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Altersvorsorge: So viel Geld können Anlegerfehler kosten
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Altersvorsorge: So viel Geld können Anlegerfehler kosten

Altersvorsorge ist notwendig. Daran gibt es kaum einen Zweifel. Doch Altersvorsorge ist nicht gleich Altersvorsorge. Und so machen Anleger bei der langfristigen Vorsorge regelmäßig Fehler. Wie teuer diese werden können, hat das Financial Planning Standards Board (FPSB) Deutschland nun an einigen Beispielen aufgezeigt.

Deutsche Sparer sind nach wie vor Aktienmuffel. Das zeigt eine Studie des Deutschen Aktieninstituts (DIA). Während die Altersbezüge hierzulande zu 75% aus der gesetzlichen Rente bestehen, sind es im OECD-Durchschnitt nur 61%. In Australien oder den Niederlanden kommen sie sogar zu 70% aus anderen Quellen. „In diesen Ländern spielt entsprechend die Aktienanlage eine sehr viel größere Rolle“, erläutert Professor Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des FPSB Deutschland.

Teurer Verzicht

Die Aktienscheue der Deutschen bestätigt auch die Aktienquote der Pensionsfonds. Während in Deutschland 4% in Aktien angelegt sind, sind es im OECD-Schnitt 22%. „Da Aktien aber langfristig im Durchschnitt eine viel höhere Rendite bringen als andere Anlagen, wirkt sich das negativ auf die Anlageergebnisse deutscher Sparer aus“, meint Tilmes. Dass die deutschen Sparer der Aktienanlage skeptisch gegenüberstehen, dürfte auch daran liegen, dass sie immer wieder ähnliche Fehler machen.

Unterschätzte Inflation

Neben dem Verzicht auf Aktien machen deutsche Sparer laut dem FPSB auch den Fehler, die Inflation zu unterschätzen. Wie stark die Preissteigerung das Anlageergebnis beeinflusst, soll ein Beispiel verdeutlichen. Wer zum Beispiel 2.000 Euro unverzinst zur Seite legt, hat aufgrund der Geldentwertung nach 20 Jahren nur noch 1.346 Euro zur Verfügung. Angesichts dessen, dass die Deutschen rund 40% ihres Vermögens in kaum verzinsten Bankeinlagen angelegt haben, sei dieser Effekt nicht zu unterschätzen.

Frühzeitig beginnen

Auch ein später Beginn der Altersvorsorge kann Sparer in Bedrängnis bringen. Wer mit 65 Jahren eine halbe Million angespart haben will und dafür in ein gemischtes Portfolio aus 60% Aktien und 40% Anleihen investiert, müsste Monat für Monat 600 Euro beiseitelegen, wenn er mit 25 Jahren beginnt. Voraussetzung hierfür ist, dass nach Abzug von Inflation, Steuern und Kosten eine Rendite von 2,5% pro Jahr erzielt wird. Wer auf der gleichen Basis zehn Jahre später anfängt, bei dem muss hingegen schon etwa 940 Euro pro Monat sparen. Fangen Sparer sogar erst mit 40 Jahren an, müssen sie jeden Monat sogar 1.200 Euro für dieses Vorsorgeziel anlegen. (mh)