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13. April 2026
Der große Irrtum über KI-Automatisierungen im Maklerbüro
Der große Irrtum über KI-Automatisierungen im Maklerbüro

Der große Irrtum über KI-Automatisierungen im Maklerbüro

Leona Spauszus ist Trainerin und Speakerin für künstliche Intelligenz im Versicherungsvertrieb. Als KI-Pionierin zeigt sie, wie KI den Arbeitsalltag von Vermittlern und Führungskräften im Vertrieb effizienter macht. Für AssCompact gibt sie in ihrer monatlichen KI-Kolumne praxisnahe KI-Tipps speziell für Makler.

Kaum ein Thema taucht derzeit im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz so häufig auf wie der Begriff „Automatisierung“ oder „Automationen“. Und viele Makler bekommen derzeit schnell den Eindruck, dass sich mit künstlicher Intelligenz nun ganze Büros automatisieren lassen. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Eine Automatisierung hat zunächst einmal nichts mit künstlicher Intelligenz zu tun. Für Makler lohnt es sich daher, den aktuellen Hype rund um dieses Thema etwas genauer anzuschauen und richtig einzuordnen.

Automatisierung ist ein alter Schuh

Zunächst einmal ist Automatisierung nichts Neues. Schon Henry Ford führte im Jahr 1913 die bewegliche Fließbandproduktion ein und damit eine der bekanntesten Formen der Automatisierung.

Auch digitale Prozesse werden schon seit vielen Jahren automatisiert, lange bevor ChatGPT und ähnliche Systeme im Maklerbüro angekommen sind. Ein Kunde füllt auf einer Website ein Formular aus und erhält automatisch eine Bestätigungsmail. Nach einer Terminbuchung wird automatisch eine Kalendereinladung verschickt. Einige Tage später folgt eine Erinnerungsnachricht. Solche Abläufe basieren auf klar definierten Regeln. Wenn ein bestimmtes Ereignis (Trigger) ausgelöst wird, wird eine vorher festgelegte Aktion aktiviert. Technisch spricht man hier auch von Workflows oder Prozessautomatisierung.

Wie KI eine Automatisierung unterstützen kann

Während Automatisierung festen Regeln folgt, arbeitet KI mit Inhalten. Systeme wie ChatGPT oder ähnliche Large Language Models analysieren Texte, erkennen Muster und formulieren daraus neue Antworten. Sie können E-Mails erstellen, Inhalte zusammenfassen, komplexe Themen verständlich erklären oder Leads vorqualifizieren. Die Antwort entsteht jedes Mal neu auf Basis von Trainingsdaten und Wahrscheinlichkeiten.

Leads mit KI: Ein Praxisbeispiel

Ein potenzieller Kunde interessiert sich für eine Berufsunfähigkeitsabsicherung. Statt eines statischen Formulars chattet er mit einem KI-Assistenten auf der Makler-Website. Die KI kann in diesem Fall mehrere Aufgaben übernehmen.

Individuelle Bedarfsermittlung

Die künstliche Intelligenz fragt nicht nur Daten ab, sondern reagiert auf Antworten. Schreibt der Kunde zum Beispiel „Ich bin Handwerker“, kann die KI direkt spezifischer und anders auf den Interessenten eingehen als bei einem potenziellen Kunden mit einem Bürojob.

Vorklärung wichtiger Kriterien

Die KI kann im Dialog bereits klären, ob Vorerkrankungen bestehen oder ob der Kunde risikorelevante Hobbys ausübt. Sie gibt keine Beratung ab, bereitet aber eine mögliche Risikovoranfrage vor.

Vorqualifizierter Lead

Der Makler erhält dadurch einen durch KI vorqualifizierten Datensatz. Gleichzeitig kann die KI bereits eine individuelle Angebotsmail und Terminabstimmung mit dem Interessenten vorbereiten.

DSGVO bei KI-Automatisierungen mitdenken

Bei aller Begeisterung für KI-Automatisierungen sollte ein Punkt nicht vergessen werden: der Datenschutz. Gerade im Versicherungsvertrieb werden besonders sensible personenbezogene Daten verarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel Gesundheitsangaben oder finanzielle Informationen.

Auch wenn sich Automatisierungen ohne KI mittlerweile relativ einfach DSGVO-konform umsetzen lassen, sieht das Ganze anders aus, wenn Makler hier künstliche Intelligenz in den Prozess einbinden wollen. Hier ist es wichtig, sich rechtlich genau zu informieren.

Die Checkliste: Macht KI-Automatisierung hier Sinn?

Nicht jeder Prozess sollte automatisiert werden und nicht jede Automatisierung braucht künstliche Intelligenz. Gerade deshalb lohnt es sich, sich bei jeder Automatisierung ein paar wichtige Fragen zu stellen:

  • Ist der Prozess überhaupt für eine Automatisierung geeignet?
  • Bringt die künstliche Intelligenz im Prozess einen spürbaren Mehrwert oder reicht ein einfacher Workflow?
  • Ist an dieser Stelle im Prozess der menschliche Kontakt für den Kunden entscheidend?
KI-Agenten statt komplexe Workflow-Builder

KI-Agenten wie Claude Cowork von Anthropic zeigen, wohin die schnelle KI-Entwicklung geht. Der KI-Agent ermöglicht die Automatisierung alltäglicher Aufgaben direkt auf dem eigenen lokalen Rechner. Statt einen Prozess vorab zu definieren und festzulegen, welcher Auslöser (Trigger) welche Aktion auslöst, beschreibt der Makler dem KI-Agenten einfach ein Ergebnis.

Der KI-Agent entscheidet selbst, welche Schritte dafür nötig sind, führt sie eigenständig aus und liefert das fertige Resultat. Kein Regelwerk, kein Workflow-Builder, kein komplexes technisches Set-up.

Fazit

Für Makler bedeutet das: Der Unterschied zwischen klassischer Automatisierung, KI-Automatisierung und einem KI-Agenten ist kein technisches Detail. Er verändert grund­legend, wie Arbeit im Maklerbüro organisiert werden kann. Wer heute noch mühsam Workflows konfiguriert, wird morgen einem KI-Agenten einfach sagen, was herauskommen soll. Das ist keine Zukunftsmusik, denn die ersten Anwendungen sind bereits da. Entscheidend ist nicht, jeden Trend mitzumachen, sondern zu verstehen, was sich wirklich verändert und was davon für das eigene Büro relevant ist. Künstliche Intelligenz hält den Rücken frei für das, was kein KI-Agent ersetzen kann: die persönliche Beratung des Maklers.

Im KI-Starterpaket erfahren Makler, mit welchen KI-Tools und welchen Prompts (KI-Befehlen) sie ihren digitalen KI-Klon erzeugen können, um Zeit und Kosten bei ihrem Online-Auftritt zu sparen. Dies kommt besonders Maklern entgegen, die ihre Sichtbarkeit ausbauen möchten, ohne selbst regelmäßig vor der Kamera zu stehen. Mehr Infos zum Starterpaket gibt es unter ki-starterpaket.asscompact.de.

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