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10. März 2021
Deutsche Ruheständler erobern den Kapitalmarkt
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Deutsche Ruheständler erobern den Kapitalmarkt

Der Kapitalmarkt hat in Deutschland lange Zeit keinen guten Ruf genossen. Doch das scheint sich zu ändern. Deutsche Ruheständler engagieren sich laut einer aktuellen Schroders-Studie im internationalen Vergleich sogar überdurchschnittlich am Kapitalmarkt.

Deutsche und österreichische Investoren im Ruhestand liegen weit unter dem globalen Durchschnitt, wenn es darum geht, bei Investments die Altersvorsorge zu priorisieren. Während global 21% mit ihrem verfügbaren Einkommen die eigene Altersvorsorge aufstocken, sind es in Deutschland nur 17%. Im Nachbarland Österreich beträgt der Anteil sogar nur 5%. Das geht aus der Schroders Global Investor Study 2020 hervor, für die 23.000 Investoren aus 32 Märkten weltweit befragt wurden.

Überdurchschnittliches Kapitalmarktengagement

Das Engagement am Kapitalmarkt ist dagegen sowohl bei deutschen (34%) als auch österreichischen Ruheständlern (35%) überdurchschnittlich. Die geringen Investitionen in die Altersvorsorge stehen im Widerspruch zu den Erwartungen für die Ruhestandseinkünfte und -ausgaben. 46% der deutschen Anleger bezweifeln, dass ihr Einkommen im Ruhestand ausreichen wird. Zudem erwarten 70%, dass ihre Ausgaben im Alter höher werden oder gleich bleiben. Im Schnitt legen die Bundesbürger deshalb 15,3% ihres Einkommens für die Altersvorsorge zurück. Damit sind sie nicht weit vom globalen Durchschnitt von 15,2% entfernt.

Erfreuliche wie auch ernüchternde Ergebnisse

„Die Studie zeigt erfreuliche, aber auch ernüchternde Ergebnisse. Anleger sind sich immer mehr bewusst, dass sie mehr für den Ruhestand zurücklegen und sich auch mehr am Kapitalmarkt beteiligen müssen, um im Alter ein ausreichendes Einkommen zu haben“, sagt Charles Neus, Leiter für Altersvorsorgelösungen bei Schroders in Frankfurt. Ernüchternd sei hingegen, dass sich viele Menschen durch undurchsichtige Regulierungen demotiviert fühlen, für ihre Rentenphase vorzusorgen. So gaben 42% der Befragten in Deutschland an, dass sie aufgrund sich ändernder Altersvorsorgeregelungen keinen Sinn im Sparen für den Ruhestand sehen. (mh)

Bild: © GordonGrand – stock.adobe.com