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Das sagen Investmentexperten zum Zinshammer der US-Notenbank
01. August 2019

Das sagen Investmentexperten zum Zinshammer der US-Notenbank

Die US-Notenbank hat erstmals seit zehn Jahren den Leitzins gesenkt – und damit die Kurse an den US-Börsen auf Talfahrt geschickt. Auch Donald Trump reagierte verärgert auf die Fed-Entscheidung. In der Zwischenzeit haben sich auch mehrere Investmentexperten zu den Folgen des Zinsschritts in den USA geäußert.


Die US-Notenbank hat erstmals seit zehn Jahren den Leitzins gesenkt – und damit die Kurse an den US-Börsen auf Talfahrt geschickt. Auch Donald Trump reagierte verärgert auf die Fed-Entscheidung. In der Zwischenzeit haben sich auch mehrere Investmentexperten zu den Folgen des Zinsschritts in den USA geäußert.


Das sagen Investmentexperten zum Zinshammer der US-Notenbank

Die Fed hat am Mittwoch die Leitzinsen gesenkt. Die neue Spanne liegt bei 2,0 bis 2,25%. Das ist ein Viertelpunkt weniger als zuvor. Es ist zudem das erste Mal seit der Finanzkrise, dass die US-Währungshüter den Leitzins gesenkt haben. An der Börse löste das ein kleines Beben aus. Die US-Leitindizes gaben kräftig nach. Auch US-Präsident Donald Trump wetterte gegen die Entscheidung seiner Währungshüter.

Märkte bekommen, was sie wollen

Investmentexperten reagieren gelassener. Sascha Werner, Portfoliomanager bei Moventum AM, zufolge bekommen die Märkte mit der Zinssenkung nur das, was sie wollen. „Die US-Notenbank hat gerade zum ersten Mal seit zehn Jahren die Zinsen wieder gesenkt. Eine andere Chance hatte die Fed gar nicht, auch wenn viele Gründe gegen eine Zinssenkung sprachen. Trump und die Wall Street machten Druck – und bekamen, was sie wollten“, so Werner. Insgesamt sende die Fed mit ihrer Entscheidung aber ein merkwürdiges Signal. Für Anleger sei der Schritt zunächst einmal neutral.

Viel Lärm um Nichts

Christian Scherrmann, Volkswirt USA der DWS seiht vor allem viel Lärm um nichts. „Wie erwartet hat die Fed die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf einen Zielkorridor von 2.00–2.25% gesenkt. Das war’s aber dann auch schon fast an kommentierungswerten Neuigkeiten. Bis vielleicht auf die Tatsache, dass die Fed ab 01.08. auf eine weitere Bilanzreduktion verzichtet, wie wir ebenfalls bereits angenommen hatten“, so Scherrmann.

Über die letztendliche Rechtfertigung für einen Zinsschritt, und die damit einhergehende „forward guidance“ sei lange spekuliert worden. „Ursprüngliches Argument war die Strategie das Wirtschaftswachstum gegen negative Einflüsse, resultierend aus Handelskrieg und schwächelnder globaler Aktivität, zu versichern“, erläutert Scherrmann. „In den letzten Wochen gewann jedoch das Argument, dass niedrigere Zinsen strukturell ohnehin angebracht seien, mehr und mehr an Bedeutung.“ Insgesamt sei der Zinsschritt lediglich eine Versicherung gegen externe Einflussfaktoren – eine Adjustierung der Geldpolitik also, wie sie mitten im Zyklus nicht unüblich wäre.

Viele weitere Kürzungen zu erwarten

Nick Maroutsos, Co-Head of Global Bonds von Janus Henderson, meint derweil, dass die Fed angesichts anhaltend niedriger Anleiherenditen, schwacher Inflation und eines verlangsamten Wachstums der Weltwirtschaft dazu gezwungen werden könnte, noch viele weitere Kürzungen vorzunehmen. Profiteure einer solchen Entwicklung wären wie US-Aktien, aber auch Staatsanleihen in Ländern, in denen die Zentralbanken ebenfalls aktiv die Zinsen senken. Andrew Mulliner, Global Bonds Portfolio Manager bei Janus Henderson, glaubt, dass die Fed Gefahr läuft, niedrige Risikoprämien in den Märkten mit Vertrauen in den wirtschaftlichen Ausblick zu verwechseln. Daher ist er nicht überrascht, dass risikoreichere Anlageklassen während der Pressekonferenz nachgaben, während die Zinskurve abflachte und der Dollar an Wert gewann.

Neue Chancen in den Schwellenländern

Michael Bourke, Manager des M&G (Lux) Emerging Markets Income Opportunities Fund, erkennt nach der Zinserhöhung durch die Fed vor allem für die Schwellenländer nun Chancen. „Die gestrige Entscheidung ist für viele Schwellenländer eine gute Nachricht. Eine ganze Reihe dieser Länder hat eine Anpassungsphase hinter sich gebracht und ihre Staatsfinanzen verbessert. Einzelne Währungen werteten gegenüber dem Dollar ab – zusammen bildet das einen ermutigenden Ausgangspunkt für die zukünftige Entwicklung“, so Bourke. (mh)

Bild: © peshkov stock.adobe.com




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