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Deutsche Anleger haben zu kurzen Atem
17. Juli 2019

Deutsche Anleger haben zu kurzen Atem

Was ihren Anlagehorizont betrifft, bescheinigt eine aktuelle Studie von Schroders den Deutschen Nachholbedarf. So würden deutsche Investoren ihre Kapitalanlagen im Schnitt nur 3,1 Jahre halten und damit fast zwei Jahre weniger als empfohlen. Anleger risikieren somit, den Entwicklungen beständig hinterherzulaufen.


Was ihren Anlagehorizont betrifft, bescheinigt eine aktuelle Studie von Schroders den Deutschen Nachholbedarf. So würden deutsche Investoren ihre Kapitalanlagen im Schnitt nur 3,1 Jahre halten und damit fast zwei Jahre weniger als empfohlen. Anleger risikieren somit, den Entwicklungen beständig hinterherzulaufen.


Deutsche Anleger haben zu kurzen Atem

 Der unabhängige Vermögensverwalter Schroders hat im Rahmen einer Studie das Verhalten der Anleger im Umgang mit ihren Investments in 32 Ländern beleuchtet. Zunächst zeigt die Schroders Global Investor Study 2019, dass die Deutschen wissen, wie viel Geld sie bei den einzelnen Anbietern angelegt haben. Außerdem belegen die Ergebnisse, dass die Investoren aus der Vergangenheit gelernt haben. Als im vierten Quartal 2018 die Kurse an den Finanzmärkten einbrachen, haben die deutschen Anleger auf die erhöhte Volatilität reagiert und das Risikoprofil ihrer Investments angepasst. Wie die Autoren der Studie betonen, habe es sich dabei keineswegs um überhastete Umschichtungen gehandelt. Denn in Deutschland hätten 40% der Investoren die Marktschwäche ausgenutzt und Gelder in risikoreichere Anlagen umgeschichtet.

Anlagezeitraum fast zwei Jahre unter der Empfehlung

Nachholbedarf sieht die Studie allerdings beim Anlagehorizont der Deutschen. So halten Investoren hierzulande ihre Kapitalanlagen im Schnitt 3,1 Jahre. Das ist zwar über dem weltweiten Mittelwert von 2,6 Jahren, aber um fast zwei Jahre unter dem gemeinhin empfohlenen Anlagezeitraum von mindestens fünf Jahren. Jeder dritte deutsche Investor (33%) gibt sogar an, seine Anlagen bereits nach weniger als einem Jahr wieder zu verkaufen.

Achim Küssner, Geschäftsführer der Schroder Investment Management GmbH, unterstreicht: „Wenn Anleger ihre Investment-Allokation hektisch umschichten, um dadurch auf Marktveränderungen kurzfristig reagieren zu wollen, führt dies selten zu langfristig guten Ergebnissen. Ganz im Gegenteil: Investoren laufen damit Gefahr, den Entwicklungen beständig hinterherzulaufen.“ Küssner führt Multi-Asset-Strategien als Alternative an.

Wenig Illusionen in puncto Rendite bei deutschen Anlegern

Als möglichen Grund für den kurzfristigen Ansatz vermuten die Experten von Schroders die optimistischen Ziele der Investoren. Weltweit haben die Anleger weiterhin hohe Renditeerwartungen und rechnen in den nächsten fünf Jahren im Schnitt mit einer Gesamtrendite (Erträge plus Kapitalzuwachs) von 10,7% pro Jahr. Dagegen geben sich deutsche Investoren für die kommenden fünf Jahre weniger optimistisch. Sie gehen von einer Durchschnittsrendite von 6,8% aus und liegen damit deutlich unterhalb des globalen Mittelwerts.

Fast jeder Zweite mit Anlagen unzufrieden

Wie die Studie von Schroders zudem zeigt, ist knapp die Hälfte der Investoren mit ihren Anlagen nicht zufrieden. So sagen 46% der deutschen Anleger, ihre Investmentziele in den vergangenen Jahren verfehlt zu haben. Die Schuld geben sich die Befragten oft selbst, bei den Gründen gehen die Meinungen weit auseinander. Während 8% angeben, sie hätten länger investiert bleiben sollen, meinen 7%, sie hätten ihr Geld früher abziehen sollen.

„Das Auf und Ab an den Märkten wird Anleger immer in Spannung halten. Worauf es ankommt, ist aber eine Fokussierung auf lange Zeiträume. Wenn Anleger ihre Investments vor allem bei schwierigen Marktbedingungen zurückfahren und verändern, wirkt sich dies oftmals nachteilig auf ihre Portfolios aus und führt letztlich zu enttäuschenden Renditen“, betont Charles Prideaux, Global Head of Product and Solutions bei Schroders. (tk)

Bild: © pavel1964 – stock.adobe.com




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