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Auf Versicherer wartet eine lange Aufgabenliste
06. Dezember 2017

Auf Versicherer wartet eine lange Aufgabenliste

Die Versicherer erwarten bis 2020 eine stabile Geschäftsentwicklung, blicken aber auf eine lange Aufgabenliste, wie der Branchenkompass Insurance 2017 zeigt. Zwischen Herausforderungen wie Regulatorik und niedrigen Zinsen setzen die Versicherer auf organisches Wachstum, verbesserten Service und Automatisierung.


Die deutschen Versicherer blicken verhalten optimistisch in die Zukunft. 65% der Entscheider rechnen bis 2020 mit einer stabilen Geschäftsentwicklung im Vergleich zur Gesamtwirtschaft. Getrübt wird die Stimmung durch das anhaltend niedrige Zinsniveau, das Personenversicherer wie auch Schaden- und Unfallversicherer gleichermaßen unter Druck setzt. Das zeigt der „Branchenkompass Insurance 2017“ von Sopra Steria Consulting und dem F.A.Z.-Institut, bei dem Führungskräfte der Versicherungsbranche in einem Think Tank zur Diskussion zusammengebracht und darüber hinaus zu Trends befragt wurden. Das Thema Niedrigzinsniveau hat im Vergleich zu früheren Erhebungen an Relevanz zugelegt. So stellt es für drei Viertel der Entscheider neben den Belastungen durch regulatorische Anforderungen die wichtigste Herausforderung dar, die es zu bewältigen gilt.

Automatisierung und Digitalisierung als Stellschrauben

„Die positiv gestimmten Versicherer schöpfen ihren Optimismus bis 2020 vor allem aus strategischen Weichenstellungen, mit denen sie Produkte und Service für die Kunden verbessern sowie die Kosten senken wollen,“ erklärt Lars Rautenburger, Leiter der Business Unit Insurance bei Sopra Steria Consulting. Einen strategischen Fokus legen die Versicherer auch auf eine durchgängige Automatisierung der Geschäftsprozesse, dies haben 82% der Befragten auf ihrer Agenda. Denn nur 43% bewerten den Grad der Dunkelverarbeitung bislang als hoch ein. Von stärker automatisierten Prozessen erwarten die Versicherer eine steigende Kundenzufriedenheit und sinkende Kosten. Großes Automatisierungspotenzial birgt laut Studie die Schadenregulierung. Zur Beschleunigung der Prozesse und Kostenreduktion sollen Online-Schadenmeldungen und die Möglichkeit, Dokumente, Bilder und Videos über Schaden-Apps hochzuladen, künftig Standard sein. Dies verringert den Aufwand für die Begutachtung und erhöht außerdem die Transparenz für Kunden.

Organisches Wachstum im Fokus

Befragt nach strategischen „Leitplanken“ setzen Versicherer neben der Automatisierung aber vor allem auf mehr Servicequalität für Kunden und Vertriebspartner und organisches Wachstum. Die Unternehmen wollen aus der eigenen Produktwelt heraus wachsen, nur wenige streben weitere Zusammenschlüsse an. InsurTechs werden weniger als Eindringlinge mit disruptiven Folgen, sondern als Partner wahrgenommen, die dabei helfen können, Produkte und Services zu verbessern.

Weniger komplexe Tarife, neue Produktvielfalt

Während die Anbieter die Komplexität der Tarife verringern wollen, soll eine neue Produktvielfalt entstehen. Mit innovativen Produkten und Leistungen gehen Versicherer daran, Kunden zu gewinnen. Vor allem im Bereich Cyber Security sehen die Entscheider einen Wachstumsmarkt. Weniger Potenzial bieten nach Ansicht der Befragten dagegen Pay-as-you-behave- und Spontan-Versicherungen. Außerdem setzt fast jeder zweite Entscheider künftig auf Bündel- und Koppelprodukte mit branchenfremden Angeboten.

Mehr Kontakt zum Kunden

Wie der Branchenkompass außerdem zeigt, streben die Versicherer mehr Kontakt zu ihren Kunden an. Knapp ein Drittel der Befragten will dazu Videoberatung nutzen, einige Versicherer setzen sogenannte Skills für Sprachassistenten wie Amazons Alexa ein, um künftig verbesserten Service rund um die Uhr anbieten zu können. Wie Lars Rautenburger unterstreicht, erwarten die Kunden schnellere Reaktionsfähigkeit und obendrein die Online-Services von ihren Versicherern, die sie auch aus anderen Branchen wie dem Online-Handel oder der Telekommunikation kennen. (tk)





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