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Das tut sich auf dem Markt der Grundfähigkeitstarife
18. Oktober 2019

Das tut sich auf dem Markt der Grundfähigkeitstarife

Das neu strukturierte Rating für Grundfähigkeitsversicherungen (GF) des Analysehauses Franke und Bornberg weist einen vereinfachten Sprachgebrauch und zahlreiche nun eingeführte Mindeststandards auf. Damit will Franke und Bornberg für mehr Klarheit auf dem bunten Markt der GF-Tarife sorgen. Neun Tarife von fünf Versicherern erhalten die Höchstnote in den Ratings „Grundfähigkeiten“ und „Grundfähigkeiten Plus“.


Das neu strukturierte Rating für Grundfähigkeitsversicherungen (GF) des Analysehauses Franke und Bornberg weist einen vereinfachten Sprachgebrauch und zahlreiche nun eingeführte Mindeststandards auf. Damit will Franke und Bornberg für mehr Klarheit auf dem bunten Markt der GF-Tarife sorgen. Neun Tarife von fünf Versicherern erhalten die Höchstnote in den Ratings „Grundfähigkeiten“ und „Grundfähigkeiten Plus“.


Das tut sich auf dem Markt der Grundfähigkeitstarife

Die Versicherung von Grundfähigkeiten ist im Lauf der vergangenen zehn Jahre seit dem Aufkommen dieser Tarife zu einem wichtigen Baustein für die Einkommenssicherung geworden. Gleichzeitig ist eine vielfältige und bunte Produktlandschaft entstanden, was gleichzeitig aber auch einen Nachteil darstellt, so Franke und Bornberg: Denn der Wunsch nach Alleinstellungsmerkmalen bei den versicherten Grundfähigkeiten habe in den letzten Jahren zu einem „kreativen Wildwuchs“ geführt. Neue Grundfähigkeiten, wie Fahrradfahren, Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs oder Lkw und Bus fahren, seien entstanden. Sogar die Bedienung von Mobiltelefonen sei inzwischen zur Grundfähigkeit erklärt worden. Vertrieblich bleibe das Produktsegment allerdings trotzdem oder gerade deshalb noch immer deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Trotz steigender Erwerbstätigkeit verharre der Absatz auf niedrigem Niveau, so Franke und Bornberg.

Neue Grundfähigkeitsdefinitionen seien nicht per se kritisch zu sehen, könnten sie doch unter Umständen die Leistungswahrscheinlichkeit für den Kunden erhöhen. Problematisch werde es aber dann, wenn immer neue Leistungsauslöser mit nahezu 100%-iger Übereinstimmung zu bisherigen Definitionen erschaffen und von den Marketingabteilungen zum Alleinstellungsmerkmal mit unbedingter Relevanz für die Kundenberatung erklärt würden.

Reduzierte Komplexität der Ratings

Franke und Bornberg hat vor diesem Hintergrund jüngst die Komplexität ihrer Grundfähigkeitsversicherungsratings und deren Sprachgebrauch reduziert. So wurde zum Beispiel aus den Rating-Kategorien „Grundfähigkeitsversicherung“ und „MultiRiskTarife nach Art der Lebensversicherung“ jetzt „Grundfähigkeitsversicherungen“ und „Grundfähigkeitsversicherungen Plus“ (mit zusätzlichen Leistungsauslösern wie schweren Krankheiten). Zugleich wurden die Mindeststandards geschärft. Multi Risk Unfall-Produkte (als Sachversicherungs-Tarif kalkuliert) bleiben laut Franke und Bornberg vom neuen Ansatz zunächst unberührt.

Definition von Mindeststandards

Außerdem hat die Ratingagentur zahlreiche Mindeststandards definiert, deren Nichterreichen ein Punktabzug in der Gesamtwertung nach sich zieht. Um sicherzustellen, dass ein Top-Grundfähigkeitsprodukt alle gängigen Fähigkeiten und Bewegungseinschränkungen abdeckt, haben die Analysten von Franke und Bornberg ihren Marktüberblick genutzt und ein eigenes Grundfähigkeitenraster entwickelt. Alle Leistungsdefinitionen der Versicherer werden darin fachlich eingeordnet – völlig unabhängig davon, unter welcher Rubrik der jeweilige Versicherer die Fähigkeit führt. Denn: Was der eine Versicherer beispielsweise unter der Rubrik „Arme gebrauchen“ verbuche – nämlich das Heben eines schweren Gegenstandes von einem Tisch – sehe ein anderer Anbieter als „Heben und Tragen“ an. Dafür fehlten dann gegebenenfalls weitere Leistungsdefinitionen, die eine andere Art der Beweglichkeit der Arme voraussetzten. Das neue GF-Rating von Franke und Bornberg prüft auf dieser Grundlage für insgesamt 13 Kern-Grundfähigkeiten, ob eine entsprechende Definition in einer ausreichenden Wertigkeit im Bedingungswerk aufgeführt ist.

Allianz, Canada Life, die Bayerische, Gothaer und NÜRNBERGER punkten

Insgesamt wurden 45 Tarife und Tarifkombinationen von 17 Gesellschaften auf 71 Kriterien hin überprüft und anschließend in die bewährten Ratingklassen (von FFF+ „Hervorragend“ bis F- „ungenügend“ eingeordnet. Die Leistungsunterschiede seien beträchtlich, so Franke und Bornberg. Aktuell erreichen neun Tarife von fünf Versicherern die Höchstwertung FFF+ für eine solide Qualität bei der Absicherung der Kern-Grundfähigkeiten.

Im Rating Grundfähigkeit sind es die KörperSchutzPolice E 230 Stand 06.2019 (Allianz LV), der Premium Grundfähigkeitsschutz Stand 01.2019 (Canada Life), ExistenzPlan kreativ Stand 02.2019 und ExistenzPlan aktiv Stand 02.2019 (die Bayerische), Gothaer Fähigkeitenschutz Premium Stand 01.2019 (Gothaer) und Grundfähigkeitsversicherung Premium Stand 06.2019 (NÜRNBERGER LV). Keiner der insgesamt 26 in diesem Rating analysierten Tarife ist „ausreichend“, „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Ein Tarif erhält im Rating „Grundfähigkeit“ die Note „befriedigend“, elf sind „gut“ und acht „sehr gut“.

Im Rating Grundfähigkeit Plus, in dessen Rahmen 19 Tarife analysiert wurden, stehen die KörperSchutzPolice E 230 Stand 06.2019, Baustein schwere Krankheiten (24 Monatsrenten) der Allianz, der Premium Grundfähigkeitsschutz Stand 01.2019, Baustein Schwere Krankheit der Canada Life und die Grundfähigkeitsversicherung Premium Stand 06.2019, ErnstfallSchutz-Zusatzversicherung (NESZ2018C) der NÜRNBERGER mit der Höchstbewertung FFF+ („hervorragend“) ganz oben auf dem Treppchen. Kein Tarif wurde mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet, 1 Tarif erhält die Note „ausreichend“, acht Tarife sind „gut“ und sieben „sehr gut“. (ad)

Bild: © Diana Vyshniakova – stock.adobe.com 




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