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7. Mai 2026
Kaum Spielraum für sinkende Bauzinsen
Kaum Spielraum für sinkende Bauzinsen

Kaum Spielraum für sinkende Bauzinsen

Der Konflikt im Nahen Osten sorgt weiter für Nervosität an den Finanzmärkten mit steigenden Renditen von Staatsanleihen als Folge. Laut Daten von Interhyp bleiben die Bauzinsen derzeit auf einem erhöhten Niveau rund um 4%. Daran dürfte sich nach Ansicht von Experten vorerst auch wenig ändern.

Der Baufinanzierungsvermittler Interhyp hat ein aktuelles Zinsupdate veröffentlicht. Demnach führt die politische Situation im Nahen Osten nach wie vor zu einer Verunsicherung auf den Finanzmärkten. Als Konsequenz ziehen die Renditen von Staatsanleihen an und die Immobilienfinanzierungszinsen für zehnjährige Darlehen verharren auf einem erhöhten Niveau rund um die Markt von 4%.

Mit sinkenden Bauzinsen ist derzeit nicht zu rechnen

Laut der Experten des Interhyp-Bankenpanels gibt es momentan kaum Spielraum für sinkende Bauzinsen. Die Kapitalmarktzinsen dürften nach Ansicht der Befragten weiter stark von den Ereignissen im Nahen Osten geprägt sein. „Allerdings wird selbst bei einem schnellen Ende des Konflikts die erste Inflationswelle nicht mehr zu vermeiden sein und die EZB im Juni mit einer ersten Zinserhöhung antworten“, so die Einschätzung der Experten. Wer auf eine schnelle Rückkehr zu niedrigen Zinsen hoffe, ignoriere die Marktrealität, wie es von Interhyp heißt.

Großteil der Experten erwartet vorerst gleichbleibendes Zinsniveau

Aktuell rechnen 80% der Experten damit, dass sich am momentanen Zinsniveau in den kommenden vier Wochen nichts ändern dürfte. Lediglich 20% gehen von sinkenden Zinsen für diesen Zeitraum aus. Langfristig erwarten 60% der Experten, dass die Bauzinsen weiter anziehen. „Längerfristig drohen höhere Bund-Renditen und damit steigende Bauzinsen wegen der Schuldenpolitik der Staaten“, meinen die Befragten. 40% halten gleichbleibende Zinsen für den Zeitraum von einem halben bis zu einem Jahr für möglich. 

Eigenkapital als Zinshebel

Angesichts der aktuellen Situation sei die Struktur der Finanzierung wichtiger denn je, wie es von Interhyp heißt. „Ich gehe nicht von signifikant sinkenden Bauzinsen in naher Zukunft aus. Daher würde ich auch Kaufinteressierten nicht dazu raten, darauf zu spekulieren. Gerade in der aktuellen Situation ist es ratsam, so viel Eigenkapital wie möglich in die Finanzierung einzubringen“, unterstreicht Jörg Utecht, CEO der Interhyp Gruppe. Mehr Eigenkapital verbessere die Konditionen und senke dauerhaft die monatliche Belastung. 

Interhyp appelliert an die Politik, die Kaufnebenkosten-Hürde zu senken. Denn Kaufinteressierte müssten einen deutlich zu hohen Anteil des Eigenkapitals für Kaufnebenkosten aufwenden. Ein möglicher Hebel, um hier Abhilfe zu schaffen, wären laut Interhyp Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer für Erstkäufer.

„Die Botschaft im Mai ist klar: Die Bauzinsen bleiben volatil mit Tendenz nach oben. Der beste Schutz dagegen ist ein fundierter Eigenkapital-Plan und ein breiter Anbietervergleich“, so das Fazit von Utecht. (tik)

Weitere News rund um den Immobilienmarkt und den Bereich Baufinanzierung finden Sie in unserer Rubrik „Immobilien“.