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28. Juni 2026
AV-Depot: „Versicherungen werden nicht verschwinden“

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Altersvorsorgedepot: „Versicherungen werden nicht verschwinden“

AV-Depot: „Versicherungen werden nicht verschwinden“

Versicherer argumentieren, nur sie könnten das Langlebigkeitsrisiko verlässlich absichern. Bleibt das ein starkes Argument?

AZ Ja. Versicherungen werden nicht verschwinden. Es gibt weiterhin Bedarf an Garantien und an lebenslangen Auszahlungen. Denkbar sind Kombinationen aus Kapitalanlage und Versicherung: Ein Teil des Vermögens bleibt flexibel investiert, ein anderer Teil wird genutzt, um ein garantiertes Einkommen oder eine später einsetzende Leibrente zu finanzieren.

Solche Modelle können sinnvoll sein, weil nicht das gesamte Kapital in eine Garantie fließen muss. Wer einen Teil seines Einkommens lebenslang abgesichert hat, kann das verbleibende Vermögen unter Umständen mit einer höheren Aktienquote investieren. Welche Aufteilung passt, hängt stark von der individuellen Situation ab. Auch das spricht für mehr, nicht für weniger Beratung.

Gerät die Versicherungsbranche durch das Altersvorsorgedepot dennoch unter Druck?

MS Der Wettbewerb wird deutlich intensiver. Versicherer hatten bei der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge bislang eine weitgehend exklusive Position, weil Garantien erforderlich waren. Künftig treten Banken, Plattformen, Neobroker, Asset-Manager und Versicherer direkter gegeneinander an.

Vor allem teure, unflexible und komplexe Produkte werden unter Druck geraten. Gleichzeitig wird der Gesamtmarkt größer. Versicherer behalten Stärken bei Garantien, lebenslangen Renten sowie bei steuerlichen und erbrechtlichen Gestaltungen, etwa im Bereich größerer Einmalanlagen. Die Zukunft liegt weniger in einem Entweder-oder als in neuen Kombinationen und Partnerschaften.

Was sollten Vermittler jetzt tun?

MS Sie sollten frühzeitig das Gespräch mit ihren Kunden suchen und sich als Ansprechpartner positionieren. Die zentrale Frage lautet nicht nur, welches Produkt gewählt wird, sondern wie die gesamte Finanzplanung aussieht: Wie viel sollte in das Altersvorsorgedepot fließen? Aus welchen Vermögenstöpfen wird später entnommen? Welche Risiken müssen abgesichert werden? Wie sind Nachlass und Familie einbezogen?

AZ Berater sollten sich auf diese ganzheitlichen Aufgaben konzentrieren. Portfolioallokation, Fondsauswahl und Vermögensverwaltung lassen sich teilweise effizient auslagern. Dadurch entsteht mehr Zeit für das, was Kunden wirklich brauchen. Das Altersvorsorgedepot verändert den Markt – es bietet Vermittlern aber zugleich die Chance, ihren Mehrwert klarer zu zeigen und ihr Geschäftsmodell zukunftsfähig aufzustellen.

Lesen Sie auch: AV-Depot fordert Lebensversicherer und Makler heraus

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