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30. April 2026
Altersvorsorgedepot ermöglicht Anlage in ELTIFs
Altersvorsorgedepot ermöglicht Anlage in ELTIFs

Altersvorsorgedepot ermöglicht Anlage in ELTIFs

Die Grünen-Fraktion im Bundestag hat eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung zum Altersvorsorgedepot in Zusammenhang mit alternativen Kapitalanlagen gestellt. Das Ergebnis: Im Rahmen des Altersvorsorgedepots sind Investitionen in ELTIFs möglich.

Der European Long-Term Investment Fund (ELTIF) stand lange Zeit nur sehr wohlhabenden Investoren zur Verfügung, da das Mindestinvestment sehr hoch war, nämlich 10.000 Euro. Doch 2024 wurde vonseiten der EU eine neue Regulierung eingeführt – und dieser Mindestbetrag abgeschafft. ELTIFs werden häufig für Investments in Infrastruktur, Private Equity oder auch Venture Capital (zu deutsch: Wagniskapital) verwendet.

Die Bundestagsfraktion von Bündnis ‘90/Die Grünen hat nun eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet, ob Investitionen in derartige Anlageklassen nicht auch über das Standardprodukt, das im Rahmen des Altersvorsorgedepots eingeführt wird, möglich sein sollten. Denn sowohl bei der deutsch-französischen Taskforce „Financing Innovative Ventures in Europe“ als auch beim Sachverständigenrat werde im Rahmen der Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge darüber diskutiert, die großen Volumina, die bei staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten entstehen, stärker für Investitionen in Wagniskapital und Infrastruktur zu öffnen, so heißt es in der Kleinen Anfrage.

Bspw. hebe auch der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates in seiner Stellungnahme zum Altersvorsorgereformgesetz die Bedeutung von Investitionen in Wagniskapital hervor und möchte zusätzliches privates Kapital für wachstumsstarke Unternehmen mobilisieren und dafür den Standarddepot-Vertrag Altersvorsorge für Investitionen in Wagniskapital und Infrastrukturprojekte öffnen.

Bundesregierung antwortet

Die Bundesregierung bestätigt in ihrer Antwort klar: Im Rahmen der staatlich geförderten Altersvorsorge ist es möglich, Anteile an ELTIFs zu erwerben, allerdings „nur“ in Altersvorsorgedepot-Verträgen, nicht bei Standarddepot-Verträgen. Diese seien als Produkte konzipiert, die auch Altersvorsorgende mit geringen Kapitalmarktkenntnissen erreichen sollen. Das Standarddepot sei daher auf zwei OGAW (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) beschränkt.

Die Spielräume, die in der Kapitalanlage aufgrund der neuen Produkte eröffnet werden, ermöglichen laut Bundesregierung jedoch höhere Renditechancen aufgrund ihrer niedrigeren oder nicht vorhandenen Garantien. Daher erwarte man, dass mehr langfristige Investitionen getätigt werden, wovon auch Wagnis- und Wachstumskapital profitieren könnte.

Man darf also in den nächsten Monaten gespannt sein – die Konzeption von Altersvorsorgedepots, in denen in ELTIFs investiert wird, liegt also bei den Fondsgesellschaften und den Versicherern. Vanguard und growney haben bereits ein erstes Produkt auf den Markt gebracht, welches ab Januar 2027 für Makler und Vermittler im Rahmen des Altersvorsorgedepots vermittelt werden kann. (mki)