AssCompact suche
Home

0622

Fort- & Weiterbildung

Konsolidierung im Maklermarkt steht erst am Anfang

Eine Konsolidierung des Versicherungsmaklermarktes ist nicht zu leugnen: Im Wochentakt folgen Neuigkeiten über Aufkäufe. Eine Diskussionsrunde auf dem „Trendtag Deutschland 2023“ brachte die Akteure zusammen und beleuchtete die dynamische Entwicklung.

Das gegenwärtige Übernahmegeschehen unter Versicherungsmaklerhäusern wird den Markt in den nächsten fünf bis zehn Jahren drastisch verändern. Schätzungen gehen davon aus, dass von etwa 30.000 Maklerhäusern wohl nur noch 5.000 bis 10.000 weiter existieren werden. Zumindest sind dies die Zahlen, die auf einer Podiumsdiskussion beim „Trendtag Deutschland 2023“ vergangene Woche in Würzburg gefallen sind. Unter der Leitung von Thomas Billerbeck (Versicherungsmakler) diskutierten Ralph Rockel (MRH Trowe), Julie Schellack (Martens & Prahl), Dr. Tobias Warweg (GGW Group) und Dr. Max Weinhold (Gothaer) über die Maklerkonsolidierung.

Verstärkte Private-Equity-Aktivitäten

Ausgangsbasis für die Diskussion sind die Beteiligungen ausländischer Investoren an deutschen Maklergruppen, die in den vergangenen Monaten insbesondere Industrie- und Gewerbeversicherungsmakler übernommen haben. Während diese Entwicklung in den USA und in UK schon weit fortgeschritten ist, steckt sie in Deutschland erst noch in den Kinderschuhen.

Zunächst wird in der Debatte deutlich, dass das Fremd- und Eigenbild der Aufkäufer deutlich auseinanderklafft. Von außen als Konsolidierer gesehen verstehen Tobias Warweg und Ralph Rockel ihre jeweilige Gruppe als Mitunternehmer, die die – je nach Modell integrierten oder weiterhin selbstständigen – Maklerunternehmen weiterentwickeln. Letztlich wolle man auch eine mittelständische Antwort auf die internationalen Großmakler sein, so Warweg.

Folgen für das Verhältnis Versicherungsmakler und Versicherer

Julie Schellack von Martens & Prahl betont, dass ihr Haus bereits lange am Markt tätig ist, es gerade das 125-jährige Bestehen feiert und sie eben nicht aufkaufen und übernehmen. Als Sparring-Partner würde man Maklerunternehmen, an denen man sich beteilige, unterschiedlichste Dienstleistungen anbieten, deren Nutzung aber den Unternehmen freigestellt sei. Sie wirft aber auch direkt einen Blick auf die Folgen für die Zusammenarbeit mit den Versicherern und stellt fest, dass kleinere Maklerhäuser bei Versicherern keinen festen Ansprechpartner mehr haben würden – im Gegensatz zu den größeren Maklergruppen.

Verbunden damit ist auch die Frage, ob sich das Machtgefüge zwischen den Versicherern und den großen Maklergruppen, die höhere Anforderungen haben und bessere Courtagen verhandeln können, verschiebt. Das will Dr. Max Weinhold von der Gothaer, die ihre Maklerbetreuungsstrukturen zuletzt umgestellt hat, so aber nicht stehen lassen. Erstens sei die Maklerlandschaft weiterhin heterogen und zweitens werde Geschäft da gemacht, wo Expertise sei – soll heißen, die Größe allein entscheidet nicht, sondern die Qualität. Zudem müsse man sich als Versicherer auf die unterschiedlichen Modelle einstellen, denn auch innerhalb des Segments der größeren Maklergruppen gebe es sehr unterschiedliche Vorstellungen.

Im späteren Verlauf der Diskussion zeigt sich, dass Warweg aber auch beim Verhalten der Versicherer im Allgemeinen einen Grund dafür sieht, dass sich immer mehr Maklerhäuser Gruppen anschließen würden. Das hinterlegt er mit Begriffen wie mangelnde Wordings, schlechte Erreichbarkeit und niedrige Servicelevels aufseiten der Versicherer. Ab einer gewissen Größe finde man eben doch mehr Gehör bei den Versicherern, so Warweg. Und: Es gehe gar nicht darum, Courtagen irgendwie nach oben zu katapultieren, sondern tatsächlich um das operative Geschäft.

Über Kapital und Rendite wird nicht gern gesprochen

Besonders lebhaft wird es in der Diskussion immer dann, wenn es um die Frage geht, welche Rolle die erwartete Rendite der Investoren spielt. Moderator Billerbeck bringt auf, dass großes Kapital irgendwann immer Rendite sehen will und die bisher vorwiegend familiengeführten Maklerunternehmen zum Kapitalmarktspiel werden könnten. Es ist ein Thema, das vonseiten der Aufkäufer in der Runde nicht ausgiebig beantwortet wird. Lieber spricht man davon, dass etwa die kulturelle Integration zwischen Käufer und Verkäufer nach einer Übernahme von zentraler Bedeutung dafür sei, wie gut sich Transaktionen letztlich auszahlen.

Zum Vor- oder Nachteil des Kunden?

Auskunftsfreudiger ist man bei der Frage nach den Auswirkungen auf die Kunden. Man könne den Kunden aufgrund der Aufstellung digitale Mehrwerte und breitere Beratungsfeder bieten sowie international begleiten, so Rockel von MRH Trowe. Schellack dagegen sieht das Engagement von ausländischen Private-Equity-Investoren mit Blick auf die Kunden deutlich kritischer. So macht die Aussage „Der Kunde als Spekulationsobjekt“ ganz allgemein die Runde.

Wie geht es weiter?

Abschließend ging der Blick des Panels dann noch Richtung Zukunft. Tobias Warweg ist etwa davon überzeugt, dass es künftig viel, viel weniger Makler geben werde und dies in allen Segmenten, also auch über das Segment der Gewerbeversicherungsmakler hinaus. Er verkündet, dass sich die GGW Group entschieden habe, ab sofort auch kleinen Maklerbetrieben eine Heimatplattform anzubieten.

Dass die Konsolidierung weitergehe, da war sich die Runde sowieso einig. So auch Max Weinhold, der noch dafür plädierte, viel stärker gemeinsam an einem Strick zu ziehen. Denn man müsse die Anstrengungen, Nachwuchskräfte für die Branche zu gewinnen, erhöhen. Nur mit gutem Personal ließen sich die Herausforderungen überhaupt meistern.

Rockel geht davon aus, dass die Konsolidierung auch dazu führen werde, dass sich Makler immer stärker spezialisieren, Risiken besser verstehen und neue Technologien einsetzen werden. In fünf Jahren werde man ein deutlich professionalisiertes Umfeld sehen und Makler werden einen sehr, sehr hohen Wert im Risikotransfer-Prozess einnehmen.

Und auch Schellack zeigt sich optimistisch. Sie geht davon aus, dass es zwar weniger Maklerbetriebe geben werde, aber eine ausreichende Anzahl solcher, die selbstständig unternehmerisch tätig bleiben und die mit deutlich verbesserten Prozessen ihre Kunden qualifiziert beraten und mit persönlichem, menschlichem Engagement begegnen werden.

Keine Option, sondern eine Notwendigkeit

Als gemeinsamen Nenner könnte man also finden: Die Konsolidierung ist nicht mehr nur eine Option, sondern vielmehr auch eine Notwendigkeit, um als Makler im hart umkämpften Markt bestehen zu können. Die demografische Entwicklung, der Fachkräftemangel und auch die erforderlichen Investitionen in Digitalisierungsprozesse werden dabei wesentliche Treiber sein. (bh)

Bild v.l.n.r.: Dr. Max Weinhold (Vertriebsvorstand Gothaer), Ralph Rockel (MRH Trowe), Thomas Billerbeck, Geschäftsführer Billerbeck GmbH Unabhängige Versicherungsmakler, Julie Schellack (Martens & Prahl), Dr. Tobias Warweg (GGW Group, im Hintergrund). © Alex Muchnik

 

Hier geht es zur Bildergalerie zum „Trendtag Deutschland 2023“ am 05.09.2023 in Würzburg.

 

AfW: Update für VSH-Checkliste

Vermittler sind angehalten, die für ihre Berufsausübung verpflichtende Berufshaftpflichtversicherung regelmäßig zu überprüfen. Zur Unterstützung gibt der AfW seit 2021 eine Checkliste für die Überprüfung des eigenen Versicherungsschutzes, die nun erneut aktualisiert wurde.

Der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW hat seiner Checkliste zur Berufshaftpflichtversicherung für Vermittlerinnen und Vermittler ein Update verpasst.

Versicherungsmaklerinnen und -makler nach § 34d Gewerbeordnung (GewO) und Finanzanlagenvermittlerinnen und -vermittler nach § 34f GewO brauchen für die Erlaubnis der Berufsausübung eine Berufshaftpflichtversicherung – auch Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (VSH) genannt. Dies dient einerseits zum eigenen Schutz vor finanziellen Risiken, andererseits auch insbesondere zum Schutz der Kunden im Fall der Fälle.

Damit kein Risiko entsteht, sollten Vermittlerinnen und Vermittler laut AfW den eigenen Versicherungsschutz regelmäßig auf folgende Aspekte überprüfen:

  • Sind alle Mitarbeitenden erfasst?
  • Haben sich rechtliche Rahmenbedingungen geändert?
  • Wurden neue Geschäftsfelder und -praktiken erschlossen?
  • Sind alle Produkte, zu denen beraten und die vermittelt werden, vom Versicherungsschutz umfasst?
Ergänzungen zu den Punkten Personen- oder Umsatztarif und Selbstbehalt

Im Jahr 2021 präsentierte der AfW dazu eine Checkliste für die Überprüfung des eigenen Versicherungsschutzes. Norman Wirth, Geschäftsführender Vorstand des AfW, sagt: „Aufgrund der hohen Bedeutung für die Vermittlerschaft führen wir das Projekt fort.“

Nun wurde die Liste also mit Unterstützung des langjährigen Fördermitgliedes des Verbandes, der Hans John Versicherungsmakler GmbH, aktualisiert. Der AfW gibt bekannt, dass es nun Ergänzungen zu den Punkten Personen- oder Umsatztarif und zum Thema Selbstbehalt gebe.

„Wir bleiben unbedingt bei unserer Empfehlung, auch den eigenen Versicherungsschutz regelmäßig zu überprüfen – oder mit Hilfe fachkundiger Spezialisten überprüfen zu lassen, damit es nicht irgendwann heißt: Der Schuster trägt die schlechtesten Schuhe!“ so Wirth.

Die gesamte Checkliste gibt es hier zum Download. (lg)

Bild: © boophuket – stock.adobe.com

 

Lernen als Teil des Arbeitsalltags im Maklerhaus

Versicherungsmakler haben mit vielen Neuerungen umzugehen. Das betrifft nicht nur die eigene Branche, sondern auch die der Kunden und das gesamte Umfeld der Mitarbeitenden. Wie stellt man sich da als Versicherungsmakler gut auf? Der Industrieversicherungsmakler BDJ mit rund 90 Mitarbeitenden bietet seinen Beschäftigten in der Weiterbildung umfassende Möglichkeiten.

Ein Artikel von Judith Ahrholdt, Assistentin der Geschäftsleitung bei BDJ Versicherungsmakler GmbH, verantwortlich für den Bereich Personalentwicklung, und Claas Hußmann, Geschäftsführer von BDJ Versicherungsmakler GmbH

Industrieversicherungsmakler müssen nicht nur „am Ball bleiben“, sondern sollten sogar möglichst immer ein paar Schritte vorauslaufen. Ohne strukturierte und regelmäßige Weiterbildung aller Mitarbeitenden wäre dies schlicht nicht möglich. Da passt es hervorragend, wenn wie bei BDJ über die Jahre ein wachsendes Interesse bei Mitarbeitenden an der persönlichen Weiterentwicklung zu beobachten ist.

Steigender Bedarf und steigendes Interesse

Das Thema Weiterbildung ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Bereits in den Vorstellungsgesprächen wird dies häufig thematisiert: Wie sind meine Entwicklungsmöglichkeiten, wenn ich mich für dieses Unternehmen entscheide? Die Zeiten, in denen man nach der Berufsausbildung oder nach dem Studium bis zur Rente ohne regelmäßige Weiterbildung ^einen relativ guten Job machen konnte, sind längst vorbei. Die meisten Mitarbeitenden sind daher ausgesprochen daran interessiert, sich regelmäßig weiterzubilden.

Mitarbeitende, die Interesse und Freude daran haben, sich in der Tiefe und in der Breite regelmäßig weiterzubilden, sind essenziell wichtig für jedes Unternehmen. Aufgabe als Arbeitgeber ist es, die Möglichkeiten dafür zu bieten – sowohl zeitlich als auch finanziell. Arbeitgeber sind aufgefordert, auch kreative Lösungen zu finden und dafür zu sorgen, dass das Lernen abwechslungsreich ist und Spaß macht. Bei BDJ stimmen sich die Mitarbeitenden mit ihrer Abteilungsleitung ab und organisieren die jährliche Weiterbildung selbst nach ihren individuellen Bedürfnissen und Wünschen.

Weiterbildungspflicht für Versicherungsmakler

Die Weiterbildungspflicht regelt, dass alle Mitarbeitenden sich mindestens 15 Stunden im Jahr fachlich weiterbilden und dies nachweisen müssen. Dies ist seit Jahren gelebte Praxis bei allen guten Maklerunternehmen – das Grundgerüst. Zur fachlichen Weiterbildung gibt es von vielen Versicherungsunternehmen eine reichhaltige Auswahl an Präsenz- und Online-Fortbildungen. Bei BDJ hört das Weiterbildungskonzept nach den erreichten 15 Stunden allerdings nicht auf, sondern ist das zu erreichende Minimum.

Branchenkenntnis vertiefen

 

Lernen als Teil des Arbeitsalltags im Maklerhaus

 

Bild: Flügel einer Windkraftanlage in der Nähe von Berlin mit Blick auf Marzahn. Bei einer Expertenführung haben Mitarbeitende die Anlage besichtigt – auf rund 145 m Höhe.

Zusätzlich zu den frei am Markt angebotenen Weiterbildungen, oft in Form von Webinaren und internet­basierten Selbstlernformaten, prüfen die Fachbereiche und die Kunden­betreuung, welchen sonstigen Bedarf es gibt. Dabei gehen die Überlegungen über die rein versicherungsfach­lichen Themen hinaus. Für die Teams von BDJ als ein auf Branchen spezialisierter Industrieversicherungsmakler ist das Verständnis für die Kundenbranche wichtig. BDJ berät seine Kunden zur Versicherung ihrer Risiken, daher ist es wesentlich für die Beratung, diese Risiken zu verstehen.

 

Lernen als Teil des Arbeitsalltags im Maklerhaus

 

BDJ ist unter anderem auf die Branche Erneuerbare Energien spezialisiert. Den Mitarbeitenden, die diese Kundengruppe betreuen, wurde daher beispielsweise die Besichtigung von Wind- und Solarkraftanlagen ermöglicht (siehe Bilder).

Lernen ist individuell

Der Bedarf ist sehr individuell und je nach Lebens- und beruflicher Situation ganz unterschiedlich. Wenn jemand ein paar Jahre nach der Ausbildung eine Weiterbildung zur Versicherungsfachwirtin oder zum Versicherungsfachwirt machen möchte, um die fachlichen Kenntnisse konzentriert zu vertiefen, wird dies vom Unternehmen genauso unterstützt wie beispielsweise regelmäßige Versicherungsenglischkurse. Hierfür hat BDJ seit vielen Jahren einen muttersprachlichen Englischlehrer, der wöchentlich Kurse auf zwei unterschiedlichen Sprachniveaus gibt. Dort wird fachliche Weiterbildung direkt mit der Sprachkompetenzerweiterung kombiniert. Ein Angebot, das viele Kolleginnen und Kollegen sehr interessant finden. BDJ hat in den letzten Jahren immer wieder individuelle Weiterbildungen wie z. B. Spezialist:in Transportversicherung (DVA) oder den Masterstudiengang Versicherungsrecht (TU Köln) finanziert und zeitlich ermöglicht. Die Weiterbildungsangebote erstrecken sich im Übrigen auch auf Mitarbeitende, die vom Einsatzbereich her nicht unter die Weiterbildungspflicht fallen.

New Learning

Beim Lernen ist es immer sinnvoll, eine gute Mischung aus Theorie und Praxis zu finden. Damit New Learning nicht nur als schickes Buzzword in irgendwelchen Hochglanzbroschüren auftaucht, wird allen Mitarbeitenden die Möglichkeit gegeben, sich aktiv in ihre persönliche Entwicklungsplanung einzubringen und auch einmal ungewöhnliche Wege auszuprobieren. Dabei dürfen auch der Spaß und die Freude an der Wissenserweiterung nicht zu kurz kommen.

Zum Thema „New Learning“ wurde gerade in diesem Jahr ein eigenes Online-Webinar angeboten, das auf großes Interesse stieß. Spannende Formate wie beispielsweise WOL (Working Out Loud), LernOS und Mentoring wurden darin vorgestellt.

Aktuelle Themen zur persönlichen Weiterentwicklung

Es ist wichtig, dass auch die Persönlichkeitsentwicklung nicht zu kurz kommt. BDJ orientiert sich dabei an aktuellen Themen. So wird beispielsweise den Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleitern eine Weiterbildung zum Führen von hybriden Teams angeboten. Eine Gruppe von interessierten Mitarbeitenden bekam kürzlich die Möglichkeit, an einer gezielten Schulung zur Stressbewältigung teilzunehmen. Es können aber auch mal ganz individuelle Themen sein.

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 09/2023 und in unserem ePaper.

Bilder: © Jintana – stock.adobe.com bzw. © BDJ

 
Ein Artikel von
Claas Hußmann
Judith Ahrholdt

DKM News: FemSurance – Frauen als Erfolgsfaktor

Im Rahmen der DKM 2023 findet erstmals die „FemSurance“ statt. Erfolgreiche Frauen der Branche sprechen über Karriere, Frauenförderung und Selbstbranding. Auch der Blick auf die Kundinnen fehlt dabei nicht. Zudem gibt es viel Raum fürs Netzwerken.

Neue Formate gibt es auch 2023 wieder auf der DKM, der Leitmesse der Finanz- und Versicherungswirtschaft. So findet erstmalig die „FemSurance“ statt. Sie stellt die Rolle von Frauen in der Versicherungsbranche in den Mittelpunkt. Mit hochkarätigen Speakerinnen werden wegweisende Themen beleuchtet: von der Vielfalt als Erfolgsfaktor bis hin zu authentischem Selfbranding.

In den vergangenen Jahren ist viel passiert, was die Frauenförderung in der Finanz- und Versicherungswirtschaft angeht. Auch überzeugen immer mehr Frauen im Vertrieb und im Maklerberuf. Weil aber Beratung, Ansprache und Karriereprogramme zu sehr auf männliche Kunden und Mitarbeiter ausgerichtet sind, entgeht der Branche viel Potenzial – sowohl bei den Kundinnen als auch im Recruiting.

„Die DKM begleitet den Wandel der Finanz- und Versicherungsbranche in vielen Belangen und will natürlich selbst Impulse für die Veränderung geben. Das gilt auch für die FemSurance. Das neue Format rückt erfolgreiche Entscheidungsträgerinnen und Unternehmerinnen in den Vordergrund, weil sie wesentlich für die Progressivität unserer Branche stehen“, erklärt Initiatorin Lisa Knörrer von der bbg, dem DKM-Veranstalter.

FemSurance will demnach Frauen in der Versicherungsbranche stärken und ihnen im Rahmen der Leitmesse für die Finanz- und Versicherungswirtschaft eine Plattform zur Vernetzung bieten. Dazu tragen Vorträge und Erkenntnisse zu Themen wie Führung und Netzwerkarbeit bei, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer inspirieren sollen. Mehr zur FemSurance findet sich hier: die-leitmesse.de/programm/femsurance

Aktuelle Informationen rund um die DKM 2023 gibt es regelmäßig auf asscompact.de und auf die-leitmesse.de.

Lesen Sie auch: DKM-News: Start der DKM Streaming-Days am 14.09.2023

 

Trendtag Deutschland 2023 am 05.09.2023 in Würzburg

Maklerkonsolidierung, M&A-Modelle, Maklernachfolge und gesetzgeberische Vorhaben – diese Themen treiben die Branche um. Und darum geht es auch nächste Woche, am 05.09.2023, auf dem „AssCompact Trendtag Deutschland 2023“.

Am 05.09.2023 ist es soweit: Im Congress Centrum in Würzburg trifft sich die Branche zum ersten Trendtag Deutschland. Der „AssCompact Trendtag Deutschland 2023“ beschäftigt sich mit aktuellen Themen und Trends wie etwa Private-Equity-finanzierte Transaktionen, Bestandsübernahmen und Maklerrente. Welche Herausforderungen müssen sich Makler und Versicherer stellen und welche Lösungen gibt es? Antworten sollen in zahlreichen Vorträgen und Diskussionsgruppen erörtert werden.

Trendtag 2023 – Programm
  • Begrüßung durch Dr. Christian Durchholz, Geschäftsführer der bbg Betriebsberatungs GmbH
  • Marktkonsolidierung in Deutschland und international; Referenten: Klaus-Jürgen Baum und Dr. Dietmar Kottmann
  • M&A-Modelle in Deutschland – Wachstumsstrategien in regionalen Märkten; Referenten: Dr. Stefan Adams, Andreas Grimm, Michael Richthammer und Steffen Ritter
  • Diskussionsrunde zum Thema Marktkonsolidierung und Entwicklung im Maklermarkt; Teilnehmer: Ralph Rockel, Julie Schellack, Dr. Tobias Warweg und Dr. Max Weinhold; Moderation: Thomas Billerbeck
  • Aktuelles zu politischen Rahmenbedingungen aus Berlin und Brüssel; Referent: Michael H. Heinz
  • Marktentwicklung aus Sicht der Württembergische Versicherungs AG; Referentin: Zeliha Hanning
  • Diskussionsrunde zum Thema Marktkonsolidierung und Entwicklung am Poolmarkt; Teilnehmer: Thomas Billerbeck, Lars Drückhammer, Zeliha Hanning, Michael H. Heinz und Marcus Nagel; Moderation: Stephan Schinnenburg
  • Als Moderatorin führt Brigitte Horn, Chefredakteurin von AssCompact, durch den Tag.
Diese Unternehmen sind dabei

Billerbeck Versicherungsmakler | blau direkt | BVK | Dr. Adams & Associates | GGW Group | Gothaer | Institut Ritter | Martens & Prahl | MRH Trowe | Oliver Wyman | Resultate Institut | Richthammer Versicherungsmakler | Summitas Gruppe | VeDaTa | Württembergische | Sponsor: Summitas Gruppe

Weitere Informationen und Anmeldung unter asscompact.de/trendtag

 

BaFin und DIHK aktualisieren FAQs zur Weiterbildungspflicht

Regelmäßig überarbeiten die BaFin und die IHK-Organisation ihre FAQs zur Weiterbildungspflicht in der Versicherungsvermittlung und -beratung. So auch kürzlich. Mit einigen Klarstellungen werden Inhalte konkretisiert, die in den bisherigen FAQs nicht oder nicht ausführlich genug thematisiert worden waren.

Da sich aus der seit 2018 geltenden gesetzlichen Weiterbildungspflicht in der Praxis immer wieder diverse Fragen ergeben, haben die IHK-Organisation und die BaFin gemeinsam abgestimmt einen Fragen-Antwort-Katalog (FAQ) dazu herausgegeben. Die FAQs richten sich an Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Versicherungsberaterinnen und -berater sowie vertrieblich tätige Angestellte. Die Fragen betreffen den Kreis der Betroffenen sowie Umfang und Inhalt der Weiterbildung.

FAQs wieder überarbeitet

Die FAQs sind nicht abschließend und werden daher regelmäßig überarbeitet. So hat die BaFin am 17.08.2023 eine aktualisierte Liste mit häufigen Fragen und Antworten zur Weiterbildungspflicht für Angestellte aus der Versicherungsbranche veröffentlicht. Als Grund für die Aktualisierung wird angegeben, dass es verschiedene Fragen aus der Branche gegeben habe, die in den bisherigen FAQs nicht oder nicht ausführlich genug thematisiert worden waren.

Eine Übergangsfrist für die Anwendung der aktualisierten FAQs ist laut BaFin nicht notwendig, da es sich nur um eine Klarstellung handelt, die Unsicherheiten in der Versicherungswirtschaft beseitigen soll.

Diese Anpassungen wurden vorgenommen

Anpassungen gab es unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Hinweis auf Seite 3, dass dual Studierende bei Tätigkeiten während ihres Studiums nicht der Weiterbildungspflicht unterliegen. Sind dual Studierende außerhalb ihres Studiums zusätzlich vertrieblich tätig, unterliegen sie aber der Weiterbildungspflicht.
  • Personen, die rein fachbezogene Leistungen erbringen und bei denen es fast ausschließlich auf nicht-versicherungsspezifische Fachkenntnisse einer Person ankommt, üben keine (Rück-)Versicherungsvertriebstätigkeit aus (s. Seite 3 mit zwei Beispielfällen).
  • Ergänzung bei Frage und Antwort zu Nr. 5 auf Seite 5, dass Inhalte anzuerkennen sind, die unter Anlage 1 der Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) gefasst werden können. Diese Inhalte müssen den nötigen versicherungsfachlichen Bezug aufweisen. Da sie in der Praxis bedeutend sind, wird näher auf die Themenkomplexe „Kundenberatung“ und „Rechtliche Grundlagen“ eingegangen: So ist die Weiterbildung im Bereich der „Kundenberatung“ (Ziffer 1 der Anlage 1 VersVermV) in der Regel nur dann anerkennungsfähig, wenn es sich konkret um Weiterbildungen zur Beratungstätigkeit bei der Versicherungsvermittlung/-beratung handelt und nicht um allgemeine Beratungs-/Gesprächstechniken. Gleiches gilt für den Themenkomplex „Rechtliche Grundlagen“ (Ziff. 2 der Anlage 1 VersVermV). Auch hier ist zwingend ein Versicherungsbezug erforderlich, der sich auch aus der Bezeichnung bzw. dem Inhalt der Weiterbildungsmaßnahme ergeben muss.
  • Ergänzung bei Frage und Antwort zu Nr. 5 auf Seite 5 und 6, die Marketingveranstaltungen und volkswirtschaftliche Weiterbildungen betreffen
  • In Frage und Antwort zu Nr. 5.6 auf Seite 7 geht es um die Anrechenbarkeit von Tätigkeiten als Dozent bzw. Dozentin, Vortragender bzw. Vortragende oder Trainer bzw. Trainerin. Hier wurde ein Hinweis ergänzt, und zwar, dass die Wiederholung eines identischen Vortrages innerhalb eines Kalenderjahres nicht angerechnet werden kann. Dagegen sind inhaltlich unterschiedliche Vorträge jeweils einmal pro Kalenderjahr anrechenbar.

Die gesamte Liste gibt es hier zum Download. (lg)

Bild: © TanzimGraphicsZone – stock.adobe.com

 

DKM-News: Diskussion zur Lage der Maklerunternehmen

Am 24. und 25.10.2023 ist wieder DKM-Zeit in Dortmund. Traditionell kommen in der Speaker’s Corner Gäste aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltung zu Wort. Zudem gibt es Branchenthemen wie die Diskussion zu den Herausforderungen für Maklerunternehmen. Die Diskussionsrunde macht den Auftakt.

Der Druck auf Maklerunternehmen hat sich in den vergangenen Jahren erhöht. Die Gründe sind bekannt: Digitalisierung, andere Kundenansprüche, Regulierung, Fachkräftemangel. Die Liste lässt sich über ein mögliches Provisionsverbot, Demografie und Übernahmen, konkurrierende Vertriebswege sowie eine schleppende Konjunktur fortführen. Und jetzt ist da auch noch diese KI, die allen Voraussagen nach nicht ohne Einfluss auf die Finanz- und Versicherungsberatung bleiben wird.

Können Maklerunternehmen und ihre Geschäftsmodelle diesen Herausforderungen erfolgreich begegnen? Und wie? Darüber wird auf der DKM 2023 beim „Vertriebsgipfel“ unter dem Motto „Liegt die Zukunft des Finanz- und Versicherungsvertriebs in Maklerhand?“ diskutiert.

Die Moderation übernimmt Michael Reeg, Geschäftsführer der Hoesch & Partner GmbH und AssCompact Beiratsvorsitzender. Weitere Teilnehmer sind

  • Dr. Marco Adelt, Geschäftsführer von Clark
  • Michael H. Heinz, Präsident des BVK
  • Thomas Lüer, Vertriebsvorstand von HDI, und
  • Norbert Porazik, Geschäftsführer von Fonds Finanz.

Die Diskussion findet am 24.10.2023 von 13:15 bis 14:00 Uhr in der Speaker’s Corner statt. In den nächsten Tagen folgt auf die-leitmesse.de das vollständige Programm der Speaker’s Corner.

Aktuelle Informationen rund um die DKM 2023 gibt es regelmäßig auf asscompact.de und auf die-leitmesse.de.

Lesen Sie auch: DKM-News: Mit der Young DKM gegen den Fachkräftemangel

 

Fonds Finanz mit neuem 34f-Ausbildungsformat

Zum 01.08.2023 ist das neu gestaltete 34f-Ausbildungsformat der Fonds Finanz mit 30 angehenden Finanzanlagenvermittlern gestartet. Es gliedert sich ein in eine Reihe von Maßnahmen, um Nachwuchskräfte in der Versicherungs- und Fondsvermittlung zu fördern.

Maklerpools verstärken ihre Anstrengungen, Nachwuchskräfte für die Finanz- und Versicherungsvermittlung oder Teile davon zu gewinnen. Dies geschieht auch über Investitionen in die Weiterbildung und Vorbereitung zur Sachkundeprüfung. Erst kürzlich hat die Fonds Finanz einen Vorbereitungskurs auf die Sachkundeprüfung für 34d-Vermittler neu aufgesetzt.

Nun gibt es auch ein neues Schulungsangebot zur Ausbildung für „Geprüfte Finanzanlagenfachmänner und -frauen IHK (Kategorie 1 – offene Investmentvermögen)“. Die Teilnahme daran ist kostenfrei und mit keiner Verpflichtung verbunden, sich dem Maklerpool anzubinden, erklärt Fonds Finanz.

Die Teilnehmenden werden auf die IHK-Sachkundeprüfung gemäß §34f GewO in live übertragenen Online-Kursen vorbereitet. Verantwortlich für den Kurs zeichnet im Hause der Fonds Finanz Holger Kräker. Er steht den angehenden Vermittlern in allen Fragen als Ansprechpartner zur Seite. Der nächste Starttermin ist am 05.09.2023. Ab 2024 kommt ein Vorbereitungskurs auf die Sachkundeprüfung für 34i-Immobiliendarlehnsvermittler hinzu.

Lesen Sie auch: Fonds Finanz: Anwerbeaktion und neue 34d-Kurse

Bild: Norbert Porazik, Geschäftsführer der Fonds Finanz, und Holger Kräker, verantwortlich für die neuen Ausbildungsformate bei dem Maklerpool

 

Bewerber gesucht: Zur Ausbildungssituation in der Versicherungswirtschaft

Der BWV Bildungsverband und der AGV beleuchten jährlich Aspekte der beruflichen Bildung in der Versicherungswirtschaft. In der Ausbildungsumfrage waren diesmal der Fachkräftemangel, das Arbeiten im „New Normal“ und die Diskussion um nachhaltiges Wirtschaften im Fokus. Nur knapp die Hälfte der Versicherungsunternehmen konnte alle Stellen besetzen.

Um die Ausbildungssituation in der Versicherungswirtschaft zu untersuchen, führen der BWV Bildungsverband und der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland e. V. (AGV) jährlich die Ausbildungsumfrage der Versicherungswirtschaft durch. Nun wurden die aktuellen Ergebnisse zur Erstausbildung veröffentlicht.

Wie können Auszubildende gewonnen werden?

Gefragt wird nach Bewerbersituation, Erfolgsquote bei der Abschlussprüfung und Weiterbeschäftigung sowie aktuellen Arbeitsmarktthemen. Im Rahmen der aktuellen Themen Fachkräftemangel, Arbeiten im „New Normal“ und auch der Diskussion um nachhaltiges Wirtschaften wird in der Ausbildungserhebung diesmal ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, wie und ob Auszubildende gewonnen werden können, welche Kompetenzen das Ausbildungspersonal immer stärker benötigt und wie Nachhaltigkeitsinhalte in die neue Ausbildung integriert werden, heißt es vom BWV.

Werbung über Websites und Mitarbeitende

Es wird deutlich: In vielen Versicherungsunternehmen ist der angespannte Arbeitsmarkt auch in der beruflichen Erstausbildung bemerkbar. Die Unternehmen nutzen eine Vielzahl an Rekrutierungsmaßnahmen, um alle Ausbildungsplätze bzw. Stellen für Dualstudierende besetzen zu können. Beispielsweise werben so gut wie alle Befragten (96%) über die Unternehmenswebseite und über die eigenen Mitarbeitenden (96%). Bei 61% gestalten auch Auszubildende diese Verfahren mit, wie die Bildungsumfrage preisgibt. Weitere Wege sind u. a. Messen, Schülerpraktika und Veranstaltungen in Schulen.

Auch Social-Media-Kanäle für Rekrutierung genutzt

Auch Social Media ist mit 65% weiterhin ein oft genutztes Mittel. Im Vergleich zu 2020 haben gesamtheitlich betrachtet diese Kanäle ihre Bedeutung in etwa beibehalten. Instagram führt hier das Ranking nach wie vor an. LinkedIn hat sich leicht verbessert und liegt nun auf Platz 2. Zu den Verlierern gehören der Umfrage zufolge Facebook und YouTube.

Knapp die Hälfte der Versicherungsunternehmen kann alle Stellen besetzen

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch folgendes Ergebnis: Im Jahr 2022 konnte lediglich rund die Hälfte der Versicherungsunternehmen, nämlich 48%, alle Ausbildungsplätze bzw. Stellen für Dualstudierende besetzen. Im Jahr davor lag dieser Anteil noch bei 36%. Die befragten Unternehmen nennen als häufigsten Grund für die unbesetzten Plätze die unzureichende Eignung der Bewerberinnen und Bewerber.

99% der Ausgebildeten bestehen Prüfung

Bei denen allerdings, die eine Stelle bekommen, zeigen sich große Erfolge: 99% der Ausgebildeten bestanden die IHK-Abschlussprüfung. Und die Versicherer möchten diese Top-Fachkräfte halten: Verglichen mit dem Vorjahr wurden mehr übernommen (76%) und auch mehr unbefristet weiterbeschäftigt (67%).

Qualifizierung der Ausbildungsverantwortlichen maßgeblich

Aus der Umfrage 2020 weiß man, dass Ausbildungsverantwortliche besonders gut qualifiziert sein müssen, um zukunftssicher ausbilden zu können. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass dabei soziale Kompetenzen am wichtigsten sind. Somit erhält dieses Personal bei den Versicherern auch Weiterbildungen. Diese finden oft in Form von Seminaren statt.

Erfahrungen zur Vermittlung der Nachhaltigkeitsinhalte

Ein halbes Jahr nach dem Start der neuen Ausbildung Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen gibt es außerdem bereits Erfahrungen zur Vermittlung der Nachhaltigkeitsinhalte. Diese werden auf mehreren Ebenen und in diversen Kontexten vermittelt, besonders häufig bei der Antrags-, Vertrags- und Leistungsbearbeitung (61%).

Über die Ausbildungsumfrage der Versicherungswirtschaft 2023

Die 20. Ausbildungsumfrage basiert auf den Rückmeldungen von 65 Versicherungsunternehmen bzw. Unternehmensgruppen, die rund 89% der Beschäftigten im Innen- und angestellten Außendienst repräsentieren. (lg)

Bild: © Racle Fotodesign – stock.adobe.com