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maxpool: „Technik sollte Beratung ergänzen und nicht ersetzen“
19. Mai 2016

maxpool: „Technik sollte Beratung ergänzen und nicht ersetzen“

Die POOLS & FINANCE findet in diesem Jahr an zwei verschiedenen Standorten statt: am 07.06.2016 in Nürnberg und am 14.06.2016 in Hamburg. AssCompact spricht im Vorfeld mit den Mitveranstaltern über die Branche, die Rahmenbedingungen und natürlich über die POOLS & FINANCE. Heute steht Oliver Drewes, Geschäftsführer der maxpool Servicegesellschaft für Finanzdienstleister mbH, Rede und Antwort.


Herr Drewes, wie beurteilen Sie die Poollandschaft – business as usual oder große Verwerfungen?

Es ist wie immer: Alle reden von der großen Konsolidierungswelle am Poolmarkt und keiner konsolidiert sich. Ich beobachte, dass Poolgesellschaften freundschaftlicher und kooperativer miteinander arbeiten als früher und teilweise auch Synergien suchen und heben. Insofern würde ich aber im Ergebnis eher sagen business as usual.

Sie haben sich ziemlich klar gegen FinTechs positioniert. Kommt man da nicht schnell in den Ruf, hinter der technischen Entwicklung, die in der Zusammenarbeit mit Maklern so wichtig ist, zurückzubleiben?

Ich gebe zu, dass sogenannte FinTechs die technische Entwicklung mehr in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt haben. Aber nur, weil wir bei maxpool die Zusammenarbeit mit den aus den Medien bekannten Anbietern von Beginn an abgelehnt haben, heißt das noch lange nicht, dass wir uns technischem Fortschritt ganz verschließen. Technischen Fortschritt an den derzeitigen Leistungen der FinTech-Anbieter festzumachen, halte ich auch für zu kurzsichtig. Wir bieten schon jetzt, und ab Juni noch einmal in einer ganz neuen Dimension, eine Technologie an, die im Zusammenspiel mit der Beratungsleistung des Maklers arbeitet. Technik sollte Beratung ergänzen und nicht ersetzen. Zu dieser Sichtweise stehen wir als Maklerpool ganz ausdrücklich.

Auch Ihr Vergütungsmodell haben Sie klar definiert, zumindest im Leben-Bereich: 88% für die angebundenen Makler, 12% für maxpool. Welche Erfahrungen haben Sie damit seit der Einführung vor einem Jahr gemacht und ist es für Sie eine Option, auf Gebühren von Maklerseite umzustellen?

Mit unserer neuen transparenten Abrechnung haben wir die allerbesten Erfahrungen gemacht. Unsere Kooperationspartner schätzen die Sicherheit, von allen uns zufließenden Geldern einen einheitlichen Satz abgerechnet zu bekommen. Ohne „Wenn und Aber“ und ohne Kleingedrucktes. Zu diesem Schritt fühlten wir uns durch die Neuregelungen des LVRG veranlasst, da Courtagevereinbarungen zunehmend uneinheitlicher wurden. Wir sind es unseren Partnern schuldig, plausibel und richtig abzurechnen, ohne dass sie die Einzelheiten der Courtagevereinbarung prüfen müssen. Eine Umorientierung weg von der Courtageteilung hin zu einem Gebührenmodell planen wir derzeit nicht.

Als Pool sehen Sie Ihre Aufgabe auch in der Produktauswahl. Dort passiert einiges: neue Garantiemodelle in der Lebensversicherung, Telematiktarife in der Kfz-Versicherung oder auch situative Versicherungen. Sind das im Sinne der Beratung positive Innovationsansätze oder würden Sie andere Wege bevorzugen?

Ich finde unsere Branche offen gesagt immer wieder erstaunlich ideenlos. Die neuen Garantiemodelle sind aus der Tiefzinsphase heraus und damit durch einen Sachzwang geboren. Ich würde mir viel mehr viel innovativere Produktansätze wünschen. Aktuell feiern wir Telematiktarife als große Innovation – da ist eindeutig noch Luft nach oben.

Sie haben sich auch der Schadenprävention, zum Beispiel mit „Wasserleck Protect“, angenommen. Müssen Pools ihre Partner noch mehr über das Neugeschäft und die Vertriebsunterstützung hinaus begleiten?

Definitiv ja. Die Zeiten, in denen ein Pool als Courtageoptimierer gesehen wurde, sind aus meiner Sicht vorbei. Vielmehr ist der moderne Pool von heute für den Makler mehr und mehr Backoffice und natürlich begleitet ein gewissenhafter Pool die Geschäftsbeziehung zum Endkunden des Maklers auch insgesamt bestmöglich. Ein innovatives Schadenverhütungssystem wie „Wasserleck Protect“ gehört dazu, aus unserer Sicht aber auch eine juristische Begleitung von strittigen Schadenfallabwicklungen sowie eine fundierte Hilfestellung im Arbeitsablauf der Tariffindung und Vieles mehr. Ein guter Maklerpool sollte ein umfassender Partner für einen Makler sein und nicht nur Neugeschäft durchreichen.

Was gibt es Neues im Investmentbereich? Sie bieten nun beispielsweise ja auch ETFs an. Rückt vor diesem Hintergrund die Honorarvermittlung mehr in den Vordergrund?

Wir hatten bei maxpool den Investmentbereich bis jetzt noch im Aufbau. Inzwischen verfügen wir über umfassende Technik und über die fachliche Kompetenz, um für den Makler auch in diesem Bereich ein guter Partner zu sein. Wir haben teilweise Produkte exklusiv im Programm und uns viele Neuerungen einfallen lassen. Egal, ob auf Honorarbasis oder klassisch vergütet. Die Entscheidung über die Vergütungsart sollte der Makler treffen und nicht der Maklerpool.

Sie sind seit längerem Mitveranstalter der POOLS & FINANCE. Was finden Sie gut an der gemeinsamen Messe?

Die POOLS & FINANCE gibt unabhängigen Maklern einen umfassenden Überblick über den Markt. Das finden wir sehr wichtig und vor diesem Hintergrund stellen wir uns gern neben unsere Mitbewerber. Freundschaftlicher Wettbewerb zwischen den Poolgesellschaften belebt zudem das Geschäft und trägt meiner Meinung nach zur positiven Weiterentwicklung der gesamten Branche bei. Auch das einheitliche Standkonzept ist etwas, das mir an der Messe sehr gut gefällt. Bei anderen Messen laufen die Besucher gern zu den größten oder aufwendigsten Messeständen, da diese natürlich sofort ins Auge stechen. Das ist bei der POOLS & FINANCE anders. Hier haben alle Aussteller nahezu identische Standmodule. Auf diese Weise werden die Produkte, Services und Dienstleistungen der Anbieter in den Fokus gestellt und Besucher nicht durch optische Reize abgelenkt. Nicht zuletzt sehen wir die POOLS & FINANCE auch immer als gute Gelegenheit, Wettbewerber und Makler persönlich zu treffen und uns mit ihnen auszutauschen. Im Alltag und im Zeitalter der E-Mails kommt der persönliche Kontakt leider oft zu kurz.

Was können die Besucher der POOLS & FINANCE 2016 dort von maxpool erwarten?

Auch in diesem Jahr haben wir natürlich wieder Highlights im Gepäck. Da wäre zunächst unser Kongress mit dem Titel „Erfolgsformeln“ zu nennen, den Makler sich nicht entgehen lassen sollten. In vier aufeinanderfolgenden Workshops erläutern wir, wie maxpool Maklern zu zusätzlichen Einnahmen verhilft, Arbeitserleichterungen und Alleinstellungsmerkmale verschafft. Zudem erfahren Makler, wie sie mit ausgelagerter Finanzierungs- und Investmentexpertise die Bindung zu ihren Kunden stabilisieren können und welche Vorteile es ihnen bringt, wenn sie als Makler selber zum FinTech-Unternehmen 2.0 werden.

An unserem Messestand MV2 in Nürnberg und MV1 in Hamburg stehen Experten aus den jeweiligen Fachbereichen, die Maklerbetreuer sowie die gesamte Führungsebene für einen intensiven Austausch zur Verfügung. Zudem können Besucher an unserem Messestand eine kleine Zeitreise machen. Als HAMBURGER PHÖNIX maxpool Gruppe, die Holdinggesellschaft über der maxpool GmbH, feiern wir in diesem Jahr unser 100-jähriges Bestehen und wir haben die Meilensteine unserer Unternehmensgruppe von 1916 bis heute in die Gestaltung unseres Messestandes einfließen lassen. Natürlich erfahren Besucher am maxpool-Stand alles über die neuesten Service- und Produkthighlights. (kb)


Oliver Drewes Oliver Drewes




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