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Bonnfinanz nach Eigentümerwechsel mit großen Plänen
06. Juni 2019

Bonnfinanz nach Eigentümerwechsel mit großen Plänen

Bonnfinanz, die seit 2002 zur Zurich gehörte, hat mit BlackFin Capital Partners einen neuen Eigentümer. Dieser gibt dem Allfinanzvertrieb Spielraum für den Ausbau des Produktportfolios, für Investitionen in moderne IT-Strukturen sowie für das Recruitung weiterer Vertriebspartner – und verhilft ihm zur Unabhängigkeit.


Bonnfinanz, die seit 2002 zur Zurich gehörte, hat mit BlackFin Capital Partners einen neuen Eigentümer. Dieser gibt dem Allfinanzvertrieb Spielraum für den Ausbau des Produktportfolios, für Investitionen in moderne IT-Strukturen sowie für das Recruitung weiterer Vertriebspartner – und verhilft ihm zur Unabhängigkeit.


Bonnfinanz nach Eigentümerwechsel mit großen Plänen

Die Übernahme der Bonnfinanz AG ist der erste große Deal des Private Equity-Spezialisten BlackFin Capital Partners im deutschen Finanzvertrieb. Mit dem neuen Eigentümer strebt Bonnfinanz, der älteste Allfinanzvertrieb Deutschlands, nach Jahren der Stagnation einen Wachstumskurs an. Seit 2002 gehörte Bonnfinanz zur Zurich Gruppe Deutschland. Die jetzt zurückgewonnene Unabhängigkeit böte dem Unternehmen und den Vertriebspartnern neue Möglichkeiten, betont der Bonnfinanz-Vorstandsvorsitzende Martin Lütkehaus am Mittwoch vor Journalisten. BlackFin und Bonnfinanz seien der „perfekte Match“, so Lütkehaus weiter.

Ausbau des Produktportfolios

Auch künftig wird Bonnfinanz als Mehrfachagent agieren und somit mit verschiedenen Produktpartnern, darunter auch weiterhin die Zurich, kooperieren. Das Produktportfolio soll aber deutlich ausgebaut werden. Wichtigster Schritt wird dabei der bereits eingeleitete Ausbau der Vermögensverwaltung mit der Augsburger Aktienbank sein. Hohe Erwartungen liegen aber auch auf der Vermittlung von privaten und gewerblichen Sachversicherungen, Investmentfonds und Baufinanzierungen. So wurden bereits im ersten Quartal 2019 deutliche Steigerungen im Finanzierungs- und Investmentgeschäft verzeichnet, wie das Unternehmen berichtete.

Gewinnung neuer Vertriebspartner

Gute Zahlen legte Bonnfinanz auch für das Geschäftsjahr 2018 vor. Die Provisionserlöse legten um 1,8% auf 60,7 Mio. Euro zu. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um 28% auf 6, 4 Mio. Euro. Die gute Marge war dabei einer der Gründe für das Engagement BlackFins beim siebtgrößten Allfinanzvertrieb Deutschlands.

Dazu beigetragen hat eine steigende Produktivität der Vertriebspartner. So erhöhte sich das durchschnittliche Provisionsvolumen je Vertriebspartner in den vergangenen Jahren stetig. 2018 lag es bei knapp 120.000 Euro. Für die Wachstumsstrategie braucht es aber auch einen Vermittlerzuwachs. Die Zahl der Vertriebspartner soll auf 600 steigen. Im Blick liegen dabei insbesondere wechselbereite Bankberater und ausgewählte Versicherungsmakler oder -vertreter. Für die Vertriebspartner setzt Bonnfinanz auf eine DIHK-zertifizierte Ausbildung zum Finanzplaner. Es ist zudem auch an die Akquisition von Vertriebsgesellschaften gedacht. Ende 2018 waren 511 Vermittler für Bonnfinanz tätig, in den letzten Jahren gab es bei der Anzahl der Vertriebspartner noch einen Abwärtstrend.

Zur strategischen Ausrichtung gehört dabei auch, die Vermittler als erste Ansprechpartner insbesondere in ländlichen Gebieten, aus denen sich Banken immer häufiger zurückziehen, zu positionieren. Großes Potenzial wird in der Beratung von 50plus-Kunden und damit auch in der Generationenberatung gesehen.

Aufbau einer neuen IT-Plattform

Dritter Eckstein der Wachstumsstrategie ist der Aufbau einer modernen IT-Struktur. Dafür zeichnet seit April auf Vorstandsebene Stefan Mertes verantwortlich. Eine digitale Plattform soll künftig das Serviceangebot für die Vertriebspartner systematisch ausbauen. In einem Zeithorizont von 12 bis 24 Monaten erneuert das Unternehmen die gesamte Softwarelandschaft, wobei aktuell Marktangebote geprüft werden, um diese an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Allerdings bedeutet dies auch ein Herauslösen aus den bisherigen Zurich-Systemen, was eine organisatorische Neuaufstellung nach sich zieht. Auch die Kooperation mit InsurTechs werde geprüft, erklärt Mertes. Hilfreich könne sich dabei das Netzwerk von BlackFin Capital Partners, die auch in digitale Start-Ups des Finanzsektors investieren, erweisen.

Gemeinsame Wachstumsziele

Der neue Eigentümer BlackFin Capital Partners ist ein auf Wachstum spezialisierter Investor. Die Investition in Bonnfinanz erfolgt über einen Wachstums-Fonds. Der übliche Beteiligungszeitraum liegt bei fünf bis sieben Jahren. Einen definierten Zeithorizont gibt es aber nicht, betont Dr. Kai Wilhelm Franzmeyer, Managing Director bei BlackFin Capital Partners für Deutschland. Klare Vorstellungen für die Wachstumsstrategie gibt es aber schon. Die Basis dafür sei gesetzt, so Franzmeyer: „Das hervorragende Betriebsergebnis und die sehr gut aufgestellte Mannschaft sind eine gute Grundlage, um jetzt umfassend in Wachstum zu investieren.“

Erklärungsbedürftig ist der bisher einmalige Deal dennoch. Deshalb habe man auch umfassend mit den Vertriebspartnern gesprochen. Dort herrsche mit Blick auf die neuen Möglichkeiten und der geplanten Wachstumsstory Aufbruchstimmung, erklärten die Beteiligten. Lütkehaus sieht es dabei als Vorteil an, erstes deutsches Vertriebsunternehmen im Portfolio des Investors, der weitere Akquisitionen plant, zu sein. (bh)

Bild: (v.l.n.r): Dr. Kai Wilhelm Franzmeyer (Managing Director BlackFin Capital Partners für Deutschland, Österreich und die Schweiz und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Bonnfinanz AG), Martin Lütkehaus (Vorstandsvorsitzender der Bonnfinanz AG) und Stefan Mertes (Vorstand für Finanzen, IT und Operations der Bonnfinanz AG) erklärten am Mittwoch vor Journalisten die neue Wachstumsstrategie.






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