Interview mit Tobias Knörrer, Verantwortlicher für den Jungmakler Award und Geschäftsführer der bbg Betriebsberatungs GmbH (DKM-Messeveranstalter)
Herr Knörrer, wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Was sind die Erfolgsfaktoren eines zukunftsfesten Maklerhauses?
Die Anforderungen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Ein zukunftsfestes Maklerhaus braucht heute ein klares Profil, mehr unternehmerische Substanz und die Fähigkeit, sich laufend weiterzuentwickeln. Der Markt ist volatil, unsicher, komplex und an vielen Stellen widersprüchlich. In diesem Umfeld müssen Maklerhäuser aktiv an Digitalisierung, Positionierung und Marke arbeiten. Gleichzeitig bleibt hohe Beratungsqualität zentral. Hinzu kommen effiziente Prozesse. Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo Beratung, Unternehmertum und echte Veränderungsbereitschaft zusammenkommen.
Junge Makler beraten besonders häufig im Bereich der Lebensversicherung. Wie wird die Reform der Altersvorsorge die Positionierung junger Makler beeinflussen?
Die Rückmeldungen aus der Jungmakler-Community zeigen, dass viele die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge als Chance sehen. Sie erwarten sich zum Beispiel davon neue Vertriebsansätze. Das ist ein wichtiges Signal. Gerade junge Makler können davon profitieren, wenn sie das Thema früh fachlich besetzen und in ihre Positionierung übersetzen. Altersvorsorge bleibt ein Feld mit großem Beratungsbedarf. Wer hier verständlich berät, Produkte sauber einordnet und Kunden langfristig begleitet, kann sich strategisch gut aufstellen.
Der Jungmakler Award feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Warum ist das Format heute wichtiger denn je?
Der Jungmakler Award ist wichtiger denn je, da der Markt nicht langsamer wird. Digitalisierung und besser informierte Kunden verändern das Umfeld spürbar. In so einer Phase braucht es ein Format, das Orientierung, Anerkennung und Vernetzung bietet. Genau das leistet der Jungmakler Award. Er macht gute Konzepte sichtbar, bringt junge Makler mit Versicherern, Pools und anderen Marktteilnehmern zusammen und fördert den Austausch über Best Practices. Das ist heute wichtiger als noch vor 15 Jahren.
Wie hat sich der Award innerhalb der vergangenen 15 Jahre entwickelt?
Dass es den Award seit 15 Jahren gibt, zeigt seine feste Verankerung. Der Award ist für uns kein Trend, dem wir hinterherlaufen, sondern ein dauerhafter Bestandteil des Ökosystems der bbg Betriebsberatungs GmbH. Früh wurde erkannt, wie wichtig es ist, jungen Unternehmerinnen und Unternehmern den Einstieg in die Branche zu erleichtern. Daraus ist über die Jahre mehr entstanden als ein Wettbewerb. Rund um den Award hat sich eine Community mit mehr als 1.200 Maklerinnen und Maklern entwickelt. Hinzu kommt ein enger Austausch, etwa über die WhatsApp-Community und weitere Formate.
Welche Erkenntnisse liefert eine Community wie die des Jungmakler über die nächste Generation von Vermittlern?
Die nächste Generation denkt unternehmerisch. Viele junge Makler arbeiten sehr klar an ihrer Positionierung. Sie steuern ihre Unternehmen bewusst, oft KPI-orientiert und mit einem konkreten Plan. Auffällig ist auch die Spezialisierung. Viele besetzen spitze Zielgruppen oder Nischen, häufig aus einer persönlichen Erfahrung oder Leidenschaft heraus. Dazu kommt eine hohe Offenheit für neue Prozesse und Technologien. Das zeigt: Die junge Maklerschaft entwickelt den Beruf nicht nur fort, sie interpretiert ihn an vielen Stellen neu.
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