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bAV: Mittelstand will mehr Gesundheitsvorsorge anbieten
05. Juni 2020

bAV: Mittelstand will mehr Gesundheitsvorsorge anbieten

Trotz Skepsis gegenüber dem Betriebsrentenstärkungsgesetz kommt die Marktdurchdringung der bAV im Mittelstand voran. Aufgrund des digitalen Wandels der Arbeitswelt wollen Betriebe ihren Arbeitnehmern zudem mehr gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten. Das sind Ergebnisse der Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2020“ des F.A.Z.-Instituts im Auftrag der Generali in Deutschland.


Trotz Skepsis gegenüber dem Betriebsrentenstärkungsgesetz kommt die Marktdurchdringung der bAV im Mittelstand voran. Aufgrund des digitalen Wandels der Arbeitswelt wollen Betriebe ihren Arbeitnehmern zudem mehr gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten. Das sind Ergebnisse der Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2020“ des F.A.Z.-Instituts im Auftrag der Generali in Deutschland.

bAV: Mittelstand will mehr Gesundheitsvorsorge anbieten

Der Mittelstand ist derzeit skeptisch, dass das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) zum großen Treiber in der bAV wird. Dennoch er setzt weiterhin auf die betriebliche Vorsorge. Das ergibt die Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2020“ des F.A.Z.-Instituts im Auftrag der Generali in Deutschland.

Höhere bAV-Marktdurchdringung bei Dienstleistungsgesellschaften als bei Industrieunternehmen

Demnach steigt die Marktdurchdringung der bAV bei Mitarbeitern, Führungskräften und Managern im Vergleich zur Vorjahresstudie an. In größeren Betrieben mit 250 bis 500 Mitarbeitern ist der Anteil der Mitarbeiter mit einer bAV der Studie zufolge besonders hoch. Dort sorgt jeder zweite Beschäftigte betrieblich für das Alter vor. Kräftig gestiegen ist zudem insbesondere die Marktdurchdringung der bAV im Topmanagement. Vor allem die größeren und mittleren Betriebe mit 100 bis 500 Mitarbeitern weisen jeweils die höchsten Anteile an bAV-Anwärtern unter Mitarbeitern und Führungskräften auf. Und: Die Dienstleistungsgesellschaften verzeichnen auf allen Hierarchieebenen höhere Werte bei der Marktdurchdringung als Industrieunternehmen. In kleineren Betrieben sieht die Studie hingegen insgesamt den größten Nachholbedarf in Sachen bAV.

Vor allem gemischtfinanzierte Modelle gefragt

Im Durchschnitt boten die mittelständischen Betriebe 2019 rund 1,5 bAV-Modelle an. Gerade die größeren Betriebe mit 250 bis 500 Mitarbeitern weisen aktuell deutlich mehr gemischt finanzierte Modelle auf als vor einem Jahr. Denn vor allem gemischt finanzierte Pläne, die auf einer Finanzierung aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen basieren, stoßen bei den Betrieben auf eine steigende Nachfrage. Auch die Versicherungsunternehmen bauen ihre starke Position in der bAV im Mittelstand aus, während Pensionskassen und Kreditinstitute deutlich an Marktanteilen verlieren. Die rein arbeitnehmerfinanzierte Entgeltumwandlung bleibt stabil. Die rein arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente weist erstmals seit drei Jahren wieder einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr auf.

Gesund bleiben im digitalen Wandel

Außerdem wollen Arbeitgeber ihren Beschäftigten mehr Lösungen für die betriebliche Gesundheitsvorsorge anbieten. Denn die Digitalisierung der Arbeitswelt und die digitale Transformation in den Unternehmen verändern die Arbeitssituation jedes einzelnen Beschäftigten. Das zwingt die Arbeitgeber dazu, sich mehr Gedanken darüber zu machen, wie sie ihre Belegschaft dabei unterstützen können, gesund zu bleiben. Fast neun von zehn bAV-Verantwortlichen stimmen der These zu, Arbeitgeber seien angesichts sich ändernder Arbeitsbedingungen gezwungen, mehr gesundheitsfördernde Maßnahmen anzubieten, um die Arbeitsfähigkeit der Belegschaft zu erhalten.

Auch die bAV ist vom digitalen Wandel betroffen. Drei Viertel der bAV-Verantwortlichen sind der Meinung, die Anbieter sollten ganzheitliche digitale Lösungen bereitstellen, um der Komplexität der bAV und den Kundenwünschen auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gerecht werden zu können.

Gesundheitsförderung als Wettbewerbsvorteil

Aber auch, um sich im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte besser zu positionieren, wollen mittelständische Arbeitgeber die bAV um Gesundheitszusatzleistungen ergänzen. Die überwiegende Zahl der bAV-Verantwortlichen ist an einer Teilübernahme der Kosten für Gesundheitskurse und Fitnessanlagen interessiert, ebenso an ergonomischer Arbeitsplatzausstattung und an betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM). Im Einzelnen sind vor allem größere Betriebe stärker an Gesundheitszusatzleistungen interessiert als mittelgroße und kleinere. Trotzdem zeigen sich auch drei Viertel der kleineren Betriebe offen für eine Teilfinanzierung von Kursen und Fitness.

Je größer das Unternehmen, desto wichtiger ist der Studie zufolge das Thema Gesundheitsvorsorge der eigenen Mitarbeiter: Bei den Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern stimmen folgender These mit 97% fast alle befragten Unternehmen zu: Die Zukunft der betrieblichen Vorsorge liegt nicht allein in der Altersversorgung, sondern auch in der betrieblichen Gesundheitsvorsorge sowie der Absicherung der Arbeitskraft.

Über die Studie

Seit 2011 veröffentlichen die Generali in Deutschland und das F.A.Z.-Institut die Studienreihe „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand“, die auf einer jährlichen, repräsentativen forsa-Umfrage unter rund 200 bAV-Verantwortlichen in deutschen mittelständischen Unternehmen basiert. Die Studie steht hier zum Download bereit.

Bild: © janews094 – stock.adobe.com




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