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29. Juli 2026
Betriebliche Vorsorge: Studie zeigt Nachholbedarf für Unternehmen
Betriebliche Vorsorge: Studie zeigt Nachholbedarf für Unternehmen

Betriebliche Vorsorge: Studie zeigt Nachholbedarf für Unternehmen

Viele Beschäftigte verfügen über keine betriebliche Vorsorge, weil Angebote fehlen oder nicht bekannt sind. Die aktuelle Continentale-Studie macht den Handlungsbedarf sichtbar und zeigt Versicherungsmaklern, in welchen Bereichen sie ansetzen können, um Unternehmen gezielt zu beraten.

Betriebliche Vorsorgeangebote sind in Deutschland weiterhin keine Selbstverständlichkeit. Das zeigt die aktuelle Continentale-Studie 2026 „So versichert sich Deutschland: Zwischen Klassikern, Trends und blinden Flecken“. Die Untersuchung macht nicht nur entsprechende Lücken sichtbar, sondern offenbart auch erhebliche Defizite bei der Information der Beschäftigten.

Nur die Hälfte nutzt betriebliche Vorsorgeangebote

Lediglich rund die Hälfte der Berufstätigen in Deutschland profitiert derzeit von betrieblichen Vorsorgelösungen. Am weitesten verbreitet ist nach wie vor die betriebliche Altersvorsorge (bAV): 37% der Befragten geben an, über ihren Arbeitgeber entsprechend vorzusorgen. Umgekehrt bedeutet das, dass ein Großteil der Beschäftigten bislang keine bAV nutzt. Dabei sollte das Betriebsrentenstärkungsgesetz der bAV eigentlich neuen Schwung verleihen. Vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen besteht jedoch weiterhin erheblicher Nachholbedarf.

Betriebliche Krankenversicherung und Unfallschutz noch selten

Noch deutlicher fallen die Versorgungslücken bei anderen Vorsorgethemen aus. Nur 13% der Berufstätigen verfügen über einen betrieblichen Unfallschutz, eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) nutzen sogar lediglich 11%.

Nach Einschätzung von Jürgen Wörner, Vorstand Vertriebspartnerbetreuung und Kundendienst bei der Continentale Versicherung, könnte die bKV künftig an Bedeutung gewinnen. „Die aktuelle GKV-Reform dürfte der bKV zusätzlichen Rückenwind verleihen“, so Wörner. Steigende Eigenbeteiligungen bei Medikamenten, niedrigere Festzuschüsse beim Zahnersatz und mögliche Leistungseinschränkungen in der GKV könnten den Mehrwert ergänzender betrieblicher Gesundheitsleistungen stärker ins Bewusstsein rücken.

Arbeitskraftabsicherung mit großem Nachholbedarf

Auch beim Schutz vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit zeigt die Studie erheblichen Handlungsbedarf. Lediglich 8% der Berufstätigen sind über ihren Arbeitgeber gegen den Verlust ihrer Arbeitskraft abgesichert. Gerade bei jüngeren Beschäftigten könnten Unternehmen jedoch mit entsprechenden Angeboten punkten. So bewerten 18– bis 29-Jährige eine Berufsunfähigkeitsversicherung deutlich häufiger als unverzichtbar als ältere Befragte.

Informationsdefizite bremsen die Verbreitung

Neben fehlenden Angeboten erschwert auch mangelnde Information die Verbreitung betrieblicher Vorsorgelösungen. Nach Angaben der Befragten bieten rund die Hälfte der Unternehmen entweder keine entsprechenden Leistungen an, oder die Beschäftigten wissen schlicht nicht, dass solche Angebote existieren. Viele Arbeitnehmer können daher nicht zuverlässig einschätzen, welche Vorsorgeleistungen ihr Arbeitgeber tatsächlich anbietet. (bh)

Zur Continentale-Studie

Die Continentale-Studie erscheint seit dem Jahr 2000 jährlich. Die diesjährige Studie mit dem Schwerpunktthema „So versichert sich Deutschland: Zwischen Klassikern, Trends und blinden Flecken“ wird in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungs- und Beratungsinstitut HEUTE UND MORGEN erstellt. Bundesweit wurden für den Hauptteil 1.387 Personen ab 18 Jahren repräsentativ befragt. Die vollständige Studie inklusive der Trendfragen wird im September 2026 erscheinen.