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Naturkatastrophen: 2015 war für Versicherer schadenarmes Jahr
07. Januar 2016

Naturkatastrophen: 2015 war für Versicherer schadenarmes Jahr

Aufgrund ausbleibender „großer“ Wetterereignisse können die deutschen Versicherer auf ein schadenarmes Jahr 2015 zurückblicken. Immer häufiger sind es jedoch kleinere, regionale Stürme oder Überschwemmungen die Versicherungsleistungen nach sich ziehen und dabei Versicherer unterschiedlich treffen.


Aus der Bilanz des Rückversicherers Munich Re geht hervor, dass 2015 das Jahr mit den geringsten Schäden seit 2009 war. Es lag damit auch unter dem langjährigen Durchschnitt. Starke tropische Wirbelstürme gab es 2015 zwar durchaus, aber oft trafen sie nur in dünn besiedelten Regionen auf Land. Im Nordatlantik wurde die Entstehung von schweren Stürmen durch das Klimaphänomen El Niño gedämpft. Auch Maßnahmen zur Minderung der Schadenanfälligkeit wirkten positiv. Die Gesamtschäden betrugen 90 Mrd. US-Dollar, davon waren 27 Mrd. US-Dollar versichert. Erstmals wurden jedoch in einem Jahr mehr als 1.000 Schadenereignisse registriert, was laut Munich Re aber vor allem an der besseren Kommunikation über solche Ereignisse liegen dürfte. Insbesondere in schadenärmeren Jahren wird häufig über viele kleinere Ereignisse berichtet.

Die verheerendste Naturkatastrophe des abgelaufenen Jahres war das Erdbeben von Nepal, das sich am 25.04.2015 ereignete und dem rund 9.000 Menschen zum Opfer fielen. Von den Gesamtschäden durch das Beben einschließlich der Nachbeben von 4,8 Mrd. US-Dollar war – wie häufig in Entwicklungsländern – nur ein Bruchteil versichert. In diesem Fall waren es nur 210 Mio. US-Dollar.

Rund 94% der schadenrelevanten Naturkatastrophen des Jahres waren wetterbedingte Ereignisse, insbesondere Wirbelstürme und Hurrikane im Nordatlantik und Nordostpazifik, die jedoch relativ gesehen wenig Schäden anrichteten. Einen erheblichen Einfluss hatte die El-Niño-Phase auf Dürren und Hitzewellen insbesondere in Südamerika, Afrika und Südostasien. Weltweit entstanden bei solchen Ereignissen im vergangenen Jahr Gesamtschäden von 12 Mrd. US-Dollar, wovon 880 Mio. US-Dollar versichert waren. Die höchsten Schäden durch eine Hitzewelle und Dürre entstanden – allerdings nicht von El Niño beeinflusst – aufgrund des heißen und trockenen Sommers in Europa. Der Gesamtschaden betrug rund 1,9 Mrd. Euro, wovon nur rund ein Zehntel versichert war.

Winterstürme in Kanada und USA, Hochwasser in Europa

Die höchsten versicherten Schäden einer Naturkatastrophe verursachte 2015 eine Reihe von Winterstürmen, die im Februar den Nordosten der USA und Kanadas trafen. Der versicherte Schaden betrug 2,1 Mrd. US-Dollar. In Europa ereigneten sich im Dezember 2015 außergewöhnliche Hochwasser. Wintersturm Desmond traf am Wochenende des 05.12.2015 auf Großbritannien und führte in manchen Regionen zu extremen Niederschlägen. Nach einer ersten Schätzung könnten die Schäden durch das Sturmsystem in Nordeuropa bis zu 1,4 Mrd. Euro betragen, wovon etwa 0,7 Mrd. Euro versichert waren. Auch zum Jahresende hielt in Nordengland die Serie von Stürmen mit starken Niederschlägen an. Insbesondere Sturm Eva führte in Yorkshire zu weiteren starken Überschwemmungen. Die Stadt York stand in großen Teilen unter Wasser. Der Gesamtschaden dieser Überschwemmungen könnte oberhalb 1 Mrd. Euro liegen, jedoch stehen verlässliche Schadenschätzungen noch aus.

Die Jahresbilanz der Schäden durch Naturgefahren in Deutschland ist laut GDV vor allem von Wintersturm „Niklas“ geprägt. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 192 km/h richtete er im März 2015 in Deutschland Schäden an versicherten Gebäuden in Höhe von 750 Mio. Euro an. Damit zählt „Niklas“ zu den fünf schwersten Winterstürmen in Deutschland seit 1997. (bh)





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