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Nur wer brennt, kann ausbrennen – Versicherungsmakler für Burnout besonders anfällig
05. August 2015

Nur wer brennt, kann ausbrennen – Versicherungsmakler für Burnout besonders anfällig

Die Volkskrankheit Burnout hat längst schon in der Finanz- und Versicherungsbranche Einzug gehalten. Eine aktuelle Studie der Deutschen Versicherungsbörse beziffert die Quote der Burnout-Gefährdeten oder bereits Erkrankten auf erschütternde 50%. Die Gründe sind fehlende Wertschätzung, ein schlechtes Image der Branche und die gefühlte Arbeitslast.


Es sind immer innere und äußere Faktoren, die dazu führen, dass jemand an Burnout erkrankt. Dennoch gibt es Berufszweige, deren Strukturen mehr dazu beitragen, dass Mitarbeiter erkranken. Dazu zählt nach Meinung von Chefarzt Dr. Dirk Schröder von der Dr. Becker Brunnen-Klinik die Finanz- und Versicherungsbranche. Jährlich behandelt er 120 Patienten aus diesem Sektor, die meisten wegen Burnout.

Ursachen der Erkrankung

Als Ursachen der Erkrankung benennt Dr. Schröder beispielsweise die gefühlte Arbeitslast, unrealistische Zielvorgaben, fehlende Wertschätzung sowie ethische Konflikte und Ohnmachtsgefühle. Auch der Imageverlust der Finanzbranche im Rahmen der Finanzkrise macht seiner Meinung nach den Mitarbeitern zu schaffen. Diese Einschätzung wird von aktuellen Studien wie zum Beispiel von der Deutschen Versicherungsbörse („Burnout-Gefährdung in der Versicherungsbranche“) untermauert. Demnach sind 50% der Angestellten an Burnout erkrankt oder akut gefährdet zu erkranken.

Verlauf in vier Phasen

Der Verlauf der Krankheit ist laut dem Burnout-Experten Dr. Schröder immer ähnlich. Die erste Phase ist zunächst durch „Enthusiasmus“ gekennzeichnet. Betroffene fühlen sich zwar vom Arbeitspensum überfordert, sind jedoch davon überzeugt, durch Willen und Arbeitseinsatz ihre Aufgaben letztendlich erledigen zu können. Das Resultat ist oft das Gegenteil und führt zur zweiten Phase der Erkrankung – „Stagnation“. Der Betroffene muss jetzt noch mehr Energie aufwenden, um die gesteckten Zielvorgaben erreichen zu können. Ängste, Anspannung, Reizbarkeit und Erschöpfung sind die Folge. So kommt es auch, dass „Frustration“ die Hauptemotion der dritten Phase darstellt. Hier wird oft versucht, mit krankhaftem Konsumverhalten wie übermäßigem Essen oder starkem Alkoholgenuss die steigende Belastung zu kompensieren. In der vierten Phase erfolgt bei dem Betroffenen schließlich eine Art „innere Kündigung“ und er überlegt, wie er seinen Aufgaben entgehen kann, statt sie zu erledigen. Darauf folgt der Zusammenbruch: Betroffene haben nicht mehr die Energie, das Bett zu verlassen, sind depressiv verstimmt oder berichten von psychosomatischen Symptomen wie Tinnitus oder Hörsturz.

Wer ist gefährdet?

Dr. Schröder ist überzeugt, dass Betroffene bereits eine bestimmte „Veranlagung“ mitbringen, um an der Depressions-Variante Burnout zu erkranken. Besonders gefährdet seien Menschen, die schlecht Nein sagen können, an Minderwertigkeitskomplexen leiden und überkritisch mit sich selbst sind. Stabile soziale Beziehungen, Hobbies und eine ausgewogene Ernährung sind dagegen Faktoren, die einer Erkrankung entgegenwirken.

Therapie für Betroffene aus dem Finanz- und Versicherungssektor

Die Dr. Becker Brunnen-Klinik hat sich auf die Behandlung dieser Klientel im Rahmen einer indikativen Gruppe spezialisiert und ein eigenes Therapiekonzept entwickelt. Betroffene mit ähnlichem professionellem Background können sich hier in homogenen Gruppen untereinander austauschen. Im Anschluss an die Therapie unterstützt die Klinik Patienten in der Beantwortung der Frage, ob ein Arbeitswechsel sinnvoll ist. Diesen Schritt gehen nach Aussagen von Dr. Schröder 1 bis 2% der Betroffenen. (sg)



Kommentare

von Gerd Borchardt ... am 05.08.2015 um 09:33 Uhr
Versicherungsmakler für Burnout besonders anfällig



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