Ensteht ein neuer Umsatzriese?
Mit dem Zusammenschluss von blau direkt und Netfonds steht der Poolmarkt insgesamt vor einer Neuordnung, die Marktgewichte verschieben sich kräftig. Betrachtet man die Umsatzzahlen des Jahres 2024 – neuere Zahlen sind aktuell nicht verfügbar – dann realisierte blau direkt laut AssCompact Trendstudie „Play-offs im Markt der Maklerpools und -verbünde“ Erlöse von rund 239 Mio. Euro. Netfonds erzielte im Jahr 2024 Umsätze in Höhe von rund 237 Mio. Euro, davon entfallen 82% auf das Investmentgeschäft. Mit dem Zusammenschluss würden die Umsätze damit deutlich über 450 Mio. Euro liegen, tendenziell sogar in Richtung 500 Mio. Euro steigen; eine Marke, die bisher im Markt noch nicht erreicht wurde. Denn zum Vergleich: Die in der INFITECH-Gruppe zusammengefassten Maklerpools Fonds Finanz und DEMV kamen 2024 auf Umsatzerlöse in Höhe von lediglich 354 Mio. Euro. Das betreute Courtagevolumen aller VEMA-Makler beziffert sich der Trendstudie zufolge auf etwa 461 Mio. Euro.
Vorteile für Partner und Markt
blau direkt selbst äußerte dazu, dass der frisch zusammengeschlossene Anbieter insgesamt über 550 Mio. Euro Umsatz erziele und 600 Mitarbeiter beschäftigte. Doch abseits der Zahlen: Welche Vorteile soll der Zusammenschluss den angeschlossenen Partnern bieten? blau direkt und Netfonds stellen drei Hauptaspekte in den Vordergrund:
- Ganzheitlichkeit: Die Partner von Netfonds erhalten erweiterten Zugriff auf modernste Versicherungsprozesse, während blau-direkt-Partner von der Investmentkompetenz von Netfonds profitieren.
- Technologieführerschaft: Es soll noch stärkere Investitionen in IT-Teams geben, um die Entwicklung im Technologiebereich weiter signifikant zu beschleunigen.
- Nachfolgelösungen: Durch die Integration der „Tjara“-Infrastruktur sollen laut blau direkt außerdem marktführende Lösungen für die Bestandsnachfolge im Investment- und Versicherungsbereich entstehen.
Unternehmerische Eigenständigkeit soll erhalten bleiben
Dass Netfonds und blau direkt kulturell und strategisch harmonieren, hätten sie bereits mit der gemeinsamen Initiative zum Vergleichsrechner „comparit“ gezeigt, heißt es. Die räumliche Nähe zwischen den Unternehmenssitzen in Hamburg und Lübeck spiegele sich zudem in ähnlichen Wertesystemen wider: Beide Häuser verstehen sich als unternehmerische und technologische Visionäre und gleichzeitig als hanseatisch-bodenständige Partner.
Und dennoch betonen sowohl blau direkt als auch Netfonds die unternehmerische Eigenständigkeit der beiden Firmen. Netfonds werde als komplementäre Schwestergesellschaft innerhalb der Gruppe agieren. Marke, Standort und Unternehmenskultur werden beibehalten. Das Management der Netfonds AG beteilige sich darüber hinaus an der gemeinsamen Holding. Es behält also seine Führungsverantwortung und hat sich dazu verpflichtet, unter Andienung seiner eigenen Beteiligung das Angebot unwiderruflich zu unterstützen. (lg/as)
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