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Biometrie: So ist es um die Beitragsstabilität von BU- und RLV-Anbietern bestellt
18. Dezember 2018

Biometrie: So ist es um die Beitragsstabilität von BU- und RLV-Anbietern bestellt

Die Niedrigzinsphase rückt die Beitragsstabilität von biometrischen Lebensversicherungsprodukten in den Fokus des Maklerinteresses. Wie gut die Versicherer jeweils kalkuliert haben und wie hoch die Wahrscheinlichkeit von Prämienanpassungen in der Zukunft ist, zeigt ein aktuelles Rating von MORGEN&MORGEN. Viele Anbieter erhalten hier hervorragende Bewertungen.


Die Niedrigzinsphase rückt die Beitragsstabilität von biometrischen Lebensversicherungsprodukten in den Fokus des Maklerinteresses. Wie gut die Versicherer jeweils kalkuliert haben und wie hoch die Wahrscheinlichkeit von Prämienanpassungen in der Zukunft ist, zeigt ein aktuelles Rating von MORGEN&MORGEN. Viele Anbieter erhalten hier hervorragende Bewertungen.

Biometrie: So ist es um die Beitragsstabilität von BU- und RLV-Anbietern bestellt

Durch das LVRG und die geänderte Mindestzuführungsverordnung besteht im Biometriebereich mittelbar die Gefahr, dass Überschüsse aus dem Risikoergebnis fehlende Überschüsse aus der Kapitalanlage ausgleichen müssen. In einem aktuellen Rating hat das Analysehaus MORGEN&MORGEN die Beitragsstabilität von Anbietern biometrischer Lebensversicherungsprodukte unter die Lupe genommen. Wie gut haben die Versicherer kalkuliert und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für Prämienanpassungen in der Zukunft?

Analyseverfahren berücksichtigt öffentlich und nicht-öffentlich zugängliche Kennzahlen

In fachlicher Zusammenarbeit mit Erst- und Rückversichern hat MORGEN&MORGEN ein Verfahren entwickelt, in dessen Rahmen sowohl öffentlich als auch nicht-öffentlich zugängliche Kennzahlen analysiert werden. MORGEN&MORGEN weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass für die Studie nahezu alle Anbieter Daten zur Verfügung gestellt haben. Analyse der Beitragsstabilität besteht aus den sechs Komponenten Überschusssenkung, Aktionen, Brutto-Netto-Spreizung, Querverrechnung, Bilanz und Solvency II.

Sechs Komponenten werden unterschiedlich gewichtet

Im Rahmen des Analyseverfahrens, das zukünftig im neuen Jahrgang des M&M-Ratings Berufsunfähigkeit Einfluss finden soll, betrachten die Analysten die beitragsrelevante Senkung der Überschussbeteiligung bei Bestandstarifen innerhalb der letzten zehn Jahre. Die Höchstwertung in dieser Komponente, die mit dem Faktor 2 gewichtet wird, kann erreicht werden, wenn in den vergangenen zehn Jahren keine beitragsrelevante Senkung der Überschüsse stattgefunden hat. Die Teilanalyse „Aktionen“ (Gewichtung: Faktor 1) bewertet Aktionstarife mit vereinfachter Risikoprüfung, die nicht einkalkuliert wurde. Die Höchstwertung in dieser Komponente erreichen Versicherer, sofern sie in den letzten zehn Jahren keine solchen Aktionen durchgeführt haben. Allerdings fällt es im Rahmen dieser Komponente nicht negativ ins Gewicht, wenn ein Versicherer einen eigenständig durchkalkulierten Tarif mit vereinfachter Gesundheitsprüfung oder Wartezeiten für ein ganzes Versicherungskollektiv anbietet.

Dritte Komponente in der M&M-Analyse ist die Brutto-Netto-Spreizung, die mit dem Faktor 2 in die Bewertung einfließt. Hier wird die maximale Spreizung zwischen dem Garantie- und dem Zahlbeitrag der aktuellen Neugeschäftstarife untersucht. Weiter wird bei der Kategorie „Querverrechnung“ die Tragfähigkeit der Garantieverpflichtungen aus den Zinserträgen betrachtet. M&M begutachtet dabei die Daten zu den Ertragsquellen, die gemäß § 15 der Mindestzuführungsverordnung von jedem Lebensversicherer jährlich veröffentlicht werden müssen. Um die Beitragsstabilität eines Versicherers bewerten zu können, ist zusätzlich die Betrachtung von Bilanzkennzahlen substanziell: Neben der Nettoverzinsung werden dabei die Bewertungsreservequote, Eigenkapitalquote, RfB-Quote und der Schlussüberschussanteilfonds in Prozent der Deckungsrückstellung ausgewertet. Die beiden Kategorien „Querverrechnung“ und „Bilanzkennzahlen“ werden jeweils mit dem Faktor 3 gewichtet. Die letzte Teilkomponente der M&M-Analyse zur Beitragsstabilität von BU- und Risikolebensversicherern bildet die Nettoquote nach Solvency II. Im Fokus steht hier die Frage, ob ein Versicherer ein theoretisch alle 200 Jahre vorkommendes Krisenszenario ohne Übergangsmaßnahmen und ohne Volatilitätsanpassung nach den gesetzlichen Vorgaben von Solvency II übersteht (Gewichtung: Faktor 1).

Beitragsstabilität bei 33 BU- und 40 RLV-Anbietern hervorragend

Im Gesamtergebnis erhalten viele der von M&M analysierten Anbieter eine hervorragende Bewertung. Dies gilt für 33 von 59 Anbietern von Berufsunfähigkeitsversicherungen und für 40 von 63 Anbietern von Risikolebensversicherungen. Bei den BU-Anbietern erreichen außerdem 22 Versicherer eine stabile Bewertung, vier bekommen von M&M die Bewertung „schwach“. Was die Anbieter von Risikolebensversicherungen angeht, bewerten die M&M-Analysten zudem die Beitragsstabilität bei 19 Gesellschaften als „stabil“ und bei vier Gesellschaften als „schwach“.

  • Zur M&M Analyse Beitragsstabilität für Berufsunfähigkeit geht es hier.
  • Zur M&M Analyse Beitragsstabilität für Risikoleben geht es hier.




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