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Warum FinTechs Versicherern doch noch gefährlich werden können
30. November 2018

Warum FinTechs Versicherern doch noch gefährlich werden können

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hat die Kooperationen von deutschen FinTechs untersucht. Worin sich die Kooperationen mit Versicherern von den Kooperationen mit Banken unterscheiden und wann die FinTechs den etablierten Finanzdienstleistern gefährlich werden können, legen die PwC-Experten ebenfalls dar.


Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hat die Kooperationen von deutschen FinTechs untersucht. Worin sich die Kooperationen mit Versicherern von den Kooperationen mit Banken unterscheiden und wann die FinTechs den etablierten Finanzdienstleistern gefährlich werden können, legen die PwC-Experten ebenfalls dar.


Warum FinTechs Versicherern doch noch gefährlich werden können

Der „FinTech-Kooperationsradar“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hat über 1.500 Kooperationen deutscher FinTechs mit Banken, Versicherern sowie Unternehmen aus der Medien-, IT- und Immobilienbranche näher untersucht und dabei Besonderheiten in den Kooperationen von Versicherern mit FinTechs festgestellt. So haben der Veröffentlichung zufolge Versicherer mit 294 Kooperationen nur etwas mehr als halb so viele wie die Banken, die insgesamt 562 FinTech-Kooperationen aufweisen. Außerdem startete die erste FinTech-Kooperation mit einer Bank schon im Jahr 2012, die erste dokumentierte FinTech-Kooperation mit einem Versicherer datiert erst aus dem Jahr 2014.

Versicherer kooperieren risikofreudiger und internationaler

Dafür zeigen zumindest die großen Versicherungskonzerne bei ihren Kooperationen größere finanzielle Risikofreude, allgemein gehen die Versicherer zudem auch deutlich mehr internationale Bündnisse ein: Fast ein Drittel der operativen Kooperationen (hier steht das operative Zusammenwirken im Vordergrund, es gibt keine finanzielle Beteiligung am Start-up) und fast zwei Drittel der finanziellen Kooperationen (hier stellt das Unternehmen Venture-Capital oder Venture-Debt zur Verfügung oder kauft das Start-up) von Versicherern mit FinTechs haben Auslandsbezug. Bei den Banken sind es beides Mal unter 20%.

B2C-FinTechs und Versicherer gehen häufiger zusammen

Ein weiterer Unterschied: Bei den Kooperationspartnern der Versicherungen handelt es sich in fast zwei Dritteln der Fälle um B2C-FinTechs, die also direkten Zugang zum Endkunden haben. Die Banken kooperieren hingegen zu über drei Vierteln mit sogenannten B2B-FinTechs, die keinen direkten Zugang zum Endkunden haben, sondern deren Stärken eher darin liegen, die Banken bei der Digitalisierung ihrer Prozesse zu unterstützen. Und: Die „Kooperationshauptstadt“ im Versicherungssektor ist München. Hier sitzen insgesamt 117 Kooperationen von Versicherern mit FinTechs. Banken sind hier nur mit 45 FinTech-Kooperationen vertreten und haben ihren Schwerpunkt, wie erwartet, eher in Frankfurt.

Bald Komplettangebote durch Kooperationen von FinTechs untereinander?

Aber deutsche FinTechs kooperieren nicht nur immer häufiger mit Versicherern und Banken, sondern schließen zunehmend auch Bündnisse untereinander. So zählt der PwC „FinTech-Kooperationsradar“ insgesamt 219 Fälle, in denen Finanz-Start-ups mit anderen Finanz-Start-ups zusammenarbeiten – wobei allein seit Anfang 2017 mehr als 91 dieser Bündnisse hinzugekommen sind. „Für die traditionelle Finanzindustrie ist das ein alarmierender Trend“, sagt Sascha Demgensky, Leader FinTech bei PwC in Deutschland. „Denn wenn aus den FinTech-Netzwerken eigene Komplettangebote entstehen, dann werden die Start-ups auf mittlere Sicht doch noch zu einer Gefahr für die angestammten Banken und Versicherer.“

FinTechs kooperieren aber laut dem „FinTech-Kooperationsradar“ nicht nur mit reinen FinTechs, sondern häufig auch mit Unternehmen, die artverwandte Dienstleistungen anbieten oder die Produkte anbieten, die Bankdienstleistungen benötigen, wie etwa Finanzierungen. Gelinge es den FinTech-Netzwerken, so Demgensky, ihre zunehmende Komplexität zu managen, so könnten sie in Zukunft zur ernsthaften Konkurrenz für die etablierten Finanzdienstleister werden. Gleichwohl ist der PwC-Experte der Ansicht: „Es ist mitnichten so, dass die Frontlinien dabei zwingend zwischen alter und neuer Finanzwelt verlaufen müssen. Stattdessen werden sich die Grenzen immer mehr verwischen.“

Über die Studie

Für den PwC „FinTech-Kooperationsradar“ wurden 1.588 einzelne Kooperationen unter anderem zwischen FinTechs, klassischen Finanzdienstleistern und Technologie-Unternehmen recherchiert und analysiert. Als Basis der Analyse dient die Barkow Consulting FinTech Money Map – Datenbank für FinTech-Start-ups, FinTech-Venture-Capital und FinTech-Kooperationen.





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