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Inkasso: Zahlungsmoral der Deutschen auf Rekordniveau
15. Januar 2016

Inkasso: Zahlungsmoral der Deutschen auf Rekordniveau

Dank der starken Wirtschaftslage und einer hohen Beschäftigung ist die Zahlungsmoral der Deutschen im vergangenen Jahr gestiegen. Es gibt aber auch noch wie vor Problembereiche. Dazu zählt etwa der Onlinehandel. Auch das Betrugsproblem des Fake-Inkasso macht der Branche zu schaffen.


Gute Konjunktur und Rekordbeschäftigung bescheren der deutschen Wirtschaft zum Jahresauftakt eine robuste Zahlungsmoral. In einer Mitgliederumfrage des Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) gaben 90% der Inkassounternehmen an, dass Rechnungen jetzt genauso gut oder besser als vor sechs Monaten beglichen werden. Das ist der beste Wert seit Beginn der Umfragen vor 20 Jahren. In diesem Jahr dürfte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen daher auf den niedrigsten Stand seit Umfragebesinken. Der BDIU erwartet bis Ende 2016 maximal 22.500 Firmenpleiten.

Probleme im Onlinehandel

Probleme gibt es hingegen vor allem im Onlinehandel. Jeder zweite Befragte gab an, dass Kunden von Onlineshops ihre Rechnungen nicht wie vereinbart begleichen. Vor einem Jahr waren es nur 37%. 47% der Inkassounternehmen melden zudem, dass Kunden von Energieversorgungsunternehmen säumig sind (36%). Probleme gibt es außerdem im Handwerk (37%), bei Fitnessstudios (35%) sowie in der Dienstleistungsbranche allgemein (34%). Mehr als jedes fünfte Inkassounternehmen geht darüber hinaus davon aus, dass sich die Zahlungsmoral im Laufe des Jahres 2016 verschlechtern wird.

Überschuldung als Hauptgrund

Hauptgrund für ausbleibende Zahlungen bleibe das Thema Überschuldung. Drei Viertel der Inkassounternehmen melden, dass Privatkunden aus diesem Grund nicht zahlen. 57% der Inkassounternehmen melden aber auch, dass Privatschuldner ihre Zahlungen mit Absicht verzögern – letztes Jahr hatten das nur 48% berichtet. Offenbar würden Verbraucher bei ihren Konsumausgaben risikofreudiger und zugleich nachlässiger. Im Vorjahr waren es hier noch 56%. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen sinkt aber deutlich. Für 2015 geht der BDIU von etwa 80.000 Verfahren aus (Vorjahr: 86.298). 2016 werde die Zahl zudem auf 76.000 fallen.

Betrugsproblem Fake-Inkasso

Ein zunehmendes Problem der Branche sei das Phänomen Fake-Inkasso. „Sehr oft erhalten ältere Mitbürger solche Anschreiben. Offenbar soll deren Arglosigkeit ausgenutzt werden“, klagt BDIU-Chef Spitz. Bei jedem vierten Inkassounternehmen haben sich laut der Umfrage schon einmal Verbraucher deswegen gemeldet. Jedes achte Inkassounternehmen war in den letzten zwölf Monaten zudem selbst von Fake-Inkasso betroffen. Die allermeisten Inkassofälle, so Spitz, würden hingegen völlig beanstandungsfrei durchgeführt. Pro Jahr bearbeiten BDIU-Mitgliedsunternehmen etwa 20 Millionen außergerichtliche Mahnungen. Dem stehen lediglich nur rund 500 Anfragen bei der Beschwerdestelle des Verbands gegenüber.

Jüngere Verbraucher zahlen schlechter als Erwachsene

In der Umfrage haben sich die Inkassounternehmen zum Zahlungsverhalten unterschiedlicher Altersgruppen geäußert. Aktuell haben demnach vor allem jüngere Verbraucher ein schlechteres Zahlungsverhalten. Junge Schuldner zwischen 18 und 24 Jahren haben nach Erfahrung der Inkassodienstleister Verbindlichkeiten bei Telekommunikationsunternehmen, bei Onlinehändlern sowie bei Fitnessstudios. Mittlere und ältere Altersgruppen haben dagegen vor allem Verbindlichkeiten bei Banken und Finanzdienstleistern, sowie bei Energieversorgern, Schuldner 60 plus zudem auch oft bei Vermietern und Ausgaben rund um Gesundheitsbelange. (mh)





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