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Bayerische und Empira gründen Pangaea Life Capital Partners

Die Bayerische und der Immobilieninvestor Empira geben eine deutsch-schweizerische Kooperation bekannt: Die beiden Unternehmen gründen einen gemeinsamen Investment Manager, der den Namen „Pangaea Life Capital Partners“ trägt. Die Produkte werden sich an institutionelle und private Anleger richten.

Pangaea Life, die nachhaltige Marke der Bayerischen, geht eine Kooperation mit dem Schweizer Immobilieninvestor Empira AG ein. Die beiden Unternehmen haben einen gemeinsamen Investment Manager gegründet, die „Pangaea Life Capital Partners AG“. Diese öffnet die Fonds der Pangaea Life künftig auch für Anleger außerhalb des Verischerungsmantels und soll „ehrgeizige Wachstumspläne“ verfolgen, wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung heißt.

Empira und die Bayerische wollen mit der Zusammenarbeit ihre Expertise im Bereich nachhaltiger Sachwerte, Immobilien und (institutioneller) Investments bündeln. Hauptsitz ist die Schweizer Gemeinde Zug, geführt wird das Unternehmen durch CEO Michael Haupt, der 30 Jahre Erfahrung in der Leitung von Finanz- und Immobilienunternehmen mit sich bringt.

Öffnung für Investments außerhalb des Versicherungsmantels

Das Gemeinschaftsunternehmen richtet sich unter dem Markendach der Pangaea Life an institutionelle und private Investoren. Der geplante Fonds „Pangaea Life Blue One Universe“ soll zunächst die beiden Fonds „Pangaea Life Blue One Energy“ und „Pangaea Life Blue One Living“ umfassen. Beide Fonds erzielten in einer Untersuchung der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur Top-Ergebnisse (AssCompact berichtete). Die Angebote der Pangaea Life öffnen sich somit direkten Investitionen von Privatanlegern und Großinvestoren.

Auch soll Pangaea Life Capital Partners das Portfolio an Themenfonds auf weitere Zukunftssektoren des nachhaltigen Wandels ausbauen, um so auch außerhalb der Versicherungswelt Ansprechpartner für Investoren zu werden, die Rendite mit transparenten, nachhaltigen Investitionen vereinen möchten. „Mit unserem neuen Joint Venture nehmen wir gemeinsam den nächsten Schritt der Evolution der Pangaea Life und werden fortan auch Menschen jenseits der Versicherungswelt für unseren Ansatz des nachhaltigen Investierens begeistern“, kommentiert Bayerische-Vorstand Martin Gräfer die Kooperation. „Wir sind stolz darauf, unsere Beziehung zur Bayerischen zu vertiefen und gemeinsam in eine nachhaltige Zukunft zu investieren“, sagt auch Lahcen Knapp, Verwaltungsratspräsident der Empira Group.

Pangaea Life expandiert im DACH-Raum

In die Fonds der Pangaea Life konnten Kundinnen und Kunden bislang nur über Versicherungsprodukte innerhalb Deutschlands investieren. Mit Pangaea Life Capital Partners internationalisieren die Empira AG und die Bayerische den Vertrieb der Fonds nun zunächst im DACH-Raum. Perspektivisch sollen weitere europäische Länder und auch Märkte außerhalb Europas folgen. (mki)

Bild: v.l.n.r.: Lahcen Knapp, Michael Haupt und Martin Gräfer; © Instinctif Partners/Pangaea Life Capital Partners

 

Wie beeinflussen KI-generierte Inhalte den Markt?

Künstliche Intelligenz ist derzeit in aller Munde. Doch mit dem Fortschritt kommen auch neue Fragestellungen. Die Schweizer Bank UBS hat in einem Bericht große Sorge um die ethischen Probleme rund um KI-generierte Inhalte geäußert.

Technik entwickelt sich schon seit geraumer Zeit schneller als das Gesetz. So sind Fragen zu den ethischen und moralischen Implikationen von Künstlicher Intelligenz derzeit nicht weit – in erster Linie bewegt durch den technischen Fortschritt auf dem Gebiet und die mediale Aufmerksamkeit, die bspw. der Chatbot ChatGPT erhalten hat. Doch KI-generierte Inhalte existieren nicht in einem Vakuum, sondern können ganz von selbst Einfluss auf ihre Umwelt, die Gesellschaft und auch den Kapitalmarkt nehmen.

Um genau solche Fragen sorgen sich Annabel Willder, Victoria Kalb und Julie Hudson, drei Analystinnen der Schweizer Bank UBS, die in einem Report zu ESG-Investing ihre Bedenken zu KI-generierten Inhalten äußern.

Marktstörungen durch KI-generierte Inhalte

Die Analystinnen schreiben, dass aus ihrer Sicht falsche Informationen schnell und einfach verbreitet werden können, eben mit der Hilfe von KI. Beziehen sich derartige Informationen auf Regulierungsbehörden, Unternehmen oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, dann könnte sich die Wahrnehmung, die durch diese Informationen erzeugt wird, auf die Märkte auswirken. Wie mehrere US-amerikanische Medien berichten, ist dies Ende Mai auch schon erstmalig passiert.

Auf Facebook und anschließend Twitter tauchte ein Bild auf, auf dem in der Nähe des Pentagons in Washington eine mutmaßliche Explosion zu sehen war. Wie sich herausstellte, war das Bild lediglich ein per KI generierter Fake. Doch die Effekte waren echt: Unter einigen Investoren machte sich Panik breit und der S&P 500 sank um 0,3% – lediglich wegen der Verbreitung von Informationen, die eigentlich schnell durch das Arlington Police Department entlarvt wurden.

Sorge um Deepfakes

Große Bedenken haben die Analystinnen auch bei sogenannten „Deepfakes“, also Video- und/oder Audioaufnahmen, bei denen das Aussehen oder die Stimme einer bestimmten Person durch Künstliche Intelligenz so gut emuliert wird, dass es kaum mehr vom Original zu unterscheiden ist. Derartige Deepfakes existieren bereits, bislang erscheinen sie aber, so auch die UBS-Analystinnen, eher harmlos, wie z. B. ein Soundclip auf der Social-Media-Plattform TikTok, in dem vermeintlich die Sängerin Taylor Swift die Outfits ihrer Fans anpreist.

Für Willder, Kalb und Hudson jedoch birgt diese Technologie klare Gefahren und könnte auch Einfluss auf den Kapitalmarkt ausüben. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn ein „CEO“ falsche Informationen über „sein“ Unternehmen verkündet, oder aber, wenn ein bekannter Investor in einem Deepfake-Video seine Aktienkäufe veröffentlicht und dessen Anhänger seiner Investition folgen.

Die ganz großen Effekte von KI-generierten Inhalten können derzeit nur schwer vorhergesagt werden. Schaden kann es aber wohl nicht, mediale Produkte, die in großem Maße im Internet verbreitet werden, nicht gleich für bare Münze zu nehmen, sondern mit Vorsicht zu genießen – so, wie man es in der großen Welt des World Wide Webs eigentlich schon immer tun musste. (mki)

Bild: © Imagecreator – stock.adobe.com

 

Mikrofinanzfonds mit starker Leistung im Krisenjahr 2022

In den vergangenen Jahren konnten Mikrofinanzfonds keine hohen Renditen erzielen. Doch 2022 waren die Produkte stärker unterwegs, wie eine aktuelle Studie von Scope Fund Analysis zeigt. Ihre Stärken liegen demnach in ihrer Schwankungsarmut.

Scope Fund Analysis hat in einer neuen Studie den Renditeerfolg von Mikrofinanzfonds im Krisenjahr 2022 untersucht. Mikrofinanzierung verfolgt den Zweck, einkommensschwachen Menschen Zugang zu verlässlichen Darlehens- und Sparmöglichkeiten zu gewähren. Eine Schlüsselrolle, so Scope, spielen dabei sogenannte Mikrofinanzinstitute, häufig lokale Banken in Schwellen- und Entwicklungsländern, die Kleinstkredite an Menschen vergeben, die keinen Zugang zum klassischen Finanzsektor haben.

Mikrofinanzfonds – Daten und Fakten

Derzeit existieren weltweit rund 130 Fonds als offene und geschlossene Vehikel, mit denen Anleger am Mikrofinanzmarkt teilnehmen können. Die Nachfrage nach derartigen Produkten steige laut Scope, das Angebot sei aber noch überschaubar. Per Ende April 2023 waren für deutsche Anleger zwölf Fonds mit einem verwalteten Vermögen von rund 6 Mrd. Euro zugelassen. Der mit Abstand größte Fonds ist der BlueOrchard Microfinance mit einem Volumen von rund 2,3 Mrd. Euro.

Im Regelfall investieren Mikrofinanzfonds in unverbriefte Darlehen, die an ausgewählte Mikrofinanzinstitute in Schwellen- und Entwicklungsländern vergeben werden. Daher sind neun der in Deutschland erhältlichen Produkte als Rentenfonds ausgestaltet. Bei drei Produkten handelt es sich um gemischte Fonds, die neben Schuldtiteln auch Beteiligungen an Mikrofinanzinstituten erwerben, um höhere Renditen zu erzielen.

Diese Renditen gab es bei Mikrofinanzfonds

Die durchschnittliche Nettorendite der Mikrofinanzfonds, in Euro gerechnet, lag 2022 bei 3,04%. Auf Dreijahressicht legten sie im Durchschnitt um 1,71% p. a. zu, auf Fünfjahressicht um 2,4% p. a. Einigen Anlegern mögen diese mittel- und langfristigen Zuwächse als wenig attraktiv erscheinen, meldet Scope. Doch es sei bemerkenswert, dass die Renditen stetig, d. h. relativ unabhängig vom Marktumfeld erzielt würden. Viele Mikrofinanzfonds hätten seit ihrer Auflegung in jedem Jahr ihren Wert gesteigert. Der älteste Mikrofinanzfonds im deutschsprachigen Raum, der Dual Return Fund – Vision Microfinance, rutschte in den vergangenen 16 Jahren nur in einem Jahr minimal in die Verlustzone, nämlich 2017 mit –0,07%.

Im vergangenen Jahr konnten sich die Fonds trotz des schwierigen Umfelds mit einer durchschnittlichen Wertentwicklung von 3,04% sehr gut behaupten. Elf von zwölf Mikrofinanzfonds erzielten Scope zufolge 2022 Kurszuwächse, während Aktien- und Rentenfonds teilweise zweistellige Verluste erlitten. Dies zeige anschaulich, dass sich Mikrofinanzfonds gut von der Entwicklung der globalen Aktien- und Anleihemärkte abkoppeln und sich stabilisierend auf ein Portfolio auswirken können.

Ihre durchschnittliche Volatilität betrage über drei Jahre 1,82% und über fünf Jahre 1,67%. Sie falle damit signifikant niedriger aus als die von anderen Rentensegmenten. Entsprechend sei das Rendite-Risiko-Verhältnis von Mikrofinanzfonds mittel- und längerfristig im Durchschnitt wesentlich besser als das der anderen Rentensegmente, wie die Sharpe Ratios zeigen. (mki)

Weitere Infos zur Studie finden sich hier.

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Die Generation Z in Aktienlaune

Im Familienumfeld mögen sich so manche gewundert haben: Der Nachwuchs interessierte sich plötzlich für Geldanlagen. Weil es mit Trading-Apps auf einmal so einfach war, das Interesse der Generation Z war geweckt. Und es spiegelt sich auch im Aktienbesitz wider.

Trading-Apps haben etwas bewirkt, was Eltern, Schulen und Finanzberater bisher nur schwerlich gelang: Sie haben das Interesse der Generation Z für Geldanlagen geweckt, ein Interesse, das während der Corona-Pandemie noch verstärkt wurde. Damit verbunden sahen aber auch nicht wenige die Gefahr, dass sich die jungen Menschen dabei verzocken. Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) wollte nun wissen, ob die Jungen mit Geld „spielen“ oder ob substanzielle Trends erkennbar sind. 

Und dies weiß das DIVA zu berichten:

Ein nach Altersklassen differenzierter Blick auf den aktuellen Geldanlage-Index (DIVAX-GA) gibt Aufschlüsse: Mit 47,9 Indexpunkten ist die Haltung der 18– bis 29-Jährigen zu aktienbasierten Geldanlagen signifikant positiver als die der 50– bis 64-Jährigen (19,4 Punkte). Dasselbe gilt auch für den tatsächlichen Besitz von Aktien: Auch der Anteil der Besitzer aktienbasierter Anlagen liegt in der jungen Generation mit 45,1% knapp zehn Punkte vor dem ihrer Elterngeneration (35,3%) – wenngleich nach der Anzahl der Depots und sicher nicht nach ihrer Höhe. 

Aktienkultur in Deutschland nimmt Fahrt auf

Michael Heuser, den Wissenschaftlichen Direktor des DIVA, erklärt: „Jüngere Anleger haben einen ganz anderen Zeithorizont als die Älteren, können deshalb höhere Risiken eingehen und Rücksetzer an der Börse einfach aussitzen. Sie haben ihr Berufsleben vor sich und oft noch keine Kinder, die nun mal Geld kosten. Aber das war auch bei deren Eltern so. Es muss also weitere Gründe geben. Wir beobachten, dass auch Trading-Apps eine gewichtige Rolle für den Wandel spielen. Keiner muss mehr in der Sparkassenfiliale ein Depot eröffnen. Die Apps beseitigen Barrieren, sparen Zeit und machen „Börse“ einfach und kostengünstig. Beschleunigt wird das Ganze noch durch die sozialen Netzwerke, in denen Influencer Tipps und – wenn auch oftmals nur vermeintlich richtige – Börsenweisheiten verbreiten."

Allerdings muss sich auch noch zeigen, wie sich die Anlagefreude des Nachwuchses entwickelt. Das vergangene Jahr war ein schwieriges, aktuell geht es turbulent an den Finanzmärkten zu. Zudem stellt sich die Frage, welche Wirkung die EU-Kleinanlegerstrategie, die vermutlich Restriktionen für sogenannte „execution-only“ Geschäfte enthalten wird, für die neuen Angebote haben wird.

Denn sie wissen, was sie tun?

Außerdem stellt sich die Frage, ob die Jungen, wenn sie in Sekundenschnelle Einzelwerte oder Bitcoins kaufen und verkaufen, immer wissen, was sie tun. „Ganz sicher nicht“, meint dazu Dr. Helge Lach, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Vermögensberater (BDV), eines der Trägerverbände des DIVA. „Wir sehen diesen Trend dennoch sehr positiv. Die jungen Menschen haben noch keine größeren finanziellen Verpflichtungen und nutzen deshalb ihre Freiheit, um Dinge auszuprobieren. Wie immer wird es dabei Gewinner und Verlierer geben. So lernen die Jungen, was es mit Chancen und Risiken von Geldanlagen auf sich hat. Und spätestens wenn sich der eine oder andere damit eine „blutige Nase“ in Form größerer Verluste holt, wächst die Einsicht, dass man sich mit der Materie beschäftigen sollte“, so Lach. Dies untermauere die Befragung: 79,3% der 18 bis 29-Jährigen schätzen persönliche Beratung.

Mehr zum Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA) gibt es hier. (bh)

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Momentum-Strategie: regelbasiert in unsicheren Zeiten investiert

War die Lage am Kapitalmarkt zu Anfang des Jahres noch bravourös, so wurde die Finanzwelt bei allem Optimismus gehörig durchgeschüttelt. In derart schwierigen, ja teilweise unberechenbaren Zeiten ist eine gute Anlagestrategie Gold wert, um sich durch einen empfindlichen Kapitalmarkt zu manövrieren.

<h5>Ein Artikel von Leo Willert, Gründer und Head of Trading bei ARTS Asset Management</h5><p>Die Bilanz für das erste Quartal des neuen Börsenjahres sieht bis dato durchwachsen aus. Nach einem fulminanten Start mit einer aufgehellten Perspektive auf die diesjährige Wirtschaftsentwicklung hat sich durch die Pleite der Silicon Valley Bank in den USA die Marktlage wieder kurzfristig gedreht. Angesichts der Insolvenz weiterer amerikanischer Regionalbanken sowie der Notübernahme der Schweizer Großbank Credit Suisse durch die UBS wurden böse Erinnerungen an die Finanzkrise von 2008 geweckt. Auch wenn Anleger Ende März angesichts leicht sinkender Inflationsdaten wieder angefangen haben, Vertrauen in die Märkte zu fassen, schwebt über allem noch immer die Sorge vor einem Schwelbrand im Bankensektor. Alarmierende Signale sendet auch der Markt für Kreditausfallversicherungen: So ist die Nachfrage nach Kreditausfallversicherungen von Bankemittenten angesichts der jüngsten Ereignisse im Bankensektor stark angestiegen.</p><p>Angesichts der unsicheren Marktlage stellt sich für Anleger die Frage, wie sie ihr Portfolio vor möglichen Verlusten schützen können. Aber eine simple Buy-and-hold-­Aktienstrategie bietet in einem volatilen Marktumfeld meist keinerlei Absicherung. Hingegen ist eine Anlagestrategie wie eine Momentum-Strategie, die flexibel auf die Marktentwicklung reagieren und im Falle eines Marktcrashs sogar ganz aus Aktien aussteigen kann, hier von Vorteil.</p><h5>The trend is your friend</h5><p>Bei der Momentum-Strategie handelt es sich oftmals um einen quantitativen Investmentansatz, d. h., es wird auf Basis klar definierter mathematischer Regeln investiert. Die Strategie basiert auf dem Momentum-­Effekt, der in den 1960er-Jahren von dem US-amerikanischen Wissenschaftler Robert A. Levy entdeckt und auch als Relative-Stärke-Theorie bezeichnet wurde. Levy stellte fest, dass diejenigen Aktien mit dem höchsten Kursanstieg eine statistisch höhere Wahrscheinlichkeit haben, ihren Wachstumstrend kurz- bis mittelfristig fortzusetzen. Wenn man also gezielt Aktien mit dem höchsten Kurswachstum identifiziert und darin investiert, kann man von deren positivem Trend in einem kurz- bis mittelfristigen Zeitfenster – bis zu zwölf Monate – profitieren. Diese quantitative Regel lässt sich durch Algorithmen abbilden. Mithilfe eines technischen Handelssystems können Anleger dann automatisiert in die Momentum-stärksten Aktien oder Fonds investieren. Schwächt sich ein Trend ab, oder kommt es sogar zu einer Trendumkehr, wird automatisch der Ausstieg aus dem Portfolio vollzogen. </p><p>Grundlage für ein erfolgreiches Investieren gemäß der Momentum-Strategie ist eine umfassende Datenbank mit täglich aktualisierten Kursdaten. Dieser Datenpool wird rund um die Uhr durch einen Computer ausgewertet. Dabei sollte der Datenpool, also das Anlageuniversum, möglichst groß sein und keine Restriktionen hinsichtlich Regionen oder Branchen aufweisen. Dadurch wird ausreichend Diversifizierung gewährleistet. Denn die Momentum-Sieger können durchaus auch Aktien oder Fonds mit Fokus auf exotische Länder oder Nischen-Branchen sein, die Anleger sonst gar nicht auf dem Schirm haben. Auf Basis der Momentum-Strategie ergibt sich somit ein rotierendes Portfolio, das in die temporären Momentum-Sieger investiert. </p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Der unberechenbare Faktor Mensch spielt bei der Anlageentscheidung keine Rolle--><h5>Der unberechenbare Faktor Mensch spielt bei der Anlageentscheidung keine Rolle</h5><p>Ein weiterer Vorteil der systematischen Momentum-Strategie liegt darin, dass der Faktor Mensch vollständig aus dem Prozess der Anlageentscheidung ausgeschlossen wird. Wie der auf psychologischen Erkenntnissen aufbauende wirtschaftswissenschaftliche Zweig der Behavioral Finance erst wieder belegt hat, werden menschliche Entscheidungen nie ganz objektiv getroffen. Neben Emotionen wie Angst oder Gier beschränken sogenannte kognitive Verzerrungen die menschliche Urteilskraft. Ein Beispiel für eine kognitive Verzerrung ist der „Confirmation Bias“: Damit wird die Tendenz beschrieben, diejenigen Informationen selektiv wahrzunehmen und als richtig einzuschätzen, die unsere bestehende Meinung bestätigen. Ein einfaches Beispiel dafür wäre: Wenn jemand daran glaubt, dass die meisten Raser eine bestimmte Automarke fahren, dann wird er genau diese Autos eher wahrnehmen, wenn sie auf der Autobahn an ihm vorbeiflitzen. Bei Anlegern drückt sich dieser Denkfehler dadurch aus, dass sie Informationen, die ihre positive Meinung einer Aktie gegenüber unterstützen, eher wahrnehmen und als richtig einstufen als Informationen, die diese Einschätzung widerlegen. Auch Finanzexperten wie beispielsweise Fondsmanager sind vor diesen Denkfehlern nicht gefeit.</p><h5>Vermeidung von Verlusten hat höchste Priorität</h5><p>Natürlich hat jede Anlagestra­tegie auch ihre Nachteile. Bei der Momentum-Strategie müssen Anleger hinnehmen, dass anfängliche Kursgewinne einer Aktie nicht sofort mitgenommen werden können, da das technische Handelssystem erst dann einsteigt, wenn sich ein Trend ausgebildet hat. Oberste Priorität hat beispielsweise bei der Momentum-Strategie von ARTS Asset Management das Vermeiden von Verlusten durch eine marktangepasste Aktienquotensteuerung. Verschlechtert sich die Marktlage, kann die Aktienquote heruntergefahren und im Worst Case sogar auf 0% reduziert werden. Dann weicht das technische Handelssystem in sicherere Anlageklassen wie Rentenpapiere oder Geldmarktfonds aus. Neben dieser flexiblen Aktienquote können zusätzlich Stop-Loss-Limits sicherstellen, dass automatisiert aus einer Aktie oder einem Aktienfonds ausgestiegen wird, wenn sie einen bestimmten Kurs unterschreiten.</p><p>Ein Beispiel für eine aktiv gemanagte Momentum-Strategie ist der Fonds „C-Quadrat ARTS Total Return Global AMI“ von ARTS Asset Management. Der Dachfonds wies zum 31.03.2023 eine Aktienquote von rund 69% auf. Momentum-stärkster Fonds im Portfolio war in den vergangenen sechs Monaten ein Fonds mit Fokus auf Rohstoffe weltweit. Im vergangenen schwierigen Jahr 2022 konnte der Fonds die hohen Verluste an den Weltmärkten abfedern. Somit konnten die Anleger weitgehend stabil durch ein turbulentes Marktumfeld navigieren.</p><p>Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 05/2023, S. 58 f., und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/de/profiles/53e4066999da-asscompact/editio…; target="_blank" >ePaper</a>.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © picdog – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/41C3B278-BCFF-4B8A-A3A1-AE548840B2BD"></div>

 
Ein Artikel von
Leo Willert

Viel Bewegung bei aktuellem Scope Fondsrating

Die Scope-Analysten haben im Mai die Ratings von rund 6.700 Fonds überprüft. Da es zuletzt wieder volatil an den Märkten zuging, gab es einiges an Bewegung. Unter anderem bekam etwa der Nordea Stable Return sein A-Rating zurück.

Im Mai-Update des Scope Fondsratings verbesserte sich bei der Überprüfung von 6.700 Fonds das Urteil bei 265 Produkten, bei 289 verschlechterte es sich.

Die Analysten heben hervor, dass der Nordea Stable Return, der zum jetzigen Stand ein Volumen von 5.912 Mio. Euro umfasst, sein A-Rating zurückerhält. Nach drei Jahren gehört der Absolute-Return-Fonds nun wieder zur Spitzengruppe des Ratings. Dass der Fonds auf Anleihen, auf Währungen und auf Aktien, die durch hohe Stabilität überzeugen, gesetzt habe, und sich auch beim Fondsmanagement Kontinuität zeige, zahle sich nun aus, so Scope. Im Vergleich zur Peergroup „Absolute Return Multi Strategy Moderate Risk“ konnte der Fonds über alle Betrachtungszeiträume überzeugen, beispielsweise liegt er über fünf Jahre mit 1,7% p. a. vor der Konkurrenz mit durchschnittlich –0,4%.

Von einem B-Rating auf ein A-Rating schaffte es auch der DWS Invest ESG Equity Income in der Vergleichsgruppe „Aktien Welt Dividende“. Das Volumen des Fonds betrug zum Veröffentlichungszeitraum 3.035 Mio. Euro.

Zum ausführlichen Bericht zum Scope Fondsrating Update Mai geht es hier.

Die Entwicklung der Vergleichsgruppen

Das Scope Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko.

Scope hat sich entsprechend auch die Entwicklung der Vergleichsgruppen angesehen. So gelang es nur 23 der 50 größten Fonds-Peergroups, Verluste zu vermeiden. Doch europäische Aktien holen auf. Erneut die Nase vorn hatten europäische Aktien-Peergroups wie Aktien Nachhaltigkeit/Ethik Europa mit 1,7%, Aktien Europa mit 1,6% und Aktien Euroland mit 1,1%. Am besten schnitt der Sektor Gesundheitswesen ab, ist im Scope-Bericht zu lesen. Die global orientierte Fonds-Peergroup erzielte 1,9% auf Monatsbasis. Ebenfalls gut entwickelten sich globale Immobilienaktien mit 1,0%, doch auf Jahressicht zählt der Sektor mit –20,1% zu den größten Verlierern.

Auf den hinteren Plätzen rangierten Aktien China mit –6,1%, gefolgt von Aktien Asien ex Japan mit –4,1%. Globale Technologiefonds verloren 4% auf Monatsbasis, berichten die Analysten. (bh)

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Der DAX und der TAG X

Am Ende der vergangenen Woche erlebte der DAX einen Rekordwert von über 16.330 Punkten. Da erschien eine baldige Einigung im US-Schuldenstreit noch möglich. Nach vergeblichen Verhandlungen Anfang dieser Woche wird die DAX-Entwicklung vom sogenannten Tag X überschattet.

Seit Anfang des Jahres kratzt die USA an der gesetzlich festgelegten Schuldenobergrenze, die bei 31,4 Bio. Dollar liegt. Zu einem Zahlungsausfall kam es bisher noch nicht. Doch US-Finanzministerin Janet Yellen warnt vor einem Zahlungsausfall schon am 01.06.2023. Dies könnte dann also der Tag X sein, an dem die USA zahlungsunfähig sein könnte. Ein Spitzengespräch zwischen Präsident Joe Biden mit den Republikanern Anfang der Woche hat keinen Durchbruch gebracht. Biden will eine höhere Schuldengrenze, die Republikaner wollen Einsparungen bei den staatlichen Ausgaben, die Demokraten höhere Steuern für Spitzenverdiener.

Am Freitag vergangener Woche hatte man noch an eine Einigung geglaubt, was unter anderem auch den DAX auf einen Rekordwert getrieben hat. Nun herrscht wieder Unsicherheit an den Märkten und die Volatilität ist zurück.

Realere Gefahren als der Schuldenstreit

Allerdings gehen nicht wenige Kapitalmarktexperten davon aus, dass ein Zahlungsausfall unwahrscheinlich ist, so etwa auch George Brown, Ökonom bei Schroders Investments. Ausschließen will er es aber auch nicht. Dabei ist der Schuldenstreit nicht das einzige Problem.

Dr. Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland bei BlackRock, sieht weit entscheidendere Fragen, etwa ob erstens die US-Wirtschaft sich bis auf Rezessionsniveau abschwächt und zweitens, wie zäh die Inflationsentwicklung bleibt. Er meint: „Sollten die Konjunkturdaten auf weiteres, wenn auch schwächeres Wachstum hindeuten, die Inflation aber wie erwartet viel zu hoch bleiben, dürfte sich die Befürchtung einer weiteren Zinserhöhung am 14. Juni verfestigen. In Kombination mit dem Schuldenstreit und der Angst vor einer Zahlungsunfähigkeit spricht das für eher turbulente nächste Wochen.“

Es gilt, den Blick auf weitaus realere Gefahren als einen unwahrscheinlichen Zahlungsausfall zu richten, sagt auch Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest GmbH. So drohe gerade in den USA vonseiten des Arbeitsmarktes Gefahr. Nachdem der Housing Sektor bereits klar kontraktiv war und das produzierende Gewerbe seit Monaten schwächele, bestehe nun seit kurzer Zeit auch die reelle Gefahr, dass sich die wirtschaftliche Abschwächung in den Arbeitsmarkt übertrage. „Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind zuletzt mehrere Wochen in Folge höher aufgelaufen, als das eigentlich in einer intakten Konjunktur zu erwarten wäre“, sagt Bente. „Als ein wichtiger Vorlauf-Indikator für die Arbeitsmarktentwicklung entsteht hier gerade im Schatten der Schuldengrenzendebatte eine potenziell sehr problematische Situation.“

Das bedeutet, auch wenn der Tag X ausfällt, warten auf die USA und damit auch auf die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte weitere Herausforderungen. Der DAX, der zuletzt auch von Dividentenberechnungen profitierte, dürfte davon nicht unberührt bleiben. Am Dienstag wurde er zumindest erstmal ausgebremst. (bh)

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BlackRock: Immer mehr junge Menschen investieren in ETFs

Eine neue vom Vermögensverwalter BlackRock in Auftrag gegebene Studie hat den ETF-Markt in Europa untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass ETF-Anleger immer jünger werden. Außerdem soll der Markt im europäischen Raum weiter stark wachsen.

Das britische Markt- und Meinungsforschungsinstitut hat im Auftrag von BlackRock eine Untersuchung zum ETF-Markt in Europa durchgeführt. Analysiert wurden das Alter, die Anlageerfahrung und die Heimat potenzieller ETF-Anleger in 14 europäischen Ländern. Es sollte herausgearbeitet werden, wer heute in Europa in ETFs investiert und dies vermutlich in Zukunft tun wird.

Die Befragten wurden gebeten, anzugeben, in welche Anlageinstrumente sie heute investieren und welche sie in den nächsten zwölf Monaten zu nutzen gedenken. Laut einer Mitteilung zu der Studie sei klar zu erkennen: Die ETF-Märkte in Europa wachsen rasant und immer mehr Menschen beginnen mit ETFs, wenn sie anfangen, zu investieren. Auch werden ETF-Anleger immer jünger.

Deutscher ETF-Markt wird weiter wachsen

Deutschland ist bereits heute der größte ETF-Markt mit den meisten ETF-Anlegern Europa, so BlackRock. Dazu geführt habe die Entwicklung digitaler Vertriebsplattformen und die zunehmende Beliebtheit von ETF-Sparplänen. Es gebe jedoch noch Wachstumspotential. Etwas mehr als zwei Millionen Deutsche, die derzeit nicht in ETFs investieren, hätten angegeben, dass sie in den nächsten zwölf Monaten mit hoher Wahrscheinlichkeit in einen ETF investieren würden. Dies entspreche einem potenziellen relativen Wachstum des deutschen ETF-Marktes von 22%.

Das größte Wachstumspotenzial gebe es derweil in Ländern mit einer geringen ETF-Marktdurchdringung. In Spanien und Portugal sei es der YouGov-Studie zufolge sehr wahrscheinlich, dass etwas mehr als eine Million Menschen in den nächsten zwölf Monaten mithilfe eines ETFs investieren würden. Dies entspreche einem relativen Wachstum von 64% auf dem gesamten spanischen und portugiesischen ETF-Markt. Frankreich, Belgien und die Niederlande weisen zusammen mit 42% eine hohe Wachstumsrate auf. Für das Vereinigte Königreich rechnet YouGov mit einem Wachstum von 56%. Diese Zahl basiere jedoch auf der Grundlage einer niedrigen Basisgröße, weshalb sie mit Vorsicht zu behandeln sei. In Italien rechnet die Studie mit voraussichtlich über 800.000 neuen ETF-Anlegern. Dies entspreche einem Wachstum des italienischen ETF-Anlagemarktes von 39%.

Zugänglichkeit von ETFs

Die Studie zeige, so BlackRock, dass die Zugänglichkeit von ETFs für Erstanleger als besonders attraktiv gelte. Im europäischen Durchschnitt würden von den zukünftigen ETF-Anlegern 41% noch nie zuvor investiert haben. Von den zwei Millionen künftigen deutschen ETF-Anlegern seien 43% nicht investiert und hätten angegeben, dass sie „sehr wahrscheinlich“ mit ETFs anlegen würden.

ETF-Anleger werden jünger

Wesentliche Erkenntnisse der Studie sind vor allem die über das Alter der ETF-Anleger. Denn die Generation Z und die Millennials würden sich zu einer treibenden Kraft für das Wachstum des europäischen ETF-Marktes entwickeln, während ETFs derzeit hauptsächlich von der Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen gehalten würden. 63% der derzeitigen ETF-Anleger seien laut YouGov im Alter von 35+. BlackRock glaubt jedoch, so schreibt der Vermögensverwalter in seiner Pressemitteilung, dass die jüngere Altersgruppe, die jetzt in ETFs investiert, sich mit der bestimmten Entscheidungsfindung und den Online-Anlageplattformen wohler fühle. In Europa belaufe sich der digitale Markt inzwischen auf fast 2 Bio. US-Dollar.

In ganz Europa würden von den zukünftigen ETF-Anlegern 54% zwischen 18 und 34 Jahren alt sein – und nur 32% der neuen Anleger 35 bis 54 Jahre alt. Dies bedeute, dass sich die Besitzverhältnisse umkehren würden, da die über 35-Jährigen nur 46% der ETF-Anleger ausmachen würden. Von den voraussichtlich zwei Millionen neuen ETF-Anlegern in Deutschland werde sich der Anteil der 18- bis 34-Jährigen, die in ETFs investieren, zukünftig um 34% erhöhen. (mki)

Bild: © WrightStudio – stock.adobe.com

 

Die besten Robo-Advisor 2022

Das Beratungshaus FondsConsult hat eine Studie zur Entwicklung der Robo-Advisor und deren Strategien im Jahr 2022 veröffentlicht. Auch diese konnten sich dem schwierigen Marktumfeld im vergangenen Jahr nicht entziehen.

Dem Handelsblatt liegt exklusiv eine Studie von FondsConsult vor, die die Strategien und (Miss-)Erfolge von Robo-Advisorn im Jahr 2022 durchsucht. Darin wurden 21 führende Anbieter digitaler Robo-Advisor-Strategien untersucht und ausgewertet. Das verwaltete Vermögen ist laut der Studie zwar gesunken und es gab im schwierigen Marktumfeld durchgehend Verluste, doch bei den besten Anbietern hatte man noch „Glück im Unglück“.

Die Studienteilnehmer wurden hinsichtlich ihrer risikoadjustierten Performance quantitativ bewertet. Außerdem bietet die Studie eine qualitative Analyse der einzelnen Strategien mit Beurteilung der Gesellschaft, des Portfolio- und Risikomanagements, der Anlegerprofilierung sowie der Kostenstruktur. Das Angebot der Teilnehmer muss mindestens einen Track-Rekord von drei Jahren aufweisen.

Mehrere Wege führen zum Ziel

Laut Handelsblatt schnitten sechs Anbieter mit teilweise sehr unterschiedlichen Strategien in der FondsConsult-Analyse am besten ab. Minveo und Ginmon setzen auf maschinengesteuerte Ansätze, Quirion auf „schlichte“ Strategien mit ETF, Solidvest von DJE auf von Managern gelenkte Portfolios. Visual Vest, der zu Union Investment gehört, und Bevestor, welcher von der Sparkasse angeboten wird, machen sich einen gemischten Ansatz zunutze, so das Handelsblatt. Und: Rund die Hälfte der Robo-Advisor würden für ihre Anlagestrategie auch KI verwenden, insbesondere für die Markt- und Preiskonstellationsanalyse, werden die Studienautoren von FondsConsult zitiert.

Das sind die Top 3

Sieger des Rankings ist Visual Vest mit der Note 1,6. Besonders in der aktienlastigen offensiveren Strategie habe der Robo-Advisor das Kapital längerfristig vermehrt. Die Rendite sei mit gut 18% p. a. überdurchschnittlich. Außerdem habe Visual Vest besser als andere vor Verlusten geschützt. Mit 7% habe er einen der geringsten Verluste im Vergleich mit der Konkurrenz verbucht.

Auf Platz 2 liegt Quirion mit 1,64. Der zur Quirinbank gehörende Robo fahre, so das Handelsblatt eine statische, passive Strategie, was sich in den stark schwankenden Märkten ausgezahlt habe, sagt Katharina Ehrhardt von FondsConsult. Quirion ist auch der Robo-Advisor mit dem meisten verwalteten Vermögen (1,28 Mrd. Euro).

Den Bronzeplatz sichert sich Solidvest von DJE mit einer Note von 1,71. Mit einem Minus von 4% im Jahr 2022 habe die defensive Strategie mit Abstand am wenigsten Geld verloren. Solidvest erzielte mit dieser Strategie außerdem mit gut 8% p. a. in den letzten drei Jahren mit die meiste Rendite. Auch die ausgewogene Strategie gehörte mit einem Plus von knapp 12% p. a. zu den erfolgreichsten. Bei Solidvest werden die Portfolios aktiv gemanagt, nach der Strategie von Jens Ehrhardt. Die Strategie beinhalte, so das Handelsblatt, einen Mix aus makroökonomischer Analyse und Einzeltitelauswahl bei Aktien.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Auf der anderen Seite gab es bei einigen Robo-Advisorn auch Performance-Schwächen, so z. B. bei Estably aus Liechtenstein. Dort hätten „alle Strategien nicht funktioniert“, wie Analystin Ehrhardt zitiert wird. Der Fidelity Wealth Expert und der Warburg Navigator schnitten ebenfalls nicht gut ab. Die aktiven Strategien von Fidelity hätten erneut nicht funktioniert. U. a. hätte der gegenüber dem US-Dollar schwache Euro einen negativen Einfluss auf die Erträge gehabt.

Bei Warburg wurden laut Analystin Ehrhardt Fehler in der Allokation und der Titelauswahl gemacht.

Weitere Informationen zur Studie finden sich hier. (mki)

Lesen Sie auch: Fondspolicen: Das sind die besten gemanagten Fonds

Bild: © NiK0Stude0 – stock.adobe.com

 

Aktienrückkäufe mit Rekordwert von über 1 Bio. US-Dollar

Die Investmentgesellschaft Janus Henderson Investors berichtet in einer neuen Studie über den aktuellen Rekordwert der weltweiten Aktienrückkäufe. Dieser liegt deutlich über 1 Bio. US-Dollar und erreicht somit fast das Niveau der Dividendenzahlungen aus 2022.

Laut der Sonderbeilage des Janus Henderson Global Dividend Index haben die weltweiten Aktienrückkäufe einen neuen Rekordwert erreicht, wie das Unternehmen in einer Mitteilung meldet. Der Studie zufolge sei der Wert fast so hoch wie die Dividendenausschüttungen im Jahr 2022.

Die im ersten Quartal 2023 veröffentlichten Unternehmensergebnisse zeigten den gesamten Umfang der Aktienrückkäufe, die im Jahr 2022 weltweit getätigt wurden. Die 1.200 Top-Unternehmen der Welt kauften eine Rekordsumme von 1,31 Bio. US-Dollar ihrer Aktien zurück. Dieselben Unternehmen hatten im Laufe des Jahres 1,39 Bio. US-Dollar an Dividenden ausgezahlt. Darüber hinaus lag die Gesamtsumme um 22% höher als im Jahr 2021, in dem der bisherige Rekord aufgestellt worden war.

Ölsektor trug am meisten zum Wachstum bei

Der bei Weitem größte Wachstumsfaktor war im Jahr 2022 der Ölsektor. Hier kauften die Unternehmen eigene Aktien im Wert von 135 Mrd. US-Dollar zurück – mehr als viermal so viel wie 2021. Fast die gesamte Liquidität des Ölsektors wurde von Unternehmen in Nordamerika, Großbritannien und in geringerem Umfang in Europa ausgegeben. Der rasante Anstieg der Rückkäufe sei kein Einjahresphänomen, so Janus Henderson. Der Wert der Rückkäufe habe sich seit 2012 fast verdreifacht (+182%). Damit übertreffe er bei Weitem den 54%igen Anstieg der Dividenden im gleichen Zeitraum.

Die Folge dieses rasanten Wachstums sei ein deutlich zunehmender Stellenwert von Aktienrückkäufen. 2012 machten sie weltweit nur 52% der Dividenden aus, wobei die Spanne von 3% in den Schwellenländern bis 102% in Nordamerika reichte. 2022 waren es weltweit bereits 94%, wobei die Spanne von 18% in den Schwellenländern bis zu 158% in Nordamerika reichte.

Nur wenige Unternehmen sorgen für weltweites Gesamtvolumen

Die sektoralen Unterschiede seien Janus Henderson zufolge noch ausgeprägter. Im Mediensektor bspw. sorgen u. a. Facebook-Eigentümer Meta und Google-Eigentümer Alphabet für einen großen Teil des Gesamtvolumens der Aktienrückkäufe, da beide zwar keine Dividenden auszahlen, aber große Käufer ihrer eigenen Aktien seien. Der Gesamtwert der Aktienrückkäufe des Sektors sei 2022 achtmal höher gewesen als die gezahlten Dividenden. Im Gegensatz dazu waren im Sektor der dividendenstarken Versorger die Dividenden achtmal höher als die Rückkäufe. Addiert man Rückkäufe und Dividenden zusammen, die sogenannte Gesamtrendite für die Aktionäre, verringern sich die Unterschiede erheblich.

Die Beiträge konzentrieren sich sehr stark auf einige wenige Unternehmen. Apple gehört zu den weltweit größten Käufern eigener Aktien, die für das Geschäftsjahr 2022 einen Umfang von erstaunlichen 89 Mrd. US-Dollar erreichten, was fast 7% des weltweiten Gesamtvolumens entspricht. Die zehn größten Käufer entsprechen fast einem Viertel des weltweiten Gesamtvolumens – und nur einer von ihnen, die britische Shell, stammt nicht aus den USA. Nestlé war im vergangenen Jahr einer der größten Käufer eigener Aktien in Europa.

Wie geht es weiter?

Ben Lofthouse, Head of Global Equity Income bei Janus Henderson, sieht in den Rückkäufen eine Bereitschaft der Unternehmen, die Aktionäre zu belohnen, ohne ungewollte Erwartungen an die Dividende zu wecken. Die Frage sei jedoch, wie sich die nun deutlich höheren globalen Kapitalkosten auf die Aktienrückkäufe auswirken werden: „In Zeiten, in denen Unternehmen praktisch zum Nulltarif Zugang zu Finanzmitteln hatten, gab es einen großen Anreiz, Schulden zu machen und Aktien zurückzukaufen, da dies einen immensen Mehrwert darstellte.“ Für Unternehmen, die Kredite zur Finanzierung von Aktienrückkäufen aufgenommen haben, würden die Überlegungen dahingehend künftig sehr viel ausgewogener sein – nicht wie bei Firmen, die sehr große Summen an Barmitteln generieren wie Alphabet oder Apple, so Lofthouse. (mki)

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