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Versicherungsbranche fällt Stellenbesetzung vergleichbar leicht
20. Juli 2017

Versicherungsbranche fällt Stellenbesetzung vergleichbar leicht

Die Finanz- und Versicherungsbranche kann im Vergleich zum branchenübergreifenden Durchschnitt ihre offenen Stellen leichter besetzen, leidet aber vor allem darunter, dass Azubis ihre Ausbildungsstellen nach Vertragsunterzeichnung dann doch nicht antreten. Und um die Azubis von heute zu überzeugen, müssen Unternehmen einige Grundsätze beachten, so eine DIHK-Umfrage rund um Ausbildungserfahrungen unterschiedlicher Branchen.


Die Finanz- und Versicherungsbranche kann im Vergleich zum branchenübergreifenden Durchschnitt ihre offenen Stellen leichter besetzen, leidet aber vor allem darunter, dass Azubis ihre Ausbildungsstellen nach Vertragsunterzeichnung dann doch nicht antreten. Und um die Azubis von heute zu überzeugen, müssen Unternehmen einige Grundsätze beachten, so eine DIHK-Umfrage rund um Ausbildungserfahrungen unterschiedlicher Branchen.

Versicherungsbranche fällt Stellenbesetzung vergleichbar leicht

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat in seiner Umfrage „Ausbildung 2017“ die Ausbildungserfahrungen von Unternehmen aus den verschiedensten Branchen unter die Lupe genommen. Demnach wird es branchenübergreifend für Unternehmen immer schwieriger, offene Ausbildungsplätze zu besetzen. In fast jedem dritten Betrieb blieben Ausbildungsplätze unbesetzt. Insgesamt bekam der Umfrage zufolge jedes vierte Unternehmen mit unbesetzten Ausbildungsstellen überhaupt keine Bewerbung. Gut zwei Drittel der Betriebe, die Plätze nicht besetzen konnten, erhielten keine geeigneten Bewerbungen.

In der Finanz- und Versicherungsbranche fiel der Umfrage zufolge die Stellenbesetzung vergleichbar leicht. Die Prozentzahl derjenigen Unternehmen, die auf die Frage „Konnten Sie im Jahr 2016 alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen“ mit „Nein“ antworten mussten, liegt hier unter dem branchenübergreifenden Durchschnitt, ist im Vergleich zur Vorjahresbefragung aber dennoch leicht angestiegen. Tendenziell dürften Banken etwas stärker von diesem Negativtrend betroffen sein als Versicherungen: Filialschließungen und die Frage einer langfristigen Perspektive dürften die Stellenbesetzung bei den Banken erschweren, vermuten die Studienautoren. Hinzu komme, dass die Generation Y zunehmend nach weniger klassischen „Arbeitsaufgaben“ strebe.

Finanz- und Versicherungsbranche: Hohe Nichtantrittsquote bei Ausbildungsplätzen

Die Aussage, dass die Ausbildungsplätze von den Azubis nicht angetreten worden seien, landet nach dem Fehlen geeigneter Bewerber auf Rang zwei der Begründungen für die Nichtbesetzung von Ausbildungsplätzen. Vom Nichtantritt der Ausbildungsplätze sind der DIHK-Umfrage zufolge gerade die Banken und Versicherungen überproportional stark betroffen: Fast zwei Fünftel der Banken/Versicherungen, die nicht alle Plätze besetzen konnten, nannten dies als Grund. Die Studienautoren versuchen die Erklärung für diesen Sachverhalt darin zu finden, dass in der Finanz- und Versicherungsbranche überproportional viele junge Menschen mit Hochschulreife ausgebildet würden. So könne es vorkommen, dass der eine oder andere unter den Azubis vielleicht nach Abschluss des Ausbildungsvertrages dann doch noch einen Studienplatz bekommen und sich für einen anderen Bildungsweg entschieden habe. Auch wenn Betrieb und Azubi zueinander gefunden haben, zählt es in der Finanz- und Versicherungsbranche zu den größten Hemmnissen, dass viele Azubis mit Hochschulzugangsberechtigung dann nach abgeschlossener Ausbildung noch ein Studium anhängen und nicht weiter im Ausbildungsbetrieb beschäftigt bleiben.

Erschließung neuer Bewerbergruppen, beispielsweise Studienabbrecher

Die Reaktionen der Unternehmen auf die rückläufigen Azubi-Zahlen sind unterschiedlich, so die DIHK-Umfrage. Der Großteil der IT-Betriebe, Banken und Versicherungen setzt darauf, neue Bewerbergruppen für sich zu erschließen, zum Beispiel die Gruppe der Studienabbrecher. Banken/Versicherungen und die Industrie bauen zudem auf ein besseres Ausbildungsmarketing: Die heutigen jungen Bewerber im ausbildungsfähigen Alter unterscheiden sich durch die Erziehung, die sie meist genossen haben, von früheren Generationen, wie die DIHK-Umfrage feststellt. Eltern haben sie früh in Entscheidungen einbezogen, haben ihnen erklärt, wie Kompromisse zustande kommen und ihre Kinder sehr individuell gefördert. Außerdem haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Die heutige Generation von Azubis fühlt sich nicht mehr als Bittsteller, denn sie weiß, dass im Gegensatz zu früher ausreichend Ausbildungsplätze vorhanden sind.

Neue Regeln fürs Ausbildungsmarketing

Um gegenüber dieser Azubi-Generation erfolgreich zu sein, gilt es den Studienautoren zufolge für Unternehmen, unter anderem folgende Grundsätze zu beachten: 1. Offenheit: Sie sollten zeigen, was die Azubis in ihrer Ausbildung erwartet. 2. Sinnhaftigkeit: Sie sollten zeigen, dass die Azubis im Betrieb eine sinnvolle Tätigkeit finden. 3. Beachtung der Work-Life-Balance: Sie sollten zeigen, dass die Azubis im Unternehmen private Interessen und berufliche Herausforderungen gut miteinander verbinden können. (ad)





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