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12. Mai 2026
Bafin warnt vor riskanten Baufinanzierungen
BaFin sieht bei jedem siebten neuen Immobilienkredit Risiko

Bafin warnt vor riskanten Baufinanzierungen

Die BaFin sieht bei jedem siebten neuen Kredit für Wohnimmobilien ein erhöhtes Risiko. So sei der Anteil von gering besicherten Krediten im Neugeschäft vergleichsweise hoch mit einem höheren Verlustrisiko für Kreditgeber. Aufsichtliche Maßnahmen schließt BaFin-Präsident Mark Branson nicht aus.

Für die Finanzaufsicht Bafin rangiert der Schutz von Verbrauchern gleichberechtigt neben der Sicherung der Stabilität der Finanzbranche, wie die Behörde in einer Pressemitteilung unterstreicht. „Die Aufsicht über die Stabilität der Finanzbranche und Verbraucherschutz gehören zusammen“, betonte BaFin-Präsident Mark Branson vor Journalisten in Frankfurt am Main.

Risikolage auf Wohnimmobilienmarkt im Fokus der Finanzaufsicht

Neben dem wachsenden Risiko von Cyberangriffen gilt ein weiteres Augenmerk der BaFin auch dem Wohnimmobilienmarkt hierzulande. Der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist zufolge ist der Anteil von gering besicherten Wohnimmobilienkrediten im deutschen Neugeschäft vergleichsweise hoch. Dies zeigt eine Auswertung, die der Ausschuss für Finanzstabilität (AFS) in dieser Woche veröffentlicht hat. Im vierten Quartal 2025 überstieg bei 14% der neue Kredite für Wohnimmobilien das Darlehensvolumen den Wert des finanzierten Objekts. Bei rund jedem siebten Neukredit haben Verbraucher also mehr Geld aufgenommen, als die finanzierte Immobilie wert war.

BaFin-Präsident schließt Maßnahmen nicht aus

Für Kreditgeber können diese Kredite ein erhöhtes Verlustrisiko bedeuten. Fällt ein Kreditnehmer aus, lässt sich mit dem Verkaufserlös der Immobilie der ausstehende Kredit möglicherweise nicht decken. Auch für Verbraucher könnten Kredite mit hohen Verschuldungsrelationen zum Problem werden – insbesondere, wenn auf die monatlichen Raten ein großer Teil des Einkommens entfällt. Dann erhöht sich das Risiko, den Kredit nicht mehr abzahlen zu können, wenn weitere Belastungen hinzu kommen. Und auch für private Kreditnehmernehmer sei es laut BaFin „fatal“, wenn selbst ein Verkauf der Immobilie nicht ausreicht, um die Finanzierung abzulösen.

Aufsichtliche Maßnahmen seien nicht auszuschließen. „Wir werden daher die Lage weiter sehr genau beobachten“, erklärte Branson.

Die Bafin werde sich gemeinsam mit der Bundesbank in den nächsten Monaten vertieft mit dem Thema beschäftigen, heißt es von der Finanzaufsicht. Dabei sollen vor allem risikomindernde Faktoren analysiert und im AFS die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen geprüft werden. „Die riskanten Neukredite von heute dürfen nicht die Problemkredite von morgen werden“, so der BaFin-Präsident weiter. (tik)

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