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Warum das InsurTech Getsafe sein Gewand wechselt
20. Februar 2019

Warum das InsurTech Getsafe sein Gewand wechselt

Gestartet als digitaler Makler, hat sich Getsafe inzwischen von seinem Maklergeschäft getrennt und bietet als Versicherungsplattform eigene Produkte mit Munich Re als Risikoträger. Wie das Angebot bei Kunden ankommt und welche Ziele sich Getsafe gesteckt hat, verrät Christian Wiens, Gründer und CEO der Getsafe Digital GmbH, im Interview mit AssCompact.


Gestartet als digitaler Makler, hat sich Getsafe inzwischen von seinem Maklergeschäft getrennt und bietet als Versicherungsplattform eigene Produkte mit Munich Re als Risikoträger. Wie das Angebot bei Kunden ankommt und welche Ziele sich Getsafe gesteckt hat, verrät Christian Wiens, Gründer und CEO der Getsafe Digital GmbH, im Interview mit AssCompact.

Warum das InsurTech Getsafe sein Gewand wechselt
Herr Wiens, Getsafe ist 2015 als rein digitaler Versicherungsmakler gestartet. Inzwischen hat sich das Geschäftsmodell geändert und Getsafe ist Versicherungsplattform. Wie sieht Ihr Geschäftsmodell konkret aus?

Unser Ziel ist es, Versicherungen zu dem zu machen, was sie einmal waren, nämlich ein Instrument, um jene Dinge im Leben besonders zu schützen, die einem am Herzen liegen. Weg von monströsen und unverständlichen Papierstapeln mit komplizierten Formulierungen, sondern einfach, unkompliziert und transparent. Herzstück unserer Strategie ist daher eine App, die Versicherung wieder greifbar und unmittelbar macht.

Von Ihrem Maklergeschäft haben Sie sich im Herbst 2018 getrennt. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen? Wie viele Verträge konnten Sie letztendlich generieren?

Als digitaler Makler haben wir für unsere Kunden fast 100.000 Policen anderer Versicherer verwaltet. Damit waren wir sehr erfolgreich, aber wir mussten nach wie vor mit den langsamen, papierbasierten Prozessen traditioneller Versicherer kämpfen. Deshalb haben wir uns letztendlich entschieden, eigene Versicherungsprodukte anzubieten und die gesamte Versicherungserfahrung aus Kundensicht massiv zu vereinfachen. Mit unserer App und unserer Technologieplattform im Hintergrund ist uns das auch gelungen.

Welche Versicherungen hat Getsafe mittlerweile im Portfolio?

Derzeit bieten wir eine Haftpflicht-, eine Rechtsschutz- und eine Zahnschutzversicherung an. Für die Haftpflicht gibt es zudem ein Drohnen- und ein Familienmodul. Im Frühjahr kommen zusätzlich eine Hausrat- und eine Fahrradversicherung dazu. Mit unserer Plattform bzw. dem selbst entwickelten Kernsystem können wir perspektivisch alle Versicherungssparten abbilden und werden in den kommenden Jahren auch tiefer in die Leben- und Krankensparte einsteigen.

Und wie fällt Ihre Bilanz nach einem Jahr als Versicherungsplattform aus?

Sehr gut. Wir haben im letzten Jahr bewiesen, dass unsere Produkte gerade für Versicherungseinsteiger attraktiv sind. In nur einem Jahr haben wir über 40.000 Neukunden gewonnen und wachsen gerade im Segment junger Menschen unter 30, die sich zum ersten Mal versichern, schneller als alle Wettbewerber. Sogar schneller als Platzhirsche wie die Allianz oder Axa, die mit ihren Angeboten und Vertriebskanälen eine ältere Klientel ansprechen Darauf sind wir natürlich stolz.

Sie zielen vorwiegend auf junge Kunden ab. Wie erreichen Sie diese Zielgruppe?

Wir nutzen natürlich mehrere Akquisitionskanäle – angefangen von Online-Anzeigen über Affiliate-Programme bis hin zu strategischen Partnerschaften mit Hochschulgruppen und anderen Organisationen. Das Tolle ist jedoch, dass wir mittlerweile auch stark organisch wachsen: Unsere Kunden empfehlen uns ihren Freunden und Bekannten. Das ist für uns ein gutes Signal, dass unsere Kunden zufrieden mit uns sind. Das Besondere ist, dass unser Team ein gutes Abbild unserer Zielgruppe ist. Wir verstehen also sehr genau, wie unsere Kunden ticken und welche Bedürfnisse sie haben. Letztendlich bauen wir Produkte, die uns selbst überzeugen.

Ihre Kunden können eine Police online übers Smartphone abschließen. Wie viele Ihrer Kunden nehmen denn Beratung via Mail oder Telefon in Anspruch?

Grundsätzlich können alle Kunden jederzeit unseren Kundenservice anrufen oder eine E-Mail schreiben. Die allermeisten Kunden bevorzugen allerdings unseren KI Chatbot namens Carla, der ihnen rund um die Uhr zur Seite steht. Vor allem bei einer Schadensmeldung ist das natürlich sehr praktisch, da die Kunden nicht auf irgendwelche Telefonzeiten warten müssen. Über 90% aller Anfragen werden daher von Carla abgewickelt.

Wie geht es mit Getsafe weiter? Welche Neuerungen sind für das laufende Jahr geplant?

Natürlich wollen wir das erste Unicorn am InsurTech-Sternenhimmel werden. N26 hat es als Neo-Bank vorgemacht, wir machen es als Neo-Versicherung nach. Die InsurTech-Branche hinkt der FinTech-Branche etwa zwei bis drei Jahre hinterher. In diesem Jahr werden wir das also noch nicht schaffen. Aber wir wollen unseren Kundenstamm vervierfachen und planen außerdem eine Expansion ins europäische Ausland. Und natürlich wollen wir unsere App um weitere Services ergänzen, um für unsere Kunden ein noch besserer Begleiter zu sein.




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