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7. September 2015
„Eine gewaltige Trägheit und Unwissenheit, die Geld vernichtet“
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„Eine gewaltige Trägheit und Unwissenheit, die Geld vernichtet“

Eckhard Sauren ehrt am 10.09.2015 wieder die Fondsmanagerelite. Der Gründer und Geschäftsführer des Dachfondsmanagers SAUREN warnt im Gespräch mit AssCompact vor den massiven Folgen der Zinsfalle. Mit scheinbar sicheren Anlagen wie Festgeld oder Bundesanleihen werde heute schließlich nur noch eins: Geld vernichtet.

Herr Sauren, die Deutschen horten über 2 Bio. Euro auf Sparbüchern, Giro-, Tages- und Festgeldkonten. Können Sie das verstehen?

Nachvollziehbar und auch sinnvoll ist es, notwendige Rücklagen auf Tages- und Festgeldkonten zu parken. Die Größenordnung von 2 Bio. Euro zeigt jedoch eine gewaltige Trägheit und Unwissenheit auf, da hier real – d. h. nach Inflation – Geld vernichtet wird. Für langfristig nicht benötigte Mittel gibt es attraktivere Investitionsmöglichkeiten.

Welche Anlageklassen sind für den mittel- bis langfristigen Vermögensaufbau besser geeignet?

Hierzu sind breit diversifizierte moderne Multi-Asset-Dachfonds geeignet, die in alle bedeutenden Anlageklassen über in ihrem jeweiligen Segment erfahrene und vielversprechende Fondsmanager investieren.

An den Börsen ging es in den letzten Tagen ziemlich turbulent zu. Angesichts der Rekordkurse sprechen einige Experten von einer Blase an den Aktienmärkten, aus der nun etwas Luft gelassen wurde. Geben die jüngsten Turbulenzen allen Skeptikern recht, die von Aktien nichts wissen wollen und in „sichere Häfen“ flüchten?

Das ist schwer vorherzusagen. Wir sehen keine Veranlassung, die oben beschriebene langfristige Anlagephilosophie zu ändern.

Gibt es die wahre Blase eher am Anleihenmarkt?

Ich würde dem zustimmen, dass an den Anleihenmärkten potenzielle Kursrisiken nicht entsprechend eingepreist sind. Ich würde dies jedoch nicht als Blase bezeichnen.

Sind Anleihen grundsätzlich noch interessant für Anleger?

Einen Großteil der klassischen Staatsanleihen und indexorientierte Unternehmensanleihen-Fonds – wie auch viele konservative Mischfonds – halte ich für nicht mehr interessant. Ausgewählte flexible Rentenstrategien, die von erfahrenen Fondsmanagern verantwortet werden, können eine sinnvolle Alternative und ein Portfoliobestandteil sein. Insbesondere Absolute-Return-Strategien sind im Rentenbereich aber auch im Aktienbereich interessante Alternativen.

Die meisten Privatanleger halten aber doch gar keine Anleihen. Könnte es ihnen nicht ziemlich egal sein, ob Anleihen noch rentabel sind?

Fast alle Anleger halten indirekt Anleihen – beispielsweise über Lebensversicherungen, indexorientierte Rentenfonds oder Mischfonds. Daher ist die Zinsfalle ein zentrales Thema, mit dem sich jeder Anleger auseinandersetzen sollte. (mh)