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Gerd Kommer bringt eigenen ETF auf den Markt

Der Investmentbanker und Bestsellerautor Gerd Kommer geht mit seinem eigenen ETF an den Start. Seit dem 21.06.2023 ist er auf dem Markt. Es handelt sich um einen Aktien-ETF mit „All-Cap-All-Market“-Strategie.

Vor einigen Jahren hat Bestsellerautor Dr. Gerd Kommer bereits seinen eigenen Robo-Advisor gestartet, nun bringt er auch einen eigenen ETF auf den Markt. Der „L&G Gerd Kommer Multifactor Equity UCITS ETF“, kurz „Gerd-Kommer-ETF“ genannt, ist seit dem 21.06.2023 auf Xetra, dem Handelsplatz der Deutsche Börse AG, gelistet und laut der Website von Gerd Kommer bei „allen gängigen Banken und Brokern in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ verfügbar.

All-Cap-All-Market ETF von Gerd Kommer

Der Gerd-Kommer-ETF ist als reiner, physischer Aktien-ETF angesetzt und wird vom ETF-Anbieter Legal & General Investment Management (LGIM) verwaltet. LGIM ist ein Teil des britischen Legal & General-Konzerns (L&G), einer der größten Versicherungsgesellschaften in Europa, so die Mitteilung auf der Gerd-Kommer-Website. Zugrunde liegt dem ETF der Index „Solactive Gerd Kommer Multifactor Equity Index NTR“, der zum „Solactive GBS Global Markets Investable Universe USD Index NTR“ gehört.

Der Referenzindex des Gerd-Kommer-ETFs wurde in den Jahren 2022 und 2023 von Kommer und seinem Team in Zusammenarbeit mit der Solactive AG und LGIM entwickelt. Er bildet den globalen Aktienmarkt ab, die „Welt-AG“. So beinhaltet der ETF Industrieländer- und Schwellenländeraktien und Large, Mid und Small Caps aus knapp 50 Ländern. Die Gewichtung eines einzelnen Landes wird zu 50% von seiner Marktkapitalisierung und zu 50% vom Anteil des Landes am globalen Bruttoinlandsprodukt, also der globalen Wirtschaftsleistung, bestimmt. So soll bspw. das Klumpenrisiko der USA abgemildert werden. Außerdem gibt es eine ausschüttende und eine thesaurierende Anteilsklasse.

Factor Investing

Der Gerd-Kommer-ETF beinhaltet als „Multifactor-ETF“ mehrere Faktorprämien, also von der Wissenschaft identifizierte Merkmale von Aktien, die einen systematischen, statistischen Zusammenhang mit Rendite und Risiko haben und deren Übergewichtung in einem Aktienportfolio auf lange Sicht eine Mehrrendite gegenüber einem marktneutralen Portfolio erzeugen sollen. U. a. werden im Gerd-Kommer-ETF als Basis die Faktoren Size, Value und Quality abgebildet. Hinzu kommen Investment, Momentum und Quality Risk.

Nachhaltigkeit und Optimized Sampling

Auch beinhaltet der Solactive-Index einen ESG-Filter mit Fokus auf Verringerung von CO2-Emissionen. Die obersten 3% der Unternehmen in elf „Superbranchen“ mit den höchsten CO2-Emissionen werden ausgeschlossen. Auch werden Unternehmen ausgeschlossen, die gegen das Regelwerk der Vereinten Nationen verstoßen, die „Severe ESG Controversies“ aufweisen oder kontroverse Waffen produzieren. Kohlehersteller werden ebenfalls herausgefiltert.

Ferner geht der Gerd-Kommer-ETF nach dem „Optimized-Sampling-Verfahren“ vor, bei dem aus den rund 5.000 Einzelaktien über eine optimierte Stichprobe anfänglich über 2.000 Einzeltitel ausgewählt werden (diese Zahl kann mit steigendem Volumen ebenfalls mit der Zeit ansteigen). Das maximale Gewicht einer einzelnen Aktie im Index wird in der Regel auf einen Höchstwert von 1% begrenzt.

Die TER des Gerd-Kommer-ETFs liegt bei 0,5% p. a. Einen Mindestanlagebetrag gibt es nicht. Auch wird der ETF bei mehreren Anbietern sparplanfähig sein. (mki)

Bild: © NicoElNino – stock.adobe.com

 

Schroders führt Anteilsklassen mit Kohlenstoffkompensation ein

Der britische Vermögensverwalter Schroders kündigt die Einführung von Anteilsklassen mit Kohlenstoffkompensation an. Diese soll den Kunden die Möglichkeit bieten, die mit ihren Fondsbeteiligungen verbundenen Kohlenstoffemissionen zu kompensieren.

<p>Schroders erweitert seinen Schroder International Selection Fund Global Climate Leaders um mehrere Anteilsklassen mit Kohlenstoffkompensation. Der Fonds konzentriert sich auf Investitionen in Unternehmen, die eine Vorreiterrolle in Sachen Klimawandel einnehmen, und wird von Simon Webber und Isabella Hervey-Bathurst verwaltet.</p><p>Über jene Anteilsklassen mit Kohlenstoffkompensation soll den Kunden die Möglichkeit gegeben werden, die Kohlenstoffemissionen, die die Fondsbeteiligungen mit sich bringen, zu kompensieren.</p><h5>Transparenz für Anleger</h5><p>Schroders ist bestrebt, so heißt es in der Unternehmensmitteilung, sicherzustellen, dass die erworbenen Kompensationen den Scope-1– und Scope-2-Emissionen der Portfoliounternehmen entsprechen, die der Anteilsklasse zuzuordnen sind. Wenn die Anteilsklasse beispielsweise 1% eines Unternehmens hält, berechnet Schroders ein Hundertstel der Scope-1– und 2-Emissionen dieses Unternehmens. Scope-1-Emissionen sind dabei direkte Emissionen aus Quellen, die dem Unternehmen gehören oder von ihm kontrolliert werden, während Scope-2-Emissionen indirekte Emissionen aus dem Verbrauch von eingekauftem Strom, Wärme oder Dampf sind. Die Summe aller äquivalenten Engagements in Bezug auf Kohlenstoffemissionen ergibt eine Schätzung der gesamten Kohlenstoffemissionen, die der Anteilsklasse zuzurechnen sind.</p><p>Alle Kompensationen sind mit hochwertigen Kompensationsprojekten verknüpft, zu denen Investoren detaillierte Angaben auf der Website von Schroders einsehen können, bekräftigt der Vermögensverwalter. Den Anlegern werde so volle Transparenz über die Kompensationskosten angeboten.</p><p>„Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, muss die Emissionsreduzierung weltweit massiv beschleunigt werden. Dieser Fonds zielt darauf ab, in jene Unternehmen zu investieren, die bei der notwendigen Emissionsreduzierung an vorderster Front stehen. Es war daher eine naheliegende Konsequenz für uns, diesen Fokus durch diese zukunftsweisenden Anteilsklassen direkt auf unsere Investor:innen in der Strategie auszuweiten“, erläutert Portfoliomanager Simon Webber die Einführung der neuen Anteilsklassen. (mki)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Andrii Yalanskyi – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/C7FAFD39-D9AF-495E-A1A3-9FFEA2809473"></div>

 

AllianzGI legt breit diversifizierten SDG-Aktienfonds auf

Allianz Global Investors bringt einen neuen nachhaltigen Aktienfonds auf den Markt. Der Allianz SDG Global Equity Fonds investiert breit diversifiziert in globale Aktien mit dem Fokus auf Unternehmen, die eines oder mehrere der UN-Nachhaltigkeitsziele unterstützen.

<p>Allianz Global Investors (AllianzGI) hat den Allianz SDG Global Equity Fonds an den Start gebracht und ergänzt damit sein Angebot an nachhaltigen Produkten um einen weiteren Aktienfonds. Der SDG Global Equity verfolgt laut einer Unternehmensmitteilung eine breit diversifizerte Anlagestrategie in globale Aktien (etwa 150 bis 250 Titel), wobei der Schwerpunkt auf Unternehmen liegt, die eines oder mehrere der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) der Vereinten Nationen unterstützen.</p><p>Die SDGs wurden 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen aufgestellt und von allen 193 Mitgliedsstaaten angenommen. Sie umfassen 17 globale Ziele, mit denen die dringendsten sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen der Welt angegangen werden sollen.</p><h5>Neuer Nachhaltigkeitsfonds von AllianzGI</h5><p>Der neue Fonds wird gemanagt von Patrick Voßkamp, Yusong Huang und Jennifer Nerlich, dem Team für nachhaltige Anlagen im Bereich Systematic Equity von AllianzGI. Das Team nutzt die Expertise des Sustainable & Impact Investing Teams des Unternehmens, um ein breit diversifiziertes globales Portfolio von Unternehmen zusammenzustellen, die zur Erreichung der SDGs beitragen. Darüber hinaus werden weitere Nachhaltigkeitsaspekte ebenso wie finanzielle Charakteristika berücksichtigt und ein Risikomanagement implementiert.</p><p>Der Allianz SDG Global Equity Fonds gesellt sich zu den weiteren nachhaltigen Lösungen des Systematic Equity Teams von AllianzGI, darunter auch die 2019 aufgelegte Best-Styles SRI-Fondsfamilie, die Praktiken des nachhaltigen und verantwortungsvollen Investierens in die 1999 aufgelegte Best-Styles-Multifaktorstrategie integriert (mki)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © metamorworks – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/5735EFE0-6BCC-4F9A-A2F7-CD7241A7BABC"></div>

 

EU will ESG-Rating-Unternehmen regulieren

ESG-Kriterien sind für viele entscheidungsrelevante Faktoren bei der Frage, bei welcher Geldanlage man am Ende landen möchte. Doch sehr durchsichtig sind die Bewertungen von ESG oft nicht. Die EU-Kommission hat nun vorgeschlagen, bei ESG-Rating-Unternehmen etwas genauer hinzuschauen.

Nachhaltigkeit ist derzeit auch im Fokus der Europäischen Kommission. So hat diese am Dienstag, 13.06.2023, ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das auf dem EU-Rahmen für ein nachhaltiges Finanzwesen aufbaut und diesen stärken soll.

Ein Thema dieses Maßnahmenpakets sind auch Unternehmen, die ESG-Ratings (Ethics-, Social- und Governance-Ratings) erstellen. Nach Ansicht der EU sind die Methoden und schließlich auch die Ergebnisse dieser nicht transparent genug und bieten daher keine ausreichende Entscheidungsgrundlage für nachhaltige Geldanlage. Mit dem Paket soll es neue Vorschriften für Anbieter von ESG-Ratings geben, die jene Transparenz erhöhen würden, so teilt die EU-Kommission mit.

ESG-Ratings verbessern

Auf dem EU-Markt spielen ESG-Ratings für nachhaltige Finanzierungen eine wichtige Rolle, da sie Anlegern und Finanzinstituten bspw. Aufschluss darüber geben, wie sich Anlagestrategie und Risikomanagement mit Blick auf ESG-Faktoren gestalten. Mit neuen „organisatorischen Grundsätzen und klaren Regeln zur Vermeidung von Interessenkonflikten“ soll für mehr Integrität hinsichtlich der Tätigkeiten von ESG-Ratinganbietern gesorgt werden.

U. a. ist geplant, dass Anbieter von ESG-Ratings, die Anlegern und Unternehmen in der EU Dienstleistungen anbieten, von der ESMA, der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde, zugelassen und beaufsichtigt werden müssten, wodurch auch die Qualität und Verlässlichkeit ihrer Dienstleistungen gewährleistet würden.

Das ist für ESG-Rating-Anbieter geplant

Konkret sollen ESG-Rating-Anbieter dazu angehalten sein, Methodologien für ihre Untersuchungen zu benutzen, die gründlich, objektiv, systematisch sind und einer Validierung unterliegen. Außerdem sollten solche Unternehmen ihre Methodologien regelmäßig, mindestens aber jährlich, einer Neubewertung unterziehen. Weiterhin sollen Anbieter von ESG-Ratings Informationen über ihre Methoden und Modelle mitteilen sowie grundlegende Annahmen offenlegen, die sie bei ihren ESG-Ratings verwenden.

Der Kommissionsvorschlag sieht auch eine Reihe von Maßnahmen vor, die speziell für kleinere ESG-Ratinganbieter gelten, um sicherzustellen, dass die Vorschriften verhältnismäßig sind. Z. B. könne die ESMA kleinere ESG-Ratinganbieter von einer Reihe organisatorischer Anforderungen befreien, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen. Außerdem solle für die ersten Monate nach der Anwendung dieser Verordnung eine Übergangsregelung eingeführt werden, um kleineren ESG-Ratinganbietern die Anfangsphase der Anwendung zu erleichtern. Schließlich sollen die Aufsichtsgebühren in einem angemessenen Verhältnis zum jährlichen Nettoumsatz des betreffenden Unternehmens stehen.

Die Kommission werde nun Gespräche mit dem Europäischen Parlament und dem Rat zum Vorschlag für eine Verordnung über Anbieter von ESG-Ratings aufnehmen.

Versicherer begrüßen Vorschlag der Kommission

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) hat sich bereits zu dem Vorhaben der EU-Kommission geäußert und begrüßt die Vorlage der Regulierungsstandards für auf Nachhaltigkeit spezialisierte Ratingagenturen. „Es ist richtig, den ESG-Bereich zu regulieren. ESG-Agenturen sind mit ihren Produkten und Dienstleistungen ein wichtiges Bindeglied zwischen der Finanz- und der Realwirtschaft auf dem Weg zur Transformation“, so GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Die Vorschläge zur Verbesserung der Transparenz bei den Prozessen und Kosten der Agenturen bewerte der GDV klar positiv, um das Vertrauen in die Bewertungen der ESG-Ratingagenturen zu stärken. Versicherer seien als Investoren jedoch auf aussagekräftige und vergleichbare ESG-Rohdaten angewiesen, um eigene Bewertungen vorzunehmen und Berufspflichten zu erfüllen. „Eine Regulierung sollte daher neben ESG-Ratings unbedingt auch ESG-Rohdaten umfassen“, sagt Asmussen. (mki)

Bild: © tanakorn – stock.adobe.com

Lesen Sie auch: Was ist Greenwashing? Auf der Suche nach einer Definition

 

ETFs in Europa im Mai 2023: Anleihen weiter im Aufschwung

Der Finanzdienstleister Refinitiv Lipper hat seinen regelmäßigen Report zur Entwicklung des ETF-Markts in Europa veröffentlicht. Auch im Mai 2023 ging es für die Indexfonds nach oben – in erster Linie bei den Anleihen-ETFs.

Das Marktumfeld ist aktuell weiterhin instabil, doch ETFs verzeichnen weiterhin Zuflüsse, wie der Überblick von Refinitiv Lipper über den europäischen ETF-Markt im Mai 2023 zeigt. Die Marktstimmung wurde nach wie vor von der Hoffnung getragen, dass die Zentralbanken, insbesondere die US-Notenbank, die letzte Phase ihres Kampfes gegen die hohen und weiter steigenden Inflationsraten erreicht haben könnten. Demnach hoffe man darauf, dass die Zentralbanken ihre Zinsen schon bald stabil halten oder aber sogar senken könnten.

Die Performance der zugrundeliegenden Märkte führte in Verbindung mit den geschätzten Nettozuflüssen zu einem Anstieg des verwalteten Vermögens (von etwa 1,345 Bio. Euro am 30.04.2023 auf 1,370 Bio. Euro Ende Mai). Bei näherer Betrachtung ist der Anstieg des verwalteten Vermögens von 25,1 Mrd. Euro im Mai auf die Entwicklung der zugrundeliegenden Märkte zurückzuführen (+17,3 Mrd. Euro), während die geschätzten Nettomittelzuflüsse zum Anstieg des verwalteten Vermögens beitrugen (+7,7 Mrd. Euro), so Refinitiv Lipper.

 

ETFs in Europa im Mai 2023: Anleihen weiter im Aufschwung

 

Was die Gesamtstruktur der europäischen ETF-Branche anbelangt, so sei es nicht überraschend gewesen, dass Aktienfonds (978,3 Mrd. Euro) den Großteil des Vermögens hielten, gefolgt von Rentenfonds (334,2 Mrd. Euro), Rohstoffprodukten (32,7 Mrd. Euro), Geldmarktprodukten (15,7 Mrd. Euro), alternativen OGAW-Produkten (5,6 Mrd. Euro), gemischten Fonds (3,5 Mrd. Euro) und „sonstigen“ Fonds (0,1 Mrd. Euro).

Mittelzuflüsse nach Vermögensart

Die geschätzten Nettozuflüsse in der europäischen ETF-Branche lagen im Mai bei 7,7 Mrd. Euro, was weit über dem gleitenden Zwölfmonatsdurchschnitt von 6,9 Mrd. Euro liegt. Bemerkenswert ist, dass die meisten Zuflüsse eindeutig bei Anleihen-ETFs zu verzeichnen sind (+4,3 Mrd. Euro). Auf Platz zwei folgen Aktien-ETFs (+2,7 Mrd. Euro), anschließend Geldmarkt-ETFs (+0,8 Mrd. Euro) und ETFs auf gemischte Vermögenswerte (+0,1 Mrd. Euro). Auf der anderen Seite verzeichneten alternative OGAW-ETFs (-0,002 Mrd. Euro), „sonstige“ ETFs (-0,01 Mrd. Euro) und Rohstoff-ETFs (-0,2 Mrd. Euro) im Mai 2023 Abflüsse.

Verwaltetes Vermögen der ETF-Anbieter

Ein genauerer Blick auf das von den Anbietern in der europäischen ETF-Branche verwaltete Vermögen zeigt eine hohe Konzentration. Nur 24 der 49 ETF-Anbieter in Europa halten ein Vermögen von 1,0 Mrd. Euro oder mehr. 46,01% des gesamten verwalteten Vermögens liegen bei iShares (630,4 Mrd. Euro). Auf Platz 2 folgt Amundi ETF mit 179,6 Mrd. Euro, auf Platz 3 Xtrackers mit 137,1 Mrd. Euro.

Dementsprechend stammen auch sieben der zehn größten börsengehandelten Fonds nach verwaltetem Vermögen von iShares, allen voran auf Platz 1 der iShares Core S&P 500 UCITS ETF USD (Acc). An zweiter Stelle rangiert der iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc) und der Vanguard S&P 500 UCITS ETF USD Dis. (mki)

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„Multi-Asset-Fonds scheinen eine zeitgemäße Antwort zu sein“

Die DJE Kapital AG stützt sich auf rund 50 Jahre Erfahrung in der Vermögensverwaltung. Mit Solidvest bietet sie seit einigen Jahren auch eine Online-Vermögensverwaltung an, zudem managt sie über 25 Fonds. Für dieses Jahr rechnet DJE wieder mit einem positiven Mittelzufluss.

Ein Interview mit Thorsten Schrieber, Vorstand der DJE Kapital AG
Herr Schrieber, darf man die DJE als mittelständisches Unternehmen bezeichnen und welche Wirkung hat das für die Zusammenarbeit mit Ihren Vertriebs- und Kooperationspartnern?

Mittelständische Unternehmen in Deutschland sind zu über 90% Familienunternehmen. So wie DJE: Die DJE Kapital AG wird im kommenden Jahr das 50. Jahr ihres Bestehens feiern. In der Zusammenarbeit mit unseren Vertriebs- und Kooperationspartnern bedeutet es eine entsprechende Nähe zum Kunden, und die Problemstellungen sind auf beiden Seiten häufig deckungsgleich, sei es in regulatorischer Hinsicht oder der Performance-Erwartung, die sich aus der Zusammenarbeit ableitet.

Die DJE ist für den sogenannten FMM-Ansatz bekannt. Was bedeutet das und welche Rolle spielt er in einem Umfeld der Zinswende?

Der FMM-Fonds (ISIN DE0008478116), der seit 36 Jahren von demselben Manager gemanagt wird, hat als Benchmark den MSCI-World-Index (EUR), folgt aber in seiner Allokationsentscheidung der Maxime, für die Kunden ein optimales Risk-Reward-Ergebnis zu erzielen. Das geht nur dann, wenn man Renten und Cash als taktische Komponente einsetzt.

Dadurch konnte Dr. Jens Ehrhardt unter Berücksichtigung fundamentaler, monetärer und markttechnischer Komponenten über mehr als drei Jahrzehnte mit diesem aktiven Investmentansatz den „passiven“ Index MSCI-World (EUR) nachhaltig ausperformen. In einer Zinswende kann der Fonds selektiv Chancen auf der Rentenseite wahrnehmen, zum Beispiel bei Corporate Bonds, die wir aus der Aktienanalyse der Unternehmen sehr gut kennen und die mittlerweile attraktive Renditen abwerfen.

Welche Anlagethemen stehen demnach im laufenden Jahr im Fokus?

Dass auch Kapital einen Preis hat, ist fast in Vergessenheit geraten. Zum Glück nicht so bei uns: Wir haben bereits im Jahr 2011 den DJE – Zins & Dividende aufgelegt, der immer zu mindestens 50% auf der Rentenseite investiert. Bis Ende 2021 kam der wesentliche Return aus der Aktienselektion, mittlerweile verdient die Rentenseite über die Coupons fast 5% bei kurzer Duration. Die Aktienkomponente sollte ebenso einen Beitrag leisten, da die im Portfolio enthaltenen Titel rund 3,5% Dividendenrendite beisteuern und über eine Free-Cashflow-Rendite von rund 7,6% abgesichert sind.

Fazit: Multi-Asset-Fonds, ausgewogen wie der DJE – Zins & Dividende oder mit etwas mehr Esprit wie der dynamische DJE – Multi Asset & Trends, scheinen eine zeitgemäße Antwort für den Anleger zu sein.

Im Fondsvertrieb gab es in der Vergangenheit einige Veränderungen, vor allem getrieben durch regulatorische Eingriffe. Haben diese – zum Beispiel MiFID und ESG – zu einer besseren Beratung geführt?

MiFID, aber auch die ESG-Umsetzung haben zu einem Bürokratie-Aufbau bei Produzenten, Vertrieben und Kunden geführt. Sicher haben wir heute ein Höchstmaß an Vergleichbarkeit, zum Beispiel bei Kostenquoten, und es hat auch zu leicht sinkenden Gebührenmodellen bei Fonds im Retail-Geschäft geführt. Aber der Aufwand aufseiten der Produzenten und Anbieter von Wertpapierdienstleistungen, egal ob eben 34f-ler oder Vermögensverwalter, ist unverhältnismäßig.

Der Endkunde muss heute Fragen, gerade in Bezug auf ESG, beantworten, die er sich noch nie gestellt hat. Und seien wir mal ehrlich: Am Ende des Tages gehen Anlegergelder dort verloren, wo die Kontrolle auch heute nicht greift, wie uns etwa Container-Leasing-Modelle gezeigt haben oder eben Exzesse wie bei Wirecard.

Neben der Regulierung verändert auch die Digitalisierung die Branche: Wie sieht die Zukunft für den Vertrieb im Asset-Management aus?

Wir gehen davon aus, dass auch in Zukunft der Vertrieb hybrid sein wird. Dort, wo es sinnvoll ist, werden sich digitale Prozesse breitmachen, aber da, wo es die menschliche Komponente benötigt – und Kapitalanlage ist eine Vertrauenssache –, wird es auch weiterhin den persönlichen und direkten Kundenkontakt geben, sei es B2B2C oder eben B2C.

Auch wir sind aktuell dabei, unsere Fonds-Vermögensverwaltung, die wir schon seit über 20 Jahren mit einem entsprechenden Track Record unseren B2B-Partnern anbieten, bis zum Jahresende komplett zu digitalisieren, um den Convenience-Faktor bei Vertrieb und Kunden maximal zu steigern.

Über Neobroker und Robo-Advisor lassen sich junge Menschen für Aktien und Fonds begeistern. Oder ist der Hype schon wieder vorbei?

Neobroker und Robo-Advisor ermöglichen es Finanzdienstleistern, digital Dienstleistungen anzubieten, wie es bis dato nur Banken und Sparkassen konnten. Hier haben sich auch einige Anbieter Anfangserfolge mit hohen Cash Burn Rates erkauft. Ob dies nachhaltig sein wird, ist aktuell schwer zu sagen.

Der Robo-Advisor-Markt in Deutschland teilt sich auf gut zwei Dutzend Anbieter auf. Man schätzt rund 10 bis 20 Mrd. Assets, das ist bei einem Geldvermögen von rund 7,25 Bio. in Deutschland eine eher bescheidene Größe. Und spätestens wenn der Kunde zum Beispiel Immobilien- oder gewerbliche Finanzierungen benötigt, landet er unweigerlich wieder bei der lokalen Bank oder Sparkasse.

Auch unser Haus hat mit Solidvest einen auf Einzeltitel-Basis ausgerichteten Robo-Advisor – eher eine digitalisierte Vermögensverwaltung. Wir betreiben allerdings die klassische Vermögensverwaltung seit knapp 50 Jahren und die digitale Variante ist dazu eine konsequente und erfolgreiche Ergänzung.

Läuft der Vertrieb in anderen Ländern anders als hierzulande? Was könnte Deutschland davon lernen oder gibt es gar Entwicklungen, die man hier lieber nicht sehen will?

Erstaunlicherweise ist der Vertrieb von Fonds in Europa zwar unterschiedlich organisiert – etwa das Promotori-Netzwerk in Italien oder Wrapped Insurance Products in Frankreich – und auch die Provisionierung ist höchst unterschiedlich. Aber alles in allem ist der europäische Markt von rund zehn Fondsgesellschaften dominiert, mit immer wieder erfolgreichen Boutiquen und Nischenfonds in jedem Teilmarkt.

Insgesamt kann man in Deutschland von Ländern wie den Niederlanden oder auch Skandinavien lernen, wenn es darum geht, investmentbezogen im Rahmen staatlich unterstützter betrieblicher Altersvorsorgesysteme zu sparen. Unsere Systeme, ob nun Riester oder Rürup, sind zu komplex und wenig verbreitet, da machen es uns die USA mit 401K vor, wie es auch einfach gehen kann. Daran sollten wir uns auch in Deutschland orientieren.

Welche Folgen hätte ein weiterer Eingriff in die Provisionsvergütung?

Wie das Beispiel UK gezeigt hat, führten das Provisionsverbot und die ausschließliche Hinwendung zur Honorarberatung dazu, dass großen Teilen der Bevölkerung der Zugang zu Kapitalmarktprodukten strukturell verwehrt blieb. Das wird sicher so nicht bei uns passieren, zumal auch Länder wie Italien, Spanien und auch Frankreich sich gegen das Provisionsverbot ausgesprochen haben.

Wir sind auch heute bereits mit entsprechenden Share-Klassen in der Lage, Honorarberater zu bedienen, und würden uns im Falle eines Provisionsverbots mit unseren Produkten und – digitalen – Dienstleistungen sicher anpassen können. Aber das Problem entsteht auf der Ebene Kunde und Vermittler, und hier sollte sich jeder Einzelne, aber auch Verbände wie AfW und BVI darauf einstellen, dass das Thema Provisionsverbot auf der europäischen Tagesordnung bleibt. Gerade der jüngste, 100 Seiten starke Entwurf der EU-Kommission zur EU-Kleinanlegerstrategie beinhaltet die Gefahr, dass über eine geplante „Ermächtigung“ die EU-Kommission per delegiertem Rechtsakt ein solches Provisionsverbot durch die Hintertür den Mitgliedsstaaten aufzwingen könnte.

Das vergangene Jahr war ein schwieriges Anlagejahr. Wie ist es denn bei DJE gelaufen?

Im vergangenen Jahr waren zum ersten Mal seit 1994 Aktien und Renten negativ. Somit waren insbesondere passive Produkte, aber eben auch die so beliebten Mischfonds entsprechend negativ. Viele Produktanbieter haben sich demzufolge auf festverzinsliche Strukturen und Zertifikate ausgerichtet, sodass sich zum Beispiel der Fondsabsatz bei den Sparkassen 2022 laut DSGV halbierte. DJE konnte in diesem anspruchsvollen Umfeld ein durchaus gutes Jahr in Bezug auf das Bruttomittelaufkommen der Fonds von 1,69 Mrd. Euro erzielen.

Und was erwarten Sie für die Mittelzuflüsse für 2023?

Der Eindruck des letzten Jahres ist auch Maßstab in diesem Jahr. Die veränderte Zinslandschaft führte zu einem Absatz-Boom alternativer Anlagen, meistens in Zertifikatsstrukturen. Gegen dieses Momentum versuchen wir mit unseren Klassikern wie FMM-Fonds oder auch DJE – Zins & Dividende dagegen zu halten. Insgesamt gehe ich von einem positiven Zufluss in diesem Jahr aus, aber die enormen Zuwächse aus 2021 und 2022 werden wohl nicht zu erreichen sein, zumal ja der Zinserhöhungszyklus auf der konjunkturellen Seite noch zu Problemen führen kann und auch geostrategische Aspekte sich im Jahresverlauf weiter negativ auswirken könnten.

Dieses Interview lesen Sie auch in AssCompact 06/2023, S. 56 f., und in unserem ePaper.

© Pixels Hunter – stock.adobe.com

© DJE

 

„German Angst“: Sicherheit steht für die Deutschen vor Rendite

Die Gothaer hat zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa eine Studie zum Geldanlageverhalten der Deutschen durchgeführt. Fazit: Die Deutschen wagen zumeist nur sehr wenig. Für 50% der Anleger steht Sicherheit an erster Stelle.

Das Klischee des risikoaversen Deutschen stammt vielleicht doch nicht von irgendwoher. Eine aktuelle Studie der Gothaer, die zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt wurde, zeigt, dass für den Deutschen bei der Geldanlage das Thema Sicherheit an erster Stelle steht – und zwar bei 50% der Anleger. Andere Anlagemöglichkeiten, die renditefokussierter sind, erfreuen sich weniger Beliebtheit.

Sparbuch ist am beliebtesten

Wie schon in den Vorjahren legen die Deutschen ihr Geld am häufigsten auf dem Sparbuch oder einem Sparkonto an. 2022 waren es, so die Gothaer-/forsa-Studie 46%. An zweiter Stelle kommen dann die Immobilien mit 37%. Fonds und Bausparverträge oder -pläne werden von 31 bzw. 29% genutzt. Ein ähnlicher Anteil der Befragten (25 bis 28%) legt Geld in Aktien, Lebensversicherungen oder Tagesgeld an. Fest- oder Termingelder (13%) sowie Anleihen, Staatsanleihen oder Pfandbriefe (4%) werden nur wenig genutzt. Darüber hinaus geben 15% der Befragten an, andere Formen der Geldanlage zu nutzen oder derzeit gar kein Geld mehr anzulegen (16%).

 

„German Angst“: Sicherheit steht für die Deutschen vor Rendite

 

Für Christof Kessler, Vorstandssprecher der Gothaer Asset Management, ist es „bemerkenswert, dass trotz der weiter geringen Zinsen das Sparbuch immer noch die beliebteste Anlageform der Deutschen ist“, da diese Anlageform kaum Rendite biete und die Inflation nicht ausgleiche. Der Sparer verliere also am Ende Vermögen.

Sicherheit bleibt wichtigstes Anlageziel

Fast die Hälfte der Befragten, die ihr Geld in Form von Fonds anlegen, investieren dabei in Aktienfonds (48%) oder Mischfonds (46%). Nachhaltigkeitsfonds (29%), Indexfonds, also ETFs, (28%) und Rentenfonds (22%) werden jeweils von rund einem Viertel der Befragten genutzt. In etwa jeder Zehnte investiert sein Geld in offene Immobilienfonds (11%) oder in vermögensverwaltende Fonds (10%). Garantiefonds (6%) und Geldmarktfonds (5%) werden lediglich von einer Minderheit der Befragten genutzt.

 

„German Angst“: Sicherheit steht für die Deutschen vor Rendite

 

Im Hinblick auf Ziele, die mit einer Geldanlage verfolgt werden, halten 50% der Befragten eine möglichst hohe Sicherheit für den wichtigsten Aspekt. Ein Viertel gibt an, dass eine möglichst hohe Flexibilität, wie zum Beispiel die jederzeitige Verfügbarkeit des Geldes, für sie am wichtigsten ist. Für jeden Zehnten ist eine möglichst hohe Rendite am wichtigsten. (mki)

Zur Studie

Die Gothaer Studie zum Thema Anlageverhalten der Deutschen wurde bereits zum neunten Mal im Auftrag der Gothaer Asset Management AG (GoAM) vom Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt. Die Befragung erfolgte im Zeitraum vom 05.01. bis 09.01.2023 mittels computergesetzter Telefoninterviews. Dabei wurden 1.016 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Bundesbürgerinnen und -bürger ab 18 Jahren repräsentativ befragt.

Bild: © gustavofrazao – stock.adobe.com

 

FinTech ermöglicht nachhaltiges vL-Sparen

Vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers sind für viele Beschäftigte ein zusätzliches Mittel beim Vermögensaufbau. Ein FinTech ermöglicht nun das Sparen durch vermögenswirksame Leistungen in einer streng nachhaltigen Variante.

<p>Evergreen, ein FinTech für nachhaltige Geldanlagen, hat sein Angebot bei Anlagen von vermögenswirksamen Leistungen erweitert. Denn Evergreen-Kunden können ihre vermögenswirksamen Leistungen nun auch nachhaltig und renditeorientiert am Kapitalmarkt anlegen.</p><h5>Digitale Lösung für nachhaltiges Sparen</h5><p>Das VL-Konto ist eine Ergänzung zu den bestehenden Anlageprodukten des FinTechs und ermöglicht es den Nutzern bis zu 40 Euro monatlich vom Arbeitgeber in einen Fondssparplan einzuzahlen. Das Depot für nachhaltiges Sparen durch vermögenswirksame Leistungen ist online einzurichten. Zudem ist das Depot gebührenfrei und jederzeit digital einsehbar, um den Überblick über die Anlageentwicklung zu behalten. </p><h5>Nachhaltige Geldanlage im Fokus</h5><p>Die vermögenswirksamen Leistungen werden dabei nicht nur renditeorientiert angelegt, sondern auch unter Berücksichtigung strikter Nachhaltigkeitskriterien. Dafür fließen die Mittel in den firmeneigenen Artikel-9 Impact-Fonds namens „Evergreen Sustainable World Stocks Fonds“, welcher in verantwortungsvolle Unternehmen investiert und das Ziel hat, die CO<sub>2</sub>-Emissionen zu reduzieren. Iven Kurz, Gründer und CEO von Evergreen, betont: „Die Einführung der vermögenswirksamen Leistungen bei Evergreen ermöglicht es uns, nachhaltigen Vermögensaufbau für alle zugänglich zu machen. Es ist eine Gelegenheit, individuelles Vermögen aufzubauen und gleichzeitig einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.“ (as)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Pcess609 – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/1FD69FAD-7BB6-4275-97BF-8DBD186351D2"></div>

 

Ist rein passives Investieren „gefährlich“?

In den vergangenen Jahren liegt passives Investieren in ETFs voll im Trend. Doch ist dies langfristig gut? Das Analysehaus Morningstar hält die Abkehr von aktiven Fonds für langweilig und potenziell auch gefährlich.

Exchange Traded Funds, also ETFs, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, auch im Vergleich zu der „traditionelleren“ Anlagemöglichkeit der aktiv gemanagten Fonds. Man verlässt sich eher darauf, dass die Weltwirtschaft im Gesamten wächst und steckt sein Geld in einen indexabbildenden ETF, der auch noch weniger Gebühren abverlangt als die aktiv verwalteten Fonds. Laut Morningstar Global Asset Flows Report verzeichneten die Indexfonds 2022 weltweit Zuflüsse in Höhe von 747 Mrd. US-Dollar, während ihre aktiv verwalteten Pendants 1,27 Bio. US-Dollar abwarfen. Und: Der Anteil der passiven Fonds am Weltmarkt liegt mittlerweile bei 38%.

Doch für das Analysehaus ist die Frage, ob dies langfristig auch gut für Investitionen ist, nicht eindeutig. „Eine Welt ohne aktive Fonds? Langweilig und vielleicht sogar gefährlich“, lautet ein Artikel von Johanna Englundh auf der Morningstar-Website, der die Nachteile und Gefahren einer rein passiven Investmentwelt beleuchtet.

Mehr und mehr passive Investments

Der Weltmarktanteil von 38% bei passiven Fonds kommt nicht von irgendwoher. Zwischen 2008 und 2013 ist er um etwa 1% pro Jahr gestiegen, von 2015 bis 2020 dann schon um 2% pro Jahr. Hinzu kommt, so Englundh, dass Morningstar-Studien zufolge aktiv verwaltete Fonds es im Allgemeinen nicht geschafft haben, zu überleben und ihre durchschnittlichen passiven Konkurrenten zu schlagen. Das Morningstar-Aktiv-Passiv-Barometer zeigte, dass die Erfolgsquote für aktive Aktienmanager in Europa in den zehn Jahren bis Ende Dezember 2022 bei 23% lag – für aktive Rentenfondsmanager betrug sie sogar nur 19%. (AssCompact berichtete: Aktive Fonds bleiben hinter ihren passiven Konkurrenten zurück)

Eine weitere wichtige Rolle spielen die Gebühren, erläutert Englundh. Im Zehnjahreszeitraum bis Dezember 2022 waren die billigsten Fonds in den Vereinigten Staaten mehr als doppelt so häufig erfolgreich wie die teuersten – 36% gegenüber 16%. Einige aktiv verwaltete Fonds könnten ihre hohen Gebühren allerdings durch höhere Renditen ausgleichen – zumindest manchmal. Die Morningstar-Untersuchungen würden, gibt Englundh zu, nahelegen, dass es langfristig sicherer sei, in einen Indexfonds zu investieren, da der Versuch, den Markt zu schlagen, in der Regel zu niedrigeren Renditen führe, als wenn man den Markt lediglich kauft. Dass man mit einem aktiv gemanagten Fonds nicht gewinnen könnte, sei aber wiederum auch nicht wahr.

Doch das Ziel dieser Untersuchungen sei es nicht, zu zeigen, dass passives Investieren der aktiven Anlage „überlegen“ sei. Sie sollen lediglich aufzeigen, dass es „ein schwieriges Unterfangen“ sei, Alpha über die Standardmarktrenditen hinaus zu erzielen, sagt Jose Garcia-Zarate, Associate Director, Passive Strategies Research bei Morningstar. Das Problem bei aktiven Anlageprodukten sei, so Garcia-Zarate, dass man die aktiven Manager identifizieren müsse, die effektiv jenes Alpha generieren können.

Passives Investieren schädlich für die Wirtschaft?

Doch beim reinen passiven Investieren gibt es auf der Kehrseite ein anderes Problem, zitiert Englundh einen Artikel von James Ledbetter, Redakteur des Magazins Inc., auf newyorker.com. Effektiv laufen bei der passiven Anlage die Investitionsentscheidungen auf „Autopilot“. Und in solch einem Fall würde dann „immer mehr Geld in eine Reihe von Unternehmen fließen, die weitgehend unabhängig von den Überlegungen sind, die Investoren traditionell geleitet haben – wie Angebot, Nachfrage, Managementleistung, Wachstumspotenzial oder breitere wirtschaftliche Faktoren“, so Ledbetter.

Kurzum: Wenn es mehr passive als aktive Anleger gibt, flösse weiteres Geld in die größten Unternehmen, unabhängig davon, ob diese Unternehmen Leistung erbringen oder nicht. Wenn also jeder Anleger ein indexabbildendes Produkt wählt, dann würde lediglich das wertvollste Unternehmen die Nimmer eins bleiben und immer größer werden. Ledbetter zufolge könnten aktive Anleger dieser Bewegung entgegenwirken.

Passives Anlegen geht gegen unsere Natur

Für Garcia-Zarate spielt auch der Faktor der menschlichen Natur eine Rolle. Seiner Meinung nach wäre eine Welt mit ausschließlich Indexfonds nicht nur „schrecklich langweilig“, sondern würde auch gegen „unseren natürlichen Drang zur Leistungssteigerung verstoßen […] Die Intelligenz der Masse (auch passiv genannt) ist eine mächtige Kraft, aber das sollte keine Entschuldigung dafür sein, den individuellen Wunsch, besser zu werden und sich zu verbessern, zu negieren.“

Dass in den vergangenen Jahren aktiv gemanagte Produkte schlechter performt haben, gehört für ihn dazu: „Langfristig erfolgreich zu sein, ist harte Arbeit und kein linearer Prozess, d. h. es kann kurzfristige Phasen mit schwachen Leistungen geben.“ (mki)

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ÖKORENTA kauft drei weitere Solarparks in Bayern

Der auf nachhaltige Sachwertinvestments fokussierte Asset-Manager ÖKORENTA gibt den Erwerb von drei Solarparks im Freistaat Bayern bekannt. Das niedersächsische Unternehmen will damit die Portfolios seiner Alternativen Investment Fonds weiter aufbauen.

<p>ÖKORENTA Erneuerbare Energien 14 und ÖKOstabil 15 heißen die Publikums-AIFs des niedersächsischen Asset-Managers ÖKORENTA, der sich auf nachhaltige Sachwertinvestments konzentriert (AssCompact berichtete <a href="https://www.asscompact.de/nachrichten/%C3%B6korenta-bringt-publikums-ai…; target="_blank" >hier</a> über den Start des Erneuerbare Energien 14). Derzeit läuft mit dem Ankauf attraktiver Solar- und Windparkbeteiligungen der Aufbau der Portfolios für diese Fonds.</p><h5>ÖKORENTA vollzieht Rekordankauf</h5><p>Im Zuge dessen gibt das Unternehmen den Erwerb von drei weiteren Solarparks in Bayern bekannt. Mit einem Investitionsvolumen von rund 22 Mio. Euro gehört die Transaktion zu den Rekordankäufen im Hause ÖKORENTA, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Die drei in Bayern gelegenen großen Freiflächen-Solarparks verfügen in Summe über eine Gesamtnennleistung von rund 21 MWp (Megawatt Peak). Auf insgesamt 17,79 ha sind 39.447 Module verbaut. Seit Dezember 2022 speisen die Anlagen sauberen Strom ins Netz ein.</p><p>Stand Ende Mai hat ÖKORENTA mit den drei Solarparks in diesem Jahr nun Ankauf-Transaktionen in einem Gesamtvolumen von 47,5 Mio. Euro bei 23,5 Mio. Euro Eigenkapital erfolgreich durchgeführt, teilt Jörg Busboom, geschäftsführender Gesellschafter der ÖKORENTA Invest GmbH, mit. Durch die neue Ausbaudynamik werde in der Branche auf Sicht von Jahren so viel Kapital bewegt werden wie nie zuvor.</p><p>Der Publikums-AIF Erneuerbare Energien 14 und der Spezial-AIF ÖKOstabil 15 von ÖKORENTA stehen sowohl Privat- als auch professionellen Anlegern offen. (mki)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Vadzim – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/684F203F-8A24-46FB-A222-9907A4CF651A"></div>