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„Die Highlights bleiben aus“
21. November 2013

„Die Highlights bleiben aus“

Die PKV steht auf dem Prüfstand, ist Gegenstand der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD und somit in aller Munde. Wie sieht es derzeit mit dem PKV-Geschäft im Makleralltag aus? Nachgefragt bei Peter Przybilla, Geschäftsführer HENGSTENBERG & PARTNER GmbH Versicherungsmakler.

Die PKV steht auf dem Prüfstand, ist Gegenstand der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD und somit in aller Munde. Wie sieht es derzeit mit dem PKV-Geschäft im Makleralltag aus? Nachgefragt bei Peter Przybilla, Geschäftsführer HENGSTENBERG & PARTNER GmbH Versicherungsmakler.

„Die Highlights bleiben aus“

Die PKV steht auf dem Prüfstand, ist Gegenstand der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD und somit in aller Munde. Wie sieht es derzeit mit dem PKV-Geschäft im Makleralltag aus? Nachgefragt bei Peter Przybilla, Geschäftsführer HENGSTENBERG & PARTNER GmbH Versicherungsmakler.

AssCompact: Herr Przybilla, wie viel Freude bereitet Ihnen aktuell das PKV-Geschäft?

Peter Przybilla: Wir reihen uns gerne in die allgemeine Stimmung ein. Es gibt äußerst dürftiges Neugeschäft im Vollversicherungsbereich. Somit hält sich die Freude in Grenzen. Es bleibt das Tagesgeschäft mit Umstellungen, Kindernachversicherungen oder Zusatztarifen. Aber die Highlights bleiben aus. Aufgrund der deutlich gestiegenen Bemessungsgrenzen und der negativen Presse samt Bürgerversicherungsdiskussionen bleibt es wohl auch so. Wir haben seit Jahren vor dieser Entwicklung gewarnt und rechtzeitig unsere Konsequenzen gezogen. Wir können jetzt auch nahezu ohne PKV Neugeschäft leben. Was machen aber die jungen Makler?

AC: Und wie steht es mit der Zufriedenheit Ihrer Kunden? Für das nächste Jahr dürften erst einmal keine großen Beitragssteigerungen anstehen.

PP: Ich darf hier zunächst meinen Unmut zur Sprache bringen. Durch die Einführung der Unisextarife sollten Frauen günstiger werden. Ich habe das ungute Gefühl hier bewusst angelogen worden zu sein. Wir haben noch keinen Tarif gefunden, in dem Frauen günstiger geworden sind. Viel mehr haben sich die Gesellschaften massive Beitragsanpassungen für das Neugeschäft gesichert. Sollte es jetzt auch noch zu größeren Anpassungen kommen, wäre das ein kompletter Irrsinn. Nur: Wundern würde es mich nicht, schließlich ginge es um den Altbestand. Die Bestandskunden sind aber soweit zufrieden, es bleibt die Angst vor dem was kommt. Es gibt auch schon eine Anzahl von Kunden die uns auf Rückkehrmöglichkeiten in die GKV ansprechen. Im Leistungsbereich nehmen wir verstärkt zur Kenntnis, dass Versicherer vielfach versuchen Rechnungen einzudampfen. Das ist berechtigt und wichtig, aber bitte nicht auf dem Rücken der Kunden. Hier mahnen wir seit über 20 Jahren vergeblich an.

AC: Bei der Betreuung Ihres Bestands haben Sie festgestellt, dass sich der Zugang zu alten PKV-Tarifen, also aus der Zeit vor Unisex, schwierig gestaltet. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

PP: Der Versicherer hat die Verpflichtung gemäß § 204 VVG eine Umstellung zu ermöglichen und gemäß der Auskunftsverpflichtung mindestens drei Varianten anzubieten. Nur die EDV spielt nicht mit. Es gibt faktisch nur einen Softwareanbieter (KVpro) der weiterhin Alttarife pflegt und den Vermittler überhaupt erst in die Lage bringt die Tarife zu vergleichen um den Kunden bei der richtigen Auswahl zu helfen. Und wenn nun der Vermittler nicht weiß, dass es gute Alttarife gibt, die bei gleicher Leistung 200 Euro im Monat billiger sind, kann er sie nicht anbieten. Gleichzeitig öffnet er die Flanke zu den Honorardienstleistern die bei der Umstellung „behilflich“ sein wollen. Eine Frage: Warum helfen uns die Gesellschaften hier nicht aktiv? Die Aussage der Vorstände ist wie immer: Man würde die Einnahmen ja schmälern – auch hier keine aktive Hilfe von den Gesellschaften. Nur auf Anfrage und oft auf Druck läuft es. Und den bauen spezialisierte Honorarberater schneller auf als der normale Makler.

AC: Wie ist Ihre Prognose für die private Krankenversicherung?

PP: Wir haben leider keine Kristallkugel. Eine Zeit lang wird es so weiter gehen, aber ich bin gespannt wann die ersten Anbieter, die vom Umdeckungsgeschäft leben, erste Auflösungserscheinungen zeigen werden. Dieses Geschäft wird es in Zukunft so nicht mehr geben, weil selbst dem unseriösesten Vermittler das Geschäft zu heiß wird. Zu groß sind die Nachteile von den alten Bisextarifen auf Unisextarife zu wechseln. Meine vorgenannten Kritikpunkte an den Gesellschaften werden ihr Übriges tun. Irgendwann schlägt das Schicksal zurück. Man hat schon oft das Gefühl, dass am Ende nur wenige Gesellschaften verstanden haben, dass wir alle in einem Boot sitzen. Und wir dürfen gespannt sein, ob es die PKV schafft, sich mit Innovation und Überzeugungsarbeit Marktanteile zu sichern und neues Vertrauen zu schaffen.


Peter Przybilla Peter Przybilla



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