Petition gegen Altersdiskriminierung in der Kfz-Versicherung | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - Google+ AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Petition gegen Altersdiskriminierung in der Kfz-Versicherung
14. Februar 2019

Petition gegen Altersdiskriminierung in der Kfz-Versicherung

Die Kfz-Versicherungsprämien für Ältere waren gestern Thema im Petitionsausschuss des Bundestags. Das Gremium stimmte dafür, dem Finanzministerium eine Petition zu überweisen, die konkret eine Altersdiskriminierung bei der Kfz-Versicherung beanstandet und mehr Transparenz bei den Prämien fordert.


Die Kfz-Versicherungsprämien für Ältere waren gestern Thema im Petitionsausschuss des Bundestags. Das Gremium stimmte dafür, dem Finanzministerium eine Petition zu überweisen, die konkret eine Altersdiskriminierung bei der Kfz-Versicherung beanstandet und mehr Transparenz bei den Prämien fordert.

Petition gegen Altersdiskriminierung in der Kfz-Versicherung

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags fordert mehr Transparenz seitens der Versicherungswirtschaft, was die Festlegung der zu zahlenden Versicherungsprämien angeht. Damit soll einer willkürlichen Diskriminierung von Versicherten vorgebeugt werden. Im Rahmen der Sitzung des Ausschusses am Mittwochmorgen beschlossen die Abgeordneten mit den Stimmen der Fraktionen von CDU/CSU, SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen, dem Bundesministerium der Finanzen eine entsprechende Petition „zur Erwägung“ zu überweisen. In der Petition wird konkret eine Altersdiskriminierung der Versicherer bei der Kraftfahrzeugversicherung beanstandet. So sei es nicht vertretbar, dass Millionen älterer Menschen seit Jahren unverhältnismäßig hohe Prämien in der Kfz-Versicherung zahlen müssten.

Petition sieht mangelnde Transparenz bei der Berechnung der Prämien

Bemängelt wird zudem, dass Versicherte nicht erkennen könnten, wie sich ihre Prämie errechnet. Dies liege vor allem daran, dass die Versicherer „intern und ohne jegliche Transparenz“ ihre Schadenfälle selbst auswerten und danach die Prämien berechnen würden.

Regierung verweist unter anderem auf Grundsatz der Vertragsfreiheit

In der Begründung zu seiner Beschlussempfehlung weist der Petitionsausschuss auf eine Stellungnahme der Bundesregierung zum Thema hin. In der Stellungnahme heißt es unter anderem, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) fordere keine Gleichbehandlung aller Lebensverhältnisse „um jeden Preis“. Vielmehr schütze es vor willkürlicher Ungleichbehandlung. Was die Kfz-Versicherung angeht, kämen die Verträge nach dem Grundsatz der Vertragsfreiheit zustande, so die Regierung. Jeder Versicherte entscheidet selbst, ob und unter welchen Bedingungen er den Vertrag abschließt. Den Versicherers sei es grundsätzlich selbst überlassen, wie sie ihre Prämien kalkulieren auf Basis der anerkannten Prinzipien risikoadäquater Kalkulation.

Ausgleich für steigende Prämien durch höhere SFH-Klassen kein Argument

Was die Kfz-Haftpflichtversicherungen für ältere Menschen betrifft, verweist die Bundesregierung zudem auf einen Bericht der BaFin, wonach ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Nutzeralter und dem Schadensverlauf erkennbar sei. Die Statistiken würden aus Sicht der Bundesregierung zeigen, dass das Risiko, einen Unfall zu verursachen, ab einem bestimmten Alter deutlich steige. Da aber viele Versicherte mit zunehmendem Alter höhere Schadensfreiheitsrabatte erreichen würden, werde der Effekt der steigenden Prämien im Alter meist wieder ausgeglichen, so das Argument der Bundesregierung. Auch in den Kilometertarifen würde die meist geringere Fahrleistung von Senioren durch Einteilung in entsprechende Risikoklassen berücksichtigt werden. Diese Ausführungen überzeugten die Mehrheit der Abgeordneten im Petitionsausschuss allerdings nicht.

Risikobewertung auf Basis unabhängiger Daten gefordert

Nach Auffassung der Abgeordneten gelte es gesetzliche Regelungen zu schaffen, damit die Risikobewertung der Versicherten künftig auf Grundlage unabhängiger Daten erfolgt. Laut Beschlussempfehlung könne es nicht sein, „dass die entsprechenden Datensätze aus der Versicherungswirtschaft selbst stammen“. Notwendig seien Regelungen, die die Versicherungswirtschaft zu mehr Transparenz bei der Prämiengestaltung verpflichten. (tk)




Ähnliche News

Kommt jetzt noch mehr Datenschutz? Der Europäische Datenschutzausschuss hat dazu aufgefordert, die E-Privacy-Verordnung schnellstmöglich zu verabschieden. Dies hat der Bundesbeauftragte für Datenschutz bekannt gegeben. Dabei geht es vor allem um den Schutz von Daten aus Email- und Messengerdiensten. weiterlesen …
Wechselt ein Versicherungsvertreter zu einem anderen Versicherer oder in den Makler­status, treten in der Regel einige Problemfelder auf. Das Unternehmen Die Personalexperten GbR begleitet solche Wechsel. Die geschäftsführenden Gesellschafter Clemens M. Christmann und Thomas Schaefer zeigen Erfahrungen aus der Praxis auf. weiterlesen …
Der Bundesrat hat in seiner jüngsten Sitzung einer Grundgesetzänderung zugestimmt. Diese macht den Weg dafür frei, dass der Bunde die für Finanzhilfen des Bundes an die Länder aktiv beim sozialen Wohnungsbau unterstützen kann. Die deutsche Wohnungswirtschaft unterstützt das neue Gesetz explizit. weiterlesen …


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.