Der Baufinanzierungsvermittler Interhyp hat ein Zinsupdate vorgelegt. Demnach stabilisieren sich die Immobilienfinanzierungszinsen auf einem erhöhtem Niveau. Für zehnjährige Darlehen liegen sie aktuell bei rund 4,4% (Stand 15.10.2026). Auch in den kommenden Wochen dürften sich die Zinsen weiterhin auf diesem Niveau bewegen, wie es von Interhyp heißt. Gründe für den jüngsten Anstieg seien laut Interhyp vor allem das Wiederaufflammen des Iran-Kriegs und die daraus resultierenden Inflationssorgen. „Solange sich die Lage rund um den Iran-Konflikt nicht beruhigt, ist nicht mit einem substanziellen Rückgang bei den Bauzinsen zu rechnen. Und auf eine Entspannung in Nahost deutet gerade wenig hin“, erklärt Ingo Foitzik, Vertriebsvorstand bei Interhyp.
Kurzfristig Seitwärtsbewegung erwartet
Für die kommenden ein bis zwei Monate gehen 80% der für das Interhyp-Bankenpanel befragten Institute von gleichbleibenden Bauzinsen aus. 20% sind der Meinung, die Zinsen dürften sinken. Einen kurzfristigen Anstieg erwartet für die kommenden Wochen aktuell niemand im Panel.
Hinter der erwarteten Stabilisierung stehe auch die Einschätzung, dass die Finanzmärkte mögliche weitere Zinsschritte der Notenbanken bereits weit vorweggenommen haben. „Die Finanzmärkte haben mittlerweile mehrere EZB-Zinserhöhungen eingepreist. Bis zu vier. Es ist nicht davon auszugehen, dass die EZB wirklich so viele Zinsschritte liefern wird“, heißt es von einem Teilnehmer aus dem Panel.
Experten uneins, wie es perspektivisch weitergehen dürfte
Auf längere Sicht zeigen sich die befragten Institute bei den Prognosen uneins: So gehen 60% von fallenden Bauzinsen aus, während 40% mit einem weiteren Anstieg rechnen. Eine eindeutige Richtung sei am Markt derzeit nicht erkennbar, so das Fazit von Interhyp.
„Bei den Anleiherenditen im Euroraum und damit den Baufinanzierungszinsen dominieren die Aufwärtsrisiken. Denn in vielen Staaten sind die Haushaltsdefizite viel zu hoch, ohne Aussicht auf notwendige Haushaltskorrekturen“, so ein Panel-Teilnehmer.
Was Kaufinteressierten zu raten ist
Kaufinteressierten empfiehlt Foitzik, mit dem aktuellen Niveau zu kalkulieren. Mit Blick auf die aktuelle Marktlage lohne es sich, Kaufpreise zu verhandeln. Gerade bei Bestandsimmobilien seien Abschläge bei den Preisen möglich. Zudem sollten Kaufinteressierte so viel Eigenkapital einbringen wie möglich. (tik)
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