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Versicherer weisen Anwaltskritik zur Kfz-Schadenregulierung zurück
01. Dezember 2017

Versicherer weisen Anwaltskritik zur Kfz-Schadenregulierung zurück

In einer aktuellen Umfrage gehen Anwälte hart mit den Kfz-Versicherern ins Gericht, was die Schadenregulierung betrifft. Von Verzögerungstaktik und Zahlungsverweigerung ist die Rede. Der GDV hält dagegen: Über 97% der Schäden in der Kfz-Haftpflicht würden reibungslos und zur Zufriedenheit der Kunden reguliert.


In einer aktuellen Forsa-Umfrage, die die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein in Auftrag gegeben hat, kommen die Kfz-Versicherer in Sachen Regulierung von Haftpflichtschäden alles andere als gut weg. Das Magazin „Stern“ hat in seiner aktuellen Ausgabe über die Ergebnisse der Befragung unter mehr als 1.000 Verkehrsanwälten berichtet. So war in dem Artikel „Diese Autoversicherer knausern im Schadenfall“ zu lesen, dass geschädigte Autofahrer immer schwerer an ihr Geld kommen würden. Nachdem einige Versicherer die Kritik bereits zurückgewiesen haben, meldet sich nun auch der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft zu Wort und betont: Versicherer zahlen schnell – auch ohne Beteiligung eines Anwalts.

Das legen die Anwälte den Versicherern zur Last

Für 72% der befragten Anwälte hat sich das Regulierungsverhalten der deutschen Kfz-Haftplichtversicherer in den vergangenen fünf Jahren verschlechtert, für 52% sogar deutlich. Nur 4% sehen Verbesserungen. Kritik gibt es vor allem für die stark verlängerten Bearbeitungszeiten. Die Kunden müssten immer länger auf Rückmeldung warten, und zwar gerade bei den großen Anbietern. Den Versicherern wird der Einsatz von Verzögerungstaktiken vorgeworfen sowie eine immer häufigere Kürzung bzw. Zurückweisung von Leistungen, die meist unberechtigt erscheinen würden.

Umfrage sieht großes Gefälle zwischen Versicherern

Insgesamt zeigen die Ergebnisse der Forsa-Umfrage bei vielen Frage-Komplexen ein deutliches Gefälle zwischen den Versicherern, was Probleme mit der Regulierung von Haftpflichtschäden oder die Bearbeitungszeiten betrifft. Allerdings wird eingeräumt, dass vor allem die großen Versicherer auch eine hohe Zahl von Versicherungsverträgen hätten, was wiederum ein höheres Potenzial für Streitfälle berge. Dies gelte es bei der Interpretation zu berücksichtigen.

GDV bemängelt, dass sich Einschätzung nur auf Streitfälle stützt

Zunächst hebt der GDV hervor, dass die negative Einschätzung nicht von Kunden stammt, sondern von Verkehrsanwälten, die sich ausschließlich mit Streitfällen beschäftigen. Die Zahlen der deutschen Versicherer würden belegen, dass solche Konflikte selten und nicht häufiger auftreten als früher. Laut einer aktuellen Erhebung des GDV werden in der Kfz-Haftpflichtversicherung über 97% der Schäden reibungslos reguliert und zur Zufriedenheit der Kunden. Der Anteil der Fälle, die in einem Prozess münden, sei mit 2,7% seit Jahren stabil. Der GDV moniert, dass sich die Einschätzung der Verkehrsanwälte eben gerade auf diese 2,7% Streitfälle beziehen würde. „Zufriedene Kundenstimmen bleiben in einer Anwaltsumfrage außen vor“, so das Fazit des GDV. (tk)



Kommentare

von Wilfried Strassnig am 04.12.2017 um 17:47 Uhr
Hallo Versicherer liefert einige positive Statements bei den Anwälten ab. Weshalb diese dann aber darüber berichten sollen ist mir schleierhaft. Es liegt in der Natur der Sache über Rechtsstreitereien und Ihre Besonderheiten zu berichten, ansonsten müßte ja die eigene Werbung, wo von perfekten Schadenserledigungen berichtet wird, auch mit negativen Ergebnissen gefüttert werden.



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