Auch wenn die deutsche Wirtschaft an mehreren Stellen krankt – die Versicherer scheinen davon nicht so richtig betroffen. Das suggerieren zumindest die Halbjahresbilanzen der Allianz SE und der R+V. Beide haben zu den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2026 Resümee gezogen und konnten Umsatzsteigerungen verkünden.
So hat die Allianz SE performt
Die Allianz SE hat im ersten Halbjahr 2026 ein operatives Ergebnis von 9,4 Mrd. Euro erzielt und damit den Vorjahreswert von 8,6 Mrd. Euro übertroffen. Der Versicherer bestätigt zugleich seine Jahresprognose.
Der Konzern steigerte sein Geschäftsvolumen in den ersten sechs Monaten auf 98,6 Mrd. Euro, heißt es im Halbjahresbericht, der am Freitag veröffentlicht wurde. Das entspricht einem internen Wachstum von 4,3%. Der auf Anteilseigner entfallende Kerngewinn lag bei 6,4 Mrd. Euro und damit 15,5% über dem Vorjahreszeitraum.
Größter Ergebnisbeitrag kam erneut aus der Schaden- und Unfallversicherung. Hier erhöhte sich das operative Ergebnis im Halbjahr auf 4,9 Mrd. Euro (Vorjahr: 4,5 Mrd. Euro). Die Combined Ratio lag bei 91,4%. Das Geschäftsvolumen in der Sparte stieg auf 49,6 Mrd. Euro.
In Leben und Gesundheit erreichte die Allianz ein operatives Ergebnis von 2,9 Mrd. Euro nach 2,8 Mrd. Euro im Vorjahr. Das Geschäftsvolumen ging dagegen auf 44,8 Mrd. Euro zurück. Das Neugeschäftsvolumen (PVNBP) lag bei 43,4 Mrd. Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 45,6 Mrd. Euro. 91% des Neugeschäfts entfielen laut Allianz auf kapitaleffiziente Produkte, fondsgebundene Lösungen ohne Garantien sowie Risiko- und Gesundheitsprodukte.
Auch die Vermögensverwaltung entwickelte sich positiv. Das operative Ergebnis stieg im ersten Halbjahr um 12,6% auf 1,8 Mrd. Euro. Die Drittanbieter-Assets-under-Management erhöhten sich auf 2,161 Bio. Euro.
Künstliche Intelligenz bleibt ein strategischer Schwerpunkt des Konzerns. CEO Oliver Bäte verweist in Zusammenhang mit dem Kostendruck, dem Versicherungsschutz heute unterliegt, auf Investitionen in KI, Risikoprävention und intelligentere Services mit dem Ziel, Kunden einen besseren Schutz zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten zu können.
Für das Gesamtjahr hält Allianz an seiner Prognose für das operative Ergebnis von 17,4 Mrd. Euro mit einer Schwankungsbreite von jeweils 1 Mrd. Euro fest. Die Solvency-II-Quote lag zum Halbjahresende bei 225%.
Ergebnisse der R+V
Auch bei der R+V stehen die Sterne laut Bilanzmitteilung nicht schlecht. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte der Versicherer in der deutschen Erstversicherung Beitragseinnahmen in Höhe von 10,6 Mrd. Euro. Das ist eine Steigerung von 5% im Vergleich zum Vorjahr. Vor dem Hintergrund des aktuell wirtschaftlich angespannten Umfelds sei man damit sehr zufrieden, so Vorstandsvorsitzender Norbert Rollinger. Fürs Gesamtjahr gehe man davon aus, die gute Entwicklung des ersten Halbjahres fortsetzen zu können.
Ein strategisches Ziel der R+V sei insbesondere, das große Geschäftspotenzial in der genossenschaftlichen Finanzgruppe noch stärker zu heben. Hier erzielte der Versicherer im ersten Halbjahr Beitragseinnahmen von 6,7 Mrd. Euro, ein Zuwachs von 5,2% gegenüber dem Vorjahr.
In der Lebens- und Pensionsversicherung verzeichnete die R+V insgesamt ein Plus von 4,7% auf ein Beitragsvolumen von 4,5 Mrd. Euro. Dabei legten die laufenden Beiträge um 3,7% auf 2,4 Mrd. Euro zu, die Einmalbeiträge wuchsen um 6,1% auf 2,0 Mrd. Euro. Wachstumstreiber waren insbesondere die betriebliche Altersversorgung mit einem Zuwachs von 12,9% auf 1,4 Mrd. Euro sowie die Neuen Garantien, die um 4,9% auf 901 Mio. Euro zulegten. Das zeigte sich auch im Neugeschäft: Der Neubeitrag in der bAV stieg um 20,1% auf 951 Mio. Euro. Bei den Neuen Garantien wuchs dieser um 7% auf 746 Mio. Euro.
Bei der R+V Krankenversicherung legten die Beiträge um 12,4% auf 588 Mio. Euro zu. Dazu trugen sowohl die Voll- als auch die Zusatzversicherungen bei.
In der Schaden- und Unfallversicherung verzeichnete die R+V einen Zuwachs bei den Beitragseinnahmen von 4,5% auf 5,6 Mrd. Euro. In ihrer größten Sparte, der Kfz-Versicherung, erhöhten sich die Beiträge ebenfalls um 4,5% auf 2,4 Mrd. Euro.
Im Firmenkundengeschäft erreichte die R+V in der ersten Hälfte des Jahres ein Beitragsvolumen von 1,8 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus von 5,3%. Hier war beispielsweise Agrarversicherung der Schutz gegen Tierseuchen stark nachgefragt. Auch im Privatkundengeschäft wuchsen die Einnahmen um 3,4% auf 930 Mio. Euro. (mki)
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