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30. Oktober 2026
Betriebshaftpflicht: Nur jeder dritte Tarif mit Höchstbewertung
Betriebshaftpflicht: Nur jeder Dritte Tarif mit Höchstbewertung

Betriebshaftpflicht: Nur jeder dritte Tarif mit Höchstbewertung

Das Analysehaus Franke und Bornberg hat sein aktuelles Rating zur Betriebshaftpflicht veröffentlicht. Über alle zwölf Branchen kann nur etwa jeder dritte Tarif die Bestnote erringen. Die Sparte entwickelt sich laut den Experten zwar in die richtige Richtung, die Unterschiede bleiben jedoch groß.

Deutsche Unternehmen haben es weiterhin schwer. Die anhaltend schwächelnde Konjunktur, geopolitische Unsicherheiten und Handelsbarrieren lassen die Insolvenzen in Deutschland weiterhin auf einem Höchststand verweilen. In einem solchen Klima kann bereits ein einzelner großer Haftpflichtschaden einem Betrieb die Existenz kosten. Deshalb ist es essenziell für Betriebe, sich ausreichend abzusichern. „Wenn die Reserven ohnehin knapp sind, bleibt für eine Deckungslücke kein Puffer“, erklärt Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH, im Zuge der Veröffentlichung des diesjährigen Ratings zur Betriebshaftpflicht.

Das Rating bewertet Betriebshaftpflichttarife von 50 Versicherern über zwölf Branchen hinweg: Bau, Dienstleistung, freie Berufe, Gastronomie und Beherbergung, Handel, Handwerk, Heil- und Heilnebenberufe, IT-Unternehmen, Kfz, Landwirtschaft, produzierendes Gewerbe und Vereine.

Im Vergleich zum letztjährigen Rating hat Franke und Bornberg das Ratingverfahren unverändert gelassen. Damit sind die Ergebnisse direkt mit denen vom Vorjahr vergleichbar, so das Ratinghaus. Das bedeutet laut den Experten, dass Veränderungen im Notenspiegel auf verbesserte Tarife zurückgehen, nicht auf eine geänderte Messlatte.

Rating über zwölf Branchen

Jede der zwölf Branchen hat dabei einen eigenen Kriterienkatalog mit eigener Gewichtung im Rating. Je nach Branche umfasst er 66 bis 118 Detailkriterien. Bewertet wird das Standardgeschäft für Betriebe mit bis zu 10 Mio. Euro Jahresumsatz, die überwiegend in Deutschland tätig sind.

Um sich in den höheren Bewertungsgruppen zu platzieren, müssen die Tarife bestimmte Mindeststandards erfüllen. So muss für die Höchstnote FFF+ beispielsweise die Deckungssumme für Personen- und Sachschäden in allen Branchen mindestens 10 Mio. Euro betragen. Für die zweithöchste Bewertungsstufe FFF sind mindestens 5 Mio. Euro und eine Nachhaftung von fünf Jahren Pflicht. In manchen Branchen – wie etwa Bau, Handwerk, Kfz, Landwirtschaft und produzierendes Gewerbe – kommen weitere Mindeststandards hinzu.

Positive Entwicklung, aber Unterschiede immer noch groß

Insgesamt erhalten etwas mehr als ein Drittel der analysierten Tarife über alle Branchen hinweg die Höchstbewertung. Im letzten Jahr waren es mit 27% noch gut ein Viertel. Damit entwickelt sich die Betriebshaftpflichtversicherung laut dem Ratinghaus zwar in die richtige Richtung, insgesamt bleiben die Unterschiede zwischen den Tarifen jedoch groß – besonders in der Gastronomie.

Harter Wettbewerb um IT-Branche

Franke und Bornberg hat beispielhaft den Notenspiegel für vier der zwölf untersuchten Branchen veröffentlicht, darunter auch das IT-Gewerbe. Hier werden insgesamt 67 Tarife von 43 Versicherern bewertet. Davon erreichen 43,3% die Höchstnote FFF+, ein Plus von 11,8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr, als es noch 31,5% waren. Ein solcher Zuwachs spricht üblicherweise für einen harten Wettbewerb um diese Branche, erklärt das Ratinghaus.

 

Betriebshaftpflicht: Nur jeder Dritte Tarif mit Höchstbewertung

 

Ein weiteres Viertel der Tarife erhält die Note FFF, weitere knapp 31% erreichen die dritthöchste Bewertung FF+. Ein einzelner Tarif erhält mit einem F- eine „ungenügende“ Bewertung.

Größere Unterschiede im Gastrobereich

 

Betriebshaftpflicht: Nur jeder Dritte Tarif mit Höchstbewertung

 

Auch für das Gastro- und Beherbergungsgewerbe hat Franke und Bornberg den Notenspiegel veröffentlicht. Die Branche zeigt einen der größten Anteile an schwachen Tarifen. Zwar erreichen 28% der bewerteten Tarife die Höchstbewertung, und damit fast 11% mehr als im Vorjahr, allerdings werden auch 6,5% der Tarife mit F+ („ausreichend“) oder schlechter bewertet. (js)

Die Ergebnisse der Ratings der verschiedenen Branchen in der Betriebshaftpflicht können auf der Website von Franke und Bornberg eingesehen werden.
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