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Altersvorsorge mit Aktien: Deutschland sollte umdenken
08. Juli 2019

Altersvorsorge mit Aktien: Deutschland sollte umdenken

Eine Studie des Deutschen Aktieninstituts zeigt, dass Länder wie etwa Australien, Großbritannien oder Schweden einen wesentlich höheren Aktienanteil in der Altersvorsorge aufweisen als Deutschland. Das Institut fordert daher die zeitnahe Einführung eines Ansparverfahrens mit Aktien.


Eine Studie des Deutschen Aktieninstituts zeigt, dass Länder wie etwa Australien, Großbritannien oder Schweden einen wesentlich höheren Aktienanteil in der Altersvorsorge aufweisen als Deutschland. Das Institut fordert daher die zeitnahe Einführung eines Ansparverfahrens mit Aktien.


Altersvorsorge mit Aktien: Deutschland sollte umdenken

In anderen Ländern tragen Aktien entscheidend zur Sicherung der Rente bei. Dies belegt die Altersvorsorge-Studie des Deutschen Aktieninstituts unter dem Titel „Altersvorsorge mit Aktien zukunftsfest machen“. Anhand eines internationalen Ländervergleichs, darunter Australien, Großbritannien und Schweden, zeigt die Studie auf, dass alle analysierten Länder einen wesentlich höheren Aktienanteil in der Altersvorsorge verzeichnen als Deutschland.

„Obwohl absehbar ist, dass die Rentenbeiträge steigen und das Rentenniveau weiter sinkt, fehlt den politischen Entscheidungsträger der Mut, bei der drohenden Rentenmisere entschlossen gegenzusteuern,“ unterstreicht Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. Man müsse das Rad in der Altersvorsorge nicht neu erfinden, denn andere Länder hätten bereits vorgemacht, wie man mit Aktien die Altersvorsorge zukunftsfest machen könne, so Bortenlänger weiter.

Aktien anderswo fester Bestandteil der Altersvorsorge

Laut Studie seien Aktien in anderen Ländern fest etablierter und politisch geförderter Bestandteil der Altersvorsorge. Leicht verständliche und gleichzeitig kostengünstige Anlageprodukte hätten die Attraktivität und Effektivität des Vorsorgesparens gestärkt. Ein Ergebnis der Studie ist auch, dass die in Aktien angelegten Rentenbeiträge in den untersuchten Ländern jährlich Erträge bis zu 10% erwirtschaften. Da große Teile der Beschäftigten mehr oder weniger verpflichtend in die Altersvorsorge mit Aktien eingebunden werden, profitieren die Menschen im Alter von diesen Erträgen. Wegen der globalen Anlagestrategie der Altersvorsorgegelder profitieren Rentenversicherte im Ausland auch von den Erfolgen deutscher Unternehmen und ihrer Beschäftigten.

Zeitnah Ansparverfahren mit Aktien einführen

Um das Potenzial von Aktien auch für zukünftige Rentnergenerationen voll auszuschöpfen, müsse Deutschland zeitnah ein Ansparverfahren mit Aktien (Kapitaldeckung) einführen, das unter anderem um eine Opt-out-Regelung und eine kostengünstige, privatwirtschaftlich organisierte Standardlösung ergänzt wird. Das Opt-out sichert, dass man der Einbeziehung ins Ansparverfahren widersprechen kann. Währenddessen gewährleistet die Standardlösung bei den Beschäftigten eine hohe Akzeptanz des Ansparverfahrens. „Die Altersvorsorge in Deutschland muss mit den Instrumenten, die uns der Kapitalmarkt bietet, sinnvoll kombiniert werden. Nur so gelingt es, die Rente unabhängiger von den demografischen Entwicklungen zu machen und gleichzeitig die Deutschen am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen zu beteiligen“, so Bortenlänger. Sie appelliert an die Politik, das deutsche Altersvorsorgesystem unter der Einbindung von Aktien neu zu denken. (tk)

Bild: © fotomek – stock.adobe.com



Kommentare

von Wilfried Strassnig am 15.08.2019 um 23:07 Uhr
Sind Sie wirklich sicher mit Ihrer aktuellen Versorgung Ihren Lebensstandard bis ins hohe Alter, auch nach diversen Gesetzesänderungen, zu gewährleisten???
Wer sich gleich informiert, kann seine Renditen in aktuellen Anlagen, auch in Betrieblichen Altersversorgungen, berufsständischen Versicherungen, Versorgungswerken, div. Gruppenverträgen mindestens verdoppeln! Anstatt um 2%, bis 10% Rendite, fast risikolos! Nicht weiter ständig Geld verlieren-jetzt sofort reagieren! Das übliche Verdrängen wird Ihnen und Ihrer Familie im Alter direkt schaden. Zu spät etwas zu ändern, zulange verdrängt, nicht mehr reparabel.


von Bruno Steiner am 13.09.2019 um 10:49 Uhr
Egal, wie und wo man spart - im Nachgang wird man - selbst mit rückwirkenden, für Sparer nachteiligen Gesetzen - durch unsere Politiker und Gesetzgebung / Justiz um den Lohn des Sparens und damit auch "Verzichtens" betrogen und ausgeplündert durch immer neue Steuern und Sozialabgaben. Das Vertrauen ist dahin. Nur wer gar nichts tut und der Allgemeinheit auf der Tasche liegt, scheint noch von seiner Faulheit und Lethargie zu profitieren oder man ist Migrant(angeblich, so eine inzwischen weit verbreitete Ansicht / Meinung)?.


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