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Wird die Kappungsgrenze am DAX erhöht?

Die Deutsche-Börse-Tochter Stoxx führt eine Umfrage zur Erhöhung der Kappungsgrenze am Deutschen Aktienindex durch. Bislang liegt sie bei 10%, doch bei genug Zustimmung könnte das Limit auf 15% erhöht werden. Die Veränderung könnte auch für die Subindizes TecDAX & Co. eingeführt werden.

Diversifikation – fast schon so etwas wie ein Zauberwort am Kapitalmarkt. Damit kann oberflächlich die Streuung des Portfolios auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, ETFs und Sachwerte gemeint sein. Innerhalb der Klassen spricht man dann auch von Diversifikation, wenn man bspw. Aktien aus Industrie- und Schwellenländern oder von Unternehmen verschiedener Größen kauft.

Und bei Investments in einen konkreten Index wird gerne vom Indexanbieter versucht, die Diversifikation aufrechtzuerhalten, indem man ein Limit auf die Gewichtung setzt, die die Aktien eines Unternehmens im Index haben dürfen. Eine solche sogenannte Kappungsgrenze gibt es auch beim Deutschen Aktienindex (DAX). Eines der 40 gelisteten Unternehmen darf maximal 10% des Index ausmachen, was auch dazu führt, dass ETF-Anbieter Aktien des entsprechenden Unternehmens verkaufen müssen. Die Deutsche Börse bzw. das Tochter-Unternehmen Stoxx wirft nun erneut die Frage auf, ob die Kappungsgrenze für den DAX und seine Subindizes von 10% auf 15% erhöht werden soll.

Erhöhung der DAX-Kappungsgrenze auf 15%?

Die Umfrage steht allen Marktteilnehmern bis zum 08.11.2023 offen. Bei der letzten Marktkonsultierung im April 2022 hatten sich noch 58% der Teilnehmer gegen eine Erhöhung der Kappungsgrenze ausgesprochen, was im Juni 2022 von Stoxx schließlich auch übernommen wurde. Doch eine Erhöhung der Grenze werde laut dem Dokument der Deutsche-Börse-Tochter zur Umfrage immer noch im Markt diskutiert. Mit einer Erhöhung wolle man die Fähigkeit der DAX-Indizes, die Performance des deutschen Markts zu repräsentieren, verbessern.

So lautet jedenfalls die offizielle Variante. Einige Medien referenzieren in diesem Zusammenhang übereinstimmend den Austritt des Gas-Konzerns Linde, der Anfang des Jahres den DAX verlassen hatte – u. a. auch, weil er die 10%-Marke regelmäßig überschritten hatte. Das irische Unternehmen war der Auffassung, dass die daraus folgenden Aktienverkäufe, die in Indexfonds vorgenommen werden mussten, die Kursentwicklung gebremst hätten. Jetzt sind die Linde-Aktien ausschließlich in New York handelbar – denn dort gibt es derartige Kappungsgrenzen nicht.

Umsetzung der Kappungsgrenze auch während des Quartals?

Ebenfalls Teil der Umfrage ist der Vorschlag des „Intra-quarter capping“. Aktuell wird die Kappungsgrenze im DAX immer bei den vierteljährlichen Prüfungen geltend gemacht. Beim „intra-quarter capping“ wäre dies dann auch innerhalb eines Quartals möglich. Diese Regelung werde allerdings nur dann eingeführt, so Stoxx, wenn auch die Kappungsgrenze auf 15% erhöht werden sollte. Das „intra-quarter capping“ würde dann greifen, wenn ein Unternehmen mehr als 20% der DAX-Gewichtung am Ende eines Börsentages ausmacht.

So geht es weiter

Nach Ablauf der Umfragefrist wird Stoxx die Ergebnisse am 22.11.2023 verkünden – ebenso mögliche Veränderungen zur Methodologie des DAX. Je nach Ausgang der Konsultation soll die Erhöhung der Kappungsgrenze dann zur März-Prüfung am 18.03.2024 und das „intra-quarter capping“ zur Juni-Prüfung am 24.06.2024 eingeführt werden. (mki)

Bild: © immimagery – stock.adobe.com

 

Sinkende Kosten am ETF-Markt: Finanzberater aufgepasst!

Geringe Kosten gelten als zentrales Argument für ETFs. Der wachsende Markt und der technologische Fortschritt befeuern den Wettbewerb um das kostengünstigste Angebot immer wieder. Berater, die ihren Kunden ETFs empfehlen, sollten allerdings auch weitere Parameter unbedingt im Blick behalten.

Ein Artikel von Christopher Pawlik, Sales Executive bei Vanguard

Seit der Erstnotiz der ersten beiden ETFs an der Deutschen Börse im Jahr 2000 schreiben die börsennotierten Indexfonds eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Heute, gut 20 Jahre später, umfasst das Angebot in Europa rund 2.000 ETFs, die zur Jahresmitte 2023 fast 1,5 Bio. Euro Anlegergelder verwaltet haben.

Die Argumente, die für ein Investment in ETFs sprechen und immer mehr Anleger überzeugen, sind dabei weit älter als die beiden Produkte, die 2000 an der Deutschen Börse in Frankfurt starteten. Ein passives Investment in einen etablierten Börsenindex sorgt für eine breite Diversifizierung, die spätestens seit Markowitz Portfoliotheorie als wichtiger Erfolgsfaktor für die Kapitalanlage gilt – sprichwörtlich illustriert von Indexfonds-Pionier und Vanguard-Gründer John Bogle: „Suche nicht nach der Nadel, kaufe den Heuhaufen.“

Niedrige Gebühren: Wichtig, aber nicht alles

Insbesondere das Kostenargument überzeugt viele Anleger. Nicht verwunderlich ist deshalb, dass ETF-Anbieter sich in einem immer wiederkehrenden Wettbewerb um das günstigste Produkt befinden – vor allem, wenn es um Core-Produkte geht, die wichtige Standardmärkte abdecken.

Für Anleger und Finanzberater ist das begrüßenswert. Denn je geringer die Kostenbelastung, desto besser ist das langfristige Anlageergebnis. Allerdings sollten die Kosten eines ETFs in Form der ausgewiesenen Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, kurz TER) nie das alleinige Auswahlkriterium sein. Denn günstig heißt bekanntermaßen nicht zwangsläufig preiswert.

Möglichst geringe Abweichung

Finanzberater sollten bei der Auswahl der richtigen ETFs darauf achten, dass der zugrunde liegende Index möglichst genau abgebildet wird, denn das spricht für einen qualitativ hochwertigen ETF. Denn negative Abweichungen von der Indexperformance wirken sich wie eine indirekte Kostenbelastung aus – dem Anleger entgeht ein Teil des Ertrags, den der Index erzielt hat. Wie gut ein ETF den Index langfristig abbildet, zeigt zum Beispiel die Tracking Difference (TD), also die Differenz von Fonds- zu Indexperformance.

Um die TD niedrig zu halten, sollten Finanzberater einen ETF auswählen, der vorzugsweise in alle bzw. eine sehr große Zahl der im Index enthaltenen Wertpapiere investiert, statt sich mit einer mehr oder weniger repräsentativen Auswahl zu begnügen. Ein Beispiel dafür ist der Vanguard FTSE All World UCITS ETF, der derzeit etwa 90% der 4.163 Wertpapiere im FTSE All World Index enthält.

Die Spreads beachten

Entscheidend ist darüber hinaus eine möglichst hohe Handelsliquidität. Sie sorgt für geringe Spanne von Kauf- und Verkaufskursen, sogenannte Spreads, und damit wiederum für ein besseres Anlageergebnis. Denn hohe Spreads können die Gesamtrendite beeinträchtigen: Je höher sie sind, desto geringer fällt am Ende die Rendite des Investments aus. Wichtig ist dabei, dass die Liquidität auch in extremen Marktphasen sichergestellt ist. Insbesondere beim langfristigen Investieren sind diese Kennzahlen von zentraler Bedeutung. Es bietet sich darüber hinaus an, nicht nur das Produkt im Blick zu haben, sondern auch auf einen Anbieter zu vertrauen, der diese Langfristigkeit in der eigenen Produktphilosophie widerspiegelt.

Ganzheitlich und persönlich beraten

Diese Aspekte sollten Berater berücksichtigen, wenn sie ETFs in Kundenportfolios einsetzen. Denn nur so ist gewährleistet, dass sie tatsächlich ausschließlich im Kundeninteresse beraten. Zudem sollten Finanzberater ihren Kunden helfen, die ursprünglichen Ideen hinter Indexfonds und ETFs im Auge zu behalten. In Zeiten einer immer weiter steigenden Zahl von Strategie- und Themen-ETFs wird dieser Aspekt der Beratung zunehmend wichtiger. Fondsgesellschaften, die eine klar strukturierte Produktpalette anbieten, die sich an diesen Grundideen orientiert, und darüber hinaus den Beratungsprozess unterstützen, erleichtern diese Aufgabe.

Dabei sollten die Finanzplanung ganzheitlich gedacht und persönliche Bedürfnisse berücksichtigt werden. Im Rahmen einer Finanzberatung können private Investoren einen Vorsorgeplan erstellen, der auf die individuellen Ziele und finanziellen Verhältnisse zugeschnitten ist. Gerade in schwierigen Marktphasen sollte der Berater Anleger dabei unterstützen, Disziplin zu wahren und keine übereilten Entscheidungen zu treffen.

Breite Streuung

Um langfristige Investmentziele zu erreichen, ist in den meisten Fällen ein breit gestreuter ETF auf einen weltweiten Aktienindex eine gute Wahl. Hier punktet beispielsweise der FTSE All World, der sowohl Industrie- als auch Schwellenländer umfasst.

So einfach und transparent ETFs also auch sind: Wenn es um die konkrete Produktauswahl geht, die zur Anlagestrategie passen soll, zahlt sich ein genauerer Blick aus. Berater, die ihre Kunden souverän durch den zunehmend unübersichtlichen ETF-Markt navigieren, sind daher immer gefragter und wichtiger.

Bild: © Vanguard

 
Ein Artikel von
Christopher Pawlik

So könnte sich der Angriff auf Israel auf die Märkte auswirken

Die Terrorgruppe Hamas startete am vergangenen Samstag, 07.10.2023, ihren Angriff auf Israel. Auch die Märkte werden die Spuren dieser tragischen Ereignisse zu spüren bekommen. Das Analysehaus Morningstar hat drei Szenarien erarbeitet, wie sich die Auswirkungen entwickeln könnten.

Dass Geopolitik auch an den Finanzmärkten und in der Investmentbranche wieder mehr ins Bewusstsein rückt, ist eine spätestens zum Beginn des Ukraine-Kriegs angestoßene Entwicklung. So machen sich Portfoliomanager und Strategen auch jetzt mehr Gedanken über mögliche Auswirkungen eines Krieges im Nahen Osten.

Die schrecklichen Geschehnisse um den Terrorangriff der Hamas auf Israel hätten zwar an den internationalen Finanzmärkten noch zu keiner Verkaufswelle geführt, so das Analysehaus Morningstar. Dennoch versuche man nun, über den kurzfristigen Horizont hinauszublicken und gerade die Folgen eines langwierigen Konfliktes auszuarbeiten. Dazu hat Morningstar drei Szenarien erarbeitet, die an den Märkten für Unruhe sorgen.

Geopolitische Dynamik

Die erste Sorge ist die des Risikos eines langen Konflikts in Israel. Norman Villamin, Chefstratege der Union Bancaire Privée, sieht die Invasion im Süden Israels zwar als eine Explosion eines „seit Langem schwelenden regionalen Konflikts und einer humanitären Krise“, die allerdings Potenzial habe, sich zu einem langwierigen Konflikt auszuweiten. In der Vergangenheit habe dies Gegenwind für die globalen Aktienmärkte bedeutet. Zu den Hauptsorgen der Anleger solle daher gehören, dass sich der Überfall der Hamas zu einem langwierigen Konflikt ausweite, an dem eine größere Anzahl an Ländern einschließlich des Irans beteiligt sind.

Auch fand der Angriff während der Gespräche zwischen Saudi-Arabien, Israel und den USA statt, mit dem formalen Ziel, die Anerkennung Israels durch Saudi-Arabien zu erreichen, so zitiert Morningstar Antonio Cesarano, Global Chief Strategist bei Intermonte. Im Gegenzug habe Saudi-Arabien eine größere Garantie für die Deckung seiner Sicherheitsbedürfnisse und den Zugang zu israelischen Technologien für die Entwicklung u. a. der zivilen Nutzung der Kernkraft erhalten wollen. Doch der Hamas-Angriff habe dieses potenzielle arabisch-israelische Abkommen infrage gestellt und im Moment „auf Eis“ gelegt.

Ölpreis gestiegen

Nitesh Shah, Leiter der Rohstoff- und makroökonomischen Forschung bei WisdomTree, sieht derweil die Entwicklungen bei den Ölpreisen als gefährdet. In der letzten Woche seien die Rohölpreise gefallen, bedingt durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten und die Erwartung einer möglichen Einigung in den oben genannten Gesprächen zwischen Israel und Saudi-Arabien. Doch damit ist nun Schluss: „Die Unterstützung Teherans für die Hamas könnte zu einem israelischen Angriff auf den Iran führen. Außerdem ist weiteres Tauwetter zwischen den USA und dem Iran unwahrscheinlich, und die Fähigkeit des Irans, die Ölproduktion auszuweiten, wird infrage gestellt“, so Shah bei Morningstar.

Der Wettlauf in sichere Häfen

Als Drittes zu beachten sei der Wert des US-Dollars, findet Richard Flax, Chief Investment Officer bei Moneyfarm. Der Dollar-Index misst den Wert des US-Dollars gegenüber anderen ausländischen Währungen und ist am 09.10.2023 auf über 106 gestiegen – zuvor war er drei Tage in Folge zurückgegangen. Grund dafür laut Morningstar: Die Anleger suchten Schutz in sicheren Häfen. Laut Flax gehöre der Dollar zusammen mit Gold und Öl zu den „drei Schlüsselindikatoren“, die man in den kommenden Wochen genau beobachten sollte. (mki)

Bild: © Anna – stock.adobe.com

 

Fondsdepot Bank geht vollständig in FNZ Bank über

Anfang 2023 hat die FNZ Gruppe die Fondsdepot Bank übernommen. Noch existiert die Bank als eigene Marke neben der FNZ Bank – doch das soll sich ändern. Die beiden Unternehmen sollen verschmelzen und am Ende soll „nur noch“ die FNZ Bank am Markt übrigbleiben.

Schon bald wird die Fondsdepot Bank als Unternehmen unter der Leitung der FNZ Gruppe nicht mehr am Markt existieren. Das bestätigt die Pressestelle der Vermögensmanagementplattform FNZ auf Nachfrage von AssCompact. Im Januar 2023 hatte FNZ die Übernahme der Fondsdepot Bank abgeschlossen (AssCompact berichtete: FNZ schließt Übernahme der Fondsdepot Bank ab), seitdem waren die FNZ Bank und die Fondsdepot Bank nebeneinander aktiv.

Doch die beiden Banken sollen in den nächsten Monaten ineinander aufgehen. Als Marke und Firma übrigbleiben wird dann nur noch die FNZ Bank, ehemalige ebase.

Das steckt hinter der Verschmelzung der FNZ Bank und der Fondsdepot Bank

Hintergrund der Planungen sei es, so FNZ, die Kundenbeziehungen unter einer gemeinsamen Marke zu bündeln. Die FNZ Gruppe wolle schlichtweg mit einer Marke am deutschen Markt präsent sein und außerdem „die Skalierung nutzen, um Vorteile für unsere Partner und Kunden zu schaffen und damit das volle Potenzial der FNZ in Deutschland auszuschöpfen“.

Die Einzelheiten des Zeitplans stünden aktuell noch nicht fest – man arbeite derzeit an der konkreten Planung, wie man sich im Sinne der Partner am besten aufstellen könne. Deutliche Fortschritte solle es allerdings bereits im kommenden Jahr zu verzeichnen geben.

Auf die Nachfrage von AssCompact, ob es denn Pläne gibt, weitere Übernahmen zu vollziehen, gibt es von der FNZ-Pressestelle ein implizites, aber kein klares „Nein“. Man sei überzeugt, mit „unserem Angebot auch organisch ein gutes Wachstum erzielen zu können“.

Über die FNZ Gruppe

Die FNZ Group arbeitet mit mehr als 650 weltweit führenden Finanzinstituten und über 8.000 Vermögensverwaltungsfirmen zusammen. Insgesamt befinden sich über 1,5 Bio. US-Dollar im verwalteten Vermögen der Gruppe, 60 Mrd. US-Dollar davon kommen von der FNZ Bank. Diese war 2019, damals noch unter dem Namen ebase, von der FNZ Gruppe übernommen worden.

Bild: © Chanyanuch – stock.adobe.com

 

„In komplett anderem Marktumfeld als in vergangenen Jahren“

Die Geopolitik ist wieder im Bewusstsein der Gesellschaft angekommen und birgt viele Gefahren. Diese bekommt auch der Kapitalmarkt zu spüren. Investmentunternehmen müssen geopolitische Risiken nun wieder stärker in ihre Entscheidungen einbeziehen. Warum ist das so und worauf gilt es zu achten?

Interview mit Anna Rosenberg, Head of Geopolitics am Amundi Investment Institute
Frau Rosenberg, Ihr Spezialgebiet bei Amundi sind geopolitische Risiken. Wir alle sehen, wie sich in der Welt was verschiebt. Bewerten Sie die heutigen Risiken – sagen wir im Vergleich zu den vergangenen 10 bis 15 Jahren – als gefährlicher?

Auf jeden Fall. Nach dem Fall der Berliner Mauer stand die Welt offen. Es war Demokratie möglich, der gemeinsame Handel war etwas Positives. Es war eine Zeit des Optimismus. Im Moment ist das anders. Es gibt sehr viele Risiken, die wesentlich gravierender sind, als sie das über die letzten 15 Jahre waren. Zuvor hatten wir zwar Krisen, die aber meistens lokal angesiedelt waren und nicht global wie heute. Dadurch sind die jetzigen Risiken etwas existenzieller für die Weltwirtschaft.

Wir sehen den Krieg gegen die Ukraine, die Unstimmigkeiten zwischen China und USA. Sind das die beiden Hauptthemen?

Es sind im Moment die zwei Hauptthemen, unter denen man die anderen organisieren kann. Aber es gibt auch andere wie z. B. die Multipolarität. Im aktuellen Umfeld wollen viele Länder, die sich nicht mit den USA und China direkt assoziieren wollen, von der gegenwärtigen Situation profitieren und schlagen sich daher beim Thema Ukraine nicht auf die Seite des Westens. Das kreiert weitere Spannungen und Gefahren. Prinzipiell aber sind wir in der Zeit der „Great Power Competition“, und diese konzentriert sich auf die USA und China, wobei der Krieg in der Ukraine eine wichtige Facette ist.

Was bedeuten diese Umstände denn für die Investitionsströme auf die Länder bezogen?

Es bedeutet, dass man auf diese Risiken achten und sich bewusst sein muss, wie gefährlich sie sind. Bei geopolitischen Risiken geht es aber nicht nur darum, sie abzuwenden, sondern auch darum, Möglichkeiten zu entdecken, die sich durch die gerade stattfindenden Verschiebungen ergeben. Die Länder, die sich nicht auf die Seite Chinas oder der USA schlagen wollen, führen derzeit neue Verbindungen ein, z. B. die Erweiterung der BRICS-Länder. Dadurch haben sie bessere Verhandlungspositionen, die auch dazu führen, dass sich die USA und die EU besser mit diesen Ländern stellen möchten, was wiederum neue Investitionsmöglichkeiten bietet.

Und auf Branchen bezogen? Wir denken da zum Beispiel an das Thema Taiwan und Halbleiter.

Da ist der Einfluss signifikant. Sollte etwas mit Taiwan passieren, wären die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft gravierend, weil sie mehr oder weniger komplett abhängig von der Halbleiterproduktion in Taiwan ist. Daher sehen wir auch die Bemühungen, sich von dieser Abhängigkeit loszulösen. Allerdings sind die Investitionsanforderungen, die man für eine Unabhängigkeit bräuchte, so groß, dass es sehr schwierig ist, sich von Taiwan gänzlich loszulösen. Das stellt in jedem Fall die größte Gefahr für die Märkte in den nächsten Jahren dar, sollte es wirklich zu einem Krieg kommen und es einen Einbruch in der Halbleiterindustrie geben.

Verschärft nicht auch der Klimawandel diese Risiken noch?

Der Klimawandel stellt noch ein zusätzliches Risiko dar, das ständig im Hintergrund mitschwirrt, allerdings sind die geopolitischen Risiken wahrscheinlich akuter, weil sie in der gegenwärtigen Zeit stattfinden. Der Klimawandel ist zwar auch schon hier, aber gefühlt weiter weg. Das führt dazu, dass Politiker die Geopolitik priorisieren. Allerdings sind viele Beziehungen zwischen Ländern aktuell im Umbruch – da bietet der Klimawandel eine Möglichkeit der Kollaboration. Insofern hat er also auch das Potenzial, Länder wieder näher zueinander zu bringen.

Was müsste denn passieren, damit sich der „Grip“ der Geopolitik auf die Investmentbranche wieder entspannt?

Ich denke, das wird nicht passieren – eher das Gegenteil. Die Risiken werden immer schneller zunehmen. Es gibt viele Entwicklungen in den Beziehungen zwischen dem Westen und China, aber auch im Krieg in der Ukraine, die negativ sind und sehr schnell passieren. Daher befinden wir uns auf einem eher schnellen Abwärtstrend, weswegen die Geopolitik zunehmen und nicht abnehmen wird. Das müssen Investoren schlichtweg genau beobachten.

Wie stellt sich Amundi darauf ein? Wie verändert sich Ihr Investmentprozess?

Der Investmentprozess bei Amundi hat sich bereits verändert. Zum einen sitze ich in verschiedenen Komitees und Gremien, schätze die geopolitischen Entwicklungen für die Portfoliomanager ein, gebe ihnen Szenarien und Zahlen an die Hand, anhand derer sie in ihren Portfolios Entscheidungen treffen können. Das hilft ihnen auch einzuschätzen, wie wahrscheinlich der Markt ein geopolitisches Risiko sieht und wie wahrscheinlich es tatsächlich ist. Zudem haben wir ein Modell entwickelt, das die Volatilität der Geopolitik durch Daten veranschaulicht, die die Portfoliomanager nutzen können, und wir arbeiten daran, wie wir unser Know-how unseren Kunden zugänglich machen können, sodass auch sie die geopolitischen Risiken besser einschätzen können.

Aus Anlegersicht: Was sollte man in der heutigen Zeit im Hinblick auf geopolitische Risiken besonders beachten?

Mein Haupttipp wäre zu schauen, welche Unternehmen bereits Expertise im Bereich Geopolitik aufgebaut haben und damit arbeiten. Die Branche stellt immer mehr Geopolitik-Experten ein, aber nicht alle Institutionen lassen deren Analysen in ihre Investmententscheidungen mit einfließen. Auch sollte man nicht immer an geopolitische Risiken denken, sondern auch an Möglichkeiten, die sich neu eröffnen.

Wie kann ich als Anlageberater meine Kunden am ehesten durch die aktuelle Lage navigieren? Und wie unterstützt Amundi mich dabei?

Unsere Teams stehen im engen Austausch mit unseren Vertriebspartnern und halten regelmäßige Workshops zu relevanten Fragestellungen im Markt. Zudem veranstaltet Amundi Outlook- und Investmentkonferenzen oder, speziell im deutschen Markt, zweiwöchentliche CIO Calls. In diesen Veranstaltungen sprechen wir makroökonomische und auch geopolitische Themen an. Zu den meisten größeren Branchenthemen bieten wir außerdem Researchpapiere.

Gibt es denn Angebote bei Fonds, ETFs o. Ä., die sich bewusst geopolitischen Risiken entziehen sollen?

„Entziehen“ nicht unbedingt, aber Anfang des Jahres hat Amundi über seine Tochterfirma CPR Invest einen Fonds aufgelegt, der sich geopolitischer Risiken direkt annimmt. Er heißt CPR Invest – European Strategic Autonomy und legt das Geld der Anleger ausschließlich in Titel von Unternehmen an, die in Wirtschaftsfeldern aktiv sind, in denen Europa eine größere internationale Unabhängigkeit und Widerstandsfähigkeit anstrebt. Denn nicht erst mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine, sondern auch schon vorher mit den durch die Pandemie unterbrochenen Lieferketten ist die Störanfälligkeit der europäischen Wirtschaft offenkundig geworden.

Traditionell heißt es „Hin und her macht Tasche leer“ und man solle in Krisensituationen als Anleger nicht nervös werden. Gilt dieser Leitsatz auch aktuell vor dem Hintergrund geopolitischer Risiken?

Wir haben über die veränderte Weltlage gesprochen. Diese als Börsenweisheit bekannten Sprichwörter zielen allerdings auf das jeweilige Anlegerverhalten ab. Daher ist es für mich schwierig, darauf eine Antwort zu formulieren. Tatsache ist aber, dass wir uns aktuell in einem komplett anderen Marktumfeld als in den vergangenen Jahren bewegen. Die Herausforderungen sind größer und individueller. Eine Anpassung von Strategien und Portfolios muss unter diesen Prämissen also auch anders gesehen werden.

Dieses Interview lesen Sie auch in AssCompact 10/2023 und in unserem ePaper.

Bild: © Anna Rosenberg, Amundi

 
Ein Interview mit
Anna Rosenberg

„Herbe Rückschläge“ bei Asset-Managern – Einsparung durch KI?

Bei den Vermögensverwaltern gibt es aktuell herbe Rückschläge – das verwaltete Vermögen, die Umsätze und die Profite sanken 2022 stark ab. Gleichzeitig bietet künstliche Intelligenz viel Potenzial. Eine Untersuchung von Strategy& soll zeigen, wie viel Geld Vermögensverwalter über KI einsparen können.

Die Inflation und die aktuelle Wirtschaftslage zehren nicht nur am privaten Geldbeutel, sondern bekanntlich ebenfalls an dem der Unternehmen – und zwar auch bei denen, unter deren Verantwortung sich die Vermögensverwaltung zahlreicher Anleger befindet. So hätten zahlreiche Vermögensverwalter 2022 „herbe Rückschläge“ erlitten, wie die aktuelle Studie „Cost and growth in Asset Management“ von Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, zeigt. Demnach seien die verwalteten Vermögen um 11%, die Umsätze um 15% und die Profite um 16% gesunken.

Zugleich seien die Kosten der Vermögensverwalter angestiegen – getrieben durch Lohndruck, regulatorische Anforderungen sowie Investitionen in Zukunftstechnologien. Wichtige Kennzahlen wie das Aufwand-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio, CIR) oder die durchschnittlichen operativen Kosten pro Vermögenswert hätten sich entsprechend verschlechtert. So sei die durchschnittliche CIR von 62% im Jahr 2021 auf 66% im vergangenen Jahr angestiegen. Die durchschnittlichen operativen Ausgaben pro Vermögenswert hätten sich von 30 auf 33 Basispunkte erhöht. Besonders besorgniserregend sei außerdem: Obwohl sich der Aktienmarkt im ersten Quartal 2023 erholte und die verwalteten Vermögen und Umsätze der Vermögensverwalter wieder stiegen, seien ihre Gewinne wieder zurückgegangen, so Strategy&.

Branche auf Sparkurs

Kleine und mittelgroße Vermögensverwalter hätten im derzeitigen Marktumfeld um hohe Zinsen und geopolitische Unsicherheiten die besten Ergebnisse erzielt. Die erfolgreichsten Firmen hätten dabei entweder aktiv gemanagte Anlagestrategien verfolgt oder auf möglichst breite Investments auf ETF-Basis gesetzt. Alternative Vermögensverwalter hätten sich ebenfalls vom Durchschnitt absetzen können.

Doch 2022 sei das schlechteste Börsenjahr seit 2008 gewesen und die Branche sei derzeit angeschlagen und im Wandel, wie Dr. Philipp Wackerbeck, Co-Studienautor und Global Head of Financial Services bei Strategy&, festhält. Denn viele Asset-Manager würden auf Sparmaßnahmen zurückgreifen wie Personalrückbau oder Outsourcing. Sie sollten allerdings auch andere Optionen in Erwägung ziehen wie die Straffung des Dienstleistungs- und Produktportfolios oder die Verschlankung von IT-Strukturen, so Wackerbeck. Auch werde generative KI in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen.

Bis zu 15% weniger Kosten durch KI

Mittelfristig könnten die Kosten der Vermögensverwalter zwischen 5% und 15% durch den Einsatz von generativer KI gesenkt werden, heißt es in der Mitteilung von Strategy&. Bezogen auf die deutschen Vermögensverwalter wären das zwischen 433 Mio. und 1,9 Mrd. Euro pro Jahr. Die größten Potenziale lägen dabei in den Bereichen Sales und Operations, in denen jeweils Effizienzgewinne von 10% bis 15% möglich seien. Für die Bereiche Portfolio Management und Business Management beziffert die Studie die Einsparmöglichkeiten auf 5% bis 10%. In der IT liege die Bandbreite möglicher Kostenreduktionen zwischen 5% und 15%. (mki)

Bild: © filins – stock.adobe.com

 

Vierjahrestief bei Goldkäufern im September

Im September 2023 gab es in Deutschland die wenigsten Käufer für Goldbarren seit mehr als vier Jahren. Die Gruppe der Privatanleger verkaufte zum ersten Mal seit März mehr von dem Edelmetall, als sie kaufte. Das geht aus dem Gold-Investor-Index von BullionVault hervor.

Gold gilt allgemein in Krisenzeiten als der „sichere Hafen“ bei Geldanlagen. Ende 2022 mussten die Edelmetalle noch Rekordtiefs verzeichnen, ehe es zum Jahreswechsel steil bergauf ging und im weiteren Verlauf die Bestände wieder aufgefüllt wurden (AssCompact berichtete: Nach Preissteigerungen: Goldanleger füllen Bestände auf). Zwischenzeitig hat sich der Enthusiasmus etwas gelegt, wie der Gold-Investor-Index (GII) des Edelmetall-Marktplatzes BullionVault zeigt.

Denn im September 2023 wurden in Deutschland so wenige Goldbarren gekauft wie seit über vier Jahren nicht mehr. Zum ersten Mal seit März habe die Gruppe der Privatanleger mehr von dem Edelmetall verkauft, als sie kaufte, heißt es von BullionVault. Grund dafür: Hohe Preise und steigende Zinsen hätten zu Gewinnmitnahmen geführt, bevor der Preisrückgang der vergangenen Woche das Bild umkehrte.

Gold-Investor-Index fällt

Jeden Monat stellt der GII Deutschland die Zahl der in Deutschland lebenden Käufer der Zahl der Verkäufer gegenüber. Im September ist er um 4,1 Punkte auf 53,7 Punkte gefallen. Damit erreichte er ein Sechsmonatstief mit dem stärksten Rückgang seit Juli 2021. In der vergangenen Woche erholte er sich jedoch von einem Zwischenstand von 52,1 Punkten – dem niedrigsten Stand seit fast einem Jahrzehnt, so BullionVault. Die stark fallenden Goldpreise verhinderten neue Verkäufe und zogen die Nachfrage wiederum an.

Adrian Ash, Forschungsdirektor von BullionVault, weist darauf hin, dass der September trotz der Preisrückgänge der dritthöchste monatliche Durchschnittswert für Gold in Euro war. Doch die „zugrunde liegende Stärke des Metalls sowie die steigenden Zinssätze für Anleihen und Bargeld laden bestehende Besitzer weiterhin zum Verkauf ein und schrecken gleichzeitig neue Nachfrage ab“. Dies werde wahrscheinlich so bleiben, bis die Zinssätze sinken oder etwas auf den Finanzmärkten passiert, was einen erneuten Ansturm auf Gold als Investitionsversicherung auslösen würde, so Ash. (mki)

Bild: © misunseo – stock.adobe.com

 

So viele Fondsanteile vertreiben Finanzvermittler in Deutschland

Der Fondsverband BVI hat die Anteile der verschiedenen Vertriebswege von Fonds in Deutschland untersucht. Dazu hat der Verband einige Asset-Manager zum Thema befragt. Auch hat sich herausgestellt: Deutschland ist der europaweit größte Privatanleger-Markt.

991 Mrd. Euro an Fondsanteilen hielten Ende März 2023 deutsche Privatanleger insgesamt. Das entspricht 27% des Fondsbesitzes aller privaten Haushalte in der EU und im Vereinigten Königreich. Damit ist die Bundesrepublik der mit Abstand größte private Fondsmarkt vor Italien (668 Mrd. Euro) und Spanien (407 Mrd. Euro). Diese Zahlen hat der Fondsverband BVI, basierend auf Daten der Europäischen Zentralbank (EZB), unter der Bezeichnung „Fokus Vertrieb“ veröffentlicht.

Rund 50% der Fondsanteile stammen aus ausländischen Produkten. Das liege laut BVI an der großen Zahl an ausländischen Fonds, die in Deutschland auch verfügbar sind. Nach Angaben der BaFin waren zum Jahresende 2022 neben 3.200 in Deutschland aufgelegten offenen Publikumsfonds rund 11.000 ausländische Wertpapier-Publikumsfonds zum Vertrieb zugelassen. Dazu kommen weitere 5.300 sonstige Fonds aus der EU bzw. aus dem Nicht-EU-Ausland.

So werden Fonds in Deutschland vertrieben

Über eine Umfrage hat der Fondsverband außerdem Daten über die wichtigsten Vertriebswege von Fonds in Deutschland gesammelt. Fondsanbieter und -anleger profitieren hierzulande von einer breit diversifizierten Vertriebslandschaft. Klarer Spitzenreiter ist laut BVI der Vertrieb über Kreditinstitute: Die drei Säulen des Bankensystems – Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken – stehen für zusammen 59% des gesamten Privatkundengeschäfts. Dazu gehören sowohl klassische Filialbanken als auch Direktbanken und Onlinebroker. Diese spielen u. a. beim Vertrieb von ETF-Anteilen eine große Rolle.

Auf Platz 2 mit 12% folgen die Versicherer über fondsgebundene Lebensversicherungen. Laut Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verwalteten fondsgebundene Policen Ende 2022 über 150 Mrd. Euro für ihre Anleger. Und auf Rang 3 liegen die Finanzvermittler bzw. „andere IFAs" mit 8,7%. Dazu zählen einerseits große Finanzvertriebe wie z. B. DVAG und andererseits freie Vermittler.

Dachfonds und institutionelle Kunden

Für viele ausländische Anbieter stellen außerdem fremde Dachfonds einen einfachen und effizienten Zugang zum deutschen Markt dar. Während Gesellschaften mit einem eigenen Vertriebsnetz oder etablierten Kooperationspartnern selten darauf zurückgreifen, machen sie bei einigen Anbietern einen Anteil von deutlich mehr als 10% aus. Der Direktvertrieb spielt den BVI-Zahlen zufolge kaum eine Rolle (0,1%). Nur wenige Gesellschaften bieten Privatkunden überhaupt an, ohne Intermediäre Fondsanteile zu ordern.

Nicht so viel wie in anderen Ländern machen in Deutschland institutionelle Kunden wie Pensionseinrichtungen oder Stiftungen aus, so der BVI. Nur ein kleiner Teil des Publikumsfondsvermögens entfällt auf diese. Nach Anbieterangaben sind es nur 10,9%. Institutionelle Anleger investieren in Deutschland typischerweise entweder direkt oder über Spezialfonds und Mandate.

Deutsches Vertriebsmodell „ausgesprochen erfolgreich“

Der Fondsverband beschließt seine Mitteilung damit, dass das deutsche Vertriebsmodell ausgesprochen erfolgreich darin sei, Privatanleger zu Investitionen an den Kapitalmärkten zu bewegen. Die Zahlen dürften dies widerspiegeln. In den letzten zehn Jahren lagen die kumulierten Pro-Kopf-Fondskäufe (gerechnet auf die Bevölkerung ab 15 Jahren) nach EZB-Angaben bei netto über 6.100 Euro. In anderen EU-Ländern, die Provisionen im Finanzvertrieb erlauben, waren es immerhin 3.650 Euro. Das entspricht monatlichen Sparraten von 50 Euro bzw. 30 Euro.

Dazu kommen indirekte Fondskäufe über Lebensversicherungen. Im Vereinigten Königreich und den Niederlanden – den beiden Ländern mit einem Provisionsverbot – waren Privatanleger weniger investitionsfreudig. Niederländer orderten Fondsanteile für durchschnittlich 550 Euro, britische Haushalte verkauften sogar netto Fonds im Wert von 1.300 Euro. (mki)

Bild: © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com

 

Vermögende Kund:innen verstehen und optimal beraten

Das bestehende Portfolio mit spannenden Anlageklassen erweitern, steuerliche Regelungen geschickt nutzen und Vermögenswerte bewusst vererben oder vorzeitig schenken – das sind Themen, die vermögende Kundinnen und Kunden bewegen.

<p>Das vertriebliche Potenzial ist groß – laut der Studie K42 der Allianz Kunde und Markt GmbH aus dem Jahr 2022 verfügen über 3,3 Millionen Menschen in Deutschland über ein Kapitalvermögen von mindestens 125.000 EUR. Vermögende Kundinnen und Kunden wohnen zumeist in der eigenen Immobilie, haben eine ausgeprägte Offenheit gegenüber Fonds und Wertpapieren und nutzen Lebens- und Rentenversicherungen als Vorsorgelösung. Digitale Informationsquellen und Services sind für die Zielgruppe nicht mehr wegzudenken – doch der Zugang gelingt nach wie vor am besten auf der persönlichen Ebene.</p><h5>Rationale Menschen mit ausgeprägtem Markenbewusstsein</h5><p>Vermögende Kundinnen und Kunden sind eher Vernunftmenschen. Sie treffen rationale Entscheidungen, insbesondere wenn es um ihre Finanzen geht. Im Alltag werden heimische und regionale Marken bevorzugt; das zeigt sich beispielsweise bei der Wahl des Finanzinstituts – hier liegen regionale Sparkassen und VR-Banken klar vorn. </p><p>Bei der Wahl des Versicherungspartners ist die Allianz mit deutlichem Abstand auf Platz 1. Die starke Marke Allianz, verbunden mit einer fairen und transparenten Beratung, bilden beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche und vertrauensvolle Kundenbeziehung.</p><h5>Diese Themen bewegen</h5><p>In erster Linie geht es vermögenden Menschen darum, ihre Vermögenswerte sicher und rentabel anzulegen. Zinsprodukte und Aktieninvestments gehören zum Standard, darüber hinaus spielen weitere Anlageklassen – Stichwort Diversifikation – sowie der Blick auf die Rendite nach eventuellen Steuerabzügen eine wichtige Rolle. Und wer Vermögen hat, sucht Wege, wie er dieses bewusst auf die nächste oder übernächste Generation übertragen kann. </p><p>Es lohnt sich also, bei der Kapitalanlage weiterzudenken und sich mit allen oben genannten Themen zu beschäftigen.</p><h5>Kapitalanlage weiterdenken </h5><p>Wie kann ein bestehendes Portfolio auf breitere Beine gestellt und um die Renditechancen alternativer Anlagen erweitert werden?</p><p>Mit der Allianz PrivateFinancePolice beispielsweise. Damit erhalten Privatkunden Zugang zu einem global diversifizierten Portfolio mit derzeit fünf Anlageklassen und mehr als 1.000 Einzelinvestments. Die breite Streuung und die relativ geringe Abhängigkeit von den Entwicklungen an den Kapitalmärkten führen gerade in unruhigen Zeiten zu mehr Stabilität in den Kundenportfolios. So wirkt die PrivateFinancePolice als chancenorientierter und gleichzeitig stabilisierender Bestandteil innerhalb eines bestehenden Portfolios.</p><h5>Flexibel investieren und Steuervorteile nutzen</h5><p>Wie lassen sich steuerliche Vorteile einer fondsgebundenen Renten- oder Lebensversicherung nutzen?</p><p>Dafür eignet sich der Allianz SchatzBrief Invest – auch mit flexiblem Garantieniveau wählbar – oder die VermögensPolice Invest. Hier profitieren Vermögende von den steuerlichen Regelungen einer Rentenversicherung und können obendrein jederzeit und kostenlos Fondswechsel vornehmen. Mit dem <a href="https://allianz.ivfp.de/beratungsassistentinvestflex/index.xhtml&quot; target="_blank" >Beratungsassistent InvestFlex</a> vom Institut für Vorsorge- und Finanzplanung können Berater ihren Kundinnen und Kunden den Vorteil einer fondsgebundenen Rentenversicherung im Vergleich zu einer Direktanlage in Fonds mit wenigen Klicks aufzeigen.</p><h5>Bewusst vererben oder zu Lebzeiten schenken</h5><p>Wie können Vermögenswerte über Generationen hinweg mit Renten- oder Lebensversicherungen übertragen werden?</p><p>Das geht ganz komfortabel und ohne zusätzliche Notarkosten beispielsweise mit der PrivateFinancePolice, dem SchatzBrief oder der VermögensPolice. Die Vertragsgestaltung ermöglicht eine zielgerichtete Übertragung der Vermögenswerte im Todesfall oder vorab per Schenkung. So lässt sich zum Beispiel durch die Benennung einer bezugsberechtigten Person einfach regeln, wer im Todesfall die Versicherungsleistung erhält. Die Todesfallleistung ist einkommensteuerfrei, d.h. die in ihr enthaltenen Erträge sind nicht zu versteuern. Die Todesfallleistung unterliegt der Erbschaftssteuer, sofern die erbschaftssteuerlichen Freibeträge überschritten werden.</p><h5>Davon profitieren Kund:innen und Vermittler:innen</h5><p>Als Partner für die Vorsorge und den Vermögensaufbau bietet Allianz Leben Lösungen, die helfen, bestehende Portfolios breiter, stabiler und schlussendlich zukunftsfähiger aufzustellen. Kundinnen und Kunden profitieren dabei von den Vorzügen einer Renten- bzw. Lebensversicherung sowie der Anlagekompetenz der Allianz.</p><p>Das vielseitige Tarifangebot eröffnet Vermittlerinnen und Vermittlern hervorragende Chancen, vorhandene Kundenbeziehungen auszubauen und neue Kund:innen zu gewinnen. Seit diesem Jahr hat Allianz Leben zudem ihr Tarifangebot um ausgewählte Tarife mit einer laufenden Vergütung aus dem Net-Asset-Value (NAV) ergänzt. </p><p>Mehr Informationen zur Zielgruppe vermögender Kund:innen finden Sie unter <a href="https://makler.allianz.de/leben/privat/vertriebliche-ansprache/top-them…; target="_blank" >makler.allianz.de/vermoegen</a></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/0CA67927-CDB8-4106-8558-AA20B0E5FE61"></div>

 

Ist Deutschland der kranke Mann Europas?

Der französische Vermögensverwalter Amundi hat die Herbstversion seiner Investmentkonferenz ausgestrahlt. Dabei ging es um verschiedenste Themen: das aktuelle Wirtschaftsumfeld, künstliche Intelligenz und auch um die Wirtschaftsstärke Deutschlands.

Gut zwei Stunden dauerte die Herbstauflage der Investmentkonferenz von Amundi, moderiert von ntv-Börsenexpertin Sabrina Marggraf. Amundi-CIO Thomas Kruse und Multi-Asset-Chefin Dr. Anja Hochberg gaben einen Einblick in die Erwartungen an den Markt in den kommenden Monaten. Außerdem behandelte Peter Bofinger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Würzburg, die Frage, ob Deutschland wirklich „der kranke Mann Europas“ ist.

Deutsches BIP soll sinken

Der Begriff „kranker Mann Europas“ für die deutsche Wirtschaft ist zurück. Vor etwa 20 Jahren wurde die Republik schon einmal so betitelt, jetzt geistert die Bezeichnung wieder durch die Medien. Auf die Stirn schreiben will man sie sich gewiss nicht – schon gar nicht als eine der eigentlich wirtschaftsstärksten Nationen der westlichen Welt. Passend dazu haben die fünf Wirtschaftsweisen diese Woche ihre Erwartungen für das deutsche Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht: voraussichtlich –0,6% für 2023.

Prof. Bofinger, selbst von 2004 bis 2019 einer der Wirtschaftsweisen, schildert in seinem Vortrag im Rahmen der Konferenz seine Sicht der Dinge. Als den „kranken Mann Europas“ würde er Deutschland wohl nicht bezeichnen, Tatsache sei aber dennoch, dass es aktuell Probleme gebe, die das Wirtschaftswachstum hemmen. An der so häufig kritisierten Bürokratie könne es seiner Meinung nach nicht liegen, denn die sei woanders auch nicht viel besser.

Die Wurzel des Problems liege für Bofinger eher im Geschäftsmodell. Seiner Meinung nach sei die Schuldenbremse ein ökonomischer Denkfehler, der in Deutschland gemacht werde, um den Staat vor Schulden zu schützen. Dabei entgingen Deutschland allerdings auch sinnvolle Investitionen, die nur aufgrund der Schuldenbremse nicht getätigt würden. Zukunftsorientiert sei dies nicht. Auch habe Deutschland aktuell Schwierigkeiten in der Automobilbranche. Diese sei gebeutelt, weil sie vom Trend zur Elektromobilität bedroht werde. China habe hierbei bessere Arbeit geleistet, da man dort schon viel früher begonnen habe, in erneuerbare Energien zu investieren. Bofinger fordert in diesem Zusammenhang eine strategischere Planung. Schlussendlich müsse Deutschlands Geschäftsmodell grundlegend erneuert werden, um wieder eine aktive Rolle in der EU und im globalen Wettbewerb einnehmen zu können.

Renten treiben Multi-Asset

Mehrfach betont wurde in der Konferenz auch von Thomas Kruse und Dr. Anja Hochberg, dass Anleihen wieder wichtig bei der Anlage seien und Multi-Asset-Portfolios im Wert steigen ließen – bedingt durch die vielen Zinserhöhungen seit Juli 2022. Die Rentenpapiere würden durch ihre Renditen das Portfoliorisiko bei Multi-Asset stark reduzieren. Laut Kruse werde es keine weiteren Zinserhöhungen seitens der Fed in den USA oder der Europäischen Zentralbank in Europa geben. Anders gestalte sich dies in den Schwellenländern. Dort gebe es nun schon erste Zinssenkungen, die sich positiv auf Rentenpapiere auswirken, so Hochberg. Es lohne sich also, einen Blick über Europa hinaus zu wagen.

Am Aktienmarkt könne Hochberg allerdings aktuell noch keine Entwarnung aussprechen. Es werde zwar ein Soft Landing geben, die Fallhöhe sei aber dennoch im Falle einer Rezession recht hoch. Von dieser gehe Amundi derzeit allerdings nicht aus, weswegen man jetzt in jedem Fall durchhalten und investiert bleiben solle. (mki)

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