisgünstiges Produkt hingegen müssen vom Eigentümer/Vermieter getragen werden.

Auch das Feedback von unseren Vertriebspartnern und Kunden haben wir wieder bei der Entwicklung berücksichtigt. So sind zum Beispiel manche Einschränkungen den Kunden einfach nicht verständlich und da haben wir gesagt, das übernehmen wir. Das kostet nicht die Welt, befriedigt aber die Erwartungshaltung des Kunden. Im Bereich der Mehrfamilienhäuser werden zum Beispiel Mietnomaden als große Gefahr wahrgenommen, also haben wir dies auch aufgenommen. Wir glauben, mit dem neuen Mehrfamilienhauskonzept wieder ein Produkt geschaffen zu haben, das mit Sicherheit seine führende Position in diesem Segment ausbauen wird.

Foto: Trafen sich auf der DKM 2018 zum Gespräch: Uwe Schumacher, Vorstandsvorsitzender der DOMCURA AG, und Brigitte Horn, Chefredakteurin von AssCompact (Quelle: DOMCURA).





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