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Das erwarten Fondsgesellschaften für den Rest des Jahres

Das vierte Quartal des Jahres bricht an. Bislang ist es an allen Ecken und Enden ein herausforderndes Jahr – so auch in der Wirtschaft und an der Börse. AssCompact hat bei mehreren Fondsgesellschaften nach ihren Erwartungen für den Rest des Jahres gefragt und sie in einer Bildergalerie gesammelt.

 
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Robeco startet ETF-Plattform mit Nick King

Der niederländische Vermögensverwalter Robeco will ins ETF-Geschäft einsteigen. Dazu will das Unternehmen seine eigene ETF-Plattform aufbauen. Stemmen soll das Vorhaben Nick King, der ab Oktober 2023 als Head of Exchange Traded Funds bei Robeco tätig sein wird.

Robeco, einer der globalen Player in der Asset-Management-Branche, will mit dem Start einer eigenen ETF-Plattform sein Anlageangebot erweitern. Hierzu beruft das Unternehmen Nick King zum Head of Exchange Traded Funds (ETFs). Diese Ankündigung erfolgt im Rahmen der Unternehmensstrategie 2021–2025. King wird sein Amt ab Oktober 2023 antreten, wie es in einer Mitteilung von Robeco heißt.

King ab Oktober als ETF-Experte im Einsatz

King hatte zuvor leitende Positionen bei u. a. Fidelity International und BlackRock inne. Dort spezialisierte er sich auf die Entwicklung von ETF-Produkten, Portfoliomanagement und den Vertrieb in verschiedenen Anlageklassen. Mit dieser Expertise werde King für den niederländischen Vermögensverwalter bei der Etablierung im ETF-Sektor eine wichtige Rolle spielen, so die Robeco-Mitteilung.

ETFs immer beliebter

Mit der Entscheidung, seinen Hut in den Ring des wachsenden ETF-Markts zu werfen, reagiert Robeco auf die immer größer werdende Beliebtheit der börsengehandelten Indexfonds. Denn diese werden Prognosen zufolge in den nächsten Jahren immer stärker an Volumen gewinnen (AssCompact berichtete). Für den Vermögensverwalter seien ETFs eine „große Chance für die Bündelung von Strategien, um die bereits vorhandenen Möglichkeiten in Form von Investmentfonds und Mandaten zu ergänzen“. Wie die ETF-Plattform bzw. -Strategie von Robeco konkret aussehen wird, ist der Mitteilung jedoch noch nicht zu entnehmen.

King selbst freut sich auf seine neue Rolle: „Ich bin stolz, in diesem entscheidenden Moment auf Robecos Weg in den ETF-Markt zum Unternehmen zu stoßen. Ich freue mich darauf, meine Erfahrung zu nutzen, um Innovationen und Erfolge in diesem sich schnell entwickelnden Bereich von der Spitze voranzutreiben.“ (mki)

Bild: © Robeco

 

Millionenstrafe für DWS in USA wegen Greenwashings

Der Deutsche-Bank-Tochter DWS wurde von der US-Börsenaufsicht SEC eine Strafe in Höhe von 25 Mio. US-Dollar auferlegt. Die Gründe: Bei ESG-Fonds habe der Vermögensverwalter zu viel Nachhaltigkeit versprochen. Auch seien Geldwäsche-Richtlinien missachtet worden.

Es ist amtlich: Die DWS muss eine Strafe wegen Greenwashings zahlen – jedenfalls der US-Ableger DWS Investment Management Americas Inc. Das hat am Montag die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) bekannt gegeben. Hintergrund der Strafe sind falsche Statements bei ESG-Fonds des Vermögensverwalters und Missachtung von Richtlinien zur Geldwäschebekämpfung. Die Strafe teilt sich in 19 Mio. US-Dollar für die beschönigten Nachhaltigkeitsangaben sowie 6 Mio US-Dollar für die Missachtung der Geldwäschebekämpfungsrichtlinien auf.

Die Ermittlungen zu den Vorwürfen dauerten nun etwa zwei Jahre. Aufmerksam geworden war die SEC auf die Deutsche-Bank-Tochter nach Äußerungen der ehemaligen Leiterin der Abteilung für Nachhaltigkeit Desiree Fixler. Diese hatte sich im August 2021 öffentlich geäußert, dass die DWS Investitionen auf Basis von Nachhaltigkeitskriterien überbewertet habe.

Nachhaltigkeitsvorschriften nicht angemessen umgesetzt

In der Mitteilung der SEC heißt es, dass sich die DWS als „Leader“ im ESG-Investing vermarket habe, der spezielle Nachhaltigkeitskriterien bei seinen Investments berücksichtige. Doch von August 2018 bis Ende 2021 habe die DWS es nicht geschafft, diese Kriterien ordnungsgemäß, so wie sie es ihren Kunden versprochen hatte, umzusetzen. Auch seien ihre öffentlichen Aussagen über ESG-Produkte nicht akkurat und ihre Aussagen über ihre Kontrollen zur Einbeziehung von ESG-Faktoren sehr irreführend gewesen.

Sanjay Wadhwa, Vizedirektorin der Abteilung für Strafverfolgung und Vorsitzende der Klima- und ESG-Taskforce bei der SEC, gibt in der Mitteilung zu verstehen, dass Anlageberater sicherstellen müssten, dass „ihre Taten ihren Worten entsprechen“. Die DWS habe damit geworben, dass ESG-Kriterien „in ihrer DNA“ seien. Doch die SEC sei zu dem Schluss gekommen, dass ihre „investment professionals“ nicht den versprochenen ESG-Anlageprozessen gefolgt seien.

DWS: „Sind froh, dass wir diese Untersuchungen abschließen konnten“

Auf Nachfrage bei der Pressestelle teilt eine Sprecherin gegenüber AssCompact mit, dass man bei der DWS froh sei, dass „wir diese Untersuchungen abschließen konnten“ und betont, dass die SEC „keinerlei falsche Angaben in Bezug auf unsere Finanzveröffentlichungen oder die Offenlegungen in unseren Fondsprospekten festgestellt“ habe. Es habe auch laut SEC keine betrügerische Absicht gegeben. Die festgestellten Schwachstellen hätten sich auf Prozesse und Vorgehensweisen bezogen, zu deren Verbesserung die Gesellschaft bereits Maßnahmen ergriffen habe, so die DWS-Sprecherin.

Der Abschluss der Untersuchungen sei ein wichtiger erster Schritt, um die Angelegenheit „insgesamt hinter uns lassen zu können“. Aktuell ermittelt noch die Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen des Anfangsverdachts des Kapitalanlagebetrugs aufgrund von Greenwashing-Vorwürfen gegen die DWS. Doch die Deutsche-Bank-Tochter arbeite, so die Sprecherin, aktiv und transparent mit anderen Aufsichtsbehörden zusammen und hoffe, dass sie ihre ESG-Untersuchungen zeitnah abschließen. (mki)

Bild: © Tada Images – stock.adobe.com

 

Investmentgesellschaften im IVFP-Nachhaltigkeitsrating

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat erstmals Investmentgesellschaften auf ihre Nachhaltigkeitskompetenz überprüft. Dafür wurden vier Kriterien bewertet sowie die letztjährig erhobenen Daten der Lebensversicherer zu Rate gezogen.

Bewertungen von einzelnen Fonds sind in der Investmentbranche viele zu finden – Ratings von den Gesellschaften selbst dagegen schon seltener. Genau dieses Themas hat sich nun jedoch das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) angenommen. Konkret geht es um die Nachhaltigkeitskompetenz der Investmentgesellschaften, die das Institut anhand von vier Kriterien untersucht hat.

Die Bewertung der einzelnen Kriterien „Strategie“, „Prozesse“, „Produkt & Service“ sowie „Kennzahlen“ erfolgt dabei im Benchmark-Verfahren, mit einer Gewichtung von 40% auf „Strategie“. Dadurch habe das Rating einen „stark zukunftsgewandten Charakter“, so das IVFP, weil die Unternehmen nicht für etwaige Altlasten abgestraft, sondern für eine glaubhafte nachhaltige Transformationsstrategie belohnt würden.

Freiwillige Teilnahme am Rating

Die Teilnahme an der Untersuchung stehe grundsätzlich allen Investmentgesellschaften offen und sei vollkommen kostenlos. Darüber hinaus würden alle Teilnehmer eine individuelle Einschätzung durch das IVFP erhalten, wie deren Anstrengungen im Bereich der Nachhaltigkeit im Marktvergleich zu bewerten sind. In der Regel würden jedoch, so das IVFP, vorzugsweise jene Gesellschaften teilnehmen, die sich Chancen auf eine sehr gute Bewertung ausrechnen, da die Datenerhebung sehr umfangreich und damit mit hohen internen Aufwänden verbunden sei. Die Qualität unter den teilnehmenden Gesellschaften sei daher als hoch anzusehen.

Insgesamt hätten sich daher „nur“ zehn Investmentgesellschaften dem Vergleich gestellt. Um die Ratingqualität dennoch hoch zu halten, wurden auch die letztjährig erhobenen Daten der Lebensversicherer zur Bildung der jeweiligen Benchmark herangezogen.

Das sind die Ergebnisse

Besonders überzeugen konnten das IVFP die Gesellschaften Ampega Investment, AXA Investment Managers, Carmignac, Franklin Templeton, Nordea und Union Investment. Alle diese haben ein „Sehr gut“ als Gesamtnote erhalten. Den Ergebnissen ist auch zu entnehmen, dass Ampega Investment, AXA IM sowie Union Investment in den Teilbereichen „Strategie“ und „Prozesse“ ein „Exzellent“ erhalten haben. (mki)

Weitere Information zum Rating gibt es hier.

Bild: © Rawf8 – stock.adobe.com

 

Geldanlage: Immer mehr entscheiden selbst

Eine neue Umfrage der Unternehmensberatung BearingPoint zum Wertpapiergeschäft zeigt: Der „Empowered Customer“ hält im Bereich Geldanlage immer mehr Einzug. Die Mehrheit der Befragten gab an, selbst über ihr Portfolio zu entscheiden und nicht von Beratung Gebrauch zu machen.

<p>Selbstentscheider sind im Wertpapiergeschäft auf dem Vormarsch. Das ist eines der Kernergebnisse einer aktuellen, deutschlandweiten Umfrage der Unternehmensberatung BearingPoint. Die Umfrage ist im Rahmen einer Studie zum Thema „Effizientes Wertpapiergeschäft und digitales Kundenerlebnis“ durchgeführt worden. Sie ergibt das Bild eines zunehmend „Empowered Customers“ – also von Kunden, die weniger von einer Anlageberatung abhängig sind. Sie entscheiden vielmehr selbst über das Schicksal des eigenen Portfolios mithilfe von bereitgestellten Analysen und Steuerungsmöglichkeiten.</p><h5>„Empowered Customer“ entscheidet selbst über seine Geldanlage</h5><p>Etwa drei Viertel der Befragten gaben, so BearingPoint, an, selbst über ihr Portfolio zu entscheiden, während nur wenige die Beratung von einer Vermögensverwaltung oder Anlageberatung in Anspruch nehmen würden. Gleichzeit gaben 35% an, dass sie durchaus bereit wären, mehr als 50 Euro im Monat für weiterführende Analysemöglichkeiten und eine bessere Steuerung ihres Portfolios auszugeben, wenn davon ausgegangen werden kann, dass dies die Rendite erhöht. Während 19% der Befragten zwischen 50 und 100 Euro und 12% zwischen 100 und 200 Euro ausgeben würden, wären 4% sogar bereit, mehr als 200 Euro im Monat für die oben genannten Services auszugeben.</p><p>Für Dr. Robert Bosch, globaler Leiter Banking & Capital Markets bei BearingPoint, seien diese Ergebnisse gute Nachrichten für Finanzinstitute und andere Anbieter von digitalen Wertpapierdepots bzw. Brokerage, die in den vergangenen Jahren zunehmend den Wandel weg vom traditionellen Brick-and-Mortar-Geschäftsmodell vollzogen haben oder direkt rein digitale Dienstleistungen rund um das Wertgeschäft anbieten. Fast die Hälfte der Befragten würden einen Browser oder eine App nutzen, um ihr Portfolio zu verwalten, so Bosch.</p><h5>Verbesserungsbedarf und -potenzial</h5><p>Doch das Selbstbewusstsein und zunehmende Anspruchsdenken der Digitalkunden stelle die Anbieter auch vor Herausforderungen. Denn laut der Umfrage nutzen bereits 37% der Befragten mehr als einen Anbieter zum Wertpapierhandel. Insbesondere im digitalen Bereich sei hier die Konkurrenz groß. Denn bei einigen Anbietern gebe es noch Verbesserungsbedarf für digitale Lösungen. 30% der Befragten hätten angegeben, dass sie den Eröffnungsprozess eines neuen Wertpapierdepots noch nicht komplett online durchführen konnten. 20% hätten außerdem von Problemen beim Eröffnungsprozess berichtet. (mki)</p><h5>Über die Umfrage</h5><p>Die verwendeten Daten beruhen auf einer deutschlandweiten Online-Umfrage von YouGov Deutschland im Auftrag von BearingPoint, an der zwischen dem 28. und 31. Juli 2023 insgesamt 1.052 Wertpapierbesitzerinnen und Wertpapierbesitzer ab 18 Jahren teilnahmen. Die Studie „Effizientes Wertpapiergeschäft und digitales Kundenergebnis“ wird im Oktober 2023 erscheinen.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Thapana_Studio – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/44FDE2A9-7ABF-48EF-A4B0-5C7691AB0FA0"></div>

 

DWS bringt ETFs auf Anleihen mit kurzer Laufzeit auf den Markt

Von der DWS gibt es ab sofort drei neue Anleihen-ETFs. Die Fonds konzentrieren sich dabei auf Euro-Staatsanleihen mit kurzer Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Referenz dafür sind unterschiedliche Indizes des Anbieters iBoxx, die physisch nachgebildet werden.

Die Deutsche-Bank-Tochter und größte deutsche Vermögensverwalterin DWS ergänzt ihr Angebot an Anleihen-ETFs. Dabei handelt es sich um drei neue ETFs unter dem Xtrackers-Label. Fokus sind dabei Staatsanleihen aus dem Euroraum und Deutschland mit einer kurzen Restlaufzeit, maximal ein Jahr. Die ETFs bilden unterschiedliche Indizes des Anbieters iBoxx nach. Hintergrund der Angebotserweiterung ist die aufgrund der gestiegenen Zinsen ebenfalls gestiegene Nachfrage nach Anlagelösungen mit kurzen Restlaufzeiten, so Global Head of Xtrackers Sales Simon Klein.

ETFs auf Euro-Staatsanleihen bei der DWS

Mit dem Xtrackers II Germany Government Bond 0–1 UCITS ETF können Anleger auf deutsche Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit setzen. Der Xtrackers II Eurozone Government Bond 0–1 UCITS ETF ermöglicht dies für entsprechende Papiere aus dem Euroraum. Der Xtrackers II iBoxx Eurozone Government Bond Yield Plus 0–1 UCITS ETF schließlich bezieht sich auf einen Index, der Anleihen aus den fünf Euro-Ländern mit der höchsten Rendite erhält. Die drei neuen ETFs bilden den jeweiligen Index physisch nach und thesaurieren die Erträge. Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei je 0,07%. Am 20.09.2023 wurden die ETF-Neulinge auf der Handelsplattform Xetra an der Deutschen Börse notiert. (mki)

Bild: © Carola Vahldiek – stock.adobe.com

 

FIL Fondsbank startet volldigitale Vermögensverwaltung

Die FIL Fondsbank geht den nächsten Schritt auf dem Weg der Digitalisierung und bietet ab sofort volldigital geführte Depots für die Vermögensverwaltung an – laut eigener Aussage eine Premiere. Die Initiative läuft unter dem Namen „VermögensverwaltungPlus“.

Es ist eine Neuheit im Bereich der Vermögensverwaltung – das jedenfalls meldet die FIL Fondsbank (FFB) in einer Pressemitteilung. Die Fondsbank startet mit „VermögensverwaltungPlus“ volldigital geführte Depots für die Vermögensverwaltung und ist damit nach eigener Aussage die erste Fondsplattform, die eine volldigitale Vermögensverwaltung in skalierbarer Form für die unabhängige Finanzberatung ermöglicht.

Neue Zielgruppe für Finanzberater

„VermögensverwaltungPlus“ adressiert zwei zentrale Anforderungen an eine moderne Vermögensverwaltung: einen digitalen Service und eine attraktive Kostenstruktur, so die FFB. Durch die technische Integration entlang der Wertschöpfungskette zwischen Vermögensverwaltung und Bank werden Systembrüche vermieden. Dies verbessere das Kundenerlebnis für die Vermögensverwalter und für deren Anlegerinnen und Anleger. Außerdem führe die volldigitale Umsetzung in der Abwicklung zu deutlichen Effizienzvorteilen, welche die FFB an die Endkunden weitergibt.

Das Depotführungsentgelt für die VermögensverwaltungPlus beträgt 18 Euro statt bisher 45 Euro pro Jahr. Dadurch können auch Investoren mit kleineren Anlagevolumina und Sparplänen eine professionelle Vermögensverwaltung zu attraktiveren Konditionen nutzen. Dadurch würde der unabhängigen Finanzberatung der Zugang zu neuen Zielgruppen eröffnet.

Pilotphase mit FondsKonzept

Die volldigitalen Depots werden zunächst im Rahmen einer Pilotphase mit dem offenen Maklerverband FondsKonzept angeboten. Die VermögensverwaltungPlus soll in den kommenden Monaten in der Breite ausgerollt werden, so FFB. FondsKonzept verkündet derweil in einer eigenen Pressemitteilung ebenfalls, dass die jährliche Gebühr für neu eröffnete, volldigital geführte Depots der WealthKonzept Vermögensverwaltungs AG von der FFB von 45 Euro auf 18 Euro reduziert wird. Die Ersparnis beruht darauf, dass die FFB Kostenvorteile, die für volldigitale Depots in der gesamten Wertschöpfungskette entstehen, an die WealthKonzept und damit an die Kunden weitergebe.

Für Peter Nonner, Geschäftsführer der FIL Fondsbank, ist das Projekt aufgrund des aktuellen Drucks auf die Finanzberatung eine Notwendigkeit: „Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten eine einfache Handhabung und digitale Services. Zugleich gibt es neue regulatorische Vorgaben wie etwa die EU-Kleinanlegerstrategie, die den Nutzen für Anlegerinnen und Anleger von Beratungsmodellen noch stärker in den Vordergrund rücken. Ein vereinfachter und digitaler Zugang zur Vermögensverwaltung wird somit immer relevanter."

Hans-Jürgen Bretzke, Vorstandsvorsitzender der FondsKonzept AG: "Das Angebot des 18-Euro-Depots macht fondsgebundene Vermögensverwaltungen für breitere Kundenkreise zugänglich. Wir freuen uns sehr, diesen Marktvorteil an unsere Maklerinnen und Makler weitergeben zu können." (mki)

Bild: © photon_photo – stock.adobe.com

 

KI-Hype: Spekulationsblase oder Geldbringer?

Im Lauf des Jahres gab es eine massive Kursrallye um Tech-Aktien. In erster Linie war diese getrieben durch den Hype um künstliche Intelligenz. Manch einer geht davon aus, dass es sich dabei um eine Spekulationsblase handelt – nicht so Goldman Sachs.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat auf ihrer Website einen Artikel veröffentlicht, der den aktuellen Hype um KI- und Tech-Aktien behandelt. Die deutlich gestiegenen Kurse der betroffenen Unternehmen regen die Analysten zum Nachdenken darüber an, ob es sich um eine Rallye mit Substanz handelt oder eher um reine Spekulation à la Dotcom-Blase in den späten 90er-Jahren.

Goldman Sachs: 200 Mrd. US-Dollar an Investitionen bis 2025

Goldman Sachs ist sich seinerseits sicher: KI ist „here to stay“. Laut Peter Oppenheimer, Chief Global Equity Strategist, sei man aktuell in der „Anfangsphase eines neuen Technologiezyklus“. Dieser Zyklus werde auch weiterhin starke Performance einbringen. Dementsprechend rechnet die Bank auch mit einem weiteren Anstieg der weltweiten Investitionen in künstliche Intelligenz. Bis 2025 erwarte Goldman Anlagen mit einem Gesamtvolumen von 200 Mrd. US-Dollar, bedingt durch die starken wirtschaftlichen Möglichkeiten von insbesondere generativer KI.

Vermeintlich erfreulich für den S&P 500, der 2022 stark gebeutelt war. Der Hype um KI schuf hier im bisherigen Jahr 2023 Abhilfe, denn der Tech-Index konnte sich dadurch deutlich erholen. Goldman gibt allerdings zu bedenken, dass nur 15 Unternehmen für 90% der Gewinne von Januar bis Juni verantwortlich waren. Die Rallye sei also sehr „konzentriert“, was zu der Frage führe, ob es sich dabei nicht doch um eine Spekulationsblase wie in den späten 90ern handelt.

Doch derartige Sorgen macht sich Goldman Sachs nicht, denn die Bewertungen der Tech-Aktien seien historisch betrachtet noch recht verhältnismäßig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der sieben größten US-Unternehmen im Bereich generativer KI liegt durchschnittlich bei 25. Zum Vergleich: Das KGV der größten Firmen in der Dotcom-Blase lag bei 52, so Goldman. Weiterhin hätten die betreffenden Unternehmen gute Bilanzen und Investitionsrenditen vorzuweisen und ihre Wachstumsaussichten in der Zukunft seien deutlich besser als die der Firmen zu Zeiten der Dotcom-Blase. (mki)

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Lohnt es sich, in Börsenneulinge zu investieren?

Der Chip-Hersteller Arm ist an die Börse gegangen. Im Oktober folgt der deutsche Schuhhersteller Birkenstock. Ob es sich als Anleger lohnt, Investments in die ganz frischen Aktien der Börsenneulinge zu tätigen, damit hat sich HQ Trust beschäftigt.

Die deutsche Kultsandale geht an die Börse – aber nicht in Deutschland: Der Schuhhersteller Birkenstock, der 2021 von der US-amerikanischen Private-Equity-Gesellschaft L Catterton erworben wurde, wird ab der zweiten Oktoberwoche an der Wall Street am New York Stock Exchange gelistet sein. Der ursprüngliche Bericht hierzu kam vom Handelsblatt unter Berufung auf „Finanzkreise“.

Im September ist ein weiterer großer Börsengang erfolgreich durchgeführt worden – der des britischen Chip-Herstellers Arm. Das Unternehmen ist ebenfalls an einer New Yorker Börse gelistet, allerdings an der Technologiebörse NASDAQ. Am vergangenen Donnerstag ist die Aktie Medienberichten zufolge zu einem Preis von 56,10 US-Dollar in den Handel gestartet, was einem Plus von 10% vom Ausgabepreis entspricht.

Passenderweise dazu gibt es eine Analyse des Vermögensverwalters und -dienstleisters HQ Trust, der Anlagen in solche Börsenneulinge thematisiert und über die die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet. Fazit ist allerdings: Auf lange Sicht hätte es sich wohl nicht ausgezahlt, auf Börsenneulinge zu setzen. Seit 2012 blieben sie bei höherer Volatilität klar hinter dem Markt zurück.

Analyse über Börsenneulinge am S&P 500

Für die Analyse hat Sebastian Dörr, Kapitalmarktanalyst bei HQ Trust, die Wertentwicklung des S&P 500 mit der des FTSE Renaissance US IPO verglichen. In letzteren Index werden alle drei Monate Unternehmen aufgenommen, die seit Kurzem an der Börse notierten und zum Börsengang eine Marktkapitalisierung von mindestens 100 Mio. US-Dollar aufgewiesen hätten, so Dörr. Drei Jahre nach dem ersten Handelstag fallen die Aktien wieder aus dem Index. 300 Werte sind derzeit gelistet, u. a. Airbnb, Snowflake und Palantir Technologies.

Schaut man sich die Ergebnisse an, haben sich zwar beide Indizes positiv entwickelt, der S&P 500 allerdings um 15,3%, der FTSE Renaissance US IPO nur um 11,8%. Doch die Wertentwicklungen scheinen je nach Zeitraum sehr unterschiedlich verlaufen zu sein. Denn von 2012 bis 2019 sei die Wertentwicklung des Marktes und der Neulinge mehr oder weniger gleich gewesen. 2020 habe sich der IPO Index deutlich besser entwickelt als der S&P 500, auch aufgrund der stark gestiegenen Kurse des Fitnessgeräteherstellers Peloton und des Softwareunternehmens Zoom Video, weswegen sich der Index mehr als verdoppelt habe. Doch 2021 und 2022 habe er diese Wertentwicklung komplett wieder abgegeben, so Dörr. Peloton beispielsweise notiere nun mit 6,55 US-Dollar. Der Ausgabepreis lag 2019 bei 29 US-Dollar.

Gedämpfte Kursentwicklung

Dass die Neulinge sich unterdurchschnittlich entwickeln, könnte laut Dörr daran liegen, dass die Unternehmen oft nur mit einem kleineren Teil der Aktien an der Börse antreten. Die Alteigentümer gäben später oft weitere Anteilsscheine ab. Das könne die Kursentwicklung dämpfen. Doch es gibt auch die Kehrseite. Die Facebook-Aktie habe sich in den drei Jahren nach dem Börsengang im Kurs in etwa verdoppelt, so Dörr. Uber-Aktien dagegen seien im gleichen Zeitraum um als 40% im Wert gefallen. (mki)

Bild: © Robert Pezzuti/Wirestock Creators – stock.adobe.com

 

Trade Republic erhöht Zinsen und startet mit Anleihenhandel

Trade Republic, der Neobroker aus der Hauptstadt, erhöht zum Oktober die Zinsen auf den Verrechnungskonten der Kunden – weiterhin nur mit wenigen Auflagen. Und: Ab sofort kann man bei Trade Republic auch direkt in Anleihen investieren.

Aus Berlin ertönt ein neuer Zinshammer. Trade Republic hatte im Januar seine Zinsoffensive gestartet und allen Kunden bis auf Weiteres 2% Zinsen auf ihr Verrechnungskonto geboten (AssCompact berichtete: Trade Republic bietet allen Kunden 2% Zinsen auf Geldguthaben). Damals waren die Tagesgeldzinsen vieler Banken noch sehr gering. Jetzt greift der Neobroker erneut an und verdoppelt den Zinssatz – ohne weitere Auflagen.

Auch startet Trade Republic ab sofort den Handel mit Anleihen. Aufgrund der gestiegenen Zinsen ist die Anlageklasse mittlerweile sehr attraktiv geworden, doch bislang war die Anlage in diese Asset-Klasse nur indirekt über Anleihen-ETFs möglich. Jetzt können Anleger auch direkt in Staats- und Unternehmensanleihen investieren, wie Trade Republic am Freitag in einer Pressemitteilung meldete.

Trade Republic erhöht Zinsen

4% ist nun der Zinssatz auf das Verrechnungskonto von Trade-Republic-Kunden. Auf diesem Konto wird nichtinvestiertes Geld gelagert. Der Zinssatz gilt bis auf Weiteres sowohl für Bestands- als auch für Neukunden und zählt zu den höchsten in Deutschland verfügbaren Zinssätzen. Einzige Einschränkung bei Trade Republic: Das Angebot gilt nur bis zu einem Guthaben von 50.000 Euro. Auch behält sich der Neobroker in seinen AGB vor, nichtinvestiertes Geld nach 30 Tagen zurück ans Referenzkonto zu schicken. Große Berichte dazu, dass hiervon Gebrauch gemacht wurde, gab es jedoch keine.

Trade Republic ist keine eigene Bank, sondern verfügt über eine Wertpapierhandelsbanklizenz. Die Gelder der Verrechnungskonten werden bei der Citibank, der Deutschen Bank und Solaris gelagert. Laut eigenen Angaben leitet Trade Republic lediglich den von den Partnerbanken erhaltenen Zins an die Kunden weiter.

Trade Republic startet mit Anleihenhandel

Der Neobroker bietet nun als erster Broker in Europa, so die Mitteilung des Unternehmens, täglich 500 liquide Unternehmens- und Staatsanleihen an, in die ab 1 Euro investiert werden kann. Der Anleihenhandel komme zusammen mit einer neuen Version der Trade-Republic-App. Für den Handel falle wie beim Handel mit Aktien keine Orderprovision an, es gelte für die Abwicklung lediglich die Fremdkostenpauschale von 1 Euro. (mki)

Bild: © Nico Herzog/Wirestock – stock.adobe.com