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30. März 2021
Deutsche Sparer lassen sich nicht aus der Ruhe bringen
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Deutsche Sparer lassen sich nicht aus der Ruhe bringen

Auch ein Jahr nach Beginn der Corona-Krise lassen sich deutsche Sparer nicht aus der Ruhe bringen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Union Investment. Die Mehrheit blickt demnach gelassen auf die eigene finanzielle Situation und will an der eigenen Geldanlage nichts ändern.

Nach einem Jahr Corona-Pandemie sind die Menschen in Deutschland relativ optimistisch für ihre private finanzielle Situation. Nur wenige haben zudem Veränderungen bei ihren Geldanlagen vorgenommen. Dabei spielt die private Altersvorsorge als Sparziel weiterhin die größte Rolle. Das sind die zentralen Ergebnisse des aktuellen Anlegerbarometers von Union Investment.

Gelassener Blick auf eigene finanzielle Situation

Für die eigene finanzielle Situation gehen die 67% von einer gleichbleibenden Lage in den nächsten sechs Monaten aus und damit nur etwas weniger als vor einem Jahr (69%). Knapp ein Viertel der Befragten (24%) blickt optimistisch auf die eigenen Finanzen und glaubt, dass sich die eigene Finanzsituation verbessern wird. Das ist sogar ein Prozentpunkt mehr als im erstem Quartal 2020. Die Finanzpessimisten bleiben mit 9% klar in der Unterzahl.

Mehrheit ändert nichts an den eigenen Geldanlagen

Auch bei ihren Geldanlagen herrscht eine große Entspannung. Nur 16% der Befragten haben im Laufe des Corona-Jahres Änderungen vorgenommen. Hier waren insbesondere die jüngeren aktiv. 31% der 20- bis 29-Jährigen haben etwas verändert. Diejenigen, die Anpassungen gemacht haben, haben vor allem Geld umgeschichtet (73%). Insgesamt sind 71% bei ihren Geldanlagen weder aktiv geworden noch haben sie es vor. 76% halten Veränderungen für nicht notwendig.

Aktive Ansprache durch Berater gewünscht

Professioneller Rat bleibt derweil gefragt. 73% erwarten eine proaktive Ansprache durch ihren Bankberater. Von ihm wünschen sich die meisten (33%) allgemeine Erläuterungen über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die eigenen Finanzen. Konkrete Vorschläge zur Umschichtung wünschen sich 19%. „Interessant ist, dass insbesondere jüngere Menschen zwischen 20 und 29 Jahren Wert auf einen aktiven Bankberater legen. Mehr als acht von zehn Befragten wünschen sich dies und suchen auf diese Weise Orientierung“, meint Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Jüngere Menschen fühlen sich durch die Corona-Krise zudem stärker motiviert, mehr zu sparen als bisher. Unter den 20- bis 29-Jährigen möchten dies 29% tun, bei den 40- bis 49-Jährigen dagegen nur 5%.

Das sind die wichtigsten Sparziele

Die wichtigsten Sparziele bleiben über alle Altersklassen hinweg gleich: Auf Platz eins der wichtigsten Ziele landet die private Altersvorsorge (82%), gefolgt von der Rücklage für Notfälle. Bei den attraktivsten Anlageformen bleiben die Anleger ihren Lieblingen treu: 76% halten Immobilien für attraktiv. Auf Platz zwei und drei landen die Betriebsrente (60%) sowie die Anlage in Gold (45%), die nun fast gleichauf mit Aktien liegt (44%). Danach folgten Investmentfonds mit 41%.

Zusätzliches Geld vor allem für die private Altersvorsorge

Die private Altersvorsorge spielt auch die größte Rolle, wenn der Staat den Befragten unabhängig vom eigenen Einkommen einen festen Geldbetrag in Höhe von 1.000 Euro pro Monat steuerfrei zur Verfügung stellen würde. Drei Viertel der Befragten würden das Geld für die private Altersvorsorge zurücklegen. Das scheint zudem allen Altersklassen gleich wichtig zu sein. Etwa genauso viele würden das Geld für Notfälle beiseitelegen. Besonders stark vertreten ist diese Präferenz bei jüngeren Menschen zwischen 20 und 29 Jahren. Für größere Ausgaben würden 56% der Befragten das zusätzliche Einkommen verwenden. Auch dies präferieren vergleichsweise viele junge Menschen. (mh)

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