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Fondsperformance im August: Schwellenländer hui, Europa pfui!

Scope hat sich mal wieder angesehen, welche Fonds-Peergroups im vergangenen Monat am besten abgeschnitten haben. Zu den wenigen Gewinnern zählen Schwellenländerfonds. Unter die Räder kamen hingegen Europa-Fonds. Am härtesten traf es die Nebenwerte.

Das Analysehaus Scope hat sich im Rahmen seines Fondsrating-Updates zur Performance der verschiedenen Fonds-Peergroups im August geäußert. Wenig überraschend sah es für einen Großteil der Peergroups schlecht aus – sie beendeten den August im Minus. Lediglich Schwellenländeraktien und -anleihen sowie globale Wandelanleihen und US-Dollar-Geldmarktfonds entwickelten sich nennenswert positiv.

Schwellenländeranleihen deutlich im Plus

Am besten schlug sich die Fondspeergroup der Schwellenländer-Unternehmensanleihen (+2,8%), gefolgt von US-Dollar-Geldmarkt (+2,1%), Schwellenländeranleihen in Lokalwährung (+1,9%) und Schwellenländeraktien (+1,7%).

Sorgenkind Europa

Am schlechtesten schnitten im August europäische Fonds-Peergroups ab. Am deutlichsten ging es für europäische Nebenwerte nach unten (−6,3%), gefolgt von europäischen Aktienfonds mit Nachhaltigkeitsfokus (−5,8%) und Euroland-Aktien (−5,1%) sowie Euroland-Staatsanleihen (−5,0%). Der Fonds-Peergroup Aktien Deutschland erging es kaum besser, sie rutschte im August um 4,6% ab.

Sektoren-Flops

Auf sektoraler Ebene gehörten die Fonds-Peergroups Gesundheitsaktien, Immobilienaktien und Informationstechnologie zu den größten Verlierern. (tku)

Bild: © Syda Productions – stock.adobe.com

 

Inflationssorgen steigen – Nur wenige (können) reagieren

42% der Deutschen blenden die Inflationsentwicklung bei der Geldanlage einfach aus. Zurückzuführen ist das auf fehlende Mittel, fehlendes Interesse und fehlendes Wissen. Nur 13% gehen bei der Geldanlage aktiv gegen die Inflation an.

Inflation ist das ökonomische Schlagwort der Stunde. Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) hat deshalb in einer aktuellen Studie herauszufinden versucht, welche Inflationserwartungen die Deutschen hegen und wie sie sich gegen Inflation absichern.

Weiterer Inflationsanstieg erwartet

Demnach rechnet mehr als die Hälfte (55%) der Menschen in Deutschland mit einem weiteren Anstieg der Inflationsrate. 23% nehmen sogar an, dass die Inflation mehrere Jahre auf dem aktuellen Niveau verharren werde.

Viele reagieren nicht

Die Konsequenzen aus dieser Erwartungshaltung fallen jedoch zögerlich aus. Nur etwas mehr als 13% der Deutschen steuern bei der Geldanlage gesamtheitlich und aktiv gegen. Lediglich ein Drittel (34%) richtet die eigene Geldanlage zumindest teilweise auf die Inflation aus. Ein bedenklich großer Anteil der Deutschen (42%) schenkt der Inflation bei der Geldanlage dem eigenen Bekunden nach hingegen keine Beachtung.

Es fehlt an Mitteln und Wissen

Fragt man diejenigen, die sich nicht mit der Inflation auseinandersetzen nach den Ursachen dafür, geben knapp 40% von ihnen fehlende Mittel an. Knapp 30% beschäftigen sich nicht aktiv mit Geldanlagen und ebenfalls knapp 30% sind sich unsicher, welche Geldanlagen vor Inflation schützen können.

Auf den Girokonten schmilzt das Geld

„Bei 8% Inflation und einem Anlagezins von 1%, im besten Fall 2% sind zinsbasierte Geldanlagen wie Anleihen, Termin- oder Sichteinlagen ein glattes Verlustgeschäft“, sagt Prof. Dr. Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des DIVA. „Und wer sein Geld auf dem Girokonto belässt, verliert noch mehr. Denn dort gibt es überhaupt keine Zinsen, und noch immer berechnen manche Banken und Sparkassen Strafzinsen, die den Inflationsverlust noch vergrößern.“

Aktien, Immobilien und Edelmetalle als Inflationsschutz

Befragt man diejenigen, die ihr Vermögen gegen die Inflation wappnen, nach den bevorzugten Anlageformen, favorisiert knapp die Hälfte aktienbasierte Geldanlagen, also Aktien, Investmentfonds, ETFs sowie fondsgebundene Renten- oder Lebensversicherungen mit signifikantem Aktienanteil. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Winter 2021/22 setzt sich das Aktiensparen im puncto Beliebtheit damit noch weiter von Immobilien ab, die mit einem guten Drittel auf dem 2. Platz rangieren. Dahinter befinden sich Gold und andere Edelmetalle (34,6%) sowie Kryptowährungen (21,5%). (tku)

Bild: © fotodrobik – stock.adobe.com

 

Die Flucht aus Aktien und das Comeback der Anleihen

Das Analysehaus Morningstar hat die Mittelzuflüsse und -abflüsse in Europa domizilierter Fonds unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Anleger flüchten weiterhin aus Aktienstrategien. Der klare Gewinner: Anleihen. Mehr als 10 Mrd. Euro flossen im August in Anleihefonds.

Aktien liefern unter den etablierten Anlageklassen langfristig zwar die höchste Rendite, kurzfristig muss dafür aber einiges an Schwankungen ausgehalten werden. Wie eine Auswertung des Analysehauses Morningstar deutlich macht, wollen viele Anleger den vorherrschenden Bärenmarkt nicht aussitzen und flüchten aus Aktienstrategien. Das lässt sich an den Mittelzuflüssen und -abflüssen von in Europa domizilierten Fonds im Monat August ablesen.

Aktienfonds weiter mit hohen Abflüssen

Demnach verzeichneten die europäischen Aktienfonds Nettoabflüsse in Höhe von 19 Mrd. Euro und somit die schlechteste Monatsperformance seit März 2020. Bemerkenswert: Auch passive Anlagestrategien müssen den zweiten Monat in Folge Nettoabflüsse verbuchen.

Rohstoffe, Mischfonds und AIF

Ebenfalls mit Nettomittelabflüssen hatten Rohstofffonds zu kämpfen. Sie verloren im August unterm Strich 1,2 Mrd. Euro. Mischfonds mussten Abflüsse von 0,4 Mrd. Euro und alternative Investmentfonds solche von knapp 1 Mrd. Euro hinnehmen.

Rentenpapiere stark gefragt

Ganz anders sieht es bei den Anleihefonds aus. Sie verzeichnen im August den ersten positiven Monat des Jahres und verbuchen ein Nettoplus von 10 Mrd. Euro. Besonders nachgefragt waren laut Morningstar-Analyse auf Euro lautende Unternehmensanleihen, auf US-Dollar lautende globale Anleihen und auf Hartwährungen lautende Schwellenländeranleihen.

Gesamtfondsvermögen in Europa sinkt

Alles in allem sank das Vermögen aller in Europa domizilierten langfristigen Investmentfonds Ende August 2022 auf 10.960 Mrd. Euro, gegenüber 11.303 Mrd. Euro am 31.07.2022. (tku)

Bild: © Ana Baraulia – stock.adobe.com

 

BNY Mellon IM lanciert Impact-Schwellenländerfonds

Der Asset-Manager BNY Mellon IM hat einen nachhaltigen Fonds aufgelegt, der gezielt in sozial und ökologisch engagierte Unternehmen investiert. Bei dem Fonds handelt es sich um das Schwesterprodukt eines bereits bestehenden in britischen Pfund denominierten Fonds.

Der Vermögensverwalter BNY Mellon Investment Management hat einen neuen Emerging-Markets-Fonds aufgelegt. Der „BNY Mellon Sustainable Global Emerging Markets Fund“ ist ein nachhaltiger Schwellenländer-Aktienfonds und wird von Newton Investment Management, einer Gesellschaft des Vermögensverwalters BNY Mellon IM, gemanagt.

Schwesterprodukt zu GBP-Fonds

Es handelt sich dabei um den in US-Dollar denominierten Schwesterfonds zu einem bestehenden in britischen Pfund notierenden Produkt. Beide Fonds werden von Ian Smith und Paul Birchenough, Portfoliomanager für globale Schwellenländer bei Newton, gemanagt

Impact-Fonds

Der Fonds ist gemäß Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung (Impact-Fonds) klassifiziert und investiert gezielt in Unternehmen, die sich aktiv um einen guten Umgang mit sozialen und ökologischen Belangen bemühen und nachhaltige Erträge erzielen. Dazu gehören Unternehmen, die akute soziale und ökologische Herausforderungen angehen – ausgewählt gemäß dem Best-In-Class-Ansatz.

BNY Mellon Investment Management ist einer der weltweit größten Asset-Manager mit einem verwalteten Vermögen von 1,9 Bio. Euro per 30.06.2022. (tku)

Bild: © putilov_denis – stock.adobe.com

 

Rund jeder fünfte Deutsche tradet

Der Handel mit Wertpapieren, um mittels kurzfristiger Kursschwankungen Gewinne zu realisieren, wird bei deutschen Privatanlegern beliebter. Laut einer YouGov-Studie gibt rund ein Fünftel der Deutschen an, zu traden. Welche Bevölkerungsgruppe ist also laut Studie besonders tradingfreudig?

Ob Aktien, Fonds oder ETFs – Traden ist nicht mehr einzig die Sache von Bankern, sondern wird auch unter Privatanlegern in Deutschland zunehmend beliebter. Insbesondere Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital machen Trading auch Privatanlegern leichter zugänglich. Und rund jeder Fünfte in Deutschland gibt bereits an, aktuell mit Wertpapieren zu handeln, um Gewinne mittels kurzfristiger Kursschwankungen zu realisieren. Das ist das Ergebnis der aktuellen Zielgruppen-Analyse „Trader in Deutschland“ des Online-Marktforschungsinstituts YouGov Deutschland GmbH.

Wer sind die Trader in Deutschland?

Deutsche Trader sind laut der aktuellen YouGov-Analyse eher Akademiker, finanziell abgesichert und investitionsfreudig. Laut dem Zielgruppen-Segmentierungstool „YouGov Profiles“ ist die Mehrheit der deutschen Trader männlich (70%). Besonders häufig traden außerdem Menschen im jüngeren Alter zwischen 25 und 34 Jahren. 47% unter ihnen haben einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. 12% der Trader in Deutschland sind leitende Angestellte (vs. 6% aller Befragten). Wenig überraschend daher, dass Trader in Deutschland über ein vergleichsweise hohes Einkommen verfügen. So gaben 20% der Trader an, ein monatliches Haushaltsbruttoeinkommen von 5.001 Euro bis 10.000 Euro zu erzielen. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung Deutschlands ist das nur bei rund 10% der Fall. 75% der Trader betrachten sich daher selbst als finanziell abgesichert (vs. 55% aller Deutschen). 40% nutzen außerdem täglich ihr Mobiltelefon für Finanzen und Banking (vs. 26% der Gesamtbevölkerung).

Womit Trader handeln

Die Mehrheit der Trader gab in der Studie an, mit Aktien zu handeln. Während das bezogen auf die Gesamtbevölkerung lediglich bei rund 15% der Fall ist, handelt fast jeder zweite (46%) der Trader mit Aktien. 33% der Trader versuchen ihr Glück mit börsengehandelten Fonds bzw. ETFs (vs. 10% der Gesamtbevölkerung) und 28% mit Aktienfonds (vs. 12%). Zudem sind Trader laut YouGov-Studie eher Kunden von Direktbanken. So gaben 17% der Trader an, Kunden bei der ING zu sein. Weitere 12% der Trader sind jeweils Kunden bei comdirect sowie bei der Deutschen Kreditbank DKB. Immerhin 13% der deutschen Trader sind aber aktuell auch Kunden bei der Deutschen Bank. Bei der Sparkasse sind Trader hingegen deutlich seltener Kunde im Vergleich zur Gesamtheit der Deutschen. (as)

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BaFin-Umfrage zum Zinstief: vzbv begrüßt Vorhaben

Über Jahre hinweg lagen die Zinsen für Sparanlagen wie Fest- oder Tagesgeld bei Null. Für einige Sparer wurden sogar Negativzinsen fällig. Die BaFin hat nun eine Umfrage unter Verbrauchern gestartet, um sich nach den Erfahrungen mit dem Zinstief zu erkundigen. Verbraucherschützer begrüßen diesen Schritt.

Am 15.09.2022 hat die BaFin eine Umfrage zu Verbrauchererfahrungen mit Negativzinsen und Verwahrentgelten gestartet. Man will damit herausfinden, inwieweit das jahrelange Zinstief im Euroraum Bankkunden zu schaffen gemacht hat. Sparer sollen danach befragt werden, ob sie trotz der von der EZB eingeleiteten Zinswende noch immer Negativzinsen bzw. Verwahrentgelte zahlen müssen, wie die BaFin bekannt gab. Die Behörde interessiert sich demnach auch dafür, ob das Zinsumfeld die Menschen dazu gebracht hat, ihr Anlageverhalten zu ändern und mehr Risiko bei der Geldanlage einzugehen.

Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt Umfrage

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Umfrage nun begrüßt und dabei auch auf den politischen Handlungsbedarf bei Provisionen in der Anlageberatung verwiesen. Denn seit vielen Jahren sei zu beobachten, dass Verbraucher schlecht beraten würden, wenn es um die Anlage ihrer Gelder geht. Der vzbv macht dafür die Interessenkonflikte verantwortlich, die rund um das Thema Provisionierung entstehen. „Es ist gut, dass die BaFin hier nun genauer hinschaut und bei Verbrauchern abfragt, ob sie im Zuge der Einführung von Negativzinsen auch zur Neuanlage von Geldern beraten wurden und ob diese Beratung Auffälligkeiten aufweist“, äußert sich Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim vzbv, in einer Stellungnahme, die AssCompact vorliegt. „Damit die BaFin-Umfrage ein möglichst umfangreiches Bild abgibt, sollten sich möglichst viele Menschen, die von Negativzinsen betroffen waren, an der Umfrage beteiligen“, so Mohn weiter. (as)

Hier geht es direkt zur BaFin-Umfrage.

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Bye bye, Boris! Welche Chancen bietet der britische Kapitalmarkt?

Mit dem Rücktritt von Boris Johnson und der Entscheidung über seine Nachfolge wurden die Karten für den britischen Aktienmarkt neu gemischt. Wie groß das Potenzial für ein Comeback britischer Vermögenswerte ist, erläuterte Chris Iggo noch vor der Ernennung von Liz Truss zur neuen Premierministerin in einem Gastbeitrag.

<h5>Ein Artikel von Chris Iggo, CIO Core Investments bei AXA IM</h5><p>Die Wirtschaft Großbritanniens hatte es in den vergangenen Jahren nicht leicht. Neben Corona-Pandemie, Energiekrise und explodierter Inflation (zuletzt 9,4%) – alles Belastungsfaktoren, mit denen sich auch viele andere europäische Volkswirtschaften auseinandersetzen mussten oder noch immer müssen – kommen beim Vereinigten Königreich noch der Brexit und seine Folgen hinzu. Das Land ist zerrissen. In verschiedenen Bereichen herrscht Arbeitskräftemangel und die Abkoppelung von der Europäischen Union ist für britische Firmen noch immer mit höheren Bürokratiekosten sowie erheblichen Zeitverlusten bei der Ein- und Ausfuhr von Waren verbunden. Keineswegs hilfreich ist es da, dass sich das Verhältnis zur EU in den vergangenen Monaten noch weiter verschlechtert hat.</p><h5>Rückkehr ausgeschlossen</h5><p>So war von vielen Betroffenen dies- und jenseits des Ärmelkanals lautes Aufatmen zu vernehmen, als Boris Johnson nach diversen Skandalen Anfang Juli als Vorsitzender der Konservativen Partei und als Premierminister endlich seinen Rücktritt erklärt hat. Ein Zurückdrehen der Geschichte wird es dennoch nicht geben. Auch ein neuer Vorsitzender wird keinesfalls auf Kuschelkurs mit der EU gehen, und selbst die Opposition hat eine mögliche Wiederannäherung an die ehemaligen Weggefährten inzwischen ad acta gelegt. Dennoch könnte es mit dem Abgang Johnsons zu erheblichen Veränderungen für die britische Wirtschaft kommen. Nicht unerhebliche Bedeutung kommt dabei der Wahl des zukünftigen Regierungschefs bzw. der Regierungschefin zu.</p><h5>Steuersenkungen im Mittelpunkt des Wahlkampfs</h5><p>Noch im Rennen um den Parteivorsitz der Torys und damit auch das Amt des Premierministers sind die Außenministerin Liz Truss und der ehemalige Schatzkanzler Rishi Sunak. Zwischen ihnen werden sich rund 160.000 Parteimitglieder der Konservativen entscheiden. Dabei dreht sich die Diskussion zwischen den beiden Kandidaten in erster Linie um den Zeitpunkt und das Ausmaß etwaiger Steuersenkungen. Auf den ersten Blick sind die Versprechungen von Truss eher unverantwortlich, da sich die Haushaltsaussichten verschlechtern und den bestehenden Inflationsdruck verstärken würden. Dies hätte höhere Zinssätze als derzeit erwartet zur Folge, was wiederum die Sorgen um die Nachhaltigkeit des Wachstums verstärken und sich negativ auf den britischen Aktienmarkt auswirken würde. Ihre Wahl erhöht auch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Konservativen die nächsten Parlamentswahlen verlieren könnten, was zu politischer Unsicherheit führen würde. Truss‘ bisherige Haltung gegenüber Europa lässt zudem keine intensivere Befassung mit den Mängeln des Brexit in Bezug auf Handel und Freizügigkeit erwarten. </p><h5>Hoffen auf fiskalische Stabilität</h5><p>Sunak befürwortet dagegen eine eher konservative Finanzpolitik und hat versprochen, der Reduzierung der Inflation und der Kreditaufnahme Vorrang vor Steuersenkungen einzuräumen. Seine Erfahrung als Finanzminister dürfte auch dazu führen, dass Anleger mit seinen Wirtschaftsplänen eher einverstanden sind. </p><p>Die Labour-Partei spielt derzeit ein vorsichtiges Spiel. Sie weist insbesondere auf die hohe Bedeutung hin, die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten in den Griff zu bekommen und die Staatsverschuldung unter Kontrolle zu halten. Wie üblich liegt ihr Schwerpunkt bei höheren Ausgaben für öffentliche Dienstleistungen, die jedoch gegenfinanziert werden müssten. Von Versprechungen, bestimmte öffentliche Dienstleistungen zu verstaatlichen, hat sich die Parteiführung zurückgezogen. Labour-Chef und ehemals entschiedener Brexit-Gegner Keir Starmer hat zwar gerade erst verkündet, dass für die Briten kein Weg in den EU-Binnenmarkt oder in die Zollunion zurückführe, von ihm wäre aber wohl die konstruktivste Haltung bezüglich eines vernünftigen Zusammenlebens mit der EU zu erwarten.</p><h5>Attraktive Bewertungsparameter</h5><p>Für den britischen Aktienmarkt wäre eine stabile Regierung mit einer klaren Agenda, die einen starken Anstieg der Zinssätze verhindern würde, sicherlich das beste Ergebnis. Dies wäre am ehesten mit einer Tory-Regierung unter Sunak oder unter einer Labour-Regierung mit einer versöhnlicheren Haltung gegenüber der EU gegeben, wobei Letzteres derzeit allerdings nicht zur Diskussion steht. Steigende Aktienkurse und ein stärkeres Pfund könnten in diesem Fall die Folge sein. </p><p>Der britische Aktienmarkt ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von lediglich 9,9 (FTSE 350) im internationalen Vergleich relativ günstig bewertet. Mit 10,3 bzw. 10,6 fallen die entsprechenden Werte beim DAX und dem französischen Leitindex CAC40 etwas höher aus. Der US-amerikanische S&P 500 bewegt sich mit einem KGV von 16 in einer gänzlich anderen Region. Die Dividendenrendite, die für Käufer britischer Unternehmensanteile von jeher eine bedeutende Rolle spielt, liegt aktuell bei 3,9% verglichen mit 3,5% beim DAX und 3% beim CAC40. Das Gewinnwachstum wird für die nächsten zwölf Monate mit 8% prognostiziert, was mit anderen europäischen Märkten vergleichbar ist. Aufgrund der befürchteten Verlangsamung des Wirtschaftswachstums ist diese Erwartung allerdings mit erheblichen Abwärtsrisiken behaftet. Auch das britische Pfund ist mit Kursen um die 1,20 US-Dollar günstig bewertet.</p><h5>Katalysator voraus?</h5><p>Noch ist die Stimmung gegenüber risikoreichen Anlagen auf der Insel recht verhalten. Die tiefe Spaltung der Bevölkerung insgesamt und der Conservative Party im Besonderen könnte zu einer weiteren Verschärfung der Lage führen. Die Wirtschaft des Landes ist an sich aber keineswegs schlecht aufgestellt. Großbritannien verfügt über weltweit führende Unternehmen, eine robuste Finanzdienstleistungsbranche und gut ausgebildete Arbeitskräfte. </p><p>Was derzeit fehlt, ist ein Katalysator, der eine positive Entwicklung auslöst und zu einem nachhaltigen Stimmungsumschwung führt. Das Herauskristallisieren einer pragmatischen Regierung, die sich tatsächlich auf die langfristigen wirtschaftlichen Belange des Landes konzentriert und einige der mit dem Brexit verbundenen Probleme angeht, die sich seit 2018 negativ auf die Wirtschaft ausgewirkt haben, könnte diesbezüglich das auslösende Moment sein. Gelingt es der Politik, das vorhandene Potenzial freizusetzen, sollten sich Anlegern am britischen Aktienmarkt zukünftig gute Chancen bieten.</p><p>Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 09/2022, S. 60 f., und <a href="https://epaper.asscompact.de/de/profiles/53e4066999da-asscompact/editio…; target="_blank" >in unserem ePaper</a>.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © andy – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/DA00C48F-9669-4E46-9434-AB9A5C4B8884"></div>

 
Ein Artikel von
Chris Iggo

Paladin bringt Micro-Cap-Fonds an den Start

Die Investmentboutique Paladin nimmt einen Micro-Cap-Fonds ins Angebot auf. Der Paladin ORIGINS legt den Fokus auf europäische Micro Caps. Die Liquidität wird durch eine Beimischung von Mid-Cap-Werten sichergestellt.

Die Investmentboutique Paladin Asset Management bringt einen neuen Aktienfonds auf den Markt. Ab dem 21.09.2022 kann der Fonds namens Paladin ORIGINS (ISIN: DE000A3DQ772; DE000A3DQ780) gezeichnet werden. Der Tag der ersten Preisfeststellung wird der 05.10.2022 sein.

Fokus auf Europa

Der Fonds wird von Marcel Maschmeyer und Matthias Kurzrock gemanagt, die bereits seit 2013 Paladin ONE, den Flaggschifffonds der Investmentboutique, verantworten. Der Paladin ORIGINS verfolgt eine auf kleine Unternehmen ausgerichtete Stock-Picking-Strategie. Das Anlageuniversum umfasst hauptsächlich europäische Micro Caps mit einer Marktkapitalisierung oder einem Free Float von maximal 200 Mio. Euro.

Diversifikation durch Beteiligung an kleinen Unternehmen

Die Fondsmanager betrachten das Produkt als Möglichkeit für echte Diversifikation. Der Paladin ORIGINS schließe die Lücke zwischen Small Caps und Private Equity, aber ohne eine bei Private Equity übliche lange Laufzeitbindung vorauszusetzen.

Fokus auf Resilienz

Außerdem besetzten kleine Unternehmen oft vielversprechende Nischen, in denen sie nachhaltige Trends bedienen könnten und sich teilweise unabhängig von der wirtschaftlichen Großwetterlage entwickelten.

Mid Caps bieten Liquidität

Um die tägliche Fondsliquidität zu gewährleisten, kann das Portfolio einen entsprechenden Anteil von Mid-Cap-Aktien enthalten. Dabei setzen Maschmeyer und Kurzrock auf Grundsätze ihres Investmentansatzes, den sie seit mehr als sieben Jahren in der Small- und Mid-Cap-Strategie des Paladin ONE umsetzen.

Fondskosten

Die Retail-Tranche des thesaurierenden Fonds weist laufende Kosten von 1,97% p.a. sowie einen Ausgabeaufschlag von 3% auf. Außerdem ist eine Performance Fee von 12,5% vorgesehen. (tku)

Bild: © alfa27 – stock.adobe.com

 

Diese Chancen bietet ein Investment in Lateinamerika

Südamerikanische Unternehmen machen in Schwellenländerindizes gerade einmal 8% der Titel aus. In den Portfolios vieler Anleger ist die Region überhaupt nicht vertreten. Weshalb das ein Fehler sein und Südamerika vor einem Wirtschaftsboom stehen könnte, erklärt Tobias Friedrich in einem Marktkommentar.

Ein Artikel von Tobias Friedrich, Senior Manager Markets & Clients bei Santander Asset Management Germany

Emerging-Markets-Anleihen haben sich in diesem Jahr über lange Strecken deutlich besser entwickelt als Staats- und Unternehmensanleihen der Industrieländer. Insbesondere Lateinamerika konnte outperformen. Stark ansteigende Renditen waren und sind aktuell eine der größten Herausforderungen an den Kapitalmärkten in den USA und Europa. Litten die Schwellenländer in einem solchen Umfeld früher oftmals extrem, zeigen sie sich derzeit deutlich robuster: Grund genug sich mehr mit der Region von Mexiko bis Feuerland zu beschäftigen.

Treiber der Wirtschaft: Dienstleistungssektor und verarbeitendes Gewerbe

Lateinamerika hat seine kräftige Konjunkturerholung nach der Corona-Pandemie fortgesetzt: Die Wiedereröffnung kontaktintensiver Sektoren, insbesondere des Gastgewerbes und der Reisebranche, der Abbau des Nachholbedarfs aus der Pandemiezeit und die in der ersten Jahreshälfte günstigen externen Finanzbedingungen unterstützten eine solide Expansion, die es dem Dienstleistungssektor ermöglichte, mit dem verarbeitenden Gewerbe gleichzuziehen.

Aufgrund dieser soliden ersten Jahreshälfte und trotz einer erwarteten Abschwächung in der zweiten Jahreshälfte prognostiziert unter anderem das World Economic Forum für dieses Jahr eine nochmals nach oben angepasste Wachstumsrate von 3,0%.

Gute Voraussetzungen für eine robuste Konjunktur

Während in der Eurozone die explodierenden Energiepreise und in den USA die aggressive Zinserhöhungspolitik der US-Notenbank Federal Reserve die Rezessionsrisiken größer werden lassen, zeichnet sich in kaum einem lateinamerikanischen Land eine Wirtschaftsabschwächung ab, die auf einen drohenden Konjunkturrückgang hindeutet – obwohl die ansässigen Notenbanken aufgrund des internationalen Inflationsdrucks die Zinsen ebenfalls proaktiv angehoben haben.

Die geldpolitischen Straffungsmaßnahmen zeigen natürlich auch in Lateinamerika erst mit der Zeit Auswirkungen auf die jeweiligen Volkswirtschaften, dennoch gibt es Gründe, warum die konjunkturellen Beeinträchtigungen nicht allzu dramatisch ausfallen dürften.

  • Die hohen Ersparnisse der Privathaushalte dürften dazu beitragen, dass die anziehenden Zinsen den Konsum nur marginal dämpfen. So sind beispielsweise die Ersparnisse Chiles im Jahr 2020/21 auf rund zehn Prozent und in Brasilien, Mexiko und Peru auf zwischen vier und fünf Prozent des jeweiligen Bruttoinlandproduktes angestiegen.
  • Die Verschuldungsquote der privaten Haushalte ist gering, so dass sich die Zinserhöhungen auf die Kosten zukünftiger Kredite, aber nicht so stark auf die laufenden Schulden auswirken dürften.
  • Die Arbeitsmärkte befinden sich weiterhin im Aufschwung. In nahezu allen lateinamerikanischen Ländern ging die Arbeitslosenquote zurück und befindet sich nun nicht mehr weit vom Vor-Pandemie-Niveau entfernt.
  • In einigen Ländern wurden außerdem auf Kraftstoffe und andere Komponenten des Verbraucherkorbs einkommensschwacher Haushalte Zuschüsse gewährt.
  • Die gestiegenen Rohstoffpreise dürften zukünftig, obwohl sie wieder etwas nachgegeben haben, noch immer einen positiven Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt leisten.

Der private Konsum hat sich mittlerweile zu einem Wachstumsmotor der Region entwickelt, mit dem die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum übertroffen werden konnten – das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal ist um 2,8% angezogen, vor der Pandemie hat es noch durchschnittlich bei 1,7% gelegen. Nach der Lockerung von Corona-Beschränkungen gibt es vielerorts noch immer einen immensen Nachholbedarf bei touristischen und anderen Freizeitaktivitäten, die den aktuellen Trend unterstützen sollten.

Peso, Real und Co. konnten sich behaupten

Insbesondere im ersten Halbjahr werteten viele Währungen der Region auf. Unterstützend wirken hier die fortgesetzten Zinsschritte der lateinamerikanischen Zentralbanken, die weiterhin robust gegen den Inflationsdruck vorgehen, so dass das hohe Zinsniveau ausländisches Kapital anzog. Aber auch die hohen Rohstoffpreise in den meisten Ländern sorgten für eine solide Währung. So kam es zum erstaunlichen Ergebnis, dass sich die Währungen selbst gegenüber einem starken US-Dollar behaupten konnten. Zwar dürfte sich die aktuelle Stärke der lateinamerikanischen Währungen allmählich wieder auf „normalere“ Niveaus zurückbewegen, dennoch zeigt die vorherige Entwicklung, dass man Lateinamerika bei Investitionsüberlegungen berücksichtigen sollte.

Seit Mitte Juni zeigt sich bereits ein etwas anderes Bild. Die aggressiven Leitzinserhöhungen der US-Notenbank sorgten dafür, dass Anleger Gelder statt in den lateinamerikanischen Staaten nun wieder verstärkt in den USA investierten und folglich die Währungen Lateinamerikas an Wert verloren haben. Eine höhere Schwankungsintensität, die derzeit nahezu überall auf den Kapitalmärkten gemessen wird, sollte auf den Währungsmärkten daher nicht ausgeschlossen werden.

Unterstützung von Unternehmensseite

Nicht zuletzt aufgrund gestiegener Rohstoffpreise, die zwar wieder etwas korrigiert haben, befinden sich lateinamerikanische Unternehmen in einer guten Verfassung. Der Verschuldungsstand ist gering und das Verhältnis von Ratinghochstufungen übersteigt noch immer das von Herabstufungen. Die durchschnittliche Rendite für lateinamerikanische Anleihen mit Investment-Grade-Rating dürfte mit 5,5% durchaus als attraktiv angesehen werden. Bei allen Gründen, die für ein Investment in Lateinamerika sprechen – dürfen die Risiken nicht ausgeblendet werden. Angesichts der weltweit steigenden Inflation und der Verschärfung der finanziellen Bedingungen durch die Zentralbanken in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften schwächt sich die globale Nachfrage ab. Die Wachstumsprognosen des World Economic Forums für 2023 wurden beispielsweise in den USA von 2,3 auf 1,0% deutlich nach unten korrigiert. Und auch in Lateinamerika wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Die derzeitigen Konsumausgaben sollten sich moderat abschwächen und die hohen Wachstumsraten dürfen nicht dauerhaft auf diesem Niveau bleiben.

Im Hinblick auf die Straffung der globalen Geldpolitik und der größeren wirtschaftlichen Unsicherheiten verschlechtern sich die externen Finanzbedingungen auch für Lateinamerika. Hinzu kommt, dass einige Rohstoffpreise gefallen sind und voraussichtlich weiter nachgeben könnten, was unter anderem auf den weltweiten Konjunkturrückgang zurückzuführen ist. Dies könnte aber mit der Zeit zu einer willkommenen Entlastung des globalen Inflationsdrucks führen und die positive Entwicklung Lateinamerikas weiter vorantreiben.

Bild: © vectorfusionart – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Tobias Friedrich

ÖKOWORLD-Schwellenländerfonds feiert Zehnjähriges

Der Schwellenländerfonds aus dem Hause ÖKOWORLD feiert Geburtstag. In wenigen Tagen wird der ÖKOWORLD GROWING MARKETS 2.0 zehn Jahre alt. Seit Auflage schlug der Fonds seinen Vergleichsindex deutlich.

<p>Der Fonds ÖKOWORLD GROWING MARKETS 2.0 wurde am 17.09.2012 aufgelegt und feiert damit bald seinen zehnten Geburtstag. Mit dem Produkt des Öko-Anlagepioniers setzen Anleger auf die zweite Wachstumswelle in den aufstrebenden Schwellenländern.</p><h5>Zweite Wachstumswelle nutzen</h5><p>Dabei geht es bei diesem Fonds nicht bloß um Rohstoffexporte und die verlängerte Werkbank der Welt, wie in der ersten Wachstumswelle der Schwellenländer. Vielmehr dreht sich beim GROWING MARKETS 2.0 alles um Bevölkerungswachstum und die aufstrebende Mittelschicht in den Emerging Markets. Der Fonds investiert ausschließlich in Unternehmen, die im Einklang mit den ethischen, ökologischen und sozialen Kriterien des Fondshauses stehen. </p><h5>Verschiedene Themenbereiche im Fokus</h5><p>Der Fonds setzt auf die dynamische Entwicklung in diesen Märkten und investiert vorwiegend in den Themenbereichen technische Entwicklung, regenerative Energie, Wasserwirtschaft, Information und Kommunikation, nachhaltiger Konsum, Freizeit, Mobilität, Wohnen, nachhaltige Finanzdienstleistungen, Gesundheit, Stadtentwicklung, Infrastruktur und Bildung.</p><h5>Outperformance gegenüber MSCI Emerging Markets</h5><p>Der ÖKOWORLD GROWING MARKETS 2.0 erwirtschaftete seit Auflage mehr als 9% p.a. (Anteilsklasse C, Stand 31.08.2022) und somit im Vergleichszeitraum mehr als der MSCI Emerging Markets TR EUR, der nur auf etwas mehr als 5% p.a. kam. (tku)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © VideoFlow – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/76B5DDBF-C5BB-4170-920D-217998C3730B"></div>