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Altersvorsorge bleibt bei vielen auf der Strecke

Eine im Auftrag von Union Investment durchgeführte Studie zeigt einmal mehr: Private Altersvorsorge ist bei vielen Menschen kein großes Thema. Noch nicht einmal die Hälfte der Befragten beschäftigt sich damit – und das, obwohl die meisten wissen, dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird.

Es steht derzeit nicht gut um die Altersvorsorge in Deutschland. Wie eine Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft kürzlich zeigte, sehen sich die 30- bis 59-Jährigen für ihren Ruhestand nicht gut aufgestellt. Viel Luft nach oben für mehr Vorsorgeausgaben bleibe ihnen allerdings nach eigener Einschätzung auch nicht (AssCompact berichtete: GDV: Generation Mitte erwartet finanzielle Abstriche im Alter).

Die Frankfurter Aktiengesellschaft Union Investment hat ebenfalls eine Studie zum Thema Altersvorsorge in Auftrag gegeben, die vom Marktforschungsinstitut Forsa durchgeführt wurde. Befragt wurden dabei rund 1.000 Menschen im Alter von 20 bis 59 Jahren, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden – es wurden also noch etwas jüngere Entscheider in den Pool der Befragten aufgenommen. Das Ergebnis aber war ähnlich besorgniserregend wie bei der GDV-Studie.

Wissen um mangelnde Altersvorsorge

Vielen ist den Umfrageergebnissen zufolge zwar bewusst, dass die gesetzliche Rente nicht ausreichend sein wird. Drei Viertel der Befragten (76%) gaben an, dass sie ihren aktuellen Lebensstandard damit wohl nicht halten können. Außerdem gehen 70% davon aus, dass sie im Rentenalter einen Teil der Lebenshaltungskosten aus dem Ersparten bestreiten müssen. Und dennoch: Nur knapp die Hälfte der im Rahmen des Anlegerbarometers befragten Personen (49%) hätten sich laut Studie mit dem Thema private Altersvorsorge beschäftigt – fünf Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr; satte 20 Prozentpunkte weniger als vor zehn Jahren.

 

Altersvorsorge bleibt bei vielen auf der Strecke

 

Unter den 20- bis 29-jährigen Befragten haben sich sogar nur 31% mit dem Thema befasst. Vor zehn Jahren waren es 49%, so Union Investment. Giovanni Gay, Vorstandsmitglied bei Union Investment, mahnt, dass gerade junge Menschen das Thema private Altersvorsorge nicht „verbummeln“ und eher früher als später damit beginnen sollten.

Drei von zehn Befragten haben kein Altersvorsorgeprodukt

Insgesamt allerdings hätten 72% der Befragten mindestens eine private Altersvorsorge abgeschlossen, 36% sogar mehrere. 44% seien sich sicher, dass sie finanziell gut für das Alter vorgesorgt hätten. Vielleicht blicken gerade deshalb so viele Menschen entspannt auf das Thema private Altersvorsorge, mutmaßt Union Investment. Aber: Fast drei von zehn Befragten besitzen laut den Studienergebnissen nach wie vor kein Produkt, das sie im Alter finanziell zusätzlich absichert (28%). Unter ihnen seien mit 55% besonders viele junge Menschen.

Die meisten unter denen, die eine private Altersvorsorge besitzen (34%), sparen monatlich zwischen 100 und 200 Euro an. Beinahe genauso viele (30%) schaffen es sogar, 200 Euro und mehr pro Monat für das Alter zurückzulegen. Gay weist an dieser Stelle darauf hin, dass es klar sei, dass in der aktuellen Situation natürlich nicht jeder so viel Geld auf die Seite legen könne. Doch auch mit kleinen monatlichen Beiträgen könne man schon investieren und Schritt für Schritt Geld für später ansparen.

Aktien als Bestandteil der privaten Altersvorsorge?

Die Untersuchung brachte auch heraus, dass wohl immer mehr Menschen Aktien als Bestandteil der privaten Altersvorsorge für geeignet halten – aktuell seien es 50% der Befragten, vor sechs Jahren waren es nur 42%.

Zur Studie

Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im November 2022 im Auftrag von Union Investment 1.008 Menschen im Alter von 20 bis 59 Jahren befragt, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden. Die Befragten nahmen an einer Online-Umfrage teil und konnten sich Zeit und Umgebung der Bearbeitung selbst aussuchen. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100% addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an. (mki)

Bild: © Thomas Reimer – stock.adobe.com

Lesen Sie auch: Finanzkompass 2023: Frauen haben Aufholbedarf in der Altersversorgung

 

BaFin stellt Mängel bei Governance von ODDO BHF fest

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat bei der Frankfurter Privatbank ODDO BHF SE bei einer Sonderprüfung festgestellt, dass die Vorgaben des Kreditwesengesetzes nicht in allen Bereichen erfüllt wurden. Ein Sprecher des Unternehmens hat sich auch gegenüber AssCompact geäußert.

Eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation soll gewährleisten, dass Kreditinstitute die gesetzlichen Bestimmungen einhalten und tun, was betriebswirtschaftlich notwendig ist. Wie dies zu geschehen ist, ist in § 25a Absatz 1 des Kreditwesengesetzes (KWG) festgehalten. Ein wesentlicher Teil der ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation ist ein angemessenes und wirksames Risikomanagement, was die laufende Risikotragfähigkeit von Kreditinstituten sicherstellen soll.

Eine ebensolche ordnungsgemäße Geschäftsorganisation soll die in Frankfurt am Main sitzende Privatbank ODDO BHF SE auf Anweisung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sicherstellen. Im Vorfeld hatte das Unternehmen der BaFin zufolge gegen die Anforderungen verstoßen, wie in einer Sonderprüfung festgestellt und in einer Mitteilung der BaFin vom 03.03.2023 mitgeteilt wurde. Vor allem bei der Governance von Anforderungen an die IT und deren Management hätte ODDO BHF SE die gesetzlichen Vorgaben des KWG nicht erfüllt.

Sicherheit in der IT

Unter anderem müssen Kreditinstitute ein angemessenes Notfallmanagement festlegen, vor allem für ihre IT-Systeme. Die Anforderungen an die IT wurden in einem Rundschreiben „Bankaufsichtliche Anforderungen an die IT“, oder kurz „BAIT“, vom November 2017 formuliert. Unter der Governance von Anforderungen an die IT verstehen die BAIT die Struktur zur Steuerung sowie Überwachung des Betriebs und der Weiterentwicklung der IT-Systeme – einschließlich der dazugehörigen IT-Prozesse auf Basis der IT-Strategie.

Die BAIT führen laut BaFin aus, welche Prozesse und Tätigkeiten dies konkret sind und wie sie ausgestaltet sein sollen. Sie stellen auch klar, dass die Geschäftsleitung für das Management der Governance-Struktur zuständig ist und dafür sorgen muss, dass alle Anforderungen an die IT-Governance eingehalten werden.

IT-Strategie und Informationsrisiko

Außerdem machen die BAIT z. B. deutlich, dass Kreditinstitute eine nachhaltige und konsistente IT-Strategie und ein adäquates Informationsrisiko- und Informationssicherheitsmanagement haben müssen, und wie diese ausgestaltet sein sollen. Gemäß den BAIT müsse zudem jedes Kreditinstitut ein Identitäts- und Rechtemanagement und ein IT-Notfallmanagement vorhalten, das nach bestimmten Gesichtspunkten strukturiert ist.

Am 17.11.2022 hatte die BaFin der Frankfurter Bank mitgeteilt, dass die Mängel zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen des KWG beseitigt werden und so eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation sichergestellt werden müsse. Seit dem 24.12.2022 ist diese bestandskräftig. Neben den gesetzlichen Anforderungen hat die BaFin weiterhin zum 10.01.2023 zusätzliche Eigenmittelanforderungen gegenüber ODDO BHF SE angeordnet. Dieser Bescheid ist seit dem 23.01.2023 bestandskräftig.

Ergänzung vom 03.03.2023 um 12:07 Uhr: Statement von ODDO BHF

Ein Sprecher von ODDO BHF hat sich am Freitagmittag mit einem Statement zu der veröffentlichten Mitteilung der BaFin an AssCompact gewandt. Dieses lautet wie folgt: "Wir stimmen den Feststellungen der BaFin vorbehaltlos zu. Bereits vor der Prüfung durch die BaFin haben wir aus eigener Initiative ein Programm gestartet, das darauf abzielt, die Strukturen in der IT entsprechend weiter zu stärken. Dadurch ergänzen wir die erheblichen strukturellen Investitionen in IT, Organisation und Prozesse, die in den vergangenen sechs Jahren seit Übernahme der BHF-Bank erfolgt sind. ODDO BHF SE in Deutschland ist heute wieder ein stabiler, profitabler Pfeiler der ODDO BHF Gruppe. Die prüfungsbedingten Kapitalanforderungen erfüllt die Bank bereits heute. Darüber hinaus wird die Bank das Jahr 2022 erneut mit einem guten Ergebnis abschließen."

Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass die Ratingagentur Fitch das Rating von ODDO BHF auf Gruppenebene auf BBB+ angehoben habe. (mki)

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Nachhaltiges Investieren: Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit?

Nachhaltiges Investieren liegt im Trend, die Produktlandschaft wächst. Und auch die politische Arena mischt in der Finanzberatung ordentlich mit. Doch haben die Beteiligten damit noch das Kundeninteresse im Blick? Oder laufen das Anspruchsniveau der Kundschaft und die Wirklichkeit bei nachhaltigen Investments zunehmend auseinander?

Ein Artikel von Dr. Alexander Ströhl, AssCompact

Nachhaltige Kapitalanlageprodukte sammeln seit Jahren immer mehr Geld von Anlegerinnen und Anlegern ein. Erst 2021 hat laut Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) das Gesamtvolumen ethisch-ökologischer Investments einen neuen Rekordwert erreicht. Und während der Gesamtmarkt laut Bundesverband Investment und Asset Management e. V. (BVI) 2021 um rund 25% angestiegen ist, kletterten die Investments in nachhaltige Kapitalanlagen laut FNG sogar um 65%.

Nachhaltiges Investieren liegt also im Trend. Doch was bedeutet diese Marktdynamik für Finanzberatung und Produktgeber? Und wie gehen Finanzmarktteilnehmer mit der zunehmenden Regulierung um? Das AssCompact Sonderthema „Nachhaltiges Investieren“ wirft in den Beiträgen und Interviews ein Schlaglicht auf die gegenwärtigen Marktentwicklungen und auf die Herausforderungen aus verschiedenen Perspektiven.

Der Blick auf die Finanzberatung

Erfreulich ist, dass sich immer mehr Finanzberaterinnen und Finanzberater mit nachhaltigen Investments auseinandersetzen und für Anlegerinnen und Anleger wertvolle Lotsen im Dickicht der „grünen“ Produktlandschaft sein können. Und entgegen so mancher Beobachtung schlugen sich nachhaltige Kapitalanlagen während der aktuellen Polykrise aus Krieg, Inflation und Energiemangel vergleichsweise gut, wie die Finanzberaterin Jennifer Brockerhoff berichtet. Im Interview stellt die Expertin für nachhaltige Geldanlagen klar, dass mit Blick auf die Effekte eines nachhaltigen Investments – Stichwort Impact – eine ehrliche Aufklärung der Kundschaft zwar einen durchaus sensiblen, zugleich aber ungemein erfolgversprechenden Aspekt der Finanzberatung darstellt.

Doch die Finanzberatung wird sich demnächst vergleichsweise stark verändern. Denn spätestens im Frühsommer 2023 müssen Beraterinnen und Berater nach dem Willen des Gesetzgebers ihre Kundschaft nach deren Nachhaltigkeitspräferenzen fragen – wie es bereits seit August 2022 bei der Vermittlerschaft im Bereich von Versicherungsanlageprodukten der Fall ist. Häufig werden der damit einhergehend größere Bearbeitungsaufwand sowie die bestehenden Unsicherheiten aufgrund der unzureichenden Datenverfügbarkeit – Stichwort Haftungsfalle – angeführt. Nichtsdestoweniger ergeben sich auch Chancen. Welche das genau sind, ist im Beitrag der AWADO Rechtsanwaltsgesellschaft nachzulesen.

Der Blick auf aktive und passive Investments

Doch passen die Fondsprodukte der Branche überhaupt zu den Nachhaltigkeitsvorstellungen der Kundschaft? Eine wichtige Frage, die es in der Beratung rechtzeitig zu klären gilt, denn sonst sind Enttäuschungen schnell vorprogrammiert. Gerade die Rückstufung von sogenannten Artikel-9-Fonds laut EU-Offenlegungsverordnung auf Artikel-8-Fonds hat sicherlich für manche Irritation gesorgt. Der Vorwurf des „Greenwashing“ liegt da nicht mehr fern. Doch warum sahen sich die Produktgeber zu dieser Korrektur veranlasst? Der Beitrag des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) hat sich mit dieser Frage näher beschäftigt.

Angetrieben durch den Boom passiver Anlagen haben Fondsgesellschaften mittlerweile auch zahlreiche nachhaltige Produktvarianten bei ETFs am Markt gestartet. Doch wie nachhaltig kann ein passives Investment überhaupt sein, gerade dann, wenn es in etwa genauso viele Nachhaltigkeitsvorstellungen wie Anlegerinnen und Anleger gibt? Der Beitrag von UBS Asset Management schildert Chancen und Konflikte, die aufgrund unterschiedlicher Nachhaltigkeitsvorstellungen bei Anlegerinnen und Anlegern entstehen können.

Der Blick auf Produktanbieter

Ökofonds-Pionier Alfred Platow wiederum bereitet es zunehmend Sorgen, dass sich die Stimmen in der Rüstungsindustrie mehren, Waffenproduzenten künftig als sozial nachhaltig einzustufen. Er fragt sich daher, wie es überhaupt noch gelingen kann, in Sachen Nachhaltigkeitswende weiter positiv zu bleiben.

Richtig positiv denkt man bei der MehrWert GmbH. Denn mangels geeigneter nachhaltiger Fondsprodukte hat das auf nachhaltige Versicherungs- und Finanzprodukte spezialisierte Maklerhaus ein eigenes Produkt am Markt gelauncht. Im Interview erzählt der Geschäftsführer von den Besonderheiten des eigenen Produkts.

Für Anlegerinnen und Anleger, die neben ethisch-ökologischen Kriterien auch Wertstabilität wünschen, eignet sich eine Kapitalanlage in nachhaltige Edelmetalle. Welcher Impact damit zu erzielen ist und wie dabei die Qualitätssicherung erfolgt, erläutert ein Händler von fair gewonnenen Edelmetallen im Interview.

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Ist Nachhaltigkeit bei Geldanlage nur „eine Modeerscheinung“?

Aktuell gibt es kaum gesellschaftliche oder auch ganz alltägliche Fragen, bei denen Nachhaltigkeit nicht zum Thema wird. Laut Umfrage des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung habe Nachhaltigkeit jedoch mittlerweile weniger Einfluss auf die Geldentscheidungen privater Anleger.

Nachhaltigkeit ist derzeit in zahlreichen Lebensbereichen und gesellschaftlichen Fragestellungen in aller Munde und eigentlich, so sollte man meinen, auch bei der Geldanlage. Der Fondsverband BVI meldete im Februar einen klaren Wachstumstrend bei nachhaltigen Kapitalanlagen im Jahr 2022 (AssCompact berichtete: Nachhaltiger Fondsmarkt trotzt dem schwierigen Umfeld).

Dennoch scheint die Relevanz des Themas etwas nachzulassen. Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) befragt regelmäßig die deutschen Bürgerinnen und Bürger nach dem Interesse der privaten Haushalte an nachhaltig eingestuften Geldanlagen. Fazit: Privatanleger legen aktuell wohl weniger Wert auf die „grüne Investition“.

Für zwei Drittel spielt Nachhaltigkeit keine Rolle

Von den 2.000 Befragten hätten laut DIVA lediglich 37,7% bestätigt, dass Nachhaltigkeit Einfluss auf ihre Geldentscheidungen habe. Michael Heuser, wissenschaftlicher Direktor des DIVA, weist in diesem Zuge darauf hin, dass das Thema also bei zwei Dritteln bei ihrer Geldanlage keine Rolle spiele. Im Sommer 2022 seien es noch weniger als 60% gewesen. Laut Heuser scheine die Glaubwürdigkeit des Themas Nachhaltigkeit bei den Geldanlegern abzunehmen: „Inzwischen halten über 41% der Befragten nachhaltige Geldanlagen bloß für eine Modeerscheinung. Als wir im Sommer 2021 erstmals fragten, waren das noch 37,3%.“

Ist Nachhaltigkeit bei Geldanlage nur „eine Modeerscheinung“?

Bemerkenswert ist es dem DIVA zufolge, dass Befragte mit höheren Einkommen die größeren Zweifel an nachhaltigen Geldanlagen hegten. 46,4% von ihnen – und damit erkennbar mehr als mittlere (39,5%) und niedrige (38,4%) Einkommen – sehen darin eine Modeerscheinung. Bei den Beziehern höherer Einkommen habe sich der Wert seit der Erstbefragung im Sommer 2021 (36,7%) um fast zehn Punkte erhöht. Dies sei eine schlechte Nachricht, denn naturgemäß könnten Besserverdienende den größten finanziellen Beitrag zur Transformation leisten, so Heuser.

Was ist überhaupt eine nachhaltige Geldanlage?

Norman Wirth, Vorstand des Bundesverbands Finanzdienstleistung AfW, einer der Trägerverbände des DIVA, sieht an dieser Stelle Politik und Finanzwirtschaft gleichermaßen gefordert. Es sei noch nicht einmal geklärt, was eine nachhaltige Geldanlage überhaupt sein solle. Daher brauche man nachvollziehbare Kriterien, die von der Politik kommen müssten. Dass die Energiegewinnung durch Atomkraft und fossiles Erdgas als nachhaltige Übergangstechnologie einbezogen wird, sorge für ihn ebenfalls für Unverständnis. Laut Wirth seien die regulatorischen Vorgaben der Politik „nahezu unverständlich, viel zu kompliziert und komplex“. Das müsse sich ändern, um mehr Akzeptanz bei den Vermittlern und ihren Kunden für das Thema zu generieren.

Ansprache und Aufklärung

Für Heuser ist ein weiterer entscheidender Grund für die bisherige Zurückhaltung der Anleger die fehlenden Kenntnisse. Nachhaltigkeit spiele in vielen wichtigen Lebensbereichen wie Mobilität, Energie oder Ernährung inzwischen eine größere Rolle als bei der Geldanlage. Das mangelnde Interesse könne also nicht aus fehlender Einsicht resultieren. Der DIVA-Direktor schließe aus der Umfrage, dass viele die Möglichkeiten und Relevanz nachhaltiger Geldanlage gar nicht kennen würden.

Wirth bestätigt dies mit Blick auf die Beratungspraxis der Mitglieder seines Verbandes: „Investiert ein Kunde am Ende in einen nachhaltig ausgerichteten Fonds, ist es in neun von zehn Fällen der Berater, der den Kunden auf diese Möglichkeit angesprochen hat. Will die Politik bei diesem Thema vorankommen, sollte sie auf die Stärkung der Berater setzen. Sie sind im Grunde ihre Verbündeten.“ An dieser Stelle äußert Wirth auch seine klare Position zum aktuell in der Diskussion befindlichen Provisionsverbot für Anlageprodukte (AssCompact berichtete: Die Debatte um ein Provisionsverbot ist zurück). Diese sei „vor diesem Hintergrund kontraproduktiv“.

Über die Umfrage

Die Umfrageergebnisse basieren auf einer Sonderbefragung des DIVA im Rahmen des halbjährlich ermittelten Deutschen Geldanlage-Index (DIVAX-GA). Rund 2.000 Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gaben Auskunft über ihre Ansichten zum Thema Nachhaltigkeit bei der Geldanlage. Die Studie wurde im Auftrag des DIVA von INSA-CONSULERE durchgeführt. Die Ergebnisse sind auf der Website des DIVA zu finden. (mki)

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Lesen Sie auch: „Nachhaltige“ Fonds sind in Energiekrise CO2-lastiger geworden

 

Rekordwerte bei weltweiten Dividenden 2022

Wie die Investmentgesellschaft Janus Henderson Investors meldet, gab es 2022 bei globalen Dividenden Rekordausschüttungen zu verzeichnen - u. a. wegen stark erhöhten Ausschüttungen bei Öl- und Gasproduzenten. 2023 soll das Dividendenwachstum weitergehen.

Vor einigen Wochen meldete bereits Allianz Global Investors ein Rekordwachstum der Dividendenausschüttungen am MSCI Europe im letzten Jahr (AssCompact berichtete: Dividendenausschüttungen 2023: Allzeithoch in Europa erwartet), jetzt meldet die britisch-amerikanische Investmentgesellschaft Janus Henderson Investors eine ähnliche Entwicklung bei globalen Dividenden. Um 8,4% sind diese 2022 auf einen Rekordwert von 1,56 Bio. US-Dollar gestiegen. Bereinigt um den US-Dollar-Anstieg gegenüber den meisten Währungen sowie um niedrigere Sonderdividenden und andere technische Faktoren war das bereinigte Wachstum mit 13,9% sogar noch stärker, heißt es von Janus Henderson.

Zwölf Länder mit Rekordausschüttungen

Das weltweite Dividendenwachstum war so kräftig, dass zwölf Länder Rekordausschüttungen in US-Dollar verzeichneten, darunter die USA, Kanada, Brasilien, China, Indien und Taiwan. Doch auch viele andere Länder hatten Rekorde zu verzeichnen, z. B. Frankreich, Deutschland, Japan und Australien.

Automobilhersteller an der Spitze in Deutschland

Beim deutschen Dividendenwachstum entfielen zwei Drittel auf die Automobilhersteller. Mercedes übernahm erstmals seit 2018 wieder den Spitzenplatz in Deutschland, wie Daniela Brogt, Head of Sales für Deutschland und Österreich bei Janus Henderson Investors, anmerkt. Es habe jedoch in fast allen Sektoren Zuwächse gegeben. 97% der deutschen Unternehmen im Janus Henderson Global Dividend Index hätten ihre Ausschüttungen erhöht oder konstant gehalten.

Insgesamt seien 43,3 Mrd. Euro ausgezahlt worden, was den Höchststand von 2018 zwar übertreffe, insgesamt aufgrund der Euro-Schwäche in US-Dollar jedoch niedriger sei. Auf bereinigter Basis hätten deutsche Unternehmen 2022 mit einem Plus von 33,5% überproportional zum Dividendenwachstum in Europa beigetragen.

Öl- und Gasproduzenten erhöhten Dividenden stark

Um satte zwei Drittel erhöhten Öl- und Gasproduzenten ihre Ausschüttungen, sowohl durch regelmäßige Ausschüttungen als auch durch einmalige Sonderdividenden. Dies sei laut Janus Henderson bedingt durch die steigenden Energiepreise. Diese Erhöhungen trugen fast ein Viertel zum weltweiten Dividendenanstieg 2022 bei. Die Ausschüttungen wurden fast überall erhöht, wobei die Unternehmen der Schwellenländer das stärkste Wachstum verzeichnet hätten.

Banken und andere Finanzwerte, insbesondere in den USA, Großbritannien und Europa, trugen ein weiteres Viertel zum Jahreswachstum bei und knüpften damit an die starke Erholung der Dividenden nach der Pandemie im Jahr 2021 an. Darüber hinaus sorgten hohe Frachtkosten bei Transportunternehmen weltweit für Auftrieb, während die steigende Nachfrage und die höheren Preise für Autos und Luxusgüter dazu führten, dass diese Sektoren die wichtigsten Treiber für das Dividendenwachstum in Europa waren. Niedrigere Rohstoffpreise führten derweil dazu, dass die Ausschüttungen im Bergbau von ihrem Rekordhoch 2021 zurückgingen.

Trotz einiger klarer Sektorengewinner war das Wachstum dennoch breit gestreut. Weltweit erhöhten 88% der Unternehmen ihre Dividenden oder hielten sie konstant.

Rundum Wachstum

Geografisch betrachtet stiegen die Dividenden in den Schwellenländern, im asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan und in Europa auf bereinigter Basis um etwa ein Fünftel. Das Wachstum in den USA war weniger als halb so hoch wie in den übrigen Ländern. Dies lag Janus Henderson zufolge vor allem, dass die USA weniger von einigen der großen Sektortrends des Jahres 2022 beeinflusst wurden, aber auch daran, dass die US-Dividenden während der Pandemie sehr stabil waren und sich daher weniger stark erholten. Dennoch lag das US-Wachstum über seinem langfristigen Durchschnitt.

In Japan wurde das Gesamtwachstum durch den schwachen Yen erheblich beeinträchtigt – dennoch stiegen die Dividenden auf bereinigter Basis immerhin um ein Sechstel. In Großbritannien stiegen sie um 12,1%.

Prognose für 2023: Geringeres Wachstum

Für 2023 sieht Janus Henderson einen weiteren Anstieg der Dividenden kommen – allerdings einen langsameren als noch letztes Jahr. Die Zahlungen würden am Ende bei 1,6 Bio. US-Dollar liegen, was einem Anstieg von 2,3% auf Gesamtbasis und einem bereinigten Anstieg von 3,4% entspräche.

Ganz gewiss seien die Dividendenaussichten für 2023 jedoch noch nicht, sagt Jane Shoemake, Client Portfolio Manager für Global Equity Income bei Janus Henderson Investors. Inflation, das Ausmaß weiterer Zinserhöhungen und geopolitische Risiken würden das Bild trüben. Außerdem werde der Cashflow der Unternehmen sowohl durch die geringere Nachfrage als auch durch die höheren Kosten für die Kreditbedienung unter Druck geraten. Dies schränke den Spielraum für Dividendenwachstum ein. Aus sektoraler Sicht sei ein weiterer derartiger Anstieg der Energiedividenden, wie es ihn 2022 gab, unwahrscheinlich. Die Ausschüttungen im Bergbau hängen von den jeweiligen Rohstoffpreisen ab. Eine wichtige Rolle dürfte auch die Wiedereröffnung Chinas spielen, die das Wirtschaftswachstum weiter ankurbeln dürfte, sobald die aktuelle Welle von Corona-Infektionen vorüber ist.

Shoemake hält insgesamt, trotz aller Ungewissheiten, ein weiteres Dividendenwachstum 2023 für möglich, denn ausschlaggebend sei, dass Dividenden weit weniger volatil seien als Gewinne, und die globale Dividendendeckung, also das Verhältnis zwischen Gewinnen und Dividenden, sei derzeit hoch. (mki)

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Raisin kämpft mit Beschwerden über Zinsplattform "Weltsparen"

Aktuell gibt es von Kundenseite vermehrt Beschwerden über die Zinsplattform „Weltsparen“. Sie wird vom Fintech Raisin betrieben. Grund hierfür sei die besonders hohe Nachfrage auf Raisins Zinsplattformen.

Auf der Bewertungsplattform Trustpilot machen sich derzeit Kundenbeschwerden über die Zinsplattform „Weltsparen“ breit, wie das Versicherungsjournal unter Berufung auf einen Bericht des Handelsblatts vom Montag, 27.02.2023, meldet. In erster Linie werde über Verzögerungen bei der Auszahlung hoher Geldbeträge geklagt, aber auch falsche Kontoanzeigen und schlechter Kundenservice würden genannt.

„Weltsparen“ wird vom Berliner FinTech Raisin betrieben und bietet Anlegern Zugang zu aktuellen Tages- und Festgeldangeboten in Europa, aber auch die Einrichtung von beispielsweise ETF-Sparplänen oder Investitionen in Kryptowährungen. Lupenreine Sicherheit beim angelegten Geld ist aber Verbraucherorganisationen wie Finanztip oder Stiftung Warentest zufolge bei Weltsparen nicht ganz garantiert, schreibt das Versicherungsjournal. So heißt es bei jenen Portalen oft, dass einige Partnerbanken nicht immer alle wichtigen Sicherheitskriterien erfüllen, z. B. eine Einlagensicherung.

Bafin wird aktiv

Laut der Meldung des Handelsblatts hätten sich Kunden auch bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beschwert. Gegenüber der Zeitung bestätigte die Bafin die Beschwerden und sagte, dass man diesen nachgehe. Zu Einzelheiten dürfe man sich jedoch nicht äußern.

Ergänzung vom 02.03.2023 um 12:29 Uhr: Keine Untersuchung vonseiten der Bafin

Ein Unternehmenssprecher von Raisin meldete am Donnerstag gegenüber AssCompact, dass die ursprüngliche Meldung des Handelsblatts nicht akkurat gewesen sei. Die Zeitung habe dies mittlerweile auch eingeräumt. Die Bafin bearbeite lediglich, gemäß ihrer Pflicht, eingehende Beschwerden. Eine Untersuchung der Beschwerden seitens der Bafin finde demnach nicht statt.

Raisin mit stärkstem Wachstum der Firmengeschichte

Weltsparen-Betreiber Raisin selbst habe die Probleme eingeräumt. Begründet seien sie laut einem Unternehmenssprecher durch das gestiegene Interesse an Sparprodukten in Zeiten der Zinswende. Seit einigen Monaten gebe es eine besonders hohe Nachfrage auf Raisins Zinsplattformen. Dementsprechend seien auch mehr Kundenanfragen zu bearbeiten. Allein von Juni 2022 bis Februar 2023 ging die Summe der über Raisin angelegten Gelder auf mehr als 36 Mrd. Euro nach oben – eine Steigerung von 44%. In Kombination mit einem höheren Krankenstand und Urlaub sei es so zu Engpässen gekommen. „Vereinzelt“ längere Antwortzeiten bei der Beantwortung von E-Mail-Anfragen sei die Folge. Der Kundenservice habe allerdings von Oktober bis Januar ein Wachstum verzeichnet, mit zusätzlichen Kapazitätserweiterungen in der Planung.

Weiterhin arbeite Raisin mit den Partnerbanken an der Automatisierung der Prozesse und ergreife gegebenenfalls Maßnahmen bis hin zum vorübergehenden Aussetzen des Angebots, heißt es beim Versicherungsjournal mit Bezug zum Handelsblatt. Man investiere verstärkt in Features, damit Kunden Änderungen im Kundenkonto eigenständig vornehmen könnten. Bei der Bewertungsplattform habe man nach wie vor einen positiven Score von 4,0. Auch gebe es derzeit keinen Verlust an Kunden, eher im Gegenteil: „Wir verzeichnen gerade das stärkste Wachstum unserer Firmengeschichte“, so Raisin. (mki)

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Technologie- und China-Aktien sind zurück

Die Agentur Scope Fund Analysis hat im Februar wieder 6.700 Fonds auf ihre Performance untersucht und bewertet. Bemerkenswert: Die Verlierer des vergangenen Jahres, chinesische Aktien und Aktien aus dem Bereich Technologie, führten das Feld an.

Auch in diesem Monat hat die Frankfurter Ratingagentur Scope Fund Analysis ihr aktuelles Rating zu insgesamt 6.700 analysierten Fonds veröffentlicht. Bei 269 Fonds verbesserte sich die Bewertung, 290 wurden heruntergestuft. Erstmals bewertet wurden 66 Produkte, davon erhielten 27 aktive Fonds auf Anhieb ein Top-Rating. Besonders an der Bewertung ist auch, dass China-Aktien und Technologie-Aktien das Feld anführten – nachdem sie im letzten Jahr als große Verlierer dastanden. Auch schnitten zum ersten Mal seit langer Zeit europäische Aktien wieder insgesamt besser ab als US-Titel, so Scope.

Carmignac Emergents mit deutlich stärkerer Performance

Der Schwellenländeraktienfonds Carmignac Emergents konnte in den vergangenen Monaten seine Performance deutlich verbessern. Erstmals seit Ende 2007 erhält er wieder das höchste Rating A. Aktuell setzt der Fonds stark auf chinesische Aktien, die mit einem Anteil von 40% im Portfolio deutlich höher gewichtet sind als beispielsweise im MSCI Emerging Markets. Die aktuellen Top-Positionen des mit etwa 40 Titeln recht fokussierten Portfolios sind Samsung Electronics mit 8,7%, Taiwan Semiconductor mit 6,7% und Eletrobras mit 6,1%.

Während die Risikokennzahlen im Peergroup-Vergleich gemischt ausfallen, ist Scope von der kurz- und langfristigen Performance überzeugt. Bspw. liegt der Fonds mit einer Fünfjahreswertentwicklung von 3,65% p. a. deutlich vor dem Peergroup-Durchschnitt von 0,2% p. a. Mit überdurchschnittlichen laufenden Kosten von 2,05% plus Performancegebühr ist der Fonds allerdings allgemein eine teure Wahl für Anleger, findet Scope.

Schwellenländerfonds von Goldman Sachs erhält B-Rating zurück

Nach zwei Monaten mit C-Rating erhält der Goldman Sachs Ems Eq Pf Base das Top-Rating B zurück. Auch hier sind chinesische Aktien leicht übergewichtet, wenn auch mit nur 36% leicht über dem Index. Generell seien die Abweichungen bei der Länderallokation im Fonds moderat. Die Hauptrenditequelle sei laut Scope die Aktienauswahl, wobei das Management mit einer gewissen Benchmarkorientierung vorgehe und über rund 120 Titel streue.

Die größten Titel Taiwan Semiconductor, Tencent und Samsung Electronics sind mit 8,5%, 6,0% und 5,0% gewichtet, jeweils zwischen einem und 2,2 Prozentpunkten höher als im MSCI Emerging Markets. Die Wertentwicklung des Fonds über fünf Jahre liegt mit 2,1% p. a. auf dem Niveau der Peergroup (2,0% p. a.). Über ein Jahr ist sie jedoch mit –17,39% gegenüber –10,6% deutlich schwächer. Auch hier fallen die Risikokennzahlen gemischt aus und die Kosten sind mit 1,94% „nicht gerade niedrig“, wie es Scope ausdrückt.

ETHNA-AKTIV verliert Top-Rating

Der ETHNA-AKTIV hat sein Top-Rating nach nur neun Monaten wieder verloren und rutscht per Ende Januar auf ein C-Rating ab. Die deutlich konservativere Ausrichtung des Fonds, die sich z. B. in der teilweise vollständig gehedgten Aktienquote (also gegen beispielsweise Kursschwankungsrisiken abgesicherte Aktien) gegen Jahresende 2022 äußerte, führte zwar zu geringeren Verlusten als in der Peergroup, doch im darauffolgenden Aufschwung war die Partizipation des Fonds ebenfalls geringer. Über fünf und drei Jahre steht der Fonds mit 0,11% und –0,67% p. a. deutlich besser da als seine Peergroup „Mischfonds Global konservativ“ mit –0,42% und –1,87% p. a.

Auch die Risikokennzahlen fielen über drei Jahre mit einer Volatilität von 6,91% und einem maximalen Verlust von –9,29% im Vergleich zur Peergroup mit 7,17% und –10,15% besser aus. Dennoch bleibe es Scope zufolge abzuwarten, ob sich der Fonds mit seinem risikoaversen Ansatz in Kombination mit hohen laufenden Kosten von 1,87% und Performancegebühr langfristig gegenüber den Mitbewerbern durchsetzen kann.

Erholung im Januar

Im Januar 2023 war laut Scope Rating eine kräftige Erholung in allen Peergroups zu beobachten. Bis auf Geldmarkt USD lagen die 50 größten Peergroups allesamt im Plus. Insbesondere Technologieaktien beeindruckten mit einer Performance von fast 12% auf Monatsbasis, gefolgt von Aktien China und Aktien Deutschland mit jeweils rund 9%. Erstmals seit Langem haben europäische Titel insgesamt auf Jahressicht US-Aktien überholt. Außer der US-Währung, die sich gegenüber dem Euro abschwächte und damit Monatsverluste bei US-Dollar-Geldmarktfonds von –1,20% auslöste, gab es im Januar nur Gewinner, wobei kurz laufende Euro-Anleihen mit 0,63% und Aktien Gesundheitswesen Welt mit 0,77% zu den Schlusslichtern zählten.

Zum Scope Rating

Das Scope Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert u. a. die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Aktuell bewertet die Ratingagentur Scope rund 6.700 in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Investmentfonds. Das investierte Vermögen dieser Fonds summiert sich auf rund 4 Bio. Euro.

Das Fondsrating von Scope umfasst fünf Ratingstufen von A bis E. Als Top-Rating gelten A- und B-Ratings. Das A-Rating erhielten in der aktuellen Untersuchung 516 Fonds (7,7%), das B-Rating 1.794 Fonds (26,8%), das C-Rating 2.138 Fonds (31,9%), das D-Rating 1.629 Fonds (24,3%) und das E-Rating 616 Fonds (9,2%). (mki)

Weitere Information zum Scope Fondsrating für Februar 2023 gibt es hier.

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„Nachhaltige“ Fonds sind in Energiekrise CO2-lastiger geworden

Das Marktumfeld hat sich in den letzten Jahren immer wieder schlagartig verändert. Eine Studie der Finanzwende Recherche gGmbH zeigt nun, dass als nachhaltig eingestufte Fonds in der Energiekrise mehr Aktien fossiler Energieunternehmen gekauft haben.

Seit Februar 2022, als der russische Angriffskrieg auf die Ukraine startete, sind die Aktienkurse bei klimaschädlichen Ölkonzernen „durch die Decke gegangen“, wie die Finanzwende Recherche gGmbH in einer Mitteilung zu ihrer neuen Studie schreibt. In der Studie geht es um Investitionen, die nachhaltig eingestufte Fonds in fossile Energien getätigt haben – eben in Zeiten der Energiekrise, in der Energie alles andere als billig zu erlangen war und ist.

Als grün beworbene Investmentfonds seien dadurch und außerdem aufgrund der abgeschwächten Aktien der großen Gewinner in Corona-Zeiten (z. B. Google und Apple) in „eine Zwickmühle“ geraten. Und genau diese emissionsarmen Tech-Konzerne sorgten in den letzten Jahren für das gute Abschneiden der nachhaltigen Fonds.

Studie zu Investitionen nachhaltiger Fonds in der Energiekrise

Finanzwende hat die Portfolio-Bewegungen von mehr als 2.400 in Europa erhältlichen und als nachhaltig beworbenen Fonds zwischen Ende Dezember 2021 und Ende März 2022 ausgewertet. Mit Datenpunkten bis Dezember 2022 wurde weiter überprüft, ob es sich nur um eine sehr kurzfristige Entwicklung handelte.

Das Ergebnis der Studie sei kein Gutes, so Finanzwende. Denn als nachhaltig beworbene Fonds hätten in Reaktion auf die veränderte Marktsituation Aktien fossiler Unternehmen zugekauft und seien insgesamt CO2-lastiger geworden.

Weniger Investitionen in Tech, mehr in Energie

Zwischen Ende Dezember 2023 und Ende März 2022 kaufen viele als nachhaltig klassifizierte Fonds Aktien aus der Energiebranche. Die größten Abflüsse von Investments betrafen Aktien aus den Bereichen Technologie und Finanzen. Die Zukäufe im Bereich Energie seien vor allem der fossilen Branche zugutegekommen, nämlich 940 Mio. US-Dollar. Zum Vergleich: Die Investitionen in Aktien von Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien fielen mit 138 Mio. US-Dollar deutlich geringer aus.

„Nachhaltige“ Fonds sind in Energiekrise CO2-lastiger geworden

Im Laufe des Jahres 2022 hätte sich die Verschiebung in Richtung fossile Energien fortgesetzt, so Finanzwende. Schon Ende Dezember 2021, also noch vor Eskalation des Krieges im Februar, sei der Anteil fossiler Energien am Gesamtportfolio der untersuchten Fonds dreimal so groß gewesen wie der von Erneuerbaren. Dennoch sei er bis Ende Dezember 2022 sogar auf das Zehnfache der erneuerbaren Investments angestiegen.

Kritik am „Greenwashing“

Finanzwende sieht derartige Investitionen sehr kritisch und sieht in der Klassifizierung der entsprechenden Fonds eine schwere Form des Greenwashings. Noch immer würden viele insbesondere große Energiekonzerne im Bereich der fossilen Energiequellen expandieren, was mit dem Pariser Klimaabkommen unvereinbar sei. Dass die neue geopolitische Situation ein Abweichen von bisherigen Anlagestrategien unausweichlich mache, will Finanzwende nicht gelten lassen, denn „niemand zwingt Fondsgesellschaften, diese Investitionen als ‚grün‘ oder ‚nachhaltig‘ zu klassifizieren“.

Insgesamt habe das Greenwashing vermeintlich nachhaltiger Fonds in Reaktion auf Tech-Flaute , Ukrainekrieg und Energiekrise zugenommen. Die untersuchten Aktienportfolios seien zwischen Ende Dezember 2021 und Ende März 2022 um 7,9% CO2-intensiver geworden. (mki)

Weitere Informationen zu der Studie gibt es hier.

Bild: © Franco Tognarini – stock.adobe.com; Grafik: © Finanzwende Recherche gGmbH

 

Infrastrukturanlagen als „Inflation-Hedge“

Der Nachholbedarf bei der Infrastruktur ist groß. Brücken, Straßen, Bahnstrecken, Netze – die Liste könnte den gesamten Beitrag füllen. Fakt ist: Viele Staaten erhöhen ihre Ausgaben massiv. Das treibt das Wachstum der Vermögensbasis von Infrastrukturunternehmen an. Welche Chancen bieten sich hier für Anleger?

<h5>Ein Artikel von Peter Gorynski, Director Sales Retail für Deutschland bei Franklin Templeton</h5><p>Totgesagte leben länger – die Inflation und drastisch steigende Rohstoffpreise haben sich mit Wucht zurückgemeldet. Die gute Nachricht für Anleger gleich vorweg: Infrastruktur ist gegen erhöhte Inflation nur wenig anfällig. Doch woher kommt diese „Teflon-­Beschichtung“ des Segments? </p><p>Was für die einen ein Fluch ist, ist für die anderen ein Segen. Während viele Unternehmen steigende Preise nicht ohne Auswirkung auf die Nachfrage weitergeben können (Nachfrageelastizität), werden Grunddienstleistungen unabhängig von der Konjunktur oder einer Rezession nachgefragt – und dies selbst bei steigenden Preisen. So ist unser Verbrauch von Wasser, Strom und Wärmeenergie relativ konstant, anders als bei Luxuskonsumgütern, beim Urlaub oder bei anderen verzichtbaren Produkten und Dienstleistungen. Hier hängt die Nachfrage stark von der Stimmung der Konsumenten ab, und die steht natürlich in Zusammenhang mit der Konjunktur.</p><p>Und ein zweiter Grund, weshalb die Anlageklasse ein guter Infla­tionsschutz ist: Bei vom Nutzer bezahlten Anlagen gibt es meist langfristige Verträge und wenig Mengenrisiko. Die Preise sind vertraglich festgelegt, doch oft können sie an kurzfristige Inflationsbewegungen angepasst werden, ganz oder zumindest teilweise.</p><h5>Energiesicherheit erfordert neue Infrastrukturprojekte</h5><p>Franklin Templeton ist der Ansicht, dass Infrastrukturanlagen 2023 von mehreren makroökonomischen Faktoren profitieren werden. Erstens ist die Sicherheit der Energieversorgung weltweit derzeit der vorrangige Faktor bei politischen Entscheidungen. Um diese Sicherheit zu erreichen, müssen umfangreiche Infrastrukturprojekte umgesetzt werden. Die hohen Gaspreise und die Versorgungsengpässe durch den Angriffskrieg Russlands haben die Bedeutung von Energie­sicherheit und Energieinvestitionen aufgezeigt. Das begünstigt die Energieinfrastruktur, insbesondere in Europa, wo zusätzliche Kapazität erforderlich ist, um die russischen Öl- und Gaslieferungen zu ersetzen, sowie in den USA, wo – teilweise zur Deckung der zusätzlichen Nachfrage aus Europa – neue Vorkommen erschlossen werden.</p><h5>Verkehr und Kommunikation profitieren ebenfalls</h5><p>Auch im Verkehrsbereich steigt die Nachfrage nach neuer Infrastruktur. Grund dafür sind die sich ändernden Handelsrouten und Anpassungen der Lieferketten. Diese werden vorgenommen, um die Produktion wieder ins nähere Umfeld zu holen, sei es durch ihre Verlagerung ins Inland oder in die Region. Die Flughäfen haben immer noch Schwierigkeiten, an die Fluggastzahlen aus der Zeit vor der Pandemie anzuschließen, und dürften durch eine globale Rezession im Jahr 2023 einen weiteren Dämpfer erhalten. Außerdem zeigen die langfristigen Trends etwa für Geschäftsreisen, dass die Branche vor Herausforderungen steht. Im Bereich Kommunikationsinfrastruktur wird das 5G-Netz weiter ausgebaut, die 6G-Technologie entwickelt und daran gearbeitet, die Netzwerklatenz zu reduzieren. Dazu werden erhebliche Investitionen in Mobilfunkmasten-Unternehmen getätigt, in der Regel im Rahmen langfristiger inflations­gebundener Verträge. </p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Inflation Reduction Act bringt Rückenwind für Energieversorger & Co.--><h5>Inflation Reduction Act bringt Rückenwind für Energieversorger & Co.</h5><p>Werfen wir nun einen Blick auf die US-Haushaltspolitik: Der Inflation Reduction Act (IRA), der im August 2022 verabschiedet wurde, ist eine der bedeutendsten Errungenschaften der Klimagesetzgebung in der Geschichte der USA. Das Gesetzespaket wird Franklin Templeton zufolge ganze Branchen grundlegend verändern, insbesondere den Versorgungssektor und den Bereich erneuerbare Energien. Angesichts der zunehmend drängender werdenden Elektri­fizierung – mit mehr Ladeinfrastruktur für Elektroautos und mehr Solaranlagen auf den Dächern von Wohnhäusern und kleineren Gewerbeimmobilien – sind neue Umspannwerke, neue Transformatoren und verbesserte Leitungen für die Verteilnetze erforderlich. Dies hat sich bereits in den Investitionsplänen der Versorger für 2023 niedergeschlagen, ebenso wie in den Auftragsbüchern von Unternehmen, die an der Energiewende beteiligt sind. Unternehmen, deren Wachstumsprofil sich dadurch verbessert, sind zum Beispiel Anbieter von erneuerbaren Energieträgern, Energiespeichern und Bauteilen.</p><p>Eine wichtige makroökonomische Botschaft des IRA lautet: Alles spricht dafür, von nun an nur noch erneuerbare Energien auszubauen. Der Hauptgrund? Steuervorteile. Steuervergünstigungen für die Produktion von Solar- und Windenergieanlagen können bis 2032 oder bis zum Erreichen einer 75-prozentigen Verringerung der Treibhaus­gase – auf Grundlage der Zahlen von 2022 – angenommen werden. In jedem Fall ergibt sich daraus ein Rückenwind für Investitionen, der noch weit über ein Jahrzehnt anhalten wird. </p><p>US-Präsident Joe Biden will die Emissionen in den USA bis 2030 um 50% senken. Bis 2050 soll etwa die Hälfte des US-Stroms aus Solaranlagen stammen. Bis 2030 müssen fast 320 Mrd. US-Dollar in die Infrastruktur der Stromübertragung investiert werden, um die Nettoemissionen bis 2050 auf null zu reduzieren. Der dringende Bedarf an Infrastrukturausgaben bildet die Grundlage für das Wachstum im nächsten Jahrzehnt und darüber hinaus, und die ersten Schritte zum Erreichen dieser langfristigen Ziele werden jetzt unternommen.</p><h5>Infrastrukturunternehmen bieten Diversifikationsvorteile</h5><p>Die Marktunsicherheiten sind groß, aber Anleger sollten dennoch der Börse nicht den Rücken kehren, sondern bei Unternehmen, in die sie investieren, auf hohe Verlässlichkeit und Widerstandsfähigkeit der Einnahmen, Cashflows und Dividenden achten. Gelistete Infrastrukturunternehmen bieten einen „Inflation-Hedge“, da steigende Preise zu steigenden Erträgen führen können. Sie sind konjunkturunabhängiger als Unternehmen aus anderen Sektoren und, da es sich um notwendige Dienstleistungen handelt, auch in Krisenzeiten nachgefragt. Nicht zuletzt bieten Infrastrukturunternehmen Diversifikationsvorteile im Portfolio. Sie sind handfeste Vermögenswerte, die aufgrund der immensen Fördertöpfe von Regierungen über einen sehr langen Zeitraum sehr viel Geld verdienen werden.</p><p>Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 02/2023, S. 46 f., und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/de/profiles/53e4066999da-asscompact/editio…; target="_blank" >ePaper</a>.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Artinun – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/A4E71E33-9C31-4706-B7D7-F9D56C286C71"></div>

 
Ein Artikel von
Peter Gorynski

Finanzwissen um Kosten bei Geldanlage „unterirdisch“

Beim Thema Geldanlage wissen deutsche Sparer kaum etwas über vermeidbare Kosten, wie eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung zeigt. Demnach würden deutsche Sparer bei der Geldanlage „Milliarden“ verschenken.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), eines der größten Marktforschungsinstitute der Branche, hat im Auftrag des Finanzdienstleisters Rentablo eine repräsentative Studie zum Wissensstand deutscher Sparer über anfallende Kosten bei der Geldanlage durchgeführt. Befragt wurden Ende Januar 2023 1.003 Personen zwischen 18 und 74 Jahren, die rund 60 Millionen Bundesbürger in dieser Altersspanne repräsentieren.

Die Studienergebnisse zeigen, dass die Kenntnisse deutscher Sparer beim Thema Anlagekosten sehr zu wünschen übrig lassen – und sie sich dementsprechend einiges an Geld sparen könnten.

Schon Unkenntnis bei Zusatzkosten eines Girokontos

Zwar kennen 86% der Befragten noch die monatlichen Kosten ihres Girokontos. Doch es herrscht offenbar schon Unkenntnis bei den sonstigen Gebühren eines Girokontos, z. B. für Barabhebungen oder den SMS-Versand beim Online-Banking. Dort gaben laut Gfk nur noch 28% an, die Kosten in etwa zu kennen. Die laufenden Kosten einer eigenen Immobilie waren laut Umfrage ebenfalls noch etwa jedem Vierten (26,8%) vertraut, die einmaligen Kosten beim Immobilienkauf jedem Fünften (20,5%).

Beim Wertpapierdepot allerdings geht das Wissen deutlich runter: Die laufenden Gebühren kannten 15,6%, die Transaktionskosten etwa beim Aktienkauf nur noch 13,4%. Die Abschlusskosten eines Bausparvertrags kann etwa jeder Zehnte einordnen (11,2%).

Lebensversicherungen und Investmentfonds sind die großen Unbekannten

Ansonsten sei das Finanzwissen rund um die Kosten der Geldanlage, wie es Rentablo in seiner Mitteilung zur Untersuchung schreibt, „geradezu unterirdisch“. Die Abschlussprovisionen von Lebensversicherungen (7,2%) und Rentenversicherungen (6,2%) kenne nach eigener Einschätzung nicht einmal jeder Zehnte – und das, obwohl statistisch jeder Bundesbürger mindestens eine Lebens- oder Rentenversicherung habe.

Finanzwissen um Kosten bei Geldanlage „unterirdisch“

Bei der Kenntnis von Abschlussprovisionen (9,1%) und Bestandsprovisionen (7,6%) für Investmentfonds sieht es der Studie zufolge kaum besser aus. Laut Studieninitiator André Rabenstein von Rentablo könnten Fondssparer diese Kosten besonders einfach vermeiden und so ihre Rendite verbessern. Bei einem guten Fondsdiscounter könne man 100% Rabatt auf die Abschlussprovisionen bekommen und einen guten Teil der Bestandsprovisionen erstattet bekommen. Dies sei auch bei bereits gekauften Fondsanteilen möglich.

Bestandsprovision Fonds: 6 Mrd. Euro jedes Jahr

Derzeit haben die Privatanleger in Deutschland rund 1 Bio. Euro in gemanagten Fonds angelegt, meldet Rentablo. Der überwiegende Teil davon liege in Aktien- und Mischfonds. Bei einer durchschnittlichen Bestandsprovision von 0,56% ergebe dies rund 6 Mrd. Euro, die aktuell Jahr für Jahr an klassische Fondsvermittler wie Banken und Sparkassen fließen würden. Durch einmalige Abschlusskosten bei Fonds kommen pro Jahr laut Rentablo mindestens weitere 3 Mrd. Euro Kosten hinzu, die sich via Fondsdiscounter vermeiden lassen.

Nennenswert ist, dass bei Jüngeren (bis 29 Jahren) die Kenntnis der Fondskosten laut Befragung einige Prozentpunkte höher ist (11,5% und 12,3%).

Männer nach eigener Einschätzung besser informiert

Generell seien laut GfK-Studie Männer besser informiert – allerdings „nur“ nach ihrer eigenen Einschätzung. Selbstständige und Personen mit höherem Nettoeinkommen (ab 3.000 Euro im Monat) erklärten ebenfalls überdurchschnittlich oft, die Kosten der Finanzprodukte zu kennen.

Dass Frauen bei den Kosten unsicherer sind, ziehe sich durch die gesamte Studie, so Rabenstein. Der Grund hierfür könnte allerdings auch darin liegen, dass Frauen ihre eigenen Kenntnisse vorsichtiger einschätzen. Er rät zu mehr Finanzbildung. Wenn man sparen möchte, sollte man schon bei den Kosten der Geldanlage damit beginnen. Denn: „Ein gesparter Kosten-Euro ist genauso viel wert wie ein Rendite-Euro“, sagt der Rentablo-CEO. (mki)

Bild: © ra2 studio – stock.adobe.com

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