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Deutsche Vermittler mit den meisten IDD-Sanktionen
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Deutsche Vermittler mit den meisten IDD-Sanktionen

Deutschland liegt mal wieder vorne: In der Bundesrepublik wurden europaweit die meisten IDD-Sanktionen gegen Versicherungsvermittler ausgesprochen. Entsprechende Zahlen sind dem erstmals erschienenen Report der europäischen Versicherungsaufsicht EIOPA zu entnehmen. Nachzulesen ist auch, um welche Art von Sanktionen es sich vor allem handelt.

Im Dezember 2020 hat die EIOPA erstmals einen Bericht herausgegeben, dem Zahlen zu IDD-Sanktionen der jeweils zuständigen nationalen Behörden gegen Versicherungsvermittler zu entnehmen sind. Der Bericht deckt den Zeitraum von der Anwendung der IDD im Jahr 2018 bis zum Ende des Jahres 2019 ab.

1.588 von 1.923 Sanktionen in Deutschland

Demnach verhängten nationale Behörden in acht Mitgliedstaaten insgesamt 1.923 Sanktionen. Davon wurden 1.588 in Deutschland ausgesprochen. Neben Deutschland haben von den EU-Mitgliedsstaaten nur Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Ungarn, Litauen und Malta Sanktionen gemeldet. Angesichts der dürftigen Meldezahlen dürfte in EU-Kreisen hinter vorgehaltener Hand vom Klassiker gesprochen werden: Die Deutschen liefern.

Der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW seinerseits schließt aus den Ergebnissen, dass die deutsche Aufsicht über die Versicherungsvermittler funktioniert. „Die zuständigen IHKs sorgen dafür, dass in Deutschland europaweit das mit Abstand strengste Aufsichtsregime herrscht“, so Norman Wirth, geschäftsführender AfW-Vorstand.

Im Fokus der Sanktionen: Weiterbildung und VSH

Die überwiegende Mehrheit der Sanktionen (rund 75%) betraf Verstöße gegen berufliche und organisatorische Anforderungen. Im Fokus stehen dabei die Fort- und Weiterbildung und die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (VSH).

Eine Aufschlüsselung nach EU-Ländern erfolgt hierzu in dem Bericht nicht. Aufgrund der Datenpräsenz aus Deutschland lässt sich dies aber wohl weitgehend auf deutsche Vermittler übertragen.

Über 700 Geldstrafen in Deutschland

Die häufigste Sanktionsmaßnahme auf der Grundlage der von den Behörden gemeldeten Informationen bestand darin, die Registrierung des Vermittlers (etwa 50% der Fälle) zurückzuziehen, gefolgt von administrativen finanziellen Sanktionen (etwa 40% der Fälle). Über die Höhe der Strafen gibt es in dem Bericht nur wenige Aussagen. Aus Deutschland liegen keine Angaben vor. Die durchschnittliche Geldstrafe in Belgien liegt bei 110 Euro. Sechs Geldstrafen wurden dort ausgesprochen. Deutschland hat 718 Geldstrafen gemeldet.

Ab jetzt jährlich

Insgesamt gibt die EIOPA zu dem Bericht, der nun jährlich erscheinen wird, zu bedenken, dass nationale Bestimmungen zur Umsetzung der IDD eine Vergleichbarkeit zwischen den Ländern erschweren. Die Bewertung, was ein Verstoß ist, ist teilweise unterschiedlich. Gleiches gilt sowohl für die Definition, Bedeutung und Verhängung von Sanktionen als auch für den Einsatz anderer Kontrollinstrumente. Hinzu kommt, dass in einigen Mitgliedsstaaten die IDD erst im Laufe des Jahres 2019 oder 2020 in nationales Recht umgesetzt wurde. Das würde auch die dürftige Datenlage erklären. (bh)

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