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24. Oktober 2017
Makler verfolgen Konzentration am MVP-Markt mit gemischten Gefühlen

Makler verfolgen Konzentration am MVP-Markt mit gemischten Gefühlen

Die Entwicklung ist nicht überraschend, gewinnt aber an Geschwindigkeit. Im Bereich der MVP-Hersteller und Vergleicher kommt es zu einer Marktkonzentration. Für Versicherungsmakler hat dies gleichermaßen Vor- als auch Nachteile. Aber selbst Experten sind sich nicht sicher, ob das Gute oder Schlechte überwiegt.

Über die Jahre ist die Anzahl der Maklerverwaltungsprogramme (MVP) und der Maklersoftware auf dem Markt gestiegen. Vor Kurzem wurde die Kehrtwende eingeleitet: Der Markt wird heute nur noch von einigen wenigen Herstellern, die durch Zukäufe ihr Angebot zu einem Komplettpaket schnüren, beherrscht. Ein Beispiel hierfür ist die Acturis Gruppe etwa mit den zugekauften Systemen ams (assfinet), NAFI und VIAS von Lutronik. Ein anderes Beispiel ist Hypoport, die unter anderem mit den Zukäufen NKK, IWM und Innosystems aufhorchen lässt. Der Trend gehe hin zu einem Dienstleistungsangebot für Versicherungsvermittler, das MVPs, Produktvergleich und Plattform aus einer Hand bietet, stellt Holger Mardfeldt, VDVM-Vorstand und Partner der Martens & Prahl Gruppe, fest.

Vorteile durch Finanzkraft und Ressourcen

Diese Entwicklung könne die Arbeit im Versicherungsmaklerbüro erleichtern, weil fehleranfällige Schnittstellen vermieden werden könnten, so Mardfeldt weiter. Zudem hätten die neuen großen IT-Anbieter auch die Finanzkraft und die Entwicklerressourcen, um Maklern mit ihren Angeboten technisch auf dem neuesten Stand zu halten.

Nachteil durch Abhängigkeiten

Gleichzeitig wird die Marktkonzentration der Softwarehersteller mancherorts einigermaßen kritisch gesehen. So befürchtet auch Mardfeldt, dass die Marktmacht einiger weniger Unternehmen weiter steigen und damit auch die Abhängigkeit der Versicherer und Makler wachsen werde. Das habe auch Auswirkungen auf Preise und Gebührenmodell. Mardfeldt geht davon aus, dass bei manchen Anbietern zukünftig anstelle einer Lizenzgebühr über eine transaktionsabhängige Vergütung nachgedacht werde. Deshalb fällt sein Resümee zum jetzigen Zeitpunkt auch gespalten aus: „Die aktuelle Konzentration auf immer weniger Anbieter im Bereich MVP, Vergleicher und Plattform sehen wir VDVM-Makler mit einem lachenden und einem weinenden Auge zugleich.“

Pools bieten Paroli

Während unter den Softwareherstellern ein Oligopol entsteht, forcieren auch die Maklerpools ihr Softwareangebot. Mit Eigenentwicklungen allein können Pools aber auch kaum mithalten. So kommt es hier ebenfalls zu starken Kooperationen und Zukäufen. Und auch hier geht die Bewertung in zweierlei Richtung: Versicherer können ihre IT-Investitionen im Maklervertrieb auf die Anforderungen der großen Vertriebspartner konzentrieren, gleichermaßen steigen auch an dieser Stelle die Abhängigkeiten. Für Makler, die mit der digitalen Entwicklung Schritt halten wollen, werden dagegen wohl immer öfter auf die Pool-Angebote zurückgreifen. (bh)

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