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Fort- & Weiterbildung

Zukunftswerkstatt Nachhaltige Finanzberatung startet wieder

Wie soll Finanzberatung aussehen, damit sie nicht nur Rendite und Risiko im Blick hat, sondern auch langfristig Menschen eine gesicherte Existenz ermöglicht und ökologische Grenzen einhält? Damit beschäftigt sich im Herbst zum zweiten Mal die Zukunftswerkstatt Nachhaltige Finanzberatung und lädt zum Mitmachen ein.

Seit Jahren werden die Anforderungen an eine nachhaltige Finanzberatung sowie Unternehmensführung und -kommunikation erhöht. Viele Menschen und Unternehmen sind verunsichert. Nachhaltige Finanzberatung ist daher mehr als „nachhaltig“ oder „grün“ Geld anzulegen und Versicherungen abzuschließen. Es geht darum, Geldströme ressourcenschonend und somit generationengerecht umzuleiten und sinnstiftend zu nutzen. Privatpersonen und Unternehmen müssen sich und die eigenen Finanzen zukunftssicher aufstellen.

Zukunftswerkstatt Nachhaltige Finanzberatung

Wer sich für eine zukunftsfähige Finanzberatung interessiert, für den oder die dürfte die „Zukunftswerkstatt Nachhaltige Finanzberatung“ etwas sein. Die Weiterbildung, die 2022 zum ersten Mal stattfand (AssCompact berichtete: Neue Weiterbildung zur nachhaltigen Finanzberatung) geht in die nächste Runde und richtet sich in diesem Jahr an Anbieter von Versicherungen und Finanzanlagen, vermittelnde Personen, aber auch Privatpersonen und Unternehmen. Organisator und Vorstandsvorsitzender der CLIMAVIVA eG ist Volkmar H. Haegele, der zudem als selbstständiger Versicherungsmakler und Finanzanlagenvermittler bei grün vorsorgen tätig ist. „Wir wollen verantwortungsbewusste Menschen und Unternehmen zusammenbringen und diese mit wirkungsorientiertem Wissen und Werkzeugen für einen sinnstiftenden Geldfluss ausstatten. In jeder Beratung sollten wir die Folgen unseres Handelns für alle Menschen, für unsere Kinder und Enkelkinder berücksichtigen. Und nur gemeinsam erreichen wir mehr für die zukunftsfähige Finanzberatung", so Haegele.

Veranstaltung wird vielseitiger und öffentlicher

Anbieter von Versicherungen und Finanzanlagen können dort ihre Angestellten und den Vertrieb qualifiziert schulen lassen und neue Einblicke in „nachhaltige Trends“ und Zielgruppen gewinnen.

Vermittelnde Personen wiederum können sich wissenschaftlich basiert und branchenübergreifend zu aktuellen Themen rund um das Thema nachhaltige Beratung und deren Chancen weiterbilden.

Privatpersonen haben die Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen im Finanzbereich und darüber hinaus kennenzulernen und neue Ansätze für die eigene nachhaltige Finanzstrategie zu finden, während Unternehmen den Erfolgsfaktor Nachhaltigkeit für ein zukunftsfähiges und attraktives Geschäftsmodell kennenlernen. Zudem können sich alle mit Spezialistinnen und Spezialisten austauschen.

Wie soll Finanzberatung der Zukunft aussehen?

In der Zukunftswerkstatt soll nach Angaben des Veranstalters ergründet werden, wie Finanzberatung in den nächsten Jahren gesünder und attraktiver für alle Menschen gestaltet werden könnte – mit Fragen wie: Wo können wir mit welcher Wirkung mehr voranbringen? Wer kann uns dabei unterstützen? Zudem wird es darum gehen, wie eine Finanzberatung aussehen soll, die nicht nur Rendite und Risiko im Fokus hat, sondern die ökologischen Grenzen des Planeten einhält und langfristig allen Menschen eine gesicherte Existenz ermöglicht.

Online und vor Ort ab Herbst

Ab Herbst 2023 wird die Veranstaltungsreihe im erweiterten Format stattfinden. Neben Vorträgen am Vormittag, die online übertragen werden, finden bundesweit auch Ganztagsveranstaltungen mit Workshops in größeren Städten zu diversen Themenbereichen statt. Vermittelnde Personen können IDD-Weiterbildungszeiten sammeln. Weitere Informationen gibt es unter Zukunftswerkstatt Nachhaltige Finanzberatung 2023 im neuen Format. (lg)

Bild: © Antony Weerut – stock.adobe.com

 

Makler, quo vadis? Trendtag Deutschland 2023 im September

Wie sind Maklerkonsolidierung, M&A-Modelle, Maklernachfolge und gesetzgeberische Vorhaben einzuordnen? Um diese Frage geht es am 05.09.2023 auf dem „AssCompact Trendtag Deutschland 2023“.

Der Trendtag Deutschland 2023 rückt immer näher: Am 05.09.2023 wird sich die Branche im Congress Centrum in Würzburg zusammenfinden, um sich über die fundamentale Umwälzung des Maklermarkts auszutauschen. Private-Equity-finanzierte Transaktionen, Bestandsübernahmen und Maklerrente werden die großen Themen sein, über die auf dem Trendtag gesprochen wird.

Viel tut sich in der Branche

Zuletzt verging kaum eine Woche ohne mindestens eine Meldung zu einer weiteren Übernahme eines Maklerhauses – ob durch eine Maklergruppe oder in anderer Konstellation. Fusionen, Beteiligungen, Kooperationen – das sind die Schlagwörter, die nun überall in der Branche präsent sind. Dieter Knörrer, Initiator des Trendtags, meint:„Der Maklermarkt ändert sich dramatisch, deshalb muss jeder dabei sein, um seine Erkenntnisse daraus zu ziehen.“

Vorträge und Diskussionen zu aktuellen Themen

Und so wird es auf dem ersten AssCompact Trendtag Deutschland 2023 nach einer kurzen Begrüßung durch Dr. Christian Durchholz, Geschäftsführer der bbg Betriebsberatungs GmbH, dann auch zahlreiche Vorträge und Diskussionsgruppen mit Inhalten zu den aktuellen Themen und Fragestellungen im Maklermarkt geben. Dabei wird es um nationale und internationale Marktkonsolidierung, M&A-Trends im Makler- und Poolmarkt und die daraus entstehenden Herausforderungen für Makler und Versicherer gehen. Als Moderatorin führt Brigitte Horn, Chefredakteurin von AssCompact, durch den Tag.

Diese Vorträge und Diskussionsrunden gibt es auf dem Trendtag 2023:
  • Marktkonsolidierung in Deutschland und international; Referenten: Klaus-Jürgen Baum und Dr. Dietmar Kottmann
  • M&A-Modelle in Deutschland – Wachstumsstrategien in regionalen Märkten; Referenten: Dr. Stefan Adams, Andreas Grimm, Michael Richthammer und Steffen Ritter
  • Diskussionsrunde zum Thema Marktkonsolidierung und Entwicklung im Maklermarkt; Teilnehmer: Ralph Rockel, Julie Schellack, Dr. Tobias Warweg und Dr. Max Weinhold; Moderation: Thomas Billerbeck
  • Aktuelles zu politischen Rahmenbedingungen aus Berlin und Brüssel; Referent: Michael H. Heinz
  • Marktentwicklung aus Sicht der Württembergische Versicherungs AG; Referentin: Zeliha Hanning
  • Diskussionsrunde zum Thema Marktkonsolidierung und Entwicklung am Poolmarkt; Teilnehmer: Thomas Billerbeck, Lars Drückhammer, Zeliha Hanning, Michael H. Heinz und Marcus Nagel; Moderation: Stephan Schinnenburg
Zukunftsperspektiven für Maklerbetriebe

Über den gesamten Tag hinweg werden Szenarien aufgezeigt, wie die Zukunft des deutschen Maklermarkts aussehen könnte. Den Besuchern werden Perspektiven geboten, wie Unternehmen ihre Auf­gaben innerhalb der neuen Rahmenbedingungen bewältigen. Wissenstransfer und interessante Gespräche sind garantiert.

„Es geht um die Zukunft des Maklermarktes. Wenn Sie wissen wollen, was die Branche bewegt, müssen Sie kommen“, sagt Stefan Schinnenburg, Unternehmensberater.

Diese Unternehmen sind dabei

Billerbeck Versicherungsmakler | blau direkt | BVK | Dr. Adams & Associates | GGW Group | Gothaer | Institut Ritter | Martens & Prahl | MRH Trowe | Oliver Wyman | Resultate Institut | Richthammer Versicherungsmakler | Summitas Gruppe | VeDaTa | Württembergische | Sponsor: Summitas Gruppe

Weitere Informationen und Anmeldung unter asscompact.de/trendtag

Bild: © gguy – stock.adobe.com

 

DKM-News: Mit der Young DKM gegen den Fachkräftemangel

Am 24. und 25.10.2023 findet die DKM in Dortmund statt und hat in diesem Jahr etwas Neues im Programm: die Young DKM. Bei diesem Format trifft die etablierte Versicherungswirtschaft auf junge und innovative Köpfe, die die Branche der Zukunft prägen werden.

Die DKM bringt als Leitmesse der Finanz- und Versicherungswirtschaft schon seit Jahren die „alten Hasen“ und die „jungen Wilden“ zusammen. Ein plakatives Beispiel hierfür ist die Verleihung des Jungmakler Awards, die jährlich im Rahmen der DKM stattfindet und mit verschiedenen Events und Meetings der Community verbunden ist. Bekannterweise haben sich nun die Nachwuchssorgen und der Fachkräftemangel in der Finanz- und Versicherungswirtschaft als auch in der Maklerschaft noch einmal verschärft. Und deshalb wird die Messe noch ein bisschen jünger: Eine neue Kooperation macht es möglich, dass Universitäten ihre Studiengänge am 25.10.2023 nach Dortmund bringen – und zwar zur „Young DKM“.

Die neue Young DKM ist eine innovative Plattform, auf der Studierende erfahren, wie die Versicherungswirtschaft heute tickt und inwieweit deren digitale und nachhaltige Transformation bereits stattgefunden hat. Wer will, trifft Entscheider der Branche, kann seine Ideen einbringen und von den Branchenplayern lernen. Vor allem ist es aber auch umgekehrt: Die oftmals noch im Konservativen verhaftete Branche soll von den Studierenden lernen und erfahren, welche Arbeitswelt sie sich vorstellen, welche Erwartungen sie haben und mit welchem Mindset und mit welchen Technologien sie Veränderungen vorantreiben wollen.

„Wir bringen die Versicherungswirtschaft, die in Gesellschaft und Wirtschaft eine so wichtige Rolle spielt, mit jungen und innovativen Köpfen zusammen, die die Branche in der Zukunft prägen werden“, sagt Lisa Knörrer, zuständig für Business Development bei der bbg, dem Veranstalter der DKM. Zusammen mit Prof. Dr. Jürgen Hilp von der DHBW Heidenheim, Unternehmensberater Max Schroll und Generation-Z-Influencer Andreas Wollermann, hat sie die Young DKM ins Rollen gebracht. Die DKM 2023 steht also ganz im Zeichen des Voneinander-Lernens und des Austauschs zwischen den Generationen.

Am 24.10.2023 wartet die Young DKM mit einem ebenfalls umfangreichen Programm auf, richtet sich dann aber an die Professionals. Hier geht es um die Branchensicht, um die Positionierung als interessante Arbeitgeber und um neue HR-Anforderungen. Mehr zur Young DKM gibt es hier.

Aktuelle Informationen rund um die DKM 2023 gibt es regelmäßig auf asscompact.de und auf die-leitmesse.de.

Lesen Sie auch: DKM-News: Meet-up – die neue Abendveranstaltung

 

Führungskrise? Hier nicht – denn Führung geht heute anders!

Überforderte Führungskräfte, Orientierungslosigkeit und Frustration, miese Stimmung am Arbeitsplatz, die Finanzdienstleistungsbranche für den Nachwuchs nicht interessant genug – nach neuesten Umfragen ist Deutschland in der Führungskrise. Clean Leader machen einiges anders – und vieles besser. Wie?

Ein Artikel von Andreas Buhr

„Vertrieb geht heute anders“ – unter diesem Motto (eines meiner Bücher) hat sich in den letzten Jahren viel in der Branche getan, viel Positives.

Epidemische Unzufriedenheit mit Führungskräften

Und es zeigt sich, dass jetzt höchste Zeit ist für „Führung geht heute anders“ in der Finanzdienstleistungsbranche. Denn: Die emotionale Bindung der Mitarbeitenden an ihre Chefs und Unternehmen ist über alle Branchen hinweg auf dem absoluten Zehn-Jahres-Tief: Fast jeder Fünfte hat innerlich schon gekündigt – und fast 70% machen nur noch widerwillig „Dienst nach Vorschrift“, so die neueste Gallup-Studie „Engagement Index“. Die dort angegebenen Gründe: schlechte, überforderte Führungskräfte, schwache Führung, Orientierungslosigkeit im Management, mangelnde Perspek­tive, uninspirierte Unternehmenskultur. Eine Folge: Die Zahl der Profis im Außendienst der Branche sinkt seit Jahren. Gleichzeitig zeigen die AssCompact Trends II/2023: Die Möglichkeiten und die Motivation in der Branche steigen seit Anfang des Jahres stetig. In der Konsequenz bedeutet das: Die Schere zwischen Führungskompetenz und -erfordernissen geht immer weiter auf. Immer mehr Führungskräfte – und das erlebe ich bei meinen Vorträgen und Trainings in den Unternehmen auch – fühlen sich verunsichert, frustriert, überfordert. Sind geschlaucht von den äußeren Krisen der letzten Jahre und dem ständigen Wandlungsdruck und wissen nicht, wie sie mit den inneren Herausforderungen wie Quiet Quitting, Ansprüchen von Mitarbeitenden an Work-Life-Balance oder Konflikten zwischen den Mitarbeitenden-­Generationen im Team umzugehen haben. Oft scheint ein einfacher moralischer Kompass verloren gegangen zu sein; zu oft wurde offensichtlich echte Führung durch zahlenfixiertes Management ersetzt. Dabei ist kompetente, menschliche und ergebnisorientierte Führung einfach. Wenn wir sie auf ihren inneren Kern beschränken.

Die (wenigen, aber wichtigen) Führungsprinzipien erfolg­reicher Clean Leader

Was diese Art von Führung einfacher macht? Ein überschaubares, zwölf Leitlinien umfassendes Set an grundlegenden Clean-Leadership-Führungsprinzipien, die Hebelwirkung haben. Erfolgreiche Clean Leader sind „clean“ in ihrer Führung – auf das Wesentliche fokussiert, klar und entschlossen. Das macht sie berechenbar für ihre Mitarbeitenden. Es macht sie authentisch und zuverlässig! Auf Basis der Clean-­Leader-Prinzipien erleben sie selbst und schaffen sie (eine moralische) Orientierung, wo der Business­alltag immer schneller, fordernder und widersprüchlicher wird. Und genau das macht die Unternehmenskultur, macht die Finanzvertriebe wieder attraktiv für die jungen Nachwuchskräfte der Genera­tion Z – auch „Generation Zoomer“ genannt. Denn seien wir ehrlich: Der Finanzvertrieb steht nicht eben oben auf der Liste der begehrenswerten Jobs des Nachwuchses. Arbeitsintensiv, „all white all men“, umweltfern, hierarchisch – das sind Urteile, mögen es auch Vorurteile sein, mit denen junge Menschen, die auf Sinn, Freiheit, Nachhaltigkeit und Gestaltungsmöglichkeit setzen, den Finanzvertrieb beschreiben. Unattraktiv!

Das Mindset der Clean Leader überzeugt gerade auch den Vertriebsnachwuchs

Das Mindset der Clean Leader hingegen zieht diese jungen Menschen an! Überzeugt sie. Dauerhaft. Denn sie machen Schluss mit dem momentan überall zu lesenden Gemäkel an den Jungen. Sie machen Schluss mit dem unseligen Generationen-Bashing „die Boomer sind verknöchert, die Zoomer sind faul“! Sie schätzen und fördern die Kompetenz von jungen, aber auch von älteren Mitarbeitenden! Denn Fakt ist: Zwei von drei Mitarbeitenden der Generationen Babyboomer und X werden schon in 15 Jahren nicht mehr im Berufsleben aktiv sein. Es folgen wenige junge Bewerber auf viele freie Stellen. Bedeutet: Unternehmen, Makler und Vertriebe müssen sich eher bei den Bewerbern bewerben – und konkurrieren dabei mit anderen Branchen um dieselben Nachwuchskräfte. Daher muss jeder Finanzvertrieb und jede Makleragentur so an der eigenen „Sexyness“ arbeiten, dass die junge Generation gern mittun will. Dabei gilt: Sinn schlägt Status. Beantworten Sie als Arbeitgeber die Frage: Wofür setzen wir uns ein? Wozu ist unser Tagesgeschäft wirklich da? Welchem Stern folgen wir? Ein positives Formulierungsbeispiel: „Wir sorgen mit unserem täglichen Engagement dafür, dass der Lebensstandard der Menschen im Alter abgesichert ist, dass Pensionäre sich nicht wesentlich einschränken müssen, wenn sie aus dem Berufsleben ausscheiden.“ Das sind ethische Arbeitsziele, die Sinn versprechen!

Quantitative und qualitative Vertriebsziele motivieren neu

Clean Leader haben das Potenzial „solch neuer“, ethisch motivierender Arbeitsziele erkannt und setzen zunehmend neben durchaus ambitionierten quantitativen Vertriebszielen wie Abschlusszahlen, Verkaufsvolumina, Anzahl von Kundenbesuchen, Up-/Cross-Selling-Quoten auf qualitative Ziele, die Mitarbeitende auch langfristig begeistern. Beispielsweise: Beiträge zur hervorragenden Arbeitgebermarke, das könnten Maßnahmen der Attraktionserhöhung für die werteorientierte Generation Z sein. Oder: Erhöhte ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit von Produkten und Prozessen. Oder: Maßnahmen hervorragenden Teamings, die Mitarbeitende aller Generationen unterstützend und ergebnisorientiert zusammenbringen, wie Mentoring- und Reverse-Mentoring-Programme: „Markterprobte“ Maklerinnen und Profis der Generation Boomer bringen ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihre Stärken ein, um als Mentoren die neuen Leute im Unternehmen, die digital aufgewachsenen Zoomer, zu unterstützen. Und diese bringen ihre digitalen Skills im Reverse Mentoring ein, um ihrerseits ihren Mentoren bei der Einarbeitung zum Beispiel in neue, KI-gestützte Software, ChatGPT etc. zu helfen und neue (Geschäfts-)Modelle zu entwickeln oder neue, junge Zielgruppen zu adressieren.

Führungspersönlichkeit = zuverlässig beweisendes Vorbild

Das verlangt einiges von der Führungskraft als Clean Leader: ständige Selbstreflexion. Und Empathie: Sie sehen in erster Linie den Menschen im Mitarbeiter. Demnach sollte auch für Sie der einzelne Mitarbeitende mit seinen Talenten und Stärken der Fokus Ihres Handelns sein – unabhängig von seinem Alter oder seiner „Generationszugehörigkeit“. Hinterfragen Sie Ihr eigenes Menschenbild. Woran glauben Sie in der Zusammenarbeit und dem Zusammen­leben mit anderen Menschen – und zwar zutiefst im Inneren, wo Sie auch Ihre Vorurteile „verstecken“? Seien Sie dabei ehrlich zu sich selbst! Denken Sie außerdem darüber nach, wie Sie Ihre Haltung in der Kultur Ihres Unternehmens empfinden. Welches Menschenbild wird dort gelebt? Die Klarheit hilft Ihnen, authentisch und kongruent zu sein. Ihre Autorität hängt immer davon ab, ob Sie für Ihre Mitarbeiter ein zuverlässiges Vorbild sind. Vorbild sind Sie aber nur, wenn Ihre Worte und Ihre Taten übereinstimmen. Helfen Sie als Clean Leader Ihren Mitarbeitenden, mehr zu leisten als das, wozu sie sich selbst imstande sehen. So machen Sie bloß Geführte zu freiwillig Folgenden – und Führungskrise wird kein Thema für Sie sein!

Über Andreas Buhr

Der Gründer und Aufsichtsrat der Buhr & Team AG für mehr Unternehmenserfolg ist Unternehmer, Vortragsredner und Buchautor. Sein Ziel ist es, Unternehmen mehr Erfolg im Business zu ermöglichen.

Über das Buch

Das neue Buch „Führungsprinzipien: Führung geht heute anders. Die 12 Leitsätze der Clean Leadership“ von Andreas Buhr ergänzt die Management-Buch-Trilogie um „Vertrieb geht heute anders“ und „Business geht heute anders“. Der Praxisratgeber ist bei Gabal erschienen. 

Clean Leader Masterclass

Interessierte Führungskräfte können zudem die Clean Leader Masterclass unter buhr-team.com/clean-leader-masterclass besuchen.

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 08/2023 und in unserem ePaper.

Bild: © peterschreiber.media – stock.adobe.com bzw. © Claudia di Lucia

 
Ein Artikel von
Andreas Buhr

Geringes Finanzwissen kostet Deutschland Geld

Eine neue Studie der Allianz stellt in konkreten Zahlen dar, wie viel Geld Wissenslücken zum Thema Finanzen kosten können. Allerdings zeigt die Studie auch: Nicht nur die Finanzkompetenz, sondern auch das Vertrauen in die eigenen Kenntnisse haben Auswirkungen.

Eine aktuelle Studie der Allianz zeigt auf, wie viel Geld aufgrund von geringer Finanzkompetenz in Deutschland „verloren“ gehen könnte. Der Studie zufolge könnte dieses geringe Wissen über Finanzen einen durchschnittlichen Haushalt in Deutschland pro Jahr rund 2.300 Euro kosten. Auf zehn Jahre läge der Betrag dann schon bei bis zu 36.663 Euro im Vergleich zu durchschnittlicher Finanzkompetenz. Für die Studie wurden über 1.000 Personen in Deutschland und in sechs weiteren Ländern befragt, um ihr Wissen über finanzielle Grundlagen wie Zinssätze, Inflation sowie Anlagerisiken und -erträge zu testen.

28% der Deutschen haben nur „geringe Finanzkompetenz“

Ergebnis für Deutschland: 28% kann nur eine „geringe Finanzkompetenz“ bescheinigt werden. Heißt: Ihr Wissen und ihre Fähigkeiten reichen nicht, um solide finanzielle Entscheidungen zu treffen. 56% verfügen der Allianz-Studie gemäß über durchschnittliches Finanzwissen. Ein hohes Finanzwissen zeigten 16% der Befragten. Dies entspricht auch ungefähr den Ergebnissen in den anderen untersuchten Ländern. Übrigens: 66% der global Befragten schätzen ihr Wissen über Finanzmärkte und Investieren geringer ein als das des Durchschnitts.

Die Allianz hat auch berechnet, wie sehr sich Finanzwissen lohnt: Eine Person mit hoher Finanzkompetenz etwa könne damit rechnen, 2.690 Euro jährlich zusätzlich zu verdienen. Im Laufe von 30 Jahren summiere sich das dann zu einer Summe von 196.502 Euro.

„Kluge Finanzentscheidungen zu treffen, ist keine Raketenwissenschaft“

Ludovic Subran, Chefökonom der Allianz, meint: „Geringe Finanzkompetenz tut richtig weh. Über lange Anlagezeiträume, z. B. beim Sparen für den Ruhestand, kann es Sie buchstäblich ein Vermögen kosten.“ Die gute Nachricht aber sei: „Kluge Finanzentscheidungen zu treffen, ist keine Raketenwissenschaft“, so Subran. Wenn man sich grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten aneigne, könne man bereits von einer geringen zu einer durchschnittlichen Finanzkompetenz gelangen und deutlich mehr Geld im Portemonnaie haben, sagt der Allianz-Chefökonom.

Zinsbasierte Geldanlagen verursachen hohen Kaufkraftverlust

Union Investment meldete zuletzt, dass die meisten Sparer in Deutschland von weiter steigenden Preisen und Zinsen ausgehen würden. Deshalb befassten sich viele nun mit der eigenen Geldanlage und zögen auch Konsequenzen. Der Anteil derjenigen, die ihre Geldanlage nun häufiger überprüfen, klettert demnach auf 26%. Eine große Mehrheit, und zwar 70%, überprüft die eigene Geldanlage allerdings trotz allem nicht öfter als bisher. 55% möchten bei ihrer Geldanlage alles so belassen, wie es ist. Und ein Viertel wird Umschichtungen vornehmen. 15% möchten sich zunächst bei ihrer Bank beraten lassen. Laut Union Investment hat sich der Anteil an zinsbasierten Geldanlageformen am Gesamtvermögen 2022 weiter erhöht. Damit verdreifache sich der Kaufkraftverlust aus Zinsprodukten durch den negativen Realzins für 2022 im Vergleich zum Vorjahr auf 324 Mrd. Euro.

Erwartungen in Bezug auf finanzielle Zukunft

Die Teilnehmer der Allianz-Studie wurden außerdem nach ihren Erwartungen in Bezug auf ihre finanzielle Zukunft gefragt. Sechs von zehn Befragten schätzen die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland als eher schlecht bis sehr schlecht ein. Der Anteil derjenigen mit geringer Finanzkompetenz, die das Gleiche über ihre eigenen wirtschaftlichen Aussichten sagen, beträgt 66%. Rund 14% der Befragten mit hoher Finanzkompetenz geben an, sehr zuversichtlich zu sein, was ihre eigene finanzielle Situation betrifft.

Frauen verfügen in Deutschland im Schnitt über mehr Finanzwissen als Männer

Dieser Mangel an Selbstvertrauen ist laut der Studie in den meisten der betrachteten Länder vor allem bei den Frauen beachtenswert. Jedoch ist das in Deutschland etwas anders: Hier sind es eher die Männer, denen es an Vertrauen in Finanzangelegenheiten fehlt, hat die Studie ergeben. 62% von ihnen sind nicht sicher, was ihre finanzielle Situation angeht. Auch interessant: In Deutschland haben mehr Männer als Frauen ein geringes Finanzwissen, nämlich 37% der Männer gegenüber 20% der Frauen. Frauen antworteten allerdings häufiger auf eine oder mehrere Fragen des Quiz zum Finanzwissen mit „Weiß nicht“. Dies führt die Allianz auch auf ein geringes Vertrauen in das eigene Finanzwissen und die Entscheidungsfähigkeit zurück.

Generation Gap beim Finanzwissen

Auch zwischen den Generationen zeigt die Studie Unterschiede auf. Demnach wachsen die Finanzkenntnisse und -fähigkeiten mit dem Alter. Hier fällt auf, dass der Anteil der Personen mit hoher Finanzkompetenz bei den Babyboomern mit 21% höher ist als bei der Gen Z (6%) und den Millennials (11%) zusammen. 

„Finanzwissen ist mehr als Mathematik“

Patricia Pelayo Romero, Senior Economist bei der Allianz und Mitautorin der Studie weist auf Folgendes hin: „Typischerweise konzentrieren sich Programme zur Vermittlung von Finanzwissen auf die Förderung von Rechenfertigkeiten. Dabei ist Finanzwissen mehr als Mathematik. Jede erfolgreiche Maßnahme zur Vermittlung von Finanzwissen, insbesondere solche, die sich an Frauen und junge Menschen richten, sollte mit der Stärkung des Selbstvertrauens beginnen.“ (lg)

Lesen Sie auch: „German Angst“: Sicherheit steht für die Deutschen vor Rendite

Bild: © Destrosvet – stock.adobe.com

 

Versicherungsdeutsch auf dem Prüfstand

Im Bericht „Von ERGO bis Gothaer – Versichern statt verwirren“ von WORTLIGA wird untersucht, wie Versicherern kundenfreundliche und rechtssichere Sprache gelingt. Trotz bereits erfolgter Verbesserungen werden noch einige Probleme ausgemacht. Auch Handlungsempfehlungen enthält der Bericht.

<p>Wie Versicherer zu einer kundenfreundlichen und dennoch rechtssicheren Sprache kommen, hat der Münchner Hersteller von Textanalyse-Software WORTLIGA nun in einem Expertenbericht festgehalten.</p><h5>„Von ERGO bis Gothaer – Versichern statt verwirren“</h5><p>Der Bericht „Von ERGO bis Gothaer – Versichern statt verwirren“ soll Erkenntnisse aus hunderten Texten strategisch nutzbar machen und enthält zudem Handlungsempfehlungen. Im Mai hatte WORTLIGA bereits die <a href="https://www.asscompact.de/nachrichten/produkttexte-von-versicherern-zu-…; target="_blank" >Verständlichkeit deutscher Versicherungen</a> gerankt. </p><h5>Nicht nur Versicherungsdeutsch ist Problem</h5><p>„Unser Bericht zeigt, dass Probleme weit über das oft kritisierte Versicherungsdeutsch hinaus gehen“, sagt der Studienleiter und Geschäftsführer von WORTLIGA, Gidon Wagner. Im Bericht wird daher ein Vier-Punkte-Plan als Kompass zur Verständlichkeit vorgestellt.</p><h5>„Was ist eine Hausratversicherung?“ sollte einfach beantwortet werden</h5><p>An Erfolgsbeispielen der Gewinner aus dem Versicherungsranking macht der Bericht Unterschiede und Potenziale deutlich. Etwa bereitet laut WORTLIGA eine einfache und unbürokratische Antwort auf die Frage „Was ist eine Hausratversicherung?“ einigen Versicherern Schwierigkeiten. Als Beispiel wird die Lösung der ERGO herangezogen. Aus Vergleichen unter den Versicherern leitet der Bericht schließlich Maßnahmen für Verbesserungen ab.</p><h5>Wenig Konzepte für barrierefreie Sprache, FAQs nachgerüstet</h5><p>Meist fehle es den Unternehmen an einem Konzept für barrierefreie Sprache, nicht am Willen oder an Kompetenz zu klarer Sprache, meint Wagner. „Zum Beispiel haben fast alle Unternehmen mit ausführlichen FAQ-Bereichen nachgerüstet. Leider werfen aber gerade diese zur Hilfe bestimmten Inhalte oft mehr Fragen auf, als sie beantworten. Unsere Handlungsempfehlungen helfen, den Dialog mit Kunden zu verbessern.“ (lg)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Matthew C/peopleimages.com – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/7EAD3332-0EFB-45E6-8323-D9FED410AEF7"></div>

 

Digitalkongress Haus & Wohnen am 27.07.2023

Rund ums Thema Immobilien geht es auf dem Digitalkongress Haus & Wohnen am 27.07.2023. U. a. aufgrund der Zinswende hat sich in der letzten Zeit viel getan. Daher befasst sich der Digitalkongress mit Finanzierung und Absicherung, bietet viele Infos und die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ein Haus ist eine Investition fürs Leben. Daher sind die Absicherung und Finanzierung von Immobilien auch besonders wichtig und müssen gut durchdacht sein. Der Digitalkongress Haus & Wohnen befasst sich am Donnerstag, den 27.07.2023, mit dem Thema Immobilien in all seinen Facetten. Der Treffpunkt ist die digitale Plattform DKM365.

Die eigene Immobilie finanzieren und absichern

Mit der Zinswende durch die EZB werden Baufinanzierungen aktuell deutlich teurer. Bausparprodukte können jedoch vom Zinsanstieg profitieren. Denn sie haben aufgrund der Zinssicherung im Vergleich eine stabilere Kalkulationsbasis. Auch staatliche Fördermöglichkeiten gibt es weiterhin, allerdings wurden deren Bedingungen verschärft.

Steht das neue Heim erst einmal, sollte es umfassend gegen diverse Gefahren abgesichert sein. Einen passenden Versicherungsschutz in der sehr komplexen Tariflandschaft zu finden, ist daher essenziell. Auch die technischen Entwicklungen beispielsweise im Bereich Smart Home und alternative Energiequellen spielen heutzutage eine immer größere Rolle.

Das Programm zum Digitalkongress Haus & Wohnen

Auf dkm365.de erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgendes Programm:

  • 10:00 – 10:30 Uhr: Das DOMCURA Mehrfamilienhauskonzept; Referent: Norbert Fink, DOMCURA AG
  • 11:00 – 11:30 Uhr: Wohngebäude nachhaltig und leistungsstark versichern; Referent: Jens van der Wardt, GEV Grundeigentümer Versicherung VVaG
  • 12:00 – 13:00 Uhr: Mittagspause
  • 13:00 – 13:30 Uhr: Kundengewinnung in der Baufinanzierung – Erfolgreich in schwierigen Zeiten; Referent: Kai Senfleben, Baufi-Lab
Gelegenheit für Fragen und Gespräche

Zwischen den Vorträgen besteht für die Teilnehmenden die Möglichkeit, über die angebotenen Kommunikationswege, und zwar Videotelefonie und Chat sowie Breakout-Rooms, weitere Informationen zu bekommen und natürlich auch mit Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch zu kommen.

Anmeldung und Weiterbildungszeit

Bei dieser Veranstaltung kann Weiterbildungszeit erworben werden. Eine separate Anmeldung ist nicht erforderlich. Sie benötigen lediglich einen Zugang zur Plattform DKM365.

 

DKM-News: Meet-up – die neue Abendveranstaltung

Was wäre die DKM ohne ein Event am Abend? Bei der DKM 2023, die am 24. und 25.10.2023 in Dortmund stattfindet, werden aus bisher zwei Abendveranstaltungen eine. Beim Meet-up können Aussteller und Besucher den ersten Messetag ausklingen lassen.

Meet-up – so heißt die neue Abendveranstaltung der DKM. Mit dem geänderten Öffnungskonzept der DKM 2023 wird aus zwei Abendveranstaltungen diesmal eine. Der Benefit dabei: Der Eintritt ist für die Messeteilnehmer im Ticket enthalten und die Abendveranstaltung schließt sich direkt an den Fachteil am Dienstag an. So können Aussteller sowie Besucherinnen und Besucher den ersten Messetag bei gutem Essen und weiterführenden Gesprächen ausklingen lassen. Wer noch Kraft in den Beinen und Luft in den Lungen hat, geht in Halle 6 auf den Dancefloor bei guter Musik von Groovin Affairs und DJ André.

Und so sieht der Abend aus

Wann?

24.10.2023, 18:30 bis 01:00 Uhr

Was?

  • Networking und Catering in Halle 5 und Foyer Eingang Nord
  • Weinbar im Foyer Eingang Nord
  • Dancefloor in Halle 6

Wie?

Anmeldung im Rahmen der DKM-Anmeldung erforderlich: die-leitmesse.de/anmeldung

Aktuelle Informationen rund um die DKM 2023 gibt es ab jetzt wieder regelmäßig auf asscompact.de und auf die-leitmesse.de.

Lesen Sie auch: DKM-News: Vier Themenparks – hier treffen sich Experten

 

Jungmakler Award 2023: Jury für DigitalCastings steht fest

Bis Ende Juni waren die Bewerbungen für den Jungmakler Award, den Nachwuchswettbewerb der Finanz-, Immobilien- und Versicherungsbranche, möglich. Jetzt steht die Jury für die DigitalCastings fest und sichtet die Bewerbungen.

Zum 13. Mal wird in diesem Jahr der Nachwuchspreis der Versicherungs-, Finanz- und Immobilienbranche verliehen – der Jungmakler Award. Bis zum 30.06.2023 konnten sich junge Unternehmer bewerben. Bis zum Gewinn und der Verleihung des Preises auf der diesjährigen DKM am 24. und 25.10. in Dortmund gibt es noch ein paar Herausforderungen für die Bewerber zu meistern, u. a. die DigitalCastings vom 31.07. bis zum 02.08.

Für diese DigitalCastings steht nun die Jury fest, wie vom Veranstalter und Organisator bbg Betriebsberatungs GmbH in Bayreuth mitgeteilt wird.

Das ist die Jury bei den DigitalCastings des Jungmakler Awards

Die Jury besteht aus renommierten Persönlichkeiten und Experten aus der Versicherungsbranche, die nun die Bewerbungen sichten und entscheiden, wer zum Casting Ende Juli bzw. Anfang August erscheinen darf. In der Jury engagieren sich:

  • Michael Albrecht, Barmenia Krankenversicherung
  • Sascha Beck, Concordia Versicherungen
  • Benjamin Börner, Gothaer
  • Marcel Brahmstaedt, Martens & Prahl
  • Sven Burkhart, WIFO
  • Beate Dantele, Markel
  • Bernd Einmold, Baloise
  • Simona Eschweiler, Interrisk
  • Julian Grauer, AdamRiese
  • Laura Greiner, Allianz
  • Jörg Illing, Hannoversche
  • Oliver Kossert, Nürnberger Versicherung
  • Uwe Lätsch, Vinlivt
  • Nico Locker, INTER Versicherungsgruppe
  • Heidi Lorenz, HDI AG
  • André Meissner, Canada Life Assurance
  • Karoline Viktoria Mielken, Münchener Verein
  • Stefan Musat, ACE Auto Club Europa
  • Ulrich Neumann, Charta
  • Fabian Ober, VK Versicherungsmakler
  • Frank Ortloff, Ideal
  • Marcus Pfanzelt, Dialog Lebensversicherungen
  • Sebastian Plaza, Blau Direkt GmbH
  • Daniel Pytiak, Dela Lebensversicherung
  • Stephanie Richter, LV 1871
  • Julika Roose, OCC Assekuradeur GmbH
  • Markus von Rotberg, Swiss Life
  • Jennifer Sals, Itzehoer
  • Christian Schattenhofer, VHV
  • Stefan Schlett, Die Bayerische
  • Andrea Ullrich, Rhion.Digital
  • Matthias Vormbrock, Haftpflichtkasse
  • Stephen Voss, Neodigital Versicherung AG
  • Christopher Wintrich, ING-Diba AG
Das ist beim Jungmakler Award geboten

Auf der einen Seite geht es beim Jungmakler Award um das Netzwerk. Während des Auswahlverfahrens gibt es die Möglichkeit, an exklusiven Seminaren und Coachings mit Steffen Ritter teilzunehmen. Das Feedback durch die Gruppe und die Jury soll zur Selbstreflexion beitragen und Stellschrauben für den Unternehmenserfolg zutage fördern.

Zum anderen gibt es Bildungsgutscheine für Fachwirt-, Bachelor- oder Master-Studiengänge in Höhe von 1.000 Euro für die Finalistinnen und Finalisten zu gewinnen sowie u. a. ein Jahresabo der IVFP-Softwarelösungen jeweils im Wert von 590 Euro. Außerdem erhalten die Top 3 die Möglichkeit, auf dem Titelblatt der November-Ausgabe von AssCompact zu erscheinen. Die Bestplatzierten erhalten weiterhin ein Preisgeld von 18.000 Euro.

Dr. Christian Durchholz, Geschäftsführer der bbg, freut sich jedes Jahr auf die Award-Verleihung und die Begegnungen mit den Jungmaklerinnen und Jungmaklern: „Es ist immer wieder eine tolle Erfahrung, wie sich der Eindruck zur jeweiligen Persönlichkeit im Laufe der Zeit vervollständigt – von dem schriftlichen Bewerbungsfragebogen über die DigitalCastings bis zum Bundesfinale.“ (mki)

 

Neue Arbeitswelt? Ja bitte! – Ein Versicherungsmakler berichtet

Wenige Themen beschäftigen ganze Wirtschaftszweige so wie der Mangel an Fachkräften. Michael Richthammer hat das Problem erlebt. Der Versicherungsmakler erklärt, wie er Nachwuchs mit Benefits und dualem Studium gewinnt, warum er dafür gerne investiert und wozu er Auszubildende in die Wüste schickt.

Ein Beitrag von Michael Richthammer, Geschäftsführer bei Richthammer Versicherungsmakler GmbH & Co. KG

Anzug, Krawatte, Aktenkoffer. Der Versicherungsmitarbeiter aus dem Bilderbuch. Es war eine andere Zeit damals in den 1980er-Jahren, als unser Unternehmen gegründet wurde. Wer bei einem Versicherer eine Stelle antrat – meist waren es Männer –, wurde Teil einer Branche, die noch weniger veränderlich erschien als die Prinzipien der Arbeitswelt an sich. Vier Jahrzehnte und eine Pandemie später sieht vieles anders aus. Polo und Sneaker sind das neue Outfit zum Tablet. Und das sind nur die äußerlichen Zeichen dessen, was sich in den Köpfen vieler im Land verändert hat: die Einstellung zum Arbeiten. Die Vollzeitstelle im Büro mit gutem Auskommen ist nicht mehr alles. Insbesondere junge Frauen und Männer erwarten mehr vom (Arbeits-)Leben. Und das mit Recht.

„Mitarbeiter müssen gewonnen werden.“ Das ist das Mantra der HR-Profis. Und doch wirkt es so, als täten sich Unternehmen quer durch alle Branchen immer noch schwer damit, neue Wege zu gehen, um für Fachkräfte und den Nachwuchs attraktiv zu sein. Wir haben frühzeitig den Schalter umgelegt und vor allem damit aufgehört, über die Situation zu jammern. Das liegt vielleicht an unserer Mentalität als Oberpfälzer. Man sagt uns nach, dass wir nicht viel reden, sondern die Dinge einfach in die Tat umsetzen.

Studienangebot vor der Haustür

Auf der Suche nach Lösungen kamen wir zum Angebot eines dualen Studiums – und zwar am Ort, nicht irgendwo in der Republik. Die kleine, feine Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) in Weiden ermöglicht ein dreijähriges Bachelorstudium der Betriebswirtschaftslehre bzw. Digital Business Management, begleitend zu unserer betrieblichen Ausbildung der Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen. Für die jungen Menschen liegen die Vorteile auf der Hand, wie es einer unserer dualen Studenten ausdrückt: „Es wollen immer mehr Leute studieren, trotzdem wollen oder müssen die meisten Geld verdienen. Mit einem dualen Studium vereint man beide Aspekte.“

Apropos Geld. Ich höre aus Unternehmen, duale Studenten kosteten nur Geld: während der frühen Ausbildungsphase, zu der auch die Berufsschulzeit gehört, und vor allem dann während der Semester an der Hochschule. Aber ich rechne da anders: Die dualen Studenten sind das Geld wert, das sie kosten. Zunächst einmal sind sie in der Ausbildung auch im Betrieb und leisten wertvolle Arbeit. Sobald sie fertig ausgebildet sind, haben wir perfekt auf unsere Bedürfnisse ausgebildete Fachkräfte, die wir sofort überall einsetzen können; sei es im Innendienst, sei es im Außendienst. Diesen Typ bei uns gewachsener und loyaler Mitarbeiter, eingearbeitet und mit besten Kenntnissen, würden wir auf dem Arbeitsmarkt kaum bekommen.

Konferenz aus dem Camper

Wir haben gelernt, wie wir erfolgreich unsere eigenen neuen Leute nachziehen können. Es ist davon auszugehen, dass wir diese dann langfristig an uns binden können. Wir haben uns aber zusätzlich einiges einfallen lassen, um alle Mitarbeiter zu halten und zudem attraktiv auf dem Arbeitsmarkt zu sein. Priorität hat für uns dabei die Flexibilität, die die neue Arbeitswelt, das sogenannte New Work, heute schon prägt und in Zukunft noch viel deutlicher prägen wird. Ich sehe keine zwingenden Gründe, warum im Jahr 2023 das Büro bei uns in der Firma der feste Arbeitsplatz für alle unsere Beschäftigten sein soll. Mobiles Arbeiten und Home-Office sind auch nach Corona für alle geblieben, die es wollen und können. Für ein klassisches Unternehmen noch vor Jahren undenkbar, haben wir heute kein Problem damit, dass ein Teil der Belegschaft aus Co-Working-Spaces, aus Business-Hotels oder von Campingplätzen aus den Job macht – wo er oder sie sich gerade eben aufhält, spielt keine Rolle mehr.

Wir sehen in all dem keine Mode, die wieder verschwinden wird. Das Arbeiten, das Erwerbsleben, hat sich stetig entwickelt, nur eben seit einigen Jahren beschleunigt. Unsere Gesellschaft – übrigens auch die Kundinnen und Kunden – besteht nicht mehr aus Steinzeit-Sammlern und Akkord-Malochern des Frühkapitalismus. Selbst die geregelte 40-Stunden-Woche im Büro sehen Teile der Jugend nicht mehr als erstrebenswert an. Junge Leute fragen, warum sie 40 Stunden arbeiten sollen. Und wofür und für wen.

Als Arbeitgeber bald auch Sinngeber

Die Rolle des Arbeitgebers wird automatisch eine andere, wenn Mitarbeiter eine Arbeit als sinnstiftend ansehen. Für uns könnte die Antwort darauf sein, dass wir noch mehr darüber reden werden müssen, welchen Stellenwert für die Kollegen die Bezahlung hat und welche Rolle andere Faktoren wie etwa zusätzliche Freizeit oder Altersvorsorge dabei einnehmen werden. Wir setzen als familiär geprägter Mittelständler gezielt auf Benefits, so wie wir sie eher von den Großbetrieben her kennen. Unsere Betriebsfeiern und vor allem die teambildenden Ausflüge in den Hochseilgarten oder zum Wildwasserrafting bleiben im kollektiven Gedächtnis unserer Mitarbeiter.

Lerneffekte im ländlichen Afrika

Seit einigen Jahren schicken wir junge Leute auch in die Wüste. Nicht im übertragenen Sinn, sondern ganz direkt ins ländliche Namibia. Das südwestafrikanische Land ist mir seit Langem ans Herz gewachsen; ich bin beruflich und privat regelmäßig dort. Der persönliche Eindruck von dieser fernen Welt ist durch nichts zu ersetzen, auch wenn ich gerne und viel darüber erzähle. Unsere dualen Auszubildenden dürfen nach Namibia und von dort arbeiten, aber eben mit all den Erlebnissen, die sie nur vor Ort im ländlichen Afrika bekommen können.

 

Neue Arbeitswelt? Ja bitte! – Ein Versicherungsmakler berichtet

 

Das Maklerhaus Richthammer bietet seinen dualen Studenten Aufenthalte in Namibia an. Hier sind die Unterkunft (links) und das Büro (Bild oben) für die Arbeit vor Ort abgebildet.

Drei duale Studenten waren bereits in Afrika und wir werden es weiteren anbieten. Der Trip ist mehr als ein klassisches Benefit. Er soll ein prägendes Erlebnis sein. Reisen bildet, das ist ein alter Hut. Aber mir geht es darum, dass die jungen Leute, die unser aller Zukunft – und die meines Unternehmens – mitgestalten werden, eine wichtige Erkenntnis mit nach Hause bringen: Selbst im ländlichen Namibia verändert sich das Leben mindestens in einer Geschwindigkeit wie hier bei uns. Die Welt bleibt nicht stehen. Nirgends.

Diesen Beitrag lesen Sie auch in AssCompact 07/2023, S. 82 f., und in unserem ePaper.

Bilder: © Richthammer

 
Ein Beitrag von
Michael Richthammer