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Lebensversicherer haben bei Transparenz noch Luft nach oben
13. November 2017

Lebensversicherer haben bei Transparenz noch Luft nach oben

Eine Studie beleuchtet, wie offen Lebensversicherer Kunden über den Stand ihrer LV-Verträge informieren. Dazu wurden die Wertmitteilungen von 64 Gesellschaften untersucht. Als transparentester Versicherer landet die VGH Provinzial auf Platz 1. Bei der Mitteilung von Bewertungsreserve und Sockelbeteiligung überrascht vor allem ein Anbieter, der an Transparenz deutlich zugelegt hat.


Zum zweiten Mal haben die Analysten des Policenkäufers Partner in Life (PiL) untersucht, wie offen und verständlich Lebensversicherer in ihren jährlichen Standmitteilungen den Kunden einen Überblick bieten über die Entwicklung ihrer Policen. Im Rahmen einer Studie wurden die Wertmitteilungen von 64 Gesellschaften mit einem Marktanteil von über 95% nach Deckungsrückstellung analysiert und ein Transparenzscore ermittelt. In dem untersuchten Teilbestand hat PiL weit über 2.000 Wertmitteilungen mit knapp 18.000 wichtigen Kennzahlen untersucht.

VGH Provinzial glänzt in Sachen Transparenz

Als transparentester Anbieter landet in der aktuellen Ausgabe der Studie die VGH Provinzial Lebensversicherung Hannover auf Platz 1. Mit einem Transparenzscore von fast 70% erfüllt die VGH in vollem Umfang die Vorgaben des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG). Auf den Plätzen 2 und 3 folgen die AXA Lebensversicherung und die Deutsche Ärzteversicherung mit einem Score von jeweils über 60%. Auch die LV-Anbieter Condor, HanseMerkur, Debeka und SwissLife zählen zu den transparenten Versicherern.

Transparenz lässt bei vielen Anbietern aber zu wünschen übrig

Doch auch wenn einige Versicherer gute Werte erreichen oder sich im Vorjahresvergleich verbessern, wie etwa die Continentale oder DEVK, fällt das Fazit von PiL eher ernüchternd aus: Der weitaus größte Teil des Marktes würde seinen Kunden in den Wertmitteilungen nur einen unvollständigen Überblick über die Entwicklung ihrer Lebensversicherungsverträge liefern.

Cosmos legt bei BWR und Sockelbeteiligung zu

Bei der Mitteilung von Bewertungsreserve (BWR) und Sockelbeteiligung ist die Zahl der transparenten Versicherer deutlich gewachsen. Spitzenreiter der Versicherer, die sich am ehesten an die Mitteilungsvorgaben der BaFin halten, ist die Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung mit einem Wert von über 80%. Überrascht zeigten sich die Policenanaylisten von PiL von der Entwicklung der Cosmos in diesem Bereich. Der Direktversicherer hatte bei der letzten Auswertung kaum BWR und Sockel mitgeteilt, in der aktuellen Analyse aber deutlich zugelegt und es jetzt sogar ins Spitzenfeld auf Platz 2 geschafft.

„Wer beide Werte in jeder Wertmitteilung nennen würde, oder wer klar und zweifelsfrei unterrichtet, dass die Beteiligung an den BWR 0 Euro beträgt, weil derzeit hierfür nicht ausreichend BWR vorhanden sind – diese Gesellschaft hätte 100% Transparenz erreicht“, erklärt PiL-Vorstand Dean Goff. Anbieter wie die Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung oder die Cosmos kämen hier nahe dran und würden zeigen, dass es möglich sei.

Das Beispiel Cosmos belegt aber auch, wie stark die Transparenz eines Anbieters von Kennzahl zu Kennzahl schwanken kann. Beleuchtet man die Mitteilung des aktuellen Guthabens (Rückkaufswert; RKW) und der Erlebensfallleistung bei Ablauf (EFL), zeigt beispielsweise die Cosmos bei der EFL wenig Transparenz, ist dagegen aber sehr offen bei den Werten des aktuellen Guthabens.

Diese Anbieter können nicht überzeugen

Es gibt auch Versicherer, denen PiL insgesamt ein schlechtes Zeugnis ausstellt. Niedrige Werte erreichen bei der Analyse Nürnberger, Entis, Württembergische und Stuttgarter. Als besonders negativ bewerteten die Analysten beispielsweise, wenn der Kunde bei einer Mitteilung weder wisse, ob BWR enthalten seien oder nicht, noch in welcher Höhe solche BWR ggf. im aktuellen Guthaben (Rückkaufswert) vorhanden seien. (tk)



Kommentare

von Herbert Dirksen am 13.11.2017 um 21:08 Uhr
Für mich wirkt die ganze Lebensversicherungsbranche inzwischen beschämend! Wenn ich den Namen "Württembergische" lese, ziele ich auch auf deren Tochter, die Karlsruher LV. Deren Rechtsabteilung handelt eher dümmlich bis dumm.
Da half auch nicht der Vorstoß in die Vorstandsebene, denn der Oberste kommt ja von der R+V Leben, die nicht besser ist. Ruinöse Vorgehensweise gegen langjährige Kunden, miserable Abrechnung. Wohl wissend um eine beträchtliches Versicherungsguthaben zog man es vor, in eine unsägliche Zwangsversteigerung einzutreten.
Der Saldo - nach dieser horrenden Kostenrechnung und schlechter Zinsgestaltung betrug 16.000 € im ersten Rang.
Dann tritt dieses Institut auch noch einer Zwangsversteigerung bei!
Was sind das für Methoden.
Ferner - wer heute noch Guthaben anspart, um im Alter, vielleicht nach 10 bis 40 Jahren einen ruhigen Lebensabend mit den vermeintlichen Erträgen zu genießen, wird das "Blaue Wunder" erleben. Weder auf die lange Zeit ist der EURO zu halten, noch wird die Inflation diese Guthaben schützen.



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