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„Fokus wird vermehrt auf Produkten mit verminderter Garantie liegen“
06. Februar 2017

„Fokus wird vermehrt auf Produkten mit verminderter Garantie liegen“

Mit verschiedenen Maßnahmen hat der VOLKSWOHL BUND das Jahresendgeschäft 2016 unterstützt. Eine Aktion im Bereich Arbeitskraftsicherung wurde bis Ende März verlängert. Aktuell stellt der Maklerversicherer eine neue Unfallversicherung vor. Zudem beantwortet Dietmar Bläsing, Vorstand Vertrieb der VOLKSWOHL BUND Versicherungen, Fragen zu Altersvorsorge, Solvency II und IDD.


Herr Bläsing, gab es zu Ende 2016 noch ein Anziehen im Altersvorsorgegeschäft aufgrund der Rechnungszins-Senkung?

Ja und sogar früher als erwartet. Erste Anzeichen für den Beginn des Jahresendgeschäfts gab es bei uns schon Anfang Oktober – sowohl in der Altersvorsorge als auch in der Biometrie, da der sinkende Rechnungszins auch hier die Beiträge beeinflusst hat. Wir haben unsere Vertriebspartner umfangreich unterstützt, unter anderem mit einer BU- und €XISTENZ-Aktion bei vereinfachter Gesundheitsprüfung. Die Aktion war so erfolgreich, dass wir sie bis Ende März verlängert haben. Zusätzlich boten wir unser bewährtes Rechnungszins-Tool an, mit dem die Partner die zu erwartenden Unterschiede ihren Kunden einfach und übersichtlich darstellen konnten. Und natürlich gab es durch die Änderung insgesamt Gesprächsanlässe, die die Vertriebspartner für eine Beratung zur Absicherung der Arbeitskraft genutzt haben.

Was erwarten Sie entsprechend für das Jahr 2017? Welche Produkte werden in den nächsten Monaten in den Vordergrund rücken?

Mit dem neuen Rechnungszins fließt mehr Geld als bisher aus dem Beitrag in die Garantien. Wenn wir die Garantien moderat absenken, um mehr Freiraum für Rendite zu schaffen, können wir unsere Produkte attraktiver machen. Insgesamt denke ich, dass der Fokus vermehrt auf Produkten mit verminderter Garantie liegen wird. Fondspolicen mit 80% Beitragsgarantie oder mit einer Absicherung der Gewinne sind Beispiele, die zeigen, wie man die veränderten Rahmenbedingungen zum Vorteil der Kunden in die Produktgestaltung mitnehmen kann. In diesen Tagen stellen wir unseren Vertriebspartnern außerdem unsere neue Unfallversicherung „Gleichgewicht“ vor. „Gleichgewicht“ gleicht die finanziellen Nachteile aus, die dem Kunden durch einen Unfall entstehen. 10 Mio. Euro Deckungssumme stehen für jeden Schaden zur Verfügung, und das ein Leben lang.

Die Zuführung zur Zinszusatzreserve wird nicht nur Ihr Haus belasten und bald werden einige Versicherer auch mit ihrer Solvency-II-Quote um Makler und Kunden werben. Wo stehen hier die mittleren Versicherer wie der VOLKSWOHL BUND?

Lassen Sie mich zunächst klarstellen: Die Größe eines Versicherers ist kein geeignetes Kriterium für eine gute Finanzlage. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld ist eine große Herausforderung für die gesamte Lebensversicherungsbranche. Darum begrüßen auch wir die aktuelle Diskussion um eine angemessene Kalibrierung der Zinszusatzreserve. Hier wie auch bei Solvency II ist der VOLKSWOHL BUND gut aufgestellt. Die Solvency-II-Quote misst das Verhältnis von Sicherheitsmitteln zum benötigen Risikokapital. Die Quote gibt nur einen Hinweis darauf, ob ein Unternehmen sicher ist oder nicht. Eine besonders hohe Quote zu erreichen, ist hier nicht der Sinn der Übung. Es gibt einen schönen Satz: Ein Schiff ist am sichersten im Hafen, aber dafür ist es nicht gebaut. Und genauso wäre ein Versicherungsunternehmen am sichersten, wenn es keine Risiken übernehmen würde, aber dafür wurde es nicht gegründet. Versicherungsunternehmen haben die Aufgabe, Risiken zu übernehmen und sie zu beherrschen. Genau das tun wir, und zwar schon sehr lange und sehr erfolgreich. Wer die Qualität eines Versicherungsunternehmens bewerten will, sollte viele verschiedene Kennzahlen betrachten. Die Solva-Quote ist nur eine davon. Wer mit der Quote wirbt oder gar versucht, den Markt danach zu sortieren, der hat Solvency II nicht verstanden.

Als Maklerversicherer verfolgen Sie auch die IDD mit besonderem Interesse. Die Maklerverbände haben ja deutlich Kritik an der Differenzierung von Versicherungsmakler und Honorar-Versicherungsberater geübt. Wie ist Ihre Sicht?

Das typische Berufsbild des Versicherungsmaklers ist die Vermittlung von Verträgen und die damit verbundene vorherige Beratung und nachträgliche Betreuung. Der jüngste Gesetzentwurf der Bundesregierung bricht in Bezug auf Nettotarife ein Stück weit mit diesem traditionellen Berufsbild. Anders als der Versicherungsberater, der bisher gar keine Versicherungen vermitteln durfte, darf der Makler künftig nur noch im Auftrag von Nicht-Verbrauchern Nettotarifprodukte gegen Entgelt vermitteln, nicht mehr im Auftrag von Verbrauchern. Diese Regelung ist weder transparent noch zielführend.

Für Versicherungsmakler könnte sich eine weitere Verschlechterung der Ertragslage ergeben. Auch, weil Provisionen und Courtagen vermutlich sinken werden – ob nun aus Kostengründen oder durch strengere Regularien. Wohin geht es Ihrer Meinung nach und wie verhält sich Ihr Unternehmen?

Allgemein erwarten wir eine Verschiebung von den Abschlussprovisionen/Courtagen hin zu einer laufenden Vergütung über den Gesamtvertrag. Wir beobachten zurzeit, wie sich der Markt in dieser Hinsicht verhält und bereiten uns systemisch auf solche Entwicklungen vor.





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